Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Ужасы » 18 Gaensehaut Stories
18 Gaensehaut Stories - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

18 Gaensehaut Stories

Электронная книга - «18 Gaensehaut Stories». Краткое содержание книги:

Geschichten des Grauens und der Angst
herausgegeben von Manfred Kluge
Algernon Blackwood
Die Spuk-Insel
Honoré de Balzac
Die Zaubernacht in den Hochlanden
Lalcadio Hearn
Der Fall Chugoro
Philip Latham
Jeanettes Hände
Washington Irving
Die Geschichte vom schläfrigen Tal
Jonas Lie
Das Seegespenst
Nikolaj Gogol
Die Johannisnacht
Guy de Maupassant
Die Angst
Villiers de l’Isle-Adam
Folter durch Hoffnung
Edgar Allen Poe
Der schwarze Kater
H. P. Lovecraft
In der Gruft
Robert Bloch
Das unersättliche Haus
Alexandre Dumas
Die Katze, der Gerichtsdiener und das Skelett
H. G. Wells
Spuk im Klub
Andrew J. Offutt
Sareva, meine Hexe
Jack Sharkey
Die Dämonin
Lewis Hammond
Die Witwe vom Belgrave Square
I. M. Rymer
Vampir zu sein dagegen sehr …
1 ... 13 14 15 16 17 18 19 20 21 ... 68
Перейти на страницу:

Wie konnte ein so intelligenter Mensch wie Dagny solchen Blödsinn glauben?

Sein Blick fiel auf die Sonntagsausgabe der Times, die mit Thorntons Bild nach oben auf dem Tisch lag. Quer über Thorntons Gesicht zeichnete sich ein eigenartig gabelförmiger Schatten ab.

Das kam Bob irgendwie bekannt vor. Aber warum?

Jeanettes Hände! Dagny hatte ihm versprochen, einen anderen Platz dafür zu suchen, und hatte Wort gehalten. Jetzt standen sie mit gespreizten Fingern neben der Tischlampe.

Bob schlug das Buch wieder auf und las an einer anderen Stelle weiter:

die Handhaltung, bei der Zeige- und Mittelfinger gestreckt sind, verkörpert Gott und den vervollkommneten Menschen, die ihren Segen spenden. Aber wie alle Kräfte der physischen Welt kann dieser Segen auch zum Fluch werden. Wird die Hand nämlich so gehoben, daß der Schatten der beiden Finger Kopf und Hörner der Ziege Baphhomet darstellt, ist der Person, auf die dieser Schatten fällt, ein schreckliches Schicksal gewiß.

Für Bob war die Fahrt auf der kurvenreichen Straße zum Observatorium hinauf nur noch ein Teil seiner Arbeit. Der erste Blick auf die weißen Kuppen hoch über ihnen jagte ihm keinen erwartungsvollen Schauer mehr über den Rücken. Aber daß Dagny ihn diesmal begleitete, war etwas Besonderes, denn sie kam selten mit, wenn er zum Mt. Elsinore fuhr. Für sie war Astronomie keine Wissenschaft, sondern ein Geheimnis, obwohl sie sich durch ihr Interesse für Astrologie fundierte astronomische Grundkenntnisse hatte aneignen müssen. Sie wußte nicht nur über Sterne, Planeten und Sternbilder Bescheid, sondern verstand auch Fachausdrücke wie Stundenwinkel, siderische Zeit, Dekliniation oder Spektraltyp.

Die Außentemperatur nahm rasch ab, je höher sie kamen. In 1500 Meter Höhe erschienen die ersten Nebelstreifen, und bei 2000 Meter war der Nebel so dicht geworden, daß Bob nur noch Schrittempo fahren konnte.

Dagny war begeistert. Hier im Nebel schienen sie von der realen Welt isoliert zu sein. Einmal sahen sie ein weißes Eichhörnchen auf einem Ast am Straßenrand sitzen.

Nach dem Mittagessen im Berghotel erklärte Bob seiner Frau, er müsse jetzt ins Observatorium, wo seine Kollegen, die für diese Beobachtungsperiode eingeteilt waren, sich aufhielten. Auch die Techniker und Assistenten, die ständig hier arbeiteten, wohnten im Observatorium.

»Warum gehst du überhaupt hin?« fragte Dagny, während sie auspackte. »Der Nebel ist so dicht, daß man vom Fenster aus kaum unseren Wagen sieht.«

»Das ist eine Frage des Prinzips«, erklärte Bob und zog sich um, weil er im Observatorium lieber bequeme alte Sachen anhatte. »Astronomen treffen ihre Vorbereitungen unabhängig vom Wetter. Der Nebel könnte in einer Viertelstunde aufreißen. Wo wäre ich dann, wenn ich nichts vorbereitet hätte?«

»Peinlich«, murmelte Dagny.

Bob lachte, als ihm etwas einfiel.

»Ich weiß noch, wie ich zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis in Neuguinea war«, sagte er. »Damals war ich allerdings noch Student. Am Morgen des entscheidenden Tages war die Wolkendecke so dicht, daß nicht einmal die Sonne zu sehen war. Ich hätte am liebsten zusammengepackt. Der Expeditionsleiter aber hat uns angefahren, wir sollten gefälligst weitermachen. Wir haben uns also an den ausgearbeiteten Zeitplan gehalten – und wenige Minuten vor Eintritt der totalen Sonnenfinsternis ist die Wolkendecke wie durch ein Wunder aufgerissen. Damit war das ganze Beobachtungsprogramm gerettet.«

Bob machte eine Pause. Als Dagny sich nicht dazu äußerte, ging er verlegen zur Tür.

