Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 177 178 179 180 181 182 183 184 185 ... 421
Перейти на страницу:

»Brauchst du Hilfe, Schatz?«

Sie blinzelte in die Sonne und hielt sich dann die Hand über die Augen. Ihr Vater stand über ihr auf dem Ufer und betrachtete ihre Bemühungen mit einem Ausdruck, der gefährlich nach Belustigung aussah.

»Sehe ich so aus, als ob ich Hilfe brauche?«, fragte sie gereizt und fuhr sich mit dem schlammverschmierten Handrücken über das Kinn.

»Aye, das tust du.«

Er war angeln gewesen, barfuß und nass bis zu den Oberschenkeln. Er lehnte seine Angelrute an einen Baum und schwang den Korb, dessen Schilfgeflecht vom Gewicht seines Fangs ächzte, von seiner Schulter. Dann hielt er sich an einem Baumschössling fest, um das Gleichgewicht zu behalten, und begann, das rutschige Ufer hinunterzugleiten. Seine nackten Zehen glitschten durch den Schlamm.

»Warte – zieh dein Hemd aus!« Sie erkannte ihren Fehler eine Sekunde zu spät. Ein erschrockener Ausdruck huschte über sein Gesicht, nur für einen Moment, dann war er fort.

»Ich meine … den Schlamm«, sagte sie, obwohl sie wusste, dass es zu spät war. »Es muss gewaschen werden.«

»Oh, aye, natürlich.« Ohne Zögern zog er sich das Hemd über den Kopf und wandte ihr den Rücken zu, um sich nach einem passenden Ast umzusehen, an den er es hängen konnte.

Eigentlich schockierten seine Narben sie nicht. Sie hatte sie schon öfter flüchtig gesehen, sie sich häufig vorgestellt, und in Wirklichkeit waren sie viel weniger ausgeprägt. Die Narben waren alt, ein blasses Silbernetz, das fließend über die Schatten seiner Rippen wanderte, als er jetzt die Arme nach oben ausstreckte. Er bewegte sich ganz natürlich. Nur die Anspannung in seinen Schultern verriet etwas anderes.

Ihre Hand schloss sich unwillkürlich auf der Suche nach dem nicht vorhandenen Stift und spürte den Verlauf der Linie, die diesen Hauch von Beklommenheit einfangen würde, diesen Misston, der den Beobachter anziehen würde, noch näher, während er sich fragte, was diese Szene ländlicher Anmut nur an sich hatte.

Du sollst deines Vaters Blöße nicht aufdecken, dachte sie und spreizte die Finger wieder, um sie flach gegen ihren Oberschenkel zu drücken. Doch er hatte sich schon wieder umgedreht und kam jetzt das Ufer herunter, den Blick auf die verhedderten Binsen und die Steine zu seinen Füßen gerichtet.

Er rutschte den letzten halben Meter und landete platschend und mit wedelnden Armen neben ihr, um das Gleichgewicht zu behalten. Sie lachte, ganz wie er es beabsichtigt hatte, und er lächelte. Sie dachte kurz daran, ihn darauf anzusprechen, sich zu entschuldigen – doch er wich ihrem Blick aus.

»Also, verrücken wir ihn, oder umgehen wir ihn?« Er richtete seine Aufmerksamkeit auf den Felsbrocken, der im Ufer feststeckte; er lehnte sich mit seinem ganzen Gewicht dagegen und drückte versuchsweise.

»Meinst du, wir können ihn verrücken?« Sie watete an seine Seite, raffte ihre nassen Hemdschöße und wrang sie aus. »Ihn zu umgehen würde bedeuten, dass ich den Graben um drei Meter verlängern muss.«

»So viel?« Er sah sie überrascht an.

»Ja. Ich möchte hier eine Einkerbung graben, um dort zu der Biegung durchzustoßen – dann kann ich hier ein kleines Wasserrad bauen und bekomme eine ordentliche Fallhöhe.« Sie lehnte sich an ihm vorbei und zeigte mit dem Finger flussabwärts. »Die nächstbeste Stelle wäre dort unten – siehst du, wo die Uferbänke höher werden? –, aber hier ist es besser.«

»Aye, verstehe. Warte einen Moment.« Er ging zurück zur Uferböschung, kletterte hinauf und verschwand im Wald, aus dem er mit mehreren kräftigen Eichenschösslingen zurückkam, an denen noch glänzende Blattreste hingen.

»Wir brauchen ihn doch nicht aus dem Bachbett zu heben, aye?«, fragte er. »Es reicht doch, ihn ein Stück fortzubewegen, so dass du dahinter durch das Ufer stoßen kannst?«

»Genau.« Schweißbäche sammelten sich in ihren dichten Augenbrauen, bevor sie ihr rechts und links über das Gesicht liefen. Sie buddelte jetzt seit fast einer Stunde; ihre Arme schmerzten, weil sie den schweren Schlamm mit der Schaufel hochgehievt hatte, und ihre Hände waren voller Blasen. Von Herzen dankbar gab sie den Spaten ab und trat in den Bach, um sich kaltes Wasser auf ihre zerkratzten Arme und in das errötete Gesicht zu spritzen.

