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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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»Hier ist ein Ball«, sagte ein Prüfer zu mir. »Dribbeln Sie damit.« Ich tat es. Dann sagte man mir, dass ich in den nächsten Raum gehen sollte.

Ich arbeitete einen kleinen Parcours mit verschiedenen Sportgeräten ab. Ich wurde aufgefordert, eine kleine Strecke zu rennen. Ich machte ein bisschen leichte Gymnastik. Ich wurde vor ein Videospiel gesetzt. Ich sollte mit einer Lichtpistole ein Ziel an einer Wand treffen. Ich schwamm. (Dieser Teil gefiel mir am besten. Ich bin schon immer gerne geschwommen, solange sich mein Kopf über Wasser befindet.) Zwei Stunden lang wurde ich mit mehreren anderen Rekruten in einen Raum gesperrt und aufgefordert, zu tun, was ich wollte. Ich spielte ein bisschen Billard. Ich spielte eine Runde Tischtennis. Und so wahr mir Gott helfe, ich spielte sogar Shuffleboard.

Dabei brach mir nicht ein einziges Mal der Schweiß aus.

»Was für eine blöde Armee soll das sein?«, fragte ich die Alten Scheißer beim Mittagessen.

»Es ergibt durchaus Sinn«, sagte Harry. »Gestern wurden wir auf elementare intellektuelle und emotionale Eigenschaften geprüft. Heute ging es um die allgemeine körperliche Geschicklichkeit. Auch diesmal schien man sich für die Grundlagen komplexerer Leistungen zu interessieren.«

»Mir ist nicht klar, welche komplexeren Fähigkeiten sich bei einem Tischtennisspiel zeigen«, sagte ich.

»Die Koordination von Auge und Hand«, sagte Harry. »Zeitgefühl. Zielgenauigkeit.«

»Außerdem weiß man nie, wann man eine Granate zurückwerfen muss«, warf Alan ein.

»Genau«, bestätigte Harry. »Was sollen sie deiner Meinung nach stattdessen mit uns machen? Uns einen Marathon laufen lassen? Wir alle würden zusammenbrechen, bevor wir die erste Meile geschafft hätten.«

»Schließ nicht von dir auf andere«, sagte Thomas.

»Ich muss mich korrigieren«, sagte Harry. »Unser Freund Thomas würde sechs Meilen schaffen, bevor sein Herz schlappmacht. Falls er nicht vorher einen Eingeweidekrampf bekommt.«

»Red keinen Unsinn«, sagte Thomas. »Jeder weiß, dass man vor einem Lauf genügend Kohlehydrate als Energiequelle braucht. Deshalb werde ich mir jetzt noch einen Nachschlag von den Fettucini holen.«

»Niemand hat gesagt, dass du heute noch einen Marathon laufen sollst«, sagte Susan.

»Der Tag ist noch jung«, gab Thomas zurück.

»Für mich steht heute nichts mehr auf dem Stundenplan«, sagte Jesse. »Ich habe für den Rest des Tages frei. Und für morgen ist nur die ›Abschließende Körperliche Verbesserung‹ von sechs bis zwölf Uhr angesetzt und danach eine Versammlung aller Rekruten um zwanzig Uhr.«

»Auch ich habe heute keine Termine mehr«, sagte ich. Ein kurzer Rundumblick verriet mir, dass es bei allen anderen am Tisch genauso war. »Was machen wir jetzt, damit uns nicht langweilig wird?«

»Irgendwo wird sich bestimmt noch ein Shuffleboard auftreiben lassen«, sagte Susan.

»Ich habe eine bessere Idee«, sagte Harry. »Hat jemand um fünfzehn Uhr schon was vor?«

Allgemeines Kopfschütteln.

»Großartig«, sagte Harry. »Dann treffen wir uns hier wieder. Die Alten Scheißer werden einen kleinen Ausflug unternehmen.«

»Dürfen wir überhaupt hier sein?«, fragte Jesse.

»Klar«, sagte Harry. »Warum nicht? Und selbst wenn nicht, was wollen sie mit uns machen? Wir sind ja noch gar nicht richtig in der Armee. Also können sie uns kein offizielles Disziplinarverfahren anhängen.«

»Das nicht, aber sie können uns durch eine Luftschleuse nach draußen pusten«, sagte Jesse.

»Blödsinn«, sagte Harry. »Das wäre eine Verschwendung von kostbarer Luft.«

Harry hatte uns auf ein Beobachtungsdeck in einem Bereich des Schiffes geführt, der den Kolonialen vorbehalten war. Man hatte uns Rekruten zwar nicht ausdrücklich erlaubt, die Decks der Kolonialen zu betreten, aber man hatte es uns auch nicht verboten. Unsere siebenköpfige Gruppe stand auf dem verlassenen Deck wie Schulkinder vor einer Peepshow.

Was unserer Situation sogar ziemlich nahe kam.

