Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 171 172 173 174 175 176 177 178 179 ... 424
Перейти на страницу:

In der Tat war es im Freien sogar geradezu kühl, trotz der gusseisernen Wannen voll glühender Kohlen, die an den Ecken der Steinterrasse standen und süßen Apfelholzduft verbreiteten. Der Frühling war da, und der Rasen war frisch und grün, genau wie die Bäume am Ufer, doch in der Morgenluft lag immer noch ein Hauch von beißender Winterkälte. In den Bergen war auch noch Winter, und unser Weg nach River Run hatte uns bis weit in den Süden nach Greensboro noch durch Schnee geführt, auch wenn die Krokusse und Osterglocken schon tapfer ihre Köpfe an die Luft steckten.

Doch heute war ein klarer, heller Märztag, und Haus, Terrasse, Rasen und Garten waren mit Hochzeitsgästen bevölkert, die in ihrem Sonntagsstaat leuchteten wie ein verfrühter Schmetterlingsschwarm. Jocastas Hochzeit würde eindeutig das gesellschaftliche Ereignis des Jahres am Cape Fear werden; es mussten fast zweihundert Leute hier sein, die zum Teil sogar aus Halifax oder Edenton gekommen waren.

Ninian sagte leise etwas auf Gälisch zu Jamie und warf mir einen Seitenblick zu. Jamie antwortete ihm mit einer elegant formulierten Bemerkung ausgesprochen rüden Inhalts und sah mich unverbindlich an, während der ältere Mann sich vor Lachen fast verschluckte.

Eigentlich verstand ich inzwischen ganz gut Gälisch, doch es gab Situationen, in denen Diskretion eine Tugend war. Ich schlug meinen Fächer zu seiner vollen Breite auf, um meine Miene zu verbergen. Der elegante Umgang mit einem Fächer bedurfte zwar einiger Übung, doch für einen Menschen, der wie ich mit einem gläsernen Gesicht geschlagen war, war er in Gesellschaft ein ausgesprochen nützlicher Gegenstand.

Ich wandte mich von der Unterhaltung ab, die alle Anzeichen zeigte, noch weiter zu degenerieren, und suchte die Menge nach Spuren des verschwundenen Bräutigams ab. Vielleicht war Duncan ja wirklich krank und hatte mehr als nur Nervenflattern. Wenn ja, dann kümmerte ich mich wohl besser um ihn.

»Phaedre! Hast du Mr. Innes heute Morgen schon gesehen?« Jocastas Leibdienerin kam an mir vorbei gehuscht, den Arm voller Tischdecken, doch auf meinen Ruf hin blieb sie abrupt stehen.

»Hab Master Duncan seit dem Frühstück nicht mehr gesehen, Ma’am«, sagte sie und schüttelte den Kopf, der mit einem ordentlichen Spitzenhäubchen geschmückt war.

»Was für einen Eindruck hat er da gemacht? Hat er gut gegessen?« Das Frühstück war eine Angelegenheit von mehreren Stunden, bei der sich die Gäste des Hauses nach Belieben von der Anrichte bedienten. Wahrscheinlich waren Duncan eher die Nerven auf den Magen geschlagen als eine Lebensmittelvergiftung, doch ein Teil des Wurstaufschnitts auf der Anrichte war mir sehr verdächtig vorgekommen.

»Nein, Ma’am, kaum einen Bissen.« Phaedre legte die glatte Stirn in Falten; sie hatte Duncan gern. »Die Köchin hat versucht, ihn mit einem schönen, gekochten Ei zu locken, aber er hat nur den Kopf geschüttelt und ein kränkliches Gesicht gemacht. Aber einen Becher Rumpunsch hat er getrunken«, sagte sie, und dieser Gedanke schien sie ein wenig zu trösten.

»Aye, dann ist es ja gut«, merkte Ninian an, als er das hörte. »Macht Euch keine Sorge, Mrs. Claire, Duncan schafft das schon.«

Phaedre machte einen Knicks und eilte auf die Tische zu, die gerade unter den Bäumen aufgestellt wurden. Ihre gestärkte Schürze flatterte im Wind. Das köstliche Aroma gegrillten Schweinefleisches wehte durch die kühle Frühlingsluft, und duftende Wolken aus Hickoryrauch stiegen von den Feuern in der Nähe der Schmiede auf, wo Wildkeulen, halbe Hammel und Geflügel sich zu Dutzenden an Spießen drehten. Mein Magen knurrte trotz der festen Schnüre meines Mieders laut vor Vorfreude.

Dies schien weder Jamie noch Ninian aufzufallen, doch ich trat diskret einen Schritt zur Seite und wandte mich ab, um mit meinen Blicken die Rasenfläche abzusuchen, die sich von der Terrasse bis zur Anlegestelle am Fluss erstreckte. Ich war nicht so überzeugt von den Tugenden des Rums, vor allem, wenn er auf nüchternen Magen getrunken wurde. Duncan wäre zugegebenermaßen nicht der erste Bräutigam gewesen, der in einem Zustand fortgeschrittener Intoxikation vor den Altar schritt, aber dennoch …

Brianna stand neben einer der Marmorstatuen, die den Rasen schmückten. Sie trug ein Wollkleid im leuchtenden Blau des Frühlingshimmels, hatte Jemmy auf ihre Hüfte gesetzt und war in ein Gespräch mit Gerald Forbes vertieft. Auch sie hatte einen Fächer, doch Jemmy hatte ihn in die Finger bekommen und kaute auf seinem Elfenbeingriff herum, und sein kleines, rosa Gesicht trug einen Ausdruck tiefster Konzentration.

Aber für Brianna war eine gute Fächertechnik ja auch nicht so notwendig wie für mich, da sie Jamies Fähigkeit geerbt hatte, all ihre Gedanken hinter einer Maske freundlicher Unverbindlichkeit zu verbergen. Diese Maske hatte sie jetzt aufgesetzt, was mir einen guten Eindruck von der Meinung vermittelte, die sie über Mr. Forbes hegte. Wo war Roger?, fragte ich mich. Vorhin war er doch noch bei ihr gewesen.

Ich wandte mich Jamie zu, um ihn zu fragen, was er von dieser Epidemie verschwundener Ehemänner hielt, musste jedoch feststellen, dass sie ihn ebenfalls erwischt hatte. Ninian Hamilton hatte sich umgedreht und unterhielt sich mit jemand anderem, und der Platz an meiner Seite wurde jetzt von zwei Sklaven eingenommen, die unter dem Gewicht einer gigantischen Korbflasche mit Branntwein schwankten und auf die Tische mit den Erfrischungen zuhielten. Ich ging ihnen hastig aus dem Weg und wandte mich ab, um nach Jamie Ausschau zu halten.

Er war in der Menge verschwunden wie ein Moorhuhn im Heidekraut. Ich drehte mich langsam und ließ dabei den Blick über die Terrasse und die Rasenflächen schweifen, aber es war keine Spur von ihm in der wogenden Menge zu sehen. Ich kniff die Augen zusammen, weil mich die Sonne blendete, und überschattete meine Augen mit meiner Hand.

Es war ja schließlich nicht so, als ob er unauffällig gewesen wäre; als Highlander mit dem Blut der Wikingerriesen in den Adern überragte er die meisten Männer um mehr als einen Kopf, und die Sonne fing sich in seinem Haar wie auf polierter Bronze. Und zur Krönung des Ganzen war er zur Feier von Jocastas Hochzeit in seinen besten Staat gekleidet – ein gegürtetes Plaid aus purpurrotem und schwarzem Tartanstoff, dazu sein guter, grauer Rock nebst Weste und das schrillste Paar rotschwarzer Argylestrümpfe, das je die Schienbeine eines Schotten geziert hatte. Er hätte auffallen müssen wie ein Blutfleck auf frischem Leinen.

Zwar fand ich ihn nicht, aber ein bekanntes Gesicht entdeckte ich dennoch. Ich verließ die Terrasse und schlängelte mich zwischen den Trauben der Gäste hindurch.

»Mr. MacLennan!« Auf meinen Zuruf hin drehte er sich um und machte ein überraschtes Gesicht, doch dann breitete sich ein herzliches Lächeln über seine groben Züge.

»Mrs. Fraser!«

»Wie schön, Euch zu sehen«, sagte ich und reichte ihm die Hand. »Wie geht es Euch?« Er sah viel besser aus als bei unserem letzten Zusammentreffen. Er war sauber, und in seinem dunklen Anzug und seinem schlichten, gestreiften Hut bot er ein anständiges Bild. Doch seine Wangen waren hohl, und hinter seinen Augen lauerte ein Schatten, der auch nicht verschwand, als er mich anlächelte.

»Oh … ganz gut, Ma’am. Wirklich gut.«

»Seid Ihr … wo lebt Ihr denn jetzt?« Diese Frage schien mir höflicher zu sein als: »Warum seid Ihr nicht im Gefängnis?« Da er kein Dummkopf war, beantwortete er beide Fragen.

»Ach, nun ja, Euer Gatte war so freundlich, an Mr. Ninian dort drüben zu schreiben –« Er wies mit dem Kopf auf die hagere Gestalt von Ninian Bell Hamilton, der auf dem Rasen in eine erhitzte Diskussion verwickelt war. »Er hat ihn von meinem Kummer unterrichtet. Mr. Ninian ist ein großer Freund der Regulatoren – und außerdem ein guter Freund von Richter Henderson.« Er schüttelte den Kopf, die Lippen verwundert gespitzt.

»Ich kann nicht genau sagen, wie es dazu gekommen ist, aber Mr. Ninian hat mich aus dem Gefängnis geholt und mich in sein Haus aufgenommen. Dort bin ich also nun zurzeit. Es war gütig – sehr gütig.« Er meinte seine Worte offensichtlich aufrichtig, und doch sprach er sie mit einer gewissen Geistesabwesenheit. Dann verstummte er. Er sah mich immer noch an, doch seine Augen waren ausdruckslos. Ich versuchte, mir etwas zu überlegen, was ich sagen könnte, um ihn vielleicht in die Gegenwart zurückzuholen, doch ein Ausruf Ninians riss ihn aus seiner Trance und ersparte mir die Mühe. Abel entschuldigte sich höflich bei mir und ging zu ihm, um ihn bei der Diskussion zu unterstützen.

1 ... 171 172 173 174 175 176 177 178 179 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)