»Eine schwere Arbeit«, merkte ihr Vater an und grunzte, während er den Felsbrocken zügig untergrub. »Hättest du Roger Mac nicht bitten können, sie zu tun?«

»Er ist beschäftigt«, sagte sie. Ihr war bewusst, wie kurz angebunden ihr Tonfall war, aber ihr war nicht danach, dies zu verbergen.

Ihr Vater warf ihr einen scharfen Blick zu, sagte aber nichts mehr, sondern widmete sich ganz der richtigen Positionierung seiner Eichenstecken. Wie Eisenspäne vom Magnetismus ihres Großvaters angezogen, erschienen Jemmy und Germain aus dem Nichts und forderten lautstark, helfen zu dürfen.

Sie hatte sie gebeten, ihr zu helfen, was sie auch getan hatten – ein paar Minuten lang, bis sie ein Stachelschwein in den Bäumen erspäht hatten. Jetzt jedoch, da Jamie das Kommando übernommen hatte, stürzten sie sich in die Arbeit und schaufelten wie besessen mit flachen Holzstücken den Uferschlamm beiseite. Sie kicherten, schubsten sich gegenseitig, waren ständig im Weg und stopften sich gegenseitig Schlamm in die Hosen.

Wie bei Jamie nicht anders zu erwarten, ignorierte er die Störung und sagte ihnen nur, wo sie graben sollten, bis er ihnen schließlich befahl, aus dem Bach zu steigen, damit sie nicht erdrückt wurden.

»Na dann«, sagte er und wandte sich ihr zu. »Fass hier an.« Er hatte den Felsbrocken freigelegt, so dass er jetzt aus dem Lehm des Ufers herausragte. Rechts und links des Felsens sowie dahinter steckten die Eichenstämmchen im Schlamm.

Sie ergriff den Stecken, auf den er zeigte, und er nahm die beiden anderen.

»Ich zähle bis drei … eins … zwei … hoch!«

Jem und Germain, die über ihnen hockten, stimmten ein und intonierten »Eins … zwei … hoch!« wie ein kleiner griechischer Chor. Sie hatte einen Splitter im Daumen, und das Holz scheuerte gegen ihre vom Wasser aufgeweichte, faltige Haut, doch plötzlich war ihr zum Lachen zumute.

»Eins … zwei … ho–« Mit einem plötzlichen Ruck, einer Schlammlawine und einer Kaskade loser Erde vom darüberliegenden Ufer gab der Felsbrocken nach und fiel mit einem Klatscher in den Bach, der sie beide bis zur Brust durchnässte und die beiden kleinen Jungen vor Freude aufkreischen ließ.

Jamie grinste von einem Ohr zum anderen, genau wie sie, obwohl ihr Hemd durchnässt und die Kinder voller Schlamm waren. Der Felsbrocken lag jetzt kurz vor dem anderen Bachufer, und die umgelenkte Strömung fraß sich bereits – ganz wie sie es vorausberechnet hatte – in die neu geschaffene Höhlung im diesseitigen Ufer, wo ein kräftiger Wirbel den feinkörnigen Lehm in Fäden und Spiralen davontrug.

»Siehst du das?« Sie zeigte darauf und wischte sich ihr schlammverspritztes Gesicht an der Schulter ihres Hemdes ab. »Ich weiß nicht, wie weit die Stelle ausgespült wird, aber wenn ich es ein oder zwei Tage fließen lasse, werde ich nicht mehr viel zu graben haben.«

»Du hast gewusst, dass das passieren würde?« Ihr Vater sah sie mit leuchtenden Augen an und lachte. »Oh, du kleiner Schlaukopf.«

Die Freude über die Anerkennung ihrer Leistung dämpfte ihren Ärger über Rogers Abwesenheit. Eine Flasche Cidre, die in Jamies Korb von den toten Forellen kühl gehalten wurde, tat das Ihre. Sie saßen kameradschaftlich auf der Uferböschung, reichten sich abwechselnd die Flasche und bewunderten den Eifer, mit dem der neue Strömungswirbel am Werk war.

»Das sieht nach ordentlichem Lehm aus«, stellte sie fest und beugte sich vor, um ein wenig feuchten Lehm aus dem bröckeligen Ufer zu schaben. Sie drückte ihn mit der Hand, so dass ihr das gräuliche Wasser über den Arm lief, und öffnete dann die Hand, um ihm zu zeigen, wie gut er seine Form behielt und wie deutlich man die Abdrücke ihrer Finger sehen konnte.

1 ... 177 178 179 180 181 182 183 184 185 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)