Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Mephisto - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Mephisto

Электронная книга - «Mephisto». Краткое содержание книги:

Mephisto
1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 76
Перейти на страницу:

Hendrik verwahrte sich gegen solche Ausdrucksweise; aber er zitterte vor Freude als er fragte: �Glaubst du denn, da� Barbara daran denkt�?�

Nicoletta hatte ihr klirrendes Lachen. �Nat�rlich denkt sie daran. Merkst du nicht, wie sie ganz ver�ndert ist? Lasse dich nicht dadurch t�uschen, mein Schatz, da� sie dir mitleidig zu begegnen scheint. Ich kenne sie doch - sie geh�rt zu den Frauen, in deren Zuneigung sich immer Mitleid mischt. Heirate sie! - es ist f�r euch beide ganz entschieden das praktischste. �brigens wird es auch f�r deine Karriere g�nstig sein; der alte Bruckner hat Einflu�.�

Auch hieran hatte Hendrik schon gedacht. Der Rausch seiner Verliebtheit, der anhielt - oder von dem er doch gern glauben wollte, da� er dauerhaft sei -, vermochte Erw�gungen k�hlerer Art nicht ganz zu verdr�ngen. Geheimrat Bruckner war ein gro�er Mann, auch nicht arm; die Verbindung mit seiner Tochter w�rde Vorteile bringen, neben allem Gl�ck. - Hatte Nicoletta recht mit ihren zynischen und deziclierten Reden? Erwog Barbara die M�glichkeit einer Verbindung mit Hendrik H�fgen? Wie weit ging ihr Interesse an ihm? War es nicht nur spielerischer und oberfl�chlicher Natur? Ihr Madonnengesicht mit dem spitzb�bischen Zug war undurchschaubar. Nichts verriet ihre von goldenen T�nen ges�ttigte, tiefe, klingende Stimme. Was aber verrieten ihre forschenden Augen, die so oft mit Neugier, mit Mitleid, Freundschaft, vielleicht mit Z�rtlichkeit auf Hendrik gerichtet waren?

Er mu�te sich beeilen, wenn er es erfahren wollte; die Saison war beinah zu Ende, die letzten �Knorke�-Vorstellungen kamen heran; Barbara und Nicoletta w�rden abreisen. Da entschlo� sich Hendrik. Nicoletta hatte demonstrativ angek�ndigt, da� sie einen gro�en Spaziergang mit Rolf Bonetti zu machen gedenke. Barbara war also allein. Hendrik ging zu ihr.

Es wurde ein langes Gespr�ch, und es endigte damit, da� Hendrik auf die Knie st�rzte und weinte. Weinend bat er Barbara, sie m�ge Erbarmen haben. �Ich brauche dich�, schluchzte er, die Stirne auf ihrem Scho�. �Ohne dich mu� ich ganz -zugrunde gehen. Es ist so viel Schlechtes in mir. Allein bringe ich die Kraft nicht auf, es zu besiegen, du aber wirst das Bessere in mir stark machen!� So pathetische und peinvoll offene Worte n�tigte die Verzweiflung ihm ab. Denn l�ngst hatte Barbaras ganz fassungsloser Blick ihn wissen lassen, da� Nicolettas scharf akzentuierter Zuspruch Irrtum oder freche List gewesen war: niemals hatte Barbara Bruckner gedacht an eine Verbindung mit dem Schauspieler H�fgen.

Nun aber hob er sein tr�nen�berstr�mtes Gesicht langsam von ihrem Sch��e. Sein blasser. Mund zuckte, der Edelsteinschimmer seiner Augen war zerst�rt, seine Augen schauten blind vor Elend. �Du magst mich nicht�, brachte er schluchzend hervor. �Ich bin nichts, es wird nichts aus mir - du magst mich nicht - ich bin fertig�� Er konnte nicht weitersprechen. Was er noch h�tte sagen wollen, verging in Lallen.

Unter gesenkten Lidern schaute Barbara auf sein Haar. Es war sch�tter. Auf der H�he des Kopfes sollten sorgf�ltig frisierte Str�hnen die kleine Glatze verbergen. Nun waren diese Str�hnen in die sehlimmste Unordnung-geraten. Vielleicht war es der Anblick des d�nnen und armen Haars, der das M�dchen Barbara r�hrte.