»Während unserer heutigen Übungen habe ich einen Kolonialen in ein Gespräch verwickelt«, sagte er. »Dabei erwähnte er, dass die Henry Hudson heute um fünfzehn Uhr fünfunddreißig den Skip durchführen wird. Und ich schätze mal, dass noch keiner von uns jemals einen Skip beobachtet hat. Also habe ich ihn gefragt, von wo aus man einen guten Blick haben würde. Der Mann empfahl diese Stelle. Und da wären wir, und wir haben noch …«◦– er blickte auf seinen PDA◦– »vier Minuten Zeit.«

»Tut mir leid«, sagte Thomas. »Ich wollte die Truppe nicht aufhalten. Die Fettucini waren ausgezeichnet, aber mein Dickdarm schien da anderer Meinung zu sein.«

»Bitte verzichte in Zukunft darauf, uns über solche Einzelheiten zu informieren«, sagte Susan. »Dazu kennen wir uns noch nicht gut genug.«

»Wie sonst wollt ihr mich besser kennen lernen?«

Niemand hielt es für nötig, auf Thomas’ Frage zu antworten.

»Weiß irgendjemand, wo wir sind?«, fragte ich, nachdem eine Weile Schweigen geherrscht hatte. »In astronomischer Hinsicht, meine ich.«

»Wir sind immer noch im Sonnensystem«, sagte Alan und zeigte aus dem Fenster. »Das sieht man an den vertrauten Sternbildern. Da drüben ist Orion. Wenn wir mehrere Lichtjahre von der Erde entfernt wären, hätten die Sterne ihre Positionen am Himmel verändert. Die Konstellationen wären verzerrt oder gar nicht mehr wiederzuerkennen.«

»Wohin werden wir skippen?«, fragte Jesse.

»Zum Phoenix-System«, sagte Alan. »Aber das dürfte euch nicht weiterhelfen, weil Phoenix der Name des Planeten und nicht des Sterns ist. Es gibt ein Sternbild namens Phoenix◦– und zwar genau dort …«◦– er zeigte auf eine kleine Sterngruppe◦– »aber der Planet Phoenix ist kein Begleiter der betreffenden Sonnen. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, befindet er sich im Sternbild Lupus, das ein Stück weiter nördlich steht.« Er zeigte auf eine andere Konstellation aus nicht so hellen Sternen. »Aber von hier aus können wir das Zentralgestirn nicht mit bloßem Auge erkennen.«

»Du kennst dich offenbar ziemlich gut am Himmel aus«, sagte Jesse bewundernd.

»Danke«, sagte Alan. »In jüngeren Jahren wollte ich Astronom werden, aber Astronomen werden verdammt schlecht bezahlt. Also sattelte ich auf theoretische Physik um.«

»Gibt es haufenweise Geld dafür, sich neue subatomare Partikel auszudenken?«, fragte Thomas.

»Das nicht«, räumte Alan ein. »Aber ich habe ein Modell entwickelt, mit dessen Hilfe die Firma, für die ich arbeitete, ein neues System zur besseren Energieausnutzung bei nautischen Fahrzeugen bauen konnte. Nach dem Motivationsprogramm der Firma stand mir ein Prozent vom Gewinn zu, den dieses System abwarf. Was unter dem Strich mehr Geld war, als ich ausgeben konnte, obwohl ich mir wirklich alle Mühe gegeben habe.«

»Reichtum muss was Nettes sein«, sagte Susan.

»Es war gar nicht so schlecht«, gab Alan zu. »Obwohl ich jetzt natürlich nicht mehr reich bin. Schließlich gibt man alles auf, wenn man in die Armee eintritt. Und man verliert auch andere Dinge. Ich meine damit, dass mein Wissen über die Sternbilder in etwa einer Minute völlig überflüssig sein wird. Dort, wo wir hinfliegen, gibt es keinen Orion, keine Ursa Minor und keine Kassiopeia. Es klingt vielleicht blöd, aber vielleicht werde ich die Sternbilder mehr vermissen als das Geld. Man kann jederzeit neues Geld verdienen. Aber wir kehren nie mehr zur Erde zurück. Es ist das letzte Mal, dass ich diese alten Freunde sehe.«

Susan ging zu Alan und legte ihm den Arm um die Schultern. Harry blickte auf seinen PDA. »Gleich geht es los«, sagte er und zählte die verbleibenden Sekunden ab. Als er bei »eins« ankam, blickten wir alle aus dem Fenster.

Es war ziemlich undramatisch. Eben noch sahen wir einen von Sternen erfüllten Himmel. Im nächsten Moment sahen wir einen anderen von Sternen erfüllten Himmel. Hätte man in diesem Moment geblinzelt, hätte man es gar nicht bemerkt. Trotzdem war offensichtlich, dass es sich um einen fremden Himmel handelte. Wir kannten uns zwar nicht so gut aus wie Alan, aber die meisten von uns konnten Orion oder den Großen Wagen im Sternengewimmel identifizieren. Doch nun waren sie verschwunden. Es war eine verstörende Erfahrung, auch wenn ihre Abwesenheit erst auf den zweiten Blick auffiel. Ich blickte zu Alan hinüber. Er stand da, als wäre er zur Salzsäule erstarrt, während Susan seine Hand hielt.

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