Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Wir können bis zu zehn Jahre lang verpflichtet werden«, sagte ich. »So steht es im Kleingedruckten. Das würde dafür sprechen, dass sie die technischen Möglichkeiten besitzen, uns über diesen Zeitraum fit zu halten.«
»Und sie haben unsere DNS gespeichert«, sagte Harry. »Vielleicht haben sie schon Ersatzteile für uns geklont oder etwas in der Art.«
»Das ist denkbar«, räumte Thomas ein. »Aber es würde viel Arbeit machen, jedes einzelne Organ, jeden Knochen, jeden Muskel, jeden Nerv von einem geklonten Körper in unseren zu transplantieren. Und danach hätten wir immer noch unsere alten Gehirne, die sich nicht transplantieren lassen.«
Thomas blickte sich um und erkannte, das er den ganzen Tisch deprimiert hatte. »Ich will damit nicht sagen, dass wir auf gar keinen Fall wieder jung sein werden. Allein das, was wir in diesem Schiff sehen, überzeugt mich, dass die Koloniale Union viel bessere Technik besitzt, als wir zu Hause auf der Erde haben. Doch als Arzt muss ich sagen, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, wie sich der Alterungsprozess auf so dramatische Weise umkehren ließe, wie wir alle zu glauben oder zu hoffen scheinen.«
»Die Entropie ist eine böse Hexe«, sagte Alan. »Es gibt fundierte Theorien, die diese Behauptung stützen.«
»Es gibt jedoch einen Beweis, der darauf hindeutet, dass man unseren körperlichen Zustand in jedem Fall verbessern wird«, sagte ich.
»Verrate ihn mir bitte ganz schnell«, sagte Harry. »Toms Theorie von der ältesten Armee der Galaxis verdirbt mir den Appetit.«
»Genau darum geht es«, sagte ich. »Wenn sie unsere Körper nicht reparieren könnten, würden sie uns kein Essen auftischen, dessen Fettgehalt die meisten von uns innerhalb eines Monats umbringen dürfte.«
»Das ist wahr«, sagte Susan. »Ein beeindruckendes Argument, John. Ich fühle mich schon viel besser.«
»Vielen Dank«, sagte ich. »Dieser Beweis stärkt mein Vertrauen in die Medizin der Kolonialen Verteidigungsarmee so sehr, dass ich mir noch einen Nachschlag holen werde.«
»Bring mir ein paar Pfannkuchen mit, wenn du sowieso gehst«, sagte Thomas.
»He, Leon«, rief ich und stieß gegen seine Fettmassen. »Steh auf. Die Schlummerzeit ist vorbei. Du hast um acht eine Verabredung.«
Leon lag wie ein nasser Sack in seiner Koje. Ich verdrehte die Augen, seufzte und bückte mich, um ihm einen stärkeren Schubs zu versetzen. Dabei fiel mir auf, dass seine Lippen blau waren.
Ach, du Scheiße!, dachte ich und schüttelte ihn. Keine Reaktion. Ich griff seinen Oberkörper und zog ihn von der Koje auf den Boden. Er war furchtbar schwer.
Ich zog meinen PDA hervor und forderte medizinische Unterstützung an. Dann ging ich über ihm in die Knie und pumpte ihm per Mund-zu-Mund-Beatmung Luft in die Lungen und bearbeitete seinen Brustkorb, bis zwei Mediziner der KU eintrafen und mich von ihm wegzogen.
Mittlerweile hatte sich eine kleine Menge vor der offenen Tür versammelt. Ich sah Jesse und reichte ihr die Hand, um sie in den Raum zu ziehen. Sie sah Leon am Boden liegen und schlug sich erschrocken die Hände vor den Mund. Ich drückte sie kurz an mich.
»Wie geht es ihm«, fragte ich einen der Kolonialen, der seinen PDA konsultierte.
»Er ist tot«, sagte der Mann. »Schon seit einer Stunde. Sieht ganz nach einem Herzinfarkt aus.« Er steckte den PDA ein, stand auf und blickte auf Leon herab. »Armer Kerl. Hat es so weit geschafft, und dann macht seine Pumpe schlapp.«
»Wieder einer, der sich in letzter Minute freiwillig für die Geisterbrigade entschieden hat«, sagte der andere Koloniale.
Ich warf ihm einen strengen Blick zu. Ich fand, dass ein Witz in diesem Moment von furchtbar schlechtem Geschmack zeugte.
4
»Dann wollen wir mal schauen«, sagte der Arzt und blickte auf seinen recht großen PDA, als ich sein Büro betrat. »Sie sind John Perry, richtig?«
»Richtig.«
»Ich bin Dr. Russell«, sagte er und musterte mich von oben bis unten. »Sie sehen aus, als wäre gerade Ihr Hund gestorben.«
»Nicht ganz. Es hat meinen Zimmergenossen erwischt.«
»Ach ja«, sagte er und blickte wieder auf seinen PDA. »Leon Deak. Er wäre gleich nach Ihnen dran gewesen. Verdammt schlechtes Timing. Dann wollen wir ihn mal aus dem Terminplan streichen.« Er tippte ein paar Sekunden lang auf seinem PDA herum und lächelte gepresst, als er fertig war. Dr. Russells Manieren ließen offensichtlich ein wenig zu wünschen übrig.
Dann wandte er sich wieder mir zu. »Und jetzt werde ich Sie mal etwas genauer unter die Lupe nehmen.«
Das Büro bestand aus Dr. Russell, mir, einem Stuhl für den Arzt, einem kleinen Tisch und zwei sargähnlichen Behältern. Ihre Form bildete den Umriss eines menschlichen Körpers nach, und jeder hatte eine gewölbte transparente Tür über dem geformten Bereich. Am oberen Ende jedes Sarkophags befand sich eine armähnliche Vorrichtung mit einem schalenförmigen Ende. Die Schale schien gerade so groß zu sein, um auf einen menschlichen Kopf zu passen. Das Gebilde machte mich, offen gesagt, ein wenig nervös.
»Bitte steigen Sie ein und machen Sie es sich bequem«, sagte Dr. Russel und öffnete die Tür eines Sarkophags. »Dann kann es gleich losgehen.«
»Muss ich irgendetwas ausziehen?« So weit ich mich erinnerte, war eine medizinische Untersuchung meistens mit einer körperlichen Inspektion verbunden.
»Nein. Aber wenn Sie möchten, können Sie es gerne tun.«
»Gibt es tatsächlich Leute, die sich entkleiden, auch wenn es nicht sein muss?«
»Die gibt es. Manchen fällt es schwer, mit vertrauten Gewohnheiten zu brechen.«
Ich behielt meine Sachen an. Ich legte meinen PDA auf den Tisch, ging zum Sarkophag, drehte mich um, lehnte mich zurück und passte mich ein. Dr. Russell schloss die Tür und trat zurück. »Warten Sie einen Moment, während ich die Justierungen vornehme«, sagte er und bediente seinen PDA. Ich spürte, wie sich die Form des Sarkophags veränderte, bis er sich meinen Körpermaßen angepasst hatte.
»Ein ziemlich komisches Gefühl«, sagte ich.
Dr. Russell lächelte. »Sie werden gleich eine leichte Vibration spüren.«
Er hatte Recht.
»Die anderen Leute, die mit mir im Warteraum gesessen haben«, sagte ich, während der Sarkophag sanft unter mir summte. »Wohin sind sie verschwunden, nachdem sie hier bei Ihnen waren?«
»Durch die Tür da drüben.« Er zeigte nach hinten, ohne von seinem PDA aufzublicken. »Da ist der Erholungsbereich.«
»Erholungsbereich?«
»Machen Sie sich keine Sorgen«, sagte er. »Es klingt schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Das meiste haben Sie bereits überstanden. Gleich sind wir fertig.« Er tippte wieder etwas in seinen PDA, und die Vibration hörte auf.
»Was soll ich jetzt tun?«
»Bleiben Sie noch einen Moment so«, sagte Dr. Russell. »Wir müssen nur noch die Auswertung der Untersuchung abwarten und die Ergebnisse durchgehen.«
»Heißt das, wir sind fertig?«
»Die moderne Medizin ist etwas Wunderbares, nicht wahr?« Er zeigte mir den Bildschirm des PDA, auf dem die Resultate der Untersuchung angezeigt wurden. »Sie müssen nicht einmal ›Aaaaa‹ sagen.«
»Toll. Aber wie gründlich kann eine solche Untersuchung sein?«
»Gründlich genug«, sagte er. »Mr. Perry, wann haben Sie sich das letzte Mal untersuchen lassen?«
»Vor etwa sechs Monaten.«
»Was hat Ihr Arzt zu Ihnen gesagt?«