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18 Gaensehaut Stories

Электронная книга - «18 Gaensehaut Stories». Краткое содержание книги:

Geschichten des Grauens und der Angst
herausgegeben von Manfred Kluge
Algernon Blackwood
Die Spuk-Insel
Honoré de Balzac
Die Zaubernacht in den Hochlanden
Lalcadio Hearn
Der Fall Chugoro
Philip Latham
Jeanettes Hände
Washington Irving
Die Geschichte vom schläfrigen Tal
Jonas Lie
Das Seegespenst
Nikolaj Gogol
Die Johannisnacht
Guy de Maupassant
Die Angst
Villiers de l’Isle-Adam
Folter durch Hoffnung
Edgar Allen Poe
Der schwarze Kater
H. P. Lovecraft
In der Gruft
Robert Bloch
Das unersättliche Haus
Alexandre Dumas
Die Katze, der Gerichtsdiener und das Skelett
H. G. Wells
Spuk im Klub
Andrew J. Offutt
Sareva, meine Hexe
Jack Sharkey
Die Dämonin
Lewis Hammond
Die Witwe vom Belgrave Square
I. M. Rymer
Vampir zu sein dagegen sehr …
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Von dort aus warf Ichabod einen Blick zurück, um zu sehen, ob sein Verfolger tatsächlich in einer Wolke von Feuer und Schwefel verschwinde. Dem war aber nicht so. Das Gespenst erhob sich vielmehr in den Steigbügeln und schleuderte seinen Kopf Ichabod nach.

Der Schädel traf mit einem ungeheuren Krach den Schulmeister an der Stirn, während der gespenstige Reiter wie ein Wirbelsturm davonpreschte. Am nächsten Morgen wurde das alte Pferd ohne Sattel vor der Tür seines Herrn gefunden. Von Ichabod fehlte jede Spur. Doch entdeckte man an der Brücke den Hut des Verschwundenen und dicht daneben einen zertrümmerten Kürbis.

Als Ichabod auch in den nächsten Tagen nicht wieder auftauchte, gaben die Vorfälle dieser Nacht zu allerlei Geschwätz Anlaß. Die alten Weiber behaupteten, er sei von dem galoppierenden Hessen entführt worden. Brom Bones, der kurze Zeit nach Verschwinden seines Nebenbuhlers die blühende Katharina im Triumph zum Altar führte, setzte immer eine schalkhafte Miene auf, wenn Ichabods Geschichte erzählt wurde, und wenn von dem Kürbis die Rede war, den man an der Brücke gefunden, brach er stets in schallendes Gelächter aus, und hieraus wollen einige schließen, daß er von der ganzen Angelegenheit mehr wußte, als er zu sagen für gut befand.

Die alten Weiber im Dorf, die in solchen Dingen immer die besten Richter sind, behaupten jedoch bis auf den heutigen Tag, daß Ichabod auf übernatürliche Weise verschwunden sei, und es ist eine Lieblingsgeschichte, die in der Gegend häufig erzählt wird. Die Brücke flößt mehr denn je abergläubische Furcht ein. Das verlassene Schulhaus zerfiel bald, und man sagt, der Geist des unglücklichen Schulmeisters gehe dort um. Bauernknechte, die an stillen Sommerabenden nach Hause schlendern, meinen oft, eine Stimme in der Ferne zu hören, die in der verschwiegenen Einsamkeit des schläfrigen Tales eine schwermütige Psalmenmelodie singt.

Das Seegespenst von Jonas Lie

Jonas Lie (1833-1908) war zuerst Seekadett, studierte dann in Christiana und entschied sich für die Beamtenlaufbahn. Er lebte eine Zeitlang in Italien und später aufgrund politischer Schwierigkeiten in Deutschland, wo seine Gesellschaftsromane größere Beachtung fanden als in Lies norwegischer Heimat. In seiner Frühzeit und im Alter zeigte Lie ein besonderes Interesse für die Spuk- und Dämonengeschichten seiner Heimat. In den bürgerlichen Realismus seiner Romane dringen immer wieder Elemente surrealer Phantastik ein, wie in der maritimen Erzählung »Das Seegespenst«, die sich in Lies Roman »Der Hellseher« findet. Neben Björnson und Ibsen zählt Lie zu den Wegbereitern der modernen norwegischen Literatur.

Auf dem Kvalholm da unten auf Helgeland wohnte ein armer Fischer namens Elias mit seiner Frau Karen, die früher bei dem Pastor in Alstadhaug gedient hatte. Sie hatten sich dort eine Hütte gebaut, und der Mann machte nun gegen Tagelohn die Lofotenfischerei mit.

Auf dem einsamen Kvalholm war es nicht ganz geheuer. Wenn der Mann fort war, hörte die Frau mancherlei unheimlichen Lärm und Geschrei, das nicht von etwas Gutem herrühren konnte.

Eines Tages, als sie auf die Hochebene gestiegen war und Gras zum Winterfutter für ihre Schafe mähte, hörte sie es sogar deutlich da unter dem Berge am Strande sprechen, aber sie wagte nicht nachzusehen, was es war.

Jedes Jahr wurde ihnen ein Kind geboren, aber sie waren beide arbeitsam und fleißig. Als sieben Jahre vergangen waren, befanden sich sechs Kinder in der Stube; aber um diese Zeit hatte sich der Mann auch so viel zusammengespart, daß er glaubte, er könnte sich nun selbst ein sechsrudriges Boot kaufen, um dann auf eigene Hand auf die Fischerei auszusegeln.

