Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Lungenkrebs«, sagte Harry. »Ein paar kleine Flecken.«
»Zysten am Eierstock«, sagte Jesse.
Maggie nickte nur.
»Rheumatoide Arthritis im Frühstadium«, sagte Alan.
»Hodenkrebs«, sagte ich.
Alle Männer am Tisch zuckten zusammen. »Autsch«, sagte Thomas.
»Der Arzt versicherte mir, dass ich es überleben werde«, sagte ich.
»Nur dass du beim Gehen humpeln wirst«, sagte Susan.
»Es reicht! Ich möchte dazu keine dummen Sprüche mehr hören!«
»Ich verstehe nur nicht, warum man unsere kleinen Probleme nicht behoben hat«, sagte Jesse. »Mein Arzt zeigte mir eine Zyste von der Größe einer Kaugummikugel, aber er meinte, ich sollte mir deswegen keine Sorgen machen. Ich glaube, ich bin einfach nicht der Typ, der sich wegen einer solchen Sache keine Sorgen machen wird.«
»Thomas, du bist doch angeblich Arzt«, sagte Susan und klopfte sich auf die grau gespenkelte Schädeldecke. »Was hat es mit diesen kleinen Scheißdingern auf sich? Warum macht man nicht einfach eine Tomografie von unserem Gehirn?«
»Wenn ich raten müsste«, sagte Thomas, »und mehr kann ich nicht tun, denn ich habe nicht den leisesten Schimmer, würde ich sagen, dass sie sehen wollen, wie unsere Gehirne arbeiten, während wir ausgebildet werden. Das geht nicht, während wir an eine Maschine angeschlossen sind, also schließen sie stattdessen die Maschinen an uns an.«
»Danke für die überzeugende Erklärung, auf die ich längst von selbst gekommen bin«, sagte Susan. »Ich wollte auf die Frage hinaus, welchen Zweck diese Art von Messung erfüllen könnte.«
»Keine Ahnung«, sagte Thomas. »Vielleicht brauchen sie die Daten, wenn sie uns neue Gehirne verpassen. Oder sie haben eine Möglichkeit gefunden, bestimmte Hirnareale auszubessern, und dazu müssen sie schauen, welche Teile eine Überholung brauchen. Ich hoffe nur, dass sie uns nicht noch mehr von diesen Dingern verpassen müssen. Heute vormittag hätten mich die Schmerzen fast umgebracht.«
»Apropos«, sagte Alan und wandte sich an mich. »Ich habe gehört, dass du heute Früh deinen Zimmergenossen verloren hast. Wie kommst du damit zurecht?«
»Es geht«, sagte ich. »Obwohl es schon recht deprimierend ist. Mein Arzt sagte, wenn er bis zum Untersuchungstermin durchgehalten hätte, wäre er vielleicht noch zu retten gewesen. Er hätte ihm den Kalk aus den Arterien gespült oder etwas in der Art. Ich überlege, ob ich ihn hätte überzeugen sollen, zum Frühstück aufzustehen. Die Bewegung hätte ihn vielleicht lange genug am Leben erhalten, sodass er den Termin hätte wahrnehmen können.«
»Mach dir deswegen keine Vorwürfe«, sagte Thomas. »Du konntest es nicht ahnen. Menschen sterben nun einmal.«
»Klar, aber wenn es nur wenige Tage vor einer ›Generalüberholung‹ passiert, wie mein Arzt sich ausdrückte …«
»Ich möchte keineswegs makaber erscheinen …«, sagte Harry.
»Was nur heißen kann, dass es jetzt richtig makaber wird«, warf Susan ein.