Dagny runzelte die Stirn, während sie die auf dem Bett verstreuten Toilettenartikel und Kleidungsstücke betrachtete.

»Ich hab’ die Zahncreme vergessen!« rief sie.

Bob fühlte sich gedemütigt und herabgesetzt, wenn er daran dachte, daß er an Thorntons Programm mitarbeiten sollte. Aber sobald er eingewilligt hatte, spielten die Personen der Beteiligten keine Rolle mehr. Bob nahm sich vor, die Beobachtungen so gut wie irgend möglich durchzuführen – genau wie ein Chirurg, der einen Feind so gut wie einen Freund operierte. Sollte das Wetter jedoch die Beobachtungen verhindern, war das nicht seine Schuld.

Bei Sonnenuntergang löste sich der Nebel auf, und der Abendhimmel wurde kristallklar. Bob wartete noch eine Weile, bevor er seinen Nachtassistenten im Observatorium anrief und ihn anwies, die Kuppel des großen Spiegelteleskops zu öffnen. Aber er hatte kaum die halbe Meile zum Observatorium zurückgelegt, als wieder Nebel aufstieg. Und so ging es die ganze Nacht weiter: Nebel, klarer Himmel, wieder Nebel, es gelang ihm keine einzige gut belichtete Aufnahme. Im Morgengrauen kam er müder und frustrierter ins Hotel zurück, als wenn er die ganze Nacht angestrengt gearbeitet hätte.

Er schlich sich so leise wie möglich ins Zimmer, um Dagny nicht zu wecken. Seit Mitternacht hatte er sich auf den Augenblick gefreut, in dem er in seiner Hälfte des Doppelbetts unter die Decke kriechen und die Sterne vergessen konnte. Aber wie schon so oft nach anstrengenden Beobachtungsnächten war er in dem Moment hellwach, in dem sein Kopf das Kissen berührte. Manchmal kam er sich geradezu schizophren vor: Sein waches Ich lag neben dem anderen, das friedlich träumte. Schließlich verfiel er doch in unruhigen Schlaf, aus dem er gegen Mittag erwachte. Dagny war fort, und die Landschaft sah so trostlos aus wie zuvor.

Dagny kam zurück, als er sich rasierte. Sie war munter und fröhlich und brachte Tannenduft von draußen mit.

Sie hatte unten am Empfang Ansichtskarten gekauft.

»Lauter Tierfotos«, sagte sie und breitete die Karten aus. »Füchse, Rehe, Eichhörnchen – und Blumen.«

»Ja, das sehe ich.«

»War’s schlimm heute nacht?«

Bob nickte.

»Eine schreckliche Nacht. Überhaupt kein Glück.«

Die zweite Nacht war eine Wiederholung der ersten. Bob setzte ein entsprechend trübseliges Gesicht auf und bedauerte seine Kollegen, die an den anderen Teleskopen arbeiten wollten. Aber in Wirklichkeit mußte er sich beherrschen, um nicht lauthals zu lachen. Noch eine Nacht dieser Art, dann war Thorntons Auftrag erledigt, und er selbst konnte mit reinem Gewissen abfahren. Außerdem schlief er in dieser Nacht gut und war beim Essen bester Laune. (Frühstück für Bob; Mittagessen für Dagny.)

Nach dem Abendessen am 31. rief er im Observatorium an. »Wir bleiben bis zwei Uhr auf«, erklärte er seinem Nachtassistenten. »Wenn es dann nicht besser aussieht, machen wir für diese Nacht Schluß.«

Dagny und er setzten sich vor den alten Fernseher, den die Hoteldirektion ihnen ins Zimmer gestellt hatte. Zu ihrem Entzücken entdeckten sie in einem Programm einen alten Film aus ihrer Flitterwochenzeit. Sie hielten bald Händchen und wechselten wehmütige Blicke. Selbst die Werbespots waren ihnen willkommen, weil sie Bob Gelegenheit gaben, nach dem Wetter zu sehen. Zu seinem Vergnügen sah er sich jedesmal einer Nebelwand vor dem Fenster konfrontiert.

Nach dem Happy-End gegen elf Uhr fand er die Welt jedoch verwandelt: Die Lichter im Tal waren bis zum Horizont sichtbar, und über ihnen die Sternbilder Schwan und Leier.

»Jupiter«, flüsterte Dagny und starrte den riesigen gelben Stern im Osten ehrfürchtig an.

»Richtig«, stimmte Bob zu, »Jupiter steht im Steinbock. Er ist aufgegangen.«

»Was Doktor Thornton jetzt wohl in Hawaii tut?«

»Wahrscheinlich nicht viel. Die Sternbedeckung tritt erst ein, wenn es hier schon hell ist.«

Dann verschwanden die Lichter im Tal plötzlich. Auch Jupiter war nicht mehr zu sehen. Innerhalb weniger Sekunden war die Welt wieder so grau und undurchsichtig wie zuvor.

1 ... 13 14 15 16 17 18 19 20 21 ... 68
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)