Eines Tages, als er mit einer Flunderpike in der Hand einherging und hierüber nachgrübelte, stieß er hinter einem Felsenvorsprung am Strande unvermutet auf einen ungeheuren Seehund, der dalag und sich sonnte und Elias wohl ebensowenig erwartet hatte wie dieser ihn. Elias jedoch bedachte sich nicht lange; er stieß ihm die lange schwere Pike gerade in den Rücken, dicht unter dem Genick.

Aber gab es da ein Wesen! Der Seehund erhob sich mit einemmal auf dem Schwänze gerade empor in die Höhe, so hoch wie ein Bootsmast, und sah ihn dabei mit ein paar blutunterlaufenen Augen so boshaft und giftig an, während er ihm grinsend die Zähne zeigte, daß Elias vor Schreck beinahe den Verstand verloren hätte. Dann fuhr der Seehund mit einemmal hinunter ins Wasser, so daß der Schaum hinter ihm ganz rot von Blut war. Mehr sah Elias von dem Tier nicht; aber an der Landungsstelle in der Bucht, wo sein Haus stand, kam an demselben Nachmittag die Flunderstange mit abgebrochener Eisenspitze ans Land getrieben.

Elias dachte jedoch nicht weiter hieran. Er kaufte sich im Herbst ein sechsrudriges Boot, für welches er bereits im Sommer einen kleinen Schuppen gebaut hatte.

Eines Nachts, als er noch wach lag und an seinen Sechsruderer dachte, fiel es ihm ein, daß er, um das Boot ordentlich zu verwahren, vielleicht noch eine kleine Klammer zum Stützen an jeder Seite einsetzen sollte. Er war so unvernünftig froh über das Boot, daß es ihm ein wahres Vergnügen war, aufzustehen und es mit der Laterne in der Hand zu besichtigen.

Wie er nun da stand und das Boot beleuchtete, glaubte er plötzlich, in einer Ecke auf dem Netzhaken ein Gesicht zu bemerken, das ganz dem des Seehundes glich. Es grinste ihn und die Laterne eine Weile boshaft an, der Rachen wurde gleichsam größer und immer größer, und schließlich fuhr ein großer Mann zur Tür hinaus, jedoch nicht so schnell, daß Elias bei dem Schein der Laterne nicht deutlich gesehen, wie eine lange Eisenspitze ihm aus dem Rücken hervorstand. Nun begann er doch das eine und das andere zu begreifen. Aber selbst jetzt war er mehr um das Boot als um sein Leben besorgt, und er setzte sich mit der Laterne in der Hand in das Boot und hielt Wache. Als seine Frau am folgenden Morgen hereinkam, fand sie ihn im Boote schlafend, mit der ausgebrannten Laterne neben sich.

Als er eines Morgens im Januar mit zwei Männern im Boot auf den Fischfang auszog, hörte er in der Dunkelheit eine Stimme, die von einer Schare, gerade an der Ausfahrt der Bucht, höhnisch lachend sagte: »Wenn du ein großes Boot bekommst, so nimm dich in acht, Elias!«

Es dauerte jedoch viele Jahre, bevor Elias es zu einem großen Boote brachte, und sein ältester Sohn Bernt war da bereits siebzehn Jahre alt. In demselben Herbst reiste Elias mit seiner ganzen Familie im Boot nach Ranen, um den Sechsruderer zugleich mit dem Aufgeld gegen ein großes Boot zu vertauschen. Zu Hause blieb nur ein soeben konfirmiertes Lappenmädchen zurück, das Elias vor einigen Jahren zu sich genommen hatte.

In Ranen war nun wirklich ein Boot zu haben, ein kleineres Großboot, um das es ihm gerade zu tun war und welches der beste Bootsbauer just in diesem Herbst fertigbekommen und geteert hatte. Elias wußte sehr wohl, wie ein Boot beschaffen sein mußte, und er glaubte, niemals eines gesehen zu haben, das so vorzüglich unter der Wasserlinie gebaut war wie dieses. Über dem Wasser dagegen sah es wenigstens für einen weniger Erfahrenen etwas grob und gar nicht besonders schön aus.

Der Baumeister sah dies alles ebensogut wie Elias. Er sagte, nach seiner Ansicht würde er der schnellste Segler werden, der je in Ranen gebaut worden sei; aber Elias sollte es trotzdem für billiges Geld haben, wenn er nur eines versprechen wollte, nämlich keine Änderung am Boote vorzunehmen, nicht einmal einen Nagel in die geteerten Steven zu schlagen. Erst als Elias ausdrücklich dieses Versprechen gegeben, bekam er das Boot.

Aber der Mann, der den Baumeister diese Form unter der Wasserlinie gelehrt hatte – über dem Wasser mußte er arbeiten, wie er es selbst konnte, und das wurde oft schlecht genug –, war wahrscheinlich dort gewesen und hatte ihm befohlen, das Boot so billig zu verkaufen, daß Elias es erwerben könnte, und ihm zugleich eingeschärft, im voraus die Bedingung zu machen, daß es nicht gezeichnet werden dürfe. Auf diese Weise konnten nicht, wie es gebräuchlich war, am Vorder- und Hintersteven Kreuze angebracht werden.

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