Ohne mit ihren H�nden das nasse Gesicht zu ber�hren, das er ihr hinhielt, ohne die Lider zu heben, sagte sie langsam: �Wenn du es so gerne willst, Hendrik�� Wir" k�nnen es ja versuchen� Wir k�nnen es ja versuchen��

Daraufhin stie� Hendrik H�fgen einen leisen, heiseren Schrei aus, der wie ein ged�mpftes Triumphgeheul klang.

Dieses war die Verlobung.

IV Barbara

In Barbara blieb ein gro�es Staunen �ber das Abenteuer, auf das weder ihr Herz noch ihre Gedanken vorbereitet waren und dessen Konsequenzen unabsehbar schienen. In was geriet sie hier? Was geschah ihr? Was hatte sie auf sich genommen? Sp�rte sie denn einen tieferen Kontakt zu diesem vieldeutigen und gewandten, h�chst begabten, manchmal r�hrenden, zuweilen beinah absto�enden Menschen - zu diesem Kom�dianten Hendrik H�fgen? Barbara war kaum zu verf�hren, sie blieb k�hl noch vor den routiniertesten Tricks. Um so schneller erwachten in ihr Mitleid und die p�dagogische Anteilnahme. Hendriks erfahrene Schlauheit hatte dies gleich erfa�t. Seit dem ersten Abend, da er, im wirkungsvollen Gegensatz zu Marders l�rmend-bravour�ser Art, den Stillen und Feinen gespielt hatte, verzichtete er, Barbara gegen�ber, weise und enthaltsam auf alle schillernden K�nste. Nur von ernsten und ergreifenden Dingen war zwischen ihm und ihr die Rede gewesen: von seiner ethisch-politischen Gesinnung, von der Einsamkeit seiner Jugend, von der H�rte und vom Zauber seines Berufes; schlie�lich aber hatte er dem M�dchen, in der entscheidenden Minute, sein tr�nen�berstr�mtes, von Seelenqual erblindetes Gesicht ge/eigt, und was er ihr noch h�tte sagen k�nnen, war vergangen in Lallen.

Barbara war es gewohnt, von ihren Freunden in Anspruch genommen xu werden, wenn diese sich in N�ten und Verwirrungen befanden. Nicht nur Nicoletta war mit. ihren komplizierten Beichten bei ihr gewesen, sondern auch junge M�nner, und selbst �ltere, Freunde ihres Vaters, kamen zu ihr, wenn sie die Tr�sterin brauchten. Sie war erfahren in den Schmerzen der anderen; seit fr�her fugend aber hatte sie es sich versagt, eigene Schmerzen, eigene Ratlosigkeit gar zu ernst zu nehmen oder mitzuteilen. Deshalb glaubte man, es g�be nichts, was ihr inneres Gleichgewicht st�rte. Von ihren Freunden wurde Barbara f�r den ausgeglichenen, energisch klugen, vielfach begabten, reifen, sanften und sicheren Menschen gehalten. Vielleicht gab es unter allen, die ihr nahestanden, nur einen, der um die Labilit�t ihres inneren Zustandes, um ihre Zweifel an der eigenen Kraft, ihre wehmutsvolle Liebe zur Vergangenheit und ihre Scheu vor der Zukunft wu�te: der alte Bruckner kannte sein Kind, das er liebte.

Deshalb enthielt der Brief, den er schrieb, als er die Nachricht von ihrer Verlobung erhalten hatte, nicht nur Traurigkeit dar�ber, da� sie nun sein Haus verlassen wollte; sondern auch Sorge. Ob sie denn alles wohl bedacht und genau beschlossen habe? - wollte der Vater wissen. Und Barbara erschrak �ber den warnenden Ernst seiner Frage. Hatte sie's denn wohl bedacht und genau beschlossen? Jeder Ratschlag, den sie Freunden gab, war das sorgf�ltig erwogene Resultat langer �berlegungen, klugen Denkens. In ihrem eigenen Leben lie� sie die Ereignisse mit einer spielerischen Nachl�ssigkeit an sich herankommen. Manchmal f�rchtete sie sich ein wenig, aber doch niemals genug, um auszuweichen oder abzuwehren: dies verboten ihr sowohl die Neugierde als auch der Stolz. Mit Skepsis und einer l�chelnden K�hnheit, ohne sich jemals gar zuviel des Sch�nen f�r sich selbst zu versprechen, wartete sie der Dinge, die da kommen sollten. L�chelnd schaute sie ihren sonderbaren Hendrik an, der mit einer so temperamentvollen Rhetorik von ihr verlangte, da� sie seinen guten Engel spiele. Vielleicht lohnte es sich, vielleicht hatte sie hier eine Pflicht, vielleicht gab es in ihm einen edlen, gef�hrdeten Kern, �ber den zu wachen ihr - gerade ihr - aufgetragen war. Wenn es denn so sein sollte: Barbara str�ubte sich nicht. Gr��ere Sorgen als um ihr eigenes �berraschendes Schicksal machte sie sich um Nicoletta, die sich an Marder verlor.

�brigens gingen die Ereignisse schnell. Hendrik dr�ngte: die Hochzeit sollte noch im Sommer stattfinden. Nicoletta war es, die seinen Wunsch unterst�tzte. �Wenn ihr schon heiraten m��t, meine Lieben�, sprach sie - und tat, als sollte hier etwas geschehen, wovon sie auf das dringendste abgeraten, worein sie sich aber nun, da es unvermeidlich schien, mit Vernunft und W�rde schickte -, �wenn es denn einmal sein mu߻, sagte sie, sorgf�ltig akzentuierend, �dann lieber gleich und sofort. Eine lange Verlobungszeit ist l�cherlich.�

Als Hochzeitstag wurde ein Datum Mitte Juli festgelegt. Barbara war nach Hause gereist: es gab viel zu erledigen und vorzubereiten. Nicoletta und Hendrik inzwischen gastierten mit einer Kom�die, die nur zAvei Rollen hatte, in den Badeorten an der Ostsee. Barbara mu�te zahlreiche und kostspielige Ferngespr�che mit Hendrik f�hren, bis sie es erreichte, da� er ihr die Papiere schickte, die f�r das Standesamt unentbehrlich waren. Zwei Tage vor dem Hochzeitstermin traf Nicoletta ein - eine auffallende Erscheinung f�r die s�ddeutsche kleine Universit�tsstadt, wo die Bruckners wohnten. Einen Tag sp�ter kam Hendrik, der noch in Hamburg Station gemacht hatte, um seinen neuen Frack abzuholen. Das erste, was er Barbara auf dem Bahnsteig erz�hlte, war, da� der Frack blendend sch�n, aber leider total unbezahlt sei. Er lachte viel und nerv�s; war braungebrannt und trug einen sehr hellen, etwas zu engen Sommeranzug mit rosa Hemd und einem weichen, silbergrauen Filzhut. Sein Lachen wurde immer krampfhafter, je n�her man der Villa Bruckners kam. Barbara glaubte zu merken, da� Hendrik sich davor f�rchtete, ihren Vater kennenzulernen. Der Geheimrat envartete das junge Paar vor der T�r seines Hauses, im Garten. Er begr��te Hendrik mit einer Neigung des Oberk�rpers, die so tief und feierlich war, da� man vermuten mu�te, sie sei ironisch gemeint. Jedoch l�chelte er nicht; sein Gesicht blieb ernst. Das schmale Haupt war von einer Feinheit und Empfindlichkeit, die fast erschreckend wirkten. Die gefurchte Stirne, die lange, zart gebogene Nase, die Wangen waren wie gearbeitet aus einem kostbaren, gelblich nachgedunkelten Elfenbein. Der Abstand zwischen Nase und Mund war gro�, grauer Schnurrbart bedeckte ihn. Vielleicht war es eben diese unverh�ltnism��ig lange Partie zwischen Oberlippe und Nasenansatz, die das Gesicht verzeichnet, irgendwie verzerrt und jenen Bildern �hnlich erscheinen lie�, die uns gewisse pr�parierte Spiegel oder die Darstellungen primitiver Male von M�nnergesichtern geben. Auffallend langgezogen war auch das Kinn, und auch auf ihm gab es Bart. Zun�chst gewann man den Eindruck, da� der Geheimrat einen Spitzbart trage; in Wahrheit reichte die graue Behaarung kaum �ber das Kinn heraus. Die Spitzbart-Wirkung kam von der au�erordentlichen L�nge des Kinnes.

1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 76
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)