Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Es scheint, für ihn sind die Menschen, wie die Ideen; nur einesbeunruhigt mich, ich möchte wissen, wie sich Franz d'Epinay in einen Großschwiegervater fügen wird, der seine Frau nicht entbehren kann. Doch wo ist Franz?
Im ersten Wagen mit Herrn von Villefort, der ihnbereits als zur Familie gehörigbetrachtet.
In jedem von den Wagen, die dem Leichenbegängnis folgten, fand ungefähr dasselbe Gespräch statt; man staunte über diebeiden so plötzlich und so rasch hintereinander eingetretenen Todesfälle; doch in keinem ahnte man das furchtbare Geheimnis, das Herr d'Avrignybei seinem nächtlichen Spaziergang Herrn von Villefort mitgeteilt hatte.
Nach ungefähr einer Stunde gelangte man an das Tor des Friedhofes; es herrschte eine ruhige, aber düstere Witterung, die mit der eben stattfindenden Trauerfeierlichkeit im Einklange stand. Unter den Gruppen, die sich nach dem Familiengrabgewölbe wandten, erkannte Chateau‑Renaud Morel, der ganz allein und im Kabriolett gekommen war; er ging, sehrbleich und schweigsam, auf dem schmalen, mit Eibenbäumen eingefaßten Pfade.
Sie hier? sagte Chateau‑Renaud, seinen Arm unter den des jungen Kapitäns legend; Sie kennen also Herrn von Villefort? Wie kommt es denn, daß ich Sie niebei ihm gesehen habe?
Ich kenne Herrn von Villefort nicht, entgegnete Morel, aber ich kannte Frau von Saint‑Meran.
In diesem Augenblick trat Albert mit Franz zu ihnen.
Der Ort ist für eine Vorstellung schlecht gewählt, sagte Albert; doch gleichviel, wir sind nicht abergläubisch. Herr Morel, erlauben Sie mir, Ihnen Herrn Franz d'Epinay, einen vortrefflichen Reisegesellschafter, vorzustellen, mit dem ich Italien durchwandert habe. Mein lieber Franz, Herr Maximilian Morel, ein vortrefflicher Freund, den ich mir in deiner Abwesenheit erworben, und dessen Namen du in meiner Unterhaltung so oft hören wirst, als ich von Geist, Herz und Liebenswürdigkeit zu sprechen habe.
Morel war einen Augenblick unentschieden. Er fragte sich, obnicht die freundlicheBegrüßung eines Mannes, den er insgeheimbekämpfte, eine verdammenswerte Heuchelei sei; doch im Gedanken an seinen Schwurbemühte er sich, nichts auf seinem Gesichte durchblicken zu lassen, und grüßte ruhig.
Fräulein von Villefort ist wohl sehr traurig? sagte Debray zu Franz.
Oh! mein Herr, sie ist unaussprechlich traurig; heute morgen war sie so entstellt, daß ich sie kaum erkannte.
Die scheinbar so wenigbesagenden Wortebrachen Morel das Herz. Dieser Mensch hatte also Valentine gesehen, er hatte mit ihr gesprochen!
Der junge aufbrausende Offizierbedurfte seiner ganzen Kraft, um dem Verlangen, seinen Schwur zubrechen, zu widerstehen. Er nahm Chateau‑Renaud am Arm und zog ihn rasch nach dem Grabgewölbe fort, vor dem die mit den Zeremonien des LeichenbegängnissesBeauftragten diebeiden Särge niedergesetzt hatten.
Villeforts Familienbegräbnisbildete ein Geviert von weißen Steinen und war etwa zwanzig Fuß hoch. Durch dieBronzetür sah man nur ein Vorgemach, das durch eine Mauer von dem eigentlichen Grabgemach getrennt war. Mitten in dieser Mauer öffneten sich zwei Türen, die zu den Grabstätten der Villefort und Saint‑Meran führten.
Diebeiden Särge kamen in das Grabgewölbe rechts, das der Familie Saint‑Meran, und wurden dort auf dazubestimmte Gestelle gesetzt. Villefort, Franz und einige nahe Verwandte traten allein in das Allerheiligste.
Da die religiösen Zeremonien sich vor der Tür vollzogen und keine Rede gehalten wurde, so trennten sich die Anwesendenbald; Chateau‑Renaud, Albert und Morel entfernten sich nach der einen Seite, Debray undBeauchamp nach der andern. Franzbliebmit Herrn von Villefort zurück. Am Tore des Friedhofes stand Morel unter irgend einem Vorwand still; er sah Franz in einem Trauerwagen mit Herrn von Villefort herausfahren, und es erfaßte ihn eine schlimme Ahnung, als er dieses Zusammensein unter vier Augen wahrnahm. Er kehrte daher nach Paris zurück, und obgleich er in demselben Wagen mit Chateau‑Renaud und Albert fuhr, hörte er doch kein Wort von dem, was diebeiden sprachen.
Als Franz Herrn von Villefort verlassen wollte, hatte dieser gesagt: HerrBaron, wann werde ich Sie wiedersehen?
Wann Sie wollen, hatte Franz erwidert.
Sobald als möglich.
Ich stehe zu IhrenBefehlen, mein Herr; ist es Ihnen genehm, daß wir zusammen zurückkehren?
Wenn es Ihnen nicht unangenehm ist.
Keineswegs.
So stiegen der zukünftige Schwiegervater und der zukünftige Schwiegersohn in einen Wagen, und Morel wurde, als er sie vorüberfahren sah, wie gesagt, von Unruhe erfaßt.
Villefort und Franz kehrten nach dem Faubourg‑Saint‑Honoré zurück. Ohnebei jemand einzutreten, ohne mit seiner Frau oder seiner Tochter zu sprechen, ließ der Staatsanwalt den jungen Mann in sein Kabinett gehen, bezeichnete ihm einen Stuhl und sagte: Herr d'Epinay, ich muß Sie daran erinnern, und der Augenblick ist nicht so schlecht gewählt, als es den Anschein hat, denn der Gehorsam gegen die Toten ist das erste Opfer, das man auf ihren Sarg zu legen hat, ich muß Sie also daran erinnern, daß nach dem von Frau von Saint‑Meran auf ihrem Sterbebette vorgestern ausgedrückten Wunsche Valentines Heirat keinen Aufschubduldet. Sie wissen, daß die Angelegenheiten der Hingeschiedenen vollkommen in Ordnung sind, daß ihr Testament Valentine das ganze Vermögen der Saint‑Meran sichert? der Notar hat mir gestern die Akten gezeigt, auf denen die Fassung des Ehevertragesberuht. Sie können den Notarbesuchen und sich in meinem Auftrage die Akten mitteilen lassen. Es ist Herr Deschamps, PlaceBeauveau, Faubourg Saint‑Honoré.
Mein Herr, entgegnete d'Epinay, es ist vielleicht für Fräulein Valentinebei ihrem heftigen Schmerze nicht der geeignete Augenblick, sie an die Heirat zu erinnern; ich würde in der Tatbefürchten…
Valentine, unterbrach ihn Herr von Villefort, wird kein lebhafteres Verlangen haben, als das, den letzten Willen ihrer Großmutter zu erfüllen; die Hindernisse werden somit, dafür stehe ich Ihnen, nicht von ihrer Seite kommen.
Da sie in diesem Fall auch nicht von meiner Seite kommen, erwiderte Franz, so handeln Sie nach Ihrem Gutdünken! Mein Wort ist gegeben, und es gereicht mir nicht nur zum Vergnügen, sondern auch zum Glück, es zu halten.
Es steht also nichts im Wege, versetzte Villefort; der Vertrag sollte vor drei Tagen unterzeichnet werden, er ist völligbereit, und wir können ihn heute unterzeichnen.
Doch die Trauer? sagte Franz zögernd.
Seien Sie unbesorgt, mein Herr; der Anstand wird in meinem Hause nicht verletzt werden. Fräulein von Villefort kann sich für die drei vorgeschriebenen Monate auf ihr Gut Saint‑Meran zurückziehen; ich sage ihr Gut, denn heute ist es ihr Eigentum. Dort wird in acht Tagen, wenn Sie wollen ohne Geräusch, ohne Gepränge, die Heirat vollzogen. Es war ein Wunsch der Frau von Saint‑Meran, daß ihre Enkelin sich auf diesem Gute verheiraten möchte. Ist der Ehebund geschlossen, so können Sie nach Paris zurückkehren, während Ihre Frau die Trauerzeitbei ihrer Stiefmutter zubringt.
Ganz nach IhremBelieben, sagte Franz.
So haben Sie die Güte, eine halbe Stunde zu warten; Valentine wird in den Salon kommen. Ich lasse Herrn Deschamps rufen, wir lesen und unterzeichnen den Vertrag auf der Stelle, und noch heute abendbringt Frau von Villefort Valentine auf ihr Gut, wohin wir Ihnen in acht Tagen nachfolgen.
Mein Herr, ich habe Sie nur um eins zubitten, sagte Franz, ich wünschte, daß Albert von Morcerf und Raoul von Chateau‑Renaudbei der Unterzeichnung zugegen sind; Sie wissen, sie sind meine Zeugen.
Eine halbe Stunde genügt, um sie in Kenntnis zu setzen; soll ich sie holen lassen, oder wollen Sie diese Herren selbst holen?
Ich ziehe es vor, sie selbst zu holen.
Ich erwarte Sie in einer halben Stunde, und in einer halben Stunde wird auch Valentinebereit sein.