»…aber wenn in meiner Collegezeit ein Zimmergenosse starb«, fuhr Harry fort und warf ein Stück Brot nach Susan, »musste man nicht an den Abschlussprüfungen des Semesters teilnehmen. Aus Rücksicht auf den Schock.«
»Seltsamerweise blieben dann auch dem Zimmergenossen die Abschlussprüfungen erspart«, sagte Susan. »Und zwar fast aus demselben Grund.«
»So habe ich es noch nie betrachtet«, sagte Harry. »Glaubst du, dass dir die Eignungstests erspart bleiben, die für heute angesetzt sind?«
»Das bezweifle ich«, antwortete ich. »Und selbst wenn, würde ich das Angebot nicht annehmen. Was sollte ich stattdessen tun? Den ganzen Tag in meinem Quartier hocken? Davon würde ich erst recht Depressionen bekommen. Schließlich ist dort gerade jemand gestorben, wisst ihr.«
»Du könntest umziehen«, sagte Jesse. »Vielleicht zu jemand anderem, dessen Zimmergenosse ebenfalls gestorben ist.«
»Das wird ja immer morbider! Außerdem will ich nicht umziehen. Natürlich tut es mir leid, dass Leon gestorben ist. Aber jetzt habe ich ein ganzes Zimmer für mich allein.«
»Wie es scheint, hat er schon angefangen, darüber hinwegzukommen«, sagte Alan.
»Ich versuche nur, den Schmerz möglichst schnell zu verarbeiten.«
»Du redest nicht viel, was?«, sagte Susan unvermittelt zu Maggie.
»Stimmt«, sagte Maggie.
»Sagt mal, was habt ihr eigentlich als Nächstes auf dem Stundenplan?«, fragte Jesse.
Jeder griff nach seinem PDA, dann hielten alle mit schuldbewusster Miene inne.
»Überlegt euch mal, wie highschoolmäßig das jetzt war«, sagte Susan.
»Was soll’s?«, sagte Harry und zog trotzdem seinen PDA hervor. »Wir haben uns sogar schon zu einer Clique zusammengeschlossen. Also können wir die Sache auch weiter durchziehen.«
Es stellte sich heraus, dass Harry und ich unseren ersten Eignungstest gemeinsam absolvieren sollten. Wir wurden zu einem Konferenzraum geleitet, in dem man Tische und Stühle aufgestellt hatte.
»Ach, du Scheiße«, sagte Harry, als wir uns setzten. »Wir sind wirklich wieder in der Highschool!«
Diese Einschätzung bestätigte sich, als eine Koloniale den Raum betrat. »Sie werden jetzt auf grundlegende sprachliche und mathematische Fertigkeiten getestet«, sagte die Prüferin. »Die Fragen werden jetzt in Ihren PDA geladen. Es handelt sich um einen Multiple-Choice-Test. Bitte beantworten Sie innerhalb der vorgegebenen dreißig Minuten so viele Fragen wie möglich. Wenn Sie vor Ablauf der halben Stunde fertig sind, bleiben Sie bitte ruhig sitzen oder gehen Sie Ihre Antworten noch einmal durch. Bitte arbeiten Sie nicht mit anderen Rekruten zusammen. Sie dürfen jetzt anfangen.«
Ich blickte auf meinen PDA. Auf dem Bildschirm erschien eine Frage, in der es um synonyme Begriffe ging.
»Das kann nicht euer Ernst sein!«, sagte ich. Auch andere Leute im Raum lachten leise.
Harry hob eine Hand. »Welche Punktzahl muss ich erreichen, um von Harvard angenommen zu werden?«
»Den Spruch habe ich schon ein paarmal gehört«, entgegnete sie. »Bitte konzentrieren Sie sich jetzt auf die Prüfung.«
»Ich habe sechzig Jahre lang darauf gewartet, meine Mathenote verbessern zu können«, sagte Harry. »Schauen wir mal, wie ich jetzt abschneide.«
Der zweite Eignungstest war sogar noch schlimmer.
»Bitte verfolgen Sie das weiße Quadrat. Benutzen Sie nur die Augen, bewegen Sie nicht den Kopf.« Die Koloniale dämpfte die Beleuchtung im Raum. Sechzig Augenpaare konzentrierten sich auf ein weißes Quadrat an der Wand, das sich langsam in Bewegung setzte.
»Ich fasse es nicht, dass wir dafür in den Weltraum aufbrechen mussten«, sagte Harry.
»Vielleicht ist das noch nicht alles«, sagte ich. »Wenn wir Glück haben, kriegen wir noch ein weißes Quadrat zu sehen.«
Als Nächstes erschien ein weißes Quadrat auf der Wand.
»Gib’s zu, du warst schon einmal hier!«, sagte Harry.
Später wurden Harry und ich getrennt, und die nächsten Tests musste ich allein bestehen.
Im ersten Zimmer befanden sich ein Kolonialer und ein Haufen Bauklötