Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Zwerge
Die Zwerge - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
1 ... 14 15 16 17 18 19 20 21 22 ... 174
Перейти на страницу:

Das Geborgene Land, das Zauberreich Ionandar

im Jahr des 6234sten Sonnenzyklus, Frühling

Pfeifend kniete Tungdil vor seinem Schrank und verstaute die Dinge, die er mitnehmen wollte, in seinem geräumigen Ledertornister: ein Zunderkästchen und einen Feuerstein, falls er unterwegs im Freien übernachten musste, sowie eine Decke, Angelhaken und Essgeschirr. Dann schnallte er den zusammengerollten Umhang mit einem Lederriemen am Rucksack fest, warf sich das Kettenhemd über und rückte es mit eingespielten Bewegungen zurecht.

So fühlte er sich wohl. Das Geflecht aus Eisenringen gab ihm ein sicheres Gefühl und bedeutete zugleich etwas Vertrautes. Es war ein Empfinden, das aus seinem tiefsten Inneren kam und für ihn selbst unerklärlich war.

Das Gleiche spürte er, wenn er an der Esse stand und kleinere Schmiedearbeiten verrichtete. Hufeisen formen, Nägel machen, Eisenbeschläge für Türen anpassen, Messer schleifen und Werkzeuge dengeln, das gelang ihm mit Leichtigkeit. Er vermutete, dass das Zwergische in seinem Blut der Auslöser dafür war.

Und so nahm er seinen prallen Rucksack auf, hakte die Kampfaxt, die er von dem Magus geschenkt bekommen hatte, in den Gürtel und begab sich zu dessen Arbeitszimmer. Den Weg dorthin kannte er blind, Licht brauchte er fast keins, und sein zwergischer Orientierungssinn ließ ihn unter der Erdoberfläche niemals im Stich. Jeden Tunnel, durch den er einmal gegangen war, erkannte er wieder, denn seine Augen nahmen die feinen Unterschiede in den Wänden wahr; doch sobald er sich im Freien zurechtfinden sollte, versagte er jämmerlich und war ohne Karte verloren.

Nach kurzem Klopfen öffnete er die Tür. Lot-Ionan trug seine geliebte beige Robe und saß an seinem Schreibtisch. Anklagend hielt er ein tintengetränktes Blatt Papier in die Höhe, als der Zwerg eintrat.

»Siehst du das, Tungdil? Das ist dein Wirken.« Er warf es zurück auf den Stapel. »Nutzlos. Meine Arbeit von vielen Umläufen wurde innerhalb weniger Lidschläge zunichte gemacht.«

»Ich habe es nicht gewollt«, erwiderte der Zwerg ehrlich zerknirscht und doch nach wie vor starrköpfig. Der ausgeprägte Eigensinn war ein weiteres Erbe seiner Herkunft.

»Das weiß ich doch.« Das Gesicht des Magus nahm einen gütigen Ausdruck an. »Was ist denn wirklich geschehen?«

Tungdil senkte den Kopf. »Famulus Jolosin hatte mir wieder mal einen Streich gespielt. Ich wollte mich rächen und schüttete ihm einen Eimer Wasser über«, druckste er herum. »Er verwandelte es zu Eis, doch die Klumpen zerschlugen die Phiolen. Dann hat er mich eingesperrt, damit Ihr mich für den Schuldigen haltet.« Seine braunen Augen richteten sich auf seinen Ziehvater.

Der Magus seufzte. »Ich dachte mir schon, dass ihr beide euren Anteil tragt. Es tut mir Leid, dass ich laut wurde.« Er deutete auf das Pergament. »Für mich bedeutet es, dass ich die nächsten Umläufe wieder mit dem Zeichnen von Runen verbringen werde. Du wusstest doch, dass du nichts im Laboratorium zu suchen hast. Ihr Zwerge seid nicht dafür geschaffen, die flüchtigen Zauberkräfte zu beherrschen oder mit den Elixieren zu hantieren.«

»Es war ein...«

»Du hättest mir von Jolosins Streich berichten können, und ich hätte mir eine Strafe für ihn ausgedacht. Nun siehst du, wohin die ganze Angelegenheit geführt hat, und als Sühne wirst du auf Reisen gehen, und dieses Mal ist es keine kleine Reise, Tungdil. Aber ich werde mich sehr freuen, wenn du zu mir zurückkehrst. Glaube mir, Jolosin hat es mit dem Kartoffelschälen schlimmer erwischt.« Er grinste. »Er wird so lange schälen, bis du zurückkehrst, und wenn es dir unterwegs einfallen sollte, einen Umweg zu machen...« Lot-Ionan beließ es bei seiner spitzbübischen Andeutung. »Bist du bereit?!«

»Ja, ehrenwerter Magus«, antwortete der Zwerg erleichtert, dass sein Ziehvater nicht mehr auf seiner Alleinschuld bestand. »Was soll ich für Euch erledigen?«

Die Atmosphäre in dem mit Apparaturen, Büchern und Regalen zugestellten Raum war ganz im Gegensatz zu der Stimmung vorhin im Laboratorium entspannt und ruhig. Das Feuer knisterte leise im Kamin, und die zahme Eule des Zauberers hatte die großen Augen fest geschlossen.

»Langsam, junger Zwerg.« Lot-Ionan erhob sich, nahm seinen dampfenden Becher und ließ sich in den Ohrensessel vor der Feuerstelle sinken. Er reckte seine Filzschuhe gegen die Flammen und wärmte sie. »Wir lassen es gemütlich angehen. Jolosin soll ordentlich was zu tun haben... Ich möchte dir noch eine Sache mit auf den Weg geben, über die du nachdenken wirst, während du einen Fuß vor den anderen setzt.« Seine Hand zeigte auf den Stuhl neben sich.

Tungdil stellte den Rucksack auf den Boden und setzte sich. Es klang nach einer besonderen Sache.

»Ich habe nachgedacht.« Der Magus räusperte sich. »Du bist von deinen dreiundsechzig Zyklen seit zweiundsechzig in meiner Obhut.«

Der Zwerg wusste, was nun kam. In rührseligen Augenblicken, so wie diesem, wenn es dem Magus richtig gut ging, er ein wenig Grog getrunken hatte und der Kamin seine Füße wärmte, neigte er dazu, in die Vergangenheit zu reisen und sich an Ereignisse zu erinnern, die länger als ein Menschenleben zurücklagen. Tungdil mochte diese Unterredungen.

»Es war an einem stürmischen Abend im Winter, als ein Rudel Kobolde bei mir auftauchte und ein Bündel anschleppte.« Er schaute seinem Mündel in die Augen. »Das Bündel warst du«, lachte er leise. »Da hattest du noch keinen Bart, mein Lieber. Man hätte dich für ein Menschenkind halten können. Sie boten mir an, dich zu kaufen, oder sie würden dich in den nächsten Fluss werfen. Ich konnte nicht anders, als den Langnasen ihren Lohn zu geben und dich bei mir aufzunehmen.«

»Dafür bin ich Euch mein restliches Leben lang dankbar, Lot-Ionan«, warf Tungdil leise ein.

»Das restliche Leben«, wiederholte er leise. Der Magus schwieg eine Weile. »Ich habe mir überlegt, dass du vielleicht schon bald aus deiner Schuld entlassen sein wirst«, sagte er nach einer Weile und strich mit der Rechten durch die dichten Haare des Zwergs. »Ich habe schon zu lange gelebt, und du hast mir bereits sehr viele Dienste erwiesen, die deine Schuld, falls es sie jemals gab, abgegolten haben. Wenn meine Versuche, das Altern aufzuhalten, nicht bald von dauerhaftem Erfolg gekrönt sein werden, wird meine Seele ohnehin in Kürze zu Palandiell gehen.«

Es schmerzte den Zwerg, an die rasche Vergänglichkeit der Menschen erinnert zu werden, der sogar Zauberer nicht zu trotzen vermochten. »Ihr werdet Euer Ziel erreichen«, raunte er heiser. »Aber... Ihr wolltet mir doch etwas erzählen.«

Der Zauberer lächelte traurig, er durchschaute Tungdils Absicht, ihn abzulenken. »Anfangs sagte ich dir, dass deine Familie dich bei mir abgegeben hätte, um aus dir einen großen Zwergenmagus zu machen, aber du hast schnell herausgefunden, dass das nicht die Wahrheit sein konnte. Spätestens nachdem du lesen gelernt und mehr über dein Volk in Erfahrung gebracht hast.«

»Sie mögen Magie nicht besonders. Und die Magie mag sie nicht, ich weiß«, antwortete er und musste grinsen. In seine Hände gehörte der Schmiedehammer, ab und zu ein Buch aus der riesigen Bibliothek, aber mehr nicht. »Vraccas gab uns so viel handwerkliches Können, dass in unseren Körpern kein Platz mehr für das Zaubern ist.«

»Genau«, lachte der Magus, als er sich an all die kleineren Unglücke erinnerte, die sich immer dann zugetragen hatten, wenn sein Ziehsohn und die unsichtbare Kraft zufällig zusammengetroffen waren. »Aber sei nicht zu bescheiden, du hast dir einiges an Wissen angeeignet und bist beinahe ein Gelehrter. Mancher Famulus weiß weniger über das Geborgene Land und seine Bewohner als du.«

»Ihr habt mir viel beigebracht, Lot-Ionan, selbst das Disputieren.«

1 ... 14 15 16 17 18 19 20 21 22 ... 174
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)