Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Rand zögerte. Es wäre schon gut, noch jemanden dabeizuhaben. So, wie Mat sich verhielt, könnte er genausogut allein sein. Die Gegenwart des Ogiers beruhigte ihn. Vielleicht war er nach der Zeitrechnung der Ogier jung, aber er schien so standhaft wie ein Fels zu sein, genauso wie Tam. Und Loial war an all diesen Orten bereits gewesen und wußte über weitere Bescheid. Er sah den Ogier an, wie er dasaß mit seinem breiten Gesicht, das beinahe wie ein Sinnbild der Geduld wirkte. Er saß da und war größer als die meisten Männer im Stehen. Wie kann man jemanden verbergen, der fast zehn Fuß groß ist? Er seufzte und schüttelte den Kopf.
»Ich halte das nicht für eine gute Idee, Loial. Selbst wenn uns Moiraine hier findet, werden wir uns den ganzen Weg nach Tar Valon über in Gefahr befinden. Wenn sie uns nicht findet... « Wenn nicht, dann ist sie tot, und die anderen auch. O Egwene. Er schüttelte das Gefühl ab. Egwene war nicht tot, und Moiraine würde sie finden.
Loial blickte ihn mitfühlend an und berührte seine Schulter. »Ich bin sicher, deinen Freunden geht es gut, Rand.«
Rand nickte zum Dank. Seine Kehle hatte sich zusammengezogen, und er konnte nicht sprechen.
»Wirst du wenigstens manchmal mit mir sprechen?« seufzte Loial in einem tiefen Baßton. »Und vielleicht auch mit mir ein Spielchen wagen? Ich habe seit Tagen niemanden zum Unterhalten gehabt außer dem guten Meister Gill, und er ist die meiste Zeit über beschäftigt. Die Köchin scheint ihn gnadenlos anzutreiben. Vielleicht gehört ihr in Wirklichkeit die Schenke?«
»Klar werde ich das.« Seine Stimme klang heiser. Er räusperte sich und versuchte zu grinsen. Und falls wir uns in Tar Valon treffen, kannst du mir den Hain dort zeigen.« Es muß ihnen gut gehen. Das Licht helfe uns, daß es ihnen gut geht.
37
Die lange Hatz
Nynaeve packte die Zügel der drei Pferde fester und spähte in die Nacht hinein, als könne sie irgendwie die Dunkelheit durchdringen und die Aes Sedai und den Behüter aufspüren. Skelettartige Bäume umgaben sie, vom trüben Mondlicht klar umrissen und schwarz. Die Bäume und die Nacht bildeten einen wirkungsvollen Schutz für alles, was immer Moiraine und Lan auch vorhatten. Nicht, daß einer von beiden sich die Zeit genommen hätte, sie darüber aufzuklären. Ein leises ›Sorgt dafür, daß sich die Pferde ruhig verhalten‹ von Lan, und sie waren weg und ließen sie wie einen Stallburschen stehen. Sie blickte die Pferde an und seufzte betrübt.
Mandarb verschwand gegen den Hintergrund der Nacht beinahe im gleichen Maße wie der Umhang seines Herren. Der einzige Grund, warum der kampferfahrene Hengst sie so nahe herankommen ließ, war, daß Lan selbst ihr die Zügel gereicht hatte. Er schien im Moment ruhig genug, aber sie erinnerte sich nur zu gut daran, wie er ihr lautlos die Zähne gezeigt hatte, als sie, ohne auf Lans Zustimmung zu warten, nach seinen Zügeln gegriffen hatte. Die Lautlosigkeit der Geste ließ die gefletschten Zähne um so bedrohlicher erscheinen. Nach einem letzten mißtrauischen Blick zu dem Hengst hin wandte sie sich um und spähte in die Richtung, in der sich die anderen beiden entfernt hatten. Dabei streichelte sie gedankenverloren ihr eigenes Pferd. Sie fuhr überrascht zusammen, als ihr Aldieb die blasse Schnauze in die Hand schob, aber nach einer Weile streichelte sie auch die weiße Stute.
»Nicht nötig, es an dir auszulassen, schätze ich«, flüsterte sie, »bloß, weil deine Herrin eine kaltschnäuzige... « Sie versuchte wieder, die Dunkelheit zu durchdringen. Was machten sie da eigentlich?
Nachdem sie Weißbrücke verlassen hatten, waren sie durch Dörfer geritten, die in ihrer Normalität schon unwirklich erschienen — ganz gewöhnliche Marktflecken, die nach Nynaeve Ansicht keine Beziehung zu einer Welt aufwiesen, in der es Blasse und Trollocs und Aes Sedai gab. Sie waren der Straße nach Caemlyn gefolgt, bis sich Moiraine schließlich in Aldiebs Sattel vorgebeugt und nach Osten ausgeschaut hatte, als könne sie die ganze Länge der großen Straße — all die vielen Meilen bis Caemlyn — auf einmal sehen sowie auch das, was dort auf sie wartete.
Schließlich atmete die Aes Sedai langgezogen aus und richtete sich wieder auf. »Das Rad webt, wie das Rad es will«, murmelte sie, »aber ich kann nicht glauben, daß es ein Ende der Hoffnung webt. Ich muß mich zuerst um das kümmern, dessen ich sicher bin. Es wird geschehen, wie das Rad webt.« Und sie richtete ihre Stute nach Norden, von der Straße weg in den Wald hinein. Einer der Jungen befand sich in jener Richtung, und zwar mit der Münze, die Moiraine ihm gegeben hatte. Lan folgte ihr.
Nynaeve warf einen langen letzten Blick auf die Straße nach Caemlyn. Nur wenige Menschen teilten die Straße mit ihnen — ein paar hochrädrige Karren und in der Entfernung ein leerer Wagen, dazu eine Handvoll Leute zu Fuß, die ihre Besitztümer auf den Rücken geschnallt oder in Handwagen gepackt hatten. Einige davon waren bereit zuzugeben, daß sie sich auf dem Weg nach Caemlyn befanden, um den falschen Drachen zu sehen, aber die meisten stritten das ganz entschieden ab, besonders diejenigen, die von Weißbrücke gekommen waren. In Weißbrücke hatte sie begonnen, Moiraine wirklich Glauben zu schenken. Ein wenig. Jedenfalls mehr als vorher. Und darin lag gar nichts Beruhigendes.
Der Behüter und die Aes Sedai waren zwischen den Bäumen beinahe schon außer Sicht, als sie ihnen endlich nachritt. Sie beeilte sich aufzuholen. Lan sah sich gelegentlich nach ihr um und winkte ihr zu, aber er hielt sich an Moiraines Seite, und die Aes Sedai hatte den Blick nach vorn gerichtet.
Eines Abends, nachdem sie die Straße verlassen hatten, verschwand die unsichtbare Spur, der sie gefolgt waren. Moiraine, die sonst nichts umwerfen konnte, erhob sich plötzlich neben dem kleinen Feuer mit dem kochenden Teewasser, die Augen weit aufgerissen. »Es ist weg«, flüsterte sie in die Nacht hinein.
»Ist er...?« Nynaeve konnte ihre Frage nicht aussprechen. Licht, und ich weiß nicht einmal, welcher von ihnen es ist!
»Er ist nicht gestorben«, sagte die Aes Sedai langsam, »aber er hat die Münze nicht mehr.« Sie setzte sich. Ihre Stimme klang beherrscht, und ihre Hände zitterten nicht, als sie den Kessel von den Flammen hob und eine Handvoll Tee hineinwarf. »Am Morgen reiten wir in dieselbe Richtung weiter, so wie bisher. Wenn ich nahe genug herankomme, finde ich ihn auch ohne die Münze.«
Als das Feuer bis auf verkohlte Reste heruntergebrannt war, rollte sich Lan in seinen Umhang und schlief ein. Nynaeve konnte nicht schlafen. Sie beobachtete die Aes Sedai. Moiraine hatte die Augen geschlossen, saß aber aufgerichtet da, und Nynaeve wußte, daß sie wach war.
Lange nachdem die letzte Glut von der Holzkohle verschwunden war, öffnete Moiraine die Augen und blickte sie an. Sie konnte das Lächeln der Aes Sedai sogar im Dunkeln fühlen. »Er hat die Münze wieder, Seherin. Alles wird gut.« Sie legte sich mit einem Seufzer auf ihre Decken und schlief fast augenblicklich tief atmend ein.
Es fiel Nynaeve schwer, es ihr gleichzutun, obwohl sie so müde war. Ihr Verstand beschwor immer wieder die schlimmsten Visionen herauf, ganz gleich, wie sehr sie sich bemühte, abzuschalten. Alles wird gut. Nach dem, was in Weißbrücke geschehen war, konnte sie daran nicht mehr so leicht glauben.
Plötzlich wurde Nynaeve aus ihren Erinnerungen gerissen und in die Nacht zurückgeholt: Auf ihrem Arm lag nun wirklich eine Hand. Sie unterdrückte den Aufschrei, der ihre Kehle weitete, und griff ungeschickt nach dem Messer an ihrem Gürtel. Ihre Hand schloß sich um dessen Griff, bevor sie noch erkannte, daß die Hand zu Lan gehörte.