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18 Gaensehaut Stories

Электронная книга - «18 Gaensehaut Stories». Краткое содержание книги:

Geschichten des Grauens und der Angst
herausgegeben von Manfred Kluge
Algernon Blackwood
Die Spuk-Insel
Honoré de Balzac
Die Zaubernacht in den Hochlanden
Lalcadio Hearn
Der Fall Chugoro
Philip Latham
Jeanettes Hände
Washington Irving
Die Geschichte vom schläfrigen Tal
Jonas Lie
Das Seegespenst
Nikolaj Gogol
Die Johannisnacht
Guy de Maupassant
Die Angst
Villiers de l’Isle-Adam
Folter durch Hoffnung
Edgar Allen Poe
Der schwarze Kater
H. P. Lovecraft
In der Gruft
Robert Bloch
Das unersättliche Haus
Alexandre Dumas
Die Katze, der Gerichtsdiener und das Skelett
H. G. Wells
Spuk im Klub
Andrew J. Offutt
Sareva, meine Hexe
Jack Sharkey
Die Dämonin
Lewis Hammond
Die Witwe vom Belgrave Square
I. M. Rymer
Vampir zu sein dagegen sehr …
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So schlug sich dieser edle Pädagoge mit Hängen und Würgen durch, und alle, die von den Mühen geistiger Arbeit nichts wußten, waren der Ansicht, er führe doch ein wunderbares bequemes Leben. Da er bei seinen mannigfaltigen Beschäftigungen viel herumkam, wurde er zu einer Art wandelnder Zeitung, die den Dorfklatsch von Haus zu Haus trug. Außerdem war er bei den Weibern wie bei den Männern hoch angesehen, hatte er doch mehrere Bücher ganz durchgelesen und kannte er sich doch in Cotton Mathers Geschichte der neuenglischen Zauberei gut aus.

Er liebte es, sich selbst das Gruseln einzureden. Sah er in der Nacht einen Leuchtkäfer, so hielt er ihn für eine verzauberte Seele, erblickte er einen besonders großen Käfer, der wild mit den Flügeln um sich schlug, so war es für Ichabod klar, daß der arme Kerl von einer Hexe besprochen worden sei. All solche Wahrnehmungen genoß er halb ängstlich, halb mit freudiger Erregung darüber, dem Unheimlichen nahe zu sein.

Schauerliches Vergnügen bereitete es ihm auch, an langen Winterabenden bei den alten Holländerfrauen in den Spinnstuben zu sitzen und ihre seltsamen Erzählungen von Gespenstern und Kobolden, von verhexten Feldern, Bächen und Häusern und besonders von dem kopflosen Reiter anzuhören.

Dagegen wußte er sie mit Anekdoten von Hexerei, von schrecklichen Zeichen und seltsamen Erscheinungen und Tönen in der Luft zu unterhalten und jagte ihnen Schrecken ein, indem er ihnen von Kometen und Sternschnuppen berichtete und sie mit der Tatsache vertraut machte, daß sich die Welt ganz und gar drehe und sie alle die Hälfte ihrer Zeit auf dem Kopf stünden.

Aber wie angenehm dies auch war, wenn man in einer warmen Stube, in die sich kein Gespenst hereinwagte, davon berichtete – es gab den Heimweg. Da lagerten furchtbare Gestalten und Schatten am Wegrand. Mit argwöhnischem Blick sah er auf jeden zitternden Lichtstrahl, der aus irgendeinem fernen Fenster auf die weiten Felder fiel. Ein verschneiter Strauch barg gewiß ein Ungetüm. Und fuhr ein Windstoß heulend durch den Wald, so sah er sich zu wilder Verzweiflung getrieben, denn er war sich fast sicher, daß das Geräusch von dem Reiter ohne Kopf herrührte, der wieder einmal nach dem Schlachtfeld unterwegs war, um seinen Schädel zu suchen.

All dies war jedoch nur dem bösen Geist der Finsternis zuzuschreiben, der sich in der Nacht bewegt und die Phantome losläßt. Und wenn er auch schon manch Gespenst gesehen hatte und oft auf seinen Wanderungen vom Satan heimgesucht worden war, so vermochte er sich doch im tiefsten Schrecken immer damit zu trösten, daß dies alles bei Tagesanbruch ein Ende habe. So wäre der gute Mann trotz der nächtlichen Erscheinungen des Satans und seines Gefolges glücklich und zufrieden gewesen, wäre nicht sein Weg von einem Wesen gekreuzt worden, das den Sterblichen mehr Kummer und Verdruß bereiten kann, als alle Gespenster, Kobolde und das ganze Hexenvolk zusammen, nämlich – ein Mädchen.

Unter den Gesangsschülern, die sich an einem Abend der Woche versammelten, um Unterricht in Psalmensingen zu nehmen, befand sich eine gewisse Katharina van Tassel, die Tochter und das einzige Kind eines wohlhabenden holländischen Pächters.

Sie war schön, rundlich wie ein Rebhuhn und reif, weich und rotwangig wie einer von den Pfirsichen ihres Vaters. Da aber ihr Vater einer der reichsten Pächter weit und breit war, wurde sie nicht nur wegen ihrer äußeren Reize, sondern auch wegen ihrer großen Mitgift von den Burschen der Gegend umschwärmt. In dieses Mädchen also verliebte sich der Schulmeister Ichabod, und auch bei ihm spielte die Aussicht, auf diesem Umweg den prächtigen Besitz ihres Vaters zu erben, keine geringe Rolle.

Er mußte jedoch feststellen, daß er außer einer Anzahl von Schwärmern, die sich wenig Hoffnung auf die Gunst des Mädchens machen konnten, sehr wohl einen ernstzunehmenden Rivalen besaß, dessen Art und Wesen es eben bewirkt hatten, daß die anderen Burschen mehr oder minder freiwillig zurückgetreten waren und dem Mädchen nur noch aus der Ferne schöne Augen machten. Der Bursche hieß Abraham, wurde aber Brom van Brunt genannt, und das ganze Land sprach von seinen Taten. Er war breitschultrig und sehnig, trug kurzes krauses schwarzes Haar und hatte ein grobes, aber nicht unschönes Gesicht, in dem sich Schalk und Hochmut mischten. Wegen seiner herkulischen Taten und seiner großen Kraft hatte er den Spottnamen Brom Bones, das heißt »Knochen-Brom«, erhalten. Er war ein guter Reiter, und mit drei oder vier lustigen Kumpanen, die ihn als Vorbild betrachteten, ritt er oft bei kaltem Wetter in einer Pelzmütze mit langem Fuchsschwanz über Land. Zuweilen hörte man dann seine Schar um Mitternacht mit großem Geschrei und Hussa wie ein Trupp Kosaken an den Häusern vorbeisprengen. Die alten Frauen fuhren im Schlaf hoch und murmelten: Das ist wieder Brom Bones mit seiner Bande. Bei allen tollen Streichen und bei jeder Schlägerei war er dabei und hatte sich so überall bekannt gemacht.

Dieser tapfere Held hatte seit einiger Zeit die schöne Katharina zum Gegenstand seiner recht plumpen Zärtlichkeiten ausersehen, die, wenngleich sie etwas von den Tapsigkeiten eines Bären hatten, wie man sich erzählte, auf das Mädchen nicht ganz ohne Eindruck geblieben waren. Bones begann nun, Ichabod allerlei Streiche zu spielen. Mit seiner Reiterschar erschien er bei der Singschule und verstopfte die Schornsteine, so daß der arme Schulmeister schon vermutete, Hexen seien am Werk. Auch ließ Brom keine Gelegenheit verstreichen, Ichabod in Gegenwart des Mädchens lächerlich zu machen. Er besaß einen Hund, den er zum Jaulen und Winseln abrichtete, um ihn dann in die Singschule einzuschmuggeln, wo er Ichabods Gesänge in schaurigster Weise parodierte.

So ging die Sache eine Zeitlang hin, ohne daß es zwischen den beiden Rivalen zu einer Entscheidung gekommen wäre, bis Ichabod an einem schönen Herbstnachmittag in seinem Schulhaus den Besuch eines Negers empfing, der ihm eine Einladung zu einem Festessen überbrachte, das noch am selben Abend im Hause des Mynheer van Tassel stattfinden sollte. Ehe sich Ichabod noch nach näheren Einzelheiten erkundigen konnte, war der Bote auch schon wieder verschwunden, angetrieben von der Wichtigkeit und Eile seiner Mission. Der Lehrer gab seinen Schülern frei und machte sich dann mit besonderer Sorgfalt an die Toilette. Er zog seinen verschossenen schwarzen Anzug an, borgte sich von seinem Nachbarn dessen Pferd »Gunpowder«, was Schießpulver bedeutet, und schwang sich schließlich, angetan mit einem wehenden schwarzen Mantel, dessen Schöße fast bis zum Schweif des Tieres flatterten, auf die recht magere Mähre und ritt davon.

Es wurde Abend, bis Ichabod das Gehöft des Mynheer van Tassel erreichte. Dort waren die wohlhabenden Pächter der Nachbarschaft versammelt, aber auch Brom Bones war mit seinem Lieblingspferd »Gefahrenteufel« herbeigeritten, ein Tier voller Feuer und Teufeleien wie er selbst, das nur er regieren konnte. Man speiste feist und üppig, wie das bei den Holländern Brauch ist. Danach tanzte man, und dabei tat sich Ichabod recht hervor, wenngleich er in seinem alten Anzug eine ziemlich lächerliche Figur abgab. Doch davon merkte er nichts, hielt er doch die schöne Katharina in den Armen und durfte sie nach Herzenslust im Kreis herumschwenken, während sein Rivale Brom Bones, von wilder Eifersucht gequält, abseits in der Ecke saß und mit bösem Gesicht vor sich hinbrütete.

Als der Tanz zu Ende war, setzte sich der Schulmeister zu einer Gruppe vernünftigerer Leute, die mit dem alten van Tassel auf der Veranda saßen, über alte Zeiten redeten und lange Geschichten aus dem Krieg zum besten gaben. Schließlich kamen auch Geister- und Spukgeschichten zur Sprache. Von Leichenzügen, Trauergeschrei und den Klagen der Nachtalben wurde erzählt, die man im schläfrigen Tal vernommen haben wollte. Man sprach auch von einer weißen Frau, die am Rabenfelsen in eben diesem Tal umginge und die man oft in Winternächten vor einem Sturm wehklagen hören könne, denn sie war dort im Schnee umgekommen. Die meisten Geschichten kreisten jedoch um das Lieblingsgespenst des schläfrigen Tales, den kopflosen Reiter, von dem man erst kürzlich des öfteren gehört hatte, er ziehe wieder durch die Gegend und binde bei Nacht sein Pferd an den Gräbern des Friedhofes an.

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