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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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MacDonald war ein hakennasiger, aber gut aussehender Gentleman Ende dreißig. Er hatte das verwitterte Gesicht und die aufrechte Haltung eines Berufssoldaten und ein angenehmes Lächeln, das von einem scharfen, blauen Augenpaar in der hellen, kräftigen Farbe von Briannas Kleid Lügen gestraft wurde.

»Stets zu Diensten, Ma’am.« Er verneigte sich sehr elegant. »Darf ich anmerken, Ma’am, wie wunderbar Euch diese Farbe steht?«

»Der Major ist erst vor kurzem in Cross Creek eingetroffen«, erklärte Farquard. »Ich habe ihm versichert, dass er keine bessere Gelegenheit finden wird, Bekanntschaft mit seinen Landsleuten zu schließen und sich mit seiner Umgebung vertraut zu machen.« Er wies mit einer ausladenden Geste über die Terrasse und die Anwesenden – die in der Tat ein Who’s who der schottischen Gesellschaft am Cape Fear repräsentierten.

»In der Tat«, sagte der Major höflich. »So viele schottische Namen habe ich das letzte Mal in Edinburgh gehört. Mr. Campbell hat mir zu verstehen gegeben, dass Euer Gatte der Neffe von Mrs. Cameron ist – oder vielleicht sollte ich Mrs. Innes sagen?«

»Ja. Habt Ihr Mrs. … äh … Innes schon kennen gelernt?« Ich blickte zum anderen Ende der Terrasse. Immer noch keine Spur von Duncan, von Roger oder Jamie ganz zu schweigen. Verflixt, wo waren sie nur alle? Bei einer Gipfelkonferenz auf dem Lokus?

»Nein, aber ich freue mich darauf, ihr meine Aufwartung zu machen. Der verstorbene Mr. Campbell war ein Bekannter meines Vaters, Robert MacDonald of Stornoway.« Er neigte seinen mit einer Perücke bedeckten Kopf respektvoll in Richtung des kleinen, weißen Marmorgebäudes am Rande der Rasenfläche – das Mausoleum, das derzeit die fleischlichen Überreste Hector Camerons beherbergte. »Hat Euer Gatte zufällig Verbindungen zu den Frasers of Lovat?«

Ich stöhnte innerlich auf, denn mir war klar, dass er vorhatte, ein schottisches Spinnennetz zu knüpfen. Jede Begegnung zweier beliebiger Schotten begann unabänderlich mit dem Auswerfen fragender Schlingen, bis genügend Stränge von Beziehungen und Bekannten haften geblieben waren, um ein brauchbares Netzwerk zu bilden. Ich persönlich neigte dazu, mich in den klebrigen Fäden der Sippen und Clans zu verwickeln, bis ich am Ende wie eine fette, saftige Fliege in der Falle saß und der Gnade des Fragestellers hilflos ausgeliefert war.

Jamie dagegen hatte mit Hilfe solcher Kenntnisse jahrelang die Intrigen der französischen und schottischen Politik überlebt – mit riskanten Manövern hatte er sich an den geheimen Fäden solcher Netze entlangbewegt und sich dabei von den klebrigen Fallen von Loyalität und Verrat ferngehalten, die so viele andere ins Verderben gestürzt hatten. Ich richtete mich darauf ein, ihm gut zuzuhören, und gab mir größte Mühe, diesen MacDonald unter den Tausenden seiner Namensvettern richtig einzuordnen.

MacDonald of Keppoch, MacDonald of the Isles, MacDonald of Clanranald, MacDonald of Sleat. Wie viele Sorten von MacDonalds gab es denn nur?, fragte ich mich etwas unwirsch. Eine oder zwei mussten für den Hausgebrauch doch reichen.

MacDonald of the Isles, wie es aussah; die Familie des Majors stammte von der Insel Harris. Während des Verhörs hielt ich mit einem Auge nach Jamie Ausschau, doch er war spurlos untergetaucht.

Farquard Campbell – der das Spiel auch nicht schlecht beherrschte – schien den verbalen Schlagabtausch zu genießen, und seine dunklen Augen huschten mit belustigtem Ausdruck zwischen dem Major und mir hin und her. Seine Belustigung wechselte jedoch in einen Ausdruck der Überraschung über, als ich nach dem gekonnten Vortrag des Majors meine ausgesprochen verworrene Analyse der väterlichen Abstammung Jamies beendete.

»Der Großvater Eures Mannes war Simon, Lord Lovat?«, sagte Campbell. »Der Alte Fuchs?« Er erhob ungläubig die Stimme.

»Nun … ja«, sagte ich ein wenig beklommen. »Ich dachte, Ihr wüsstet das.«

»Ist das so«, sagte Farquard. Er sah aus, als hätte er eine Branntweinpflaume heruntergeschluckt und zu spät bemerkt, dass sie noch einen Stein hatte. Natürlich hatte er gewusst, dass Jamie ein begnadigter Jakobit war, doch ganz offensichtlich hatte Jocasta seine enge Verbindung mit dem Alten Fuchs nicht erwähnt – der für seine Rolle beim Stuartaufstand als Verräter hingerichtet worden war. Die Campbells hatten in diesem Schlamassel weitenteils auf Regierungsseite gekämpft.

»Ja«, sagte MacDonald, ohne Campbells Reaktion zu beachten. Er runzelte konzentriert die Stirn. »Ich habe die Ehre, mit dem derzeitigen Lord Lovat flüchtig bekannt zu sein – der Titel ist wieder eingesetzt worden, wenn ich mich recht entsinne?«

Er wandte sich erklärend an Campbell und fuhr fort. »Das ist der Junge Simon, der ein Regiment aufgestellt hat, um gegen die Franzosen zu kämpfen … wann, achtundfünfzig? Nein, siebenundfünfzig. Ja, siebenundfünfzig. Ein tapferer Soldat und ein exzellenter Kämpfer. Und er ist also … der Neffe Eures Gatten? Nein, der Onkel.«

»Halbonkel«, stellte ich klar. Der Alte Simon war dreimal verheiratet gewesen und hatte aus der Existenz seiner außerehelichen Sprösslinge kein Geheimnis gemacht – und zu diesen hatte auch Jamies Vater gehört. Doch darauf brauchte ich jetzt nicht einzugehen.

MacDonald nickte, und sein hageres Gesicht klärte sich angesichts der Tatsache, dass er es alles erfolgreich ausgeknobelt hatte, zufrieden auf. Farquards Miene entspannte sich etwas, als er hörte, dass der Ruf der Familie Fraser so weit wiederhergestellt war.

»Papist natürlich«, fügte MacDonald hinzu, »aber dennoch ein exzellenter Soldat.«

»Wo wir gerade von Soldaten sprechen«, unterbrach Campbell, »wisst Ihr wohl …«

Vor Erleichterung seufzte ich so heftig auf, dass meine Korsettschnüre ächzten, als Mr. Campbell den Major jetzt zu einer Analyse eines lange vergangenen Militärereignisses verleitete. Der Major, so schien es, stand nicht im aktiven Dienst, sondern war wie so viele andere bei halbem Sold in Pension gegangen. Solange die Krone keinen weiteren Bedarf an seinen Diensten hatte, blieb es ihm daher überlassen, sich auf Beschäftigungssuche in den Kolonien herumzudrücken. Der Friede war hart für einen Berufssoldaten.

Wartet nur, dachte ich und erschauerte vorausahnend. Noch etwa vier Jahre, und der Major würde genug zu tun bekommen.

Aus dem Augenwinkel sah ich Tartanstoff aufblitzen und wirbelte herum, um zu sehen, zu wem er gehörte, doch es war weder Jamie noch Duncan. Dennoch, ein Rätsel weniger; es war Roger, dunkelhaarig und schmuck in seinem Kilt. Sein Gesicht erhellte sich, als er Brianna erspähte, und seine Schritte wurden länger. Sie wandte den Kopf, als spürte sie seine Gegenwart, und auch ihr Gesicht erhellte sich als Reaktion.

Er trat zu ihr, und ohne Notiz von dem Herrn in ihrer Begleitung zu nehmen, umarmte er sie und küsste sie fest auf den Mund. Als sie sich voneinander lösten, hielt er Jemmy die Arme entgegen und drückte ihm einen weiteren Kuss auf seinen seidenen Rotschopf.

Ich wandte mich wieder dem Gespräch vor meiner Nase zu, da mir verspätet klar wurde, dass Farquard Campbell schon seit einiger Zeit redete, ohne dass ich die geringste Ahnung hatte, was er gesagt hatte. Als er meine Verwirrung sah, lächelte er leicht ironisch.

»Ich muss mich entfernen und anderswo meine Aufwartung machen, Mrs. Fraser«, sagte er. »Wenn Ihr mich entschuldigen würdet? Ich werde Euch in der vorzüglichen Gesellschaft des Majors zurücklassen.« Er tippte sich höflich an den Hut und schlängelte sich auf das Haus zu, vielleicht, um Leutnant Wolff aufzuspüren und ihn daran zu hindern, das Tafelsilber einzusacken.

Da der Major nun mit mir festsaß, fischte er nach einem geeigneten Gesprächsthema und verlegte sich auf die naheliegendste Frage zwischen zwei neuen Bekannten.

»Seid Ihr und Euer Gatte schon lange in den Kolonien, Ma’am?«

»Nicht sehr lange«, sagte ich voller Argwohn. »Etwa drei Jahre. Wir leben in einer kleinen Siedlung im Hinterland –« Ich gestikulierte mit meinem geschlossenen Fächer in Richtung der unsichtbaren Berge im Westen. »Ein Ort namens Fraser’s Ridge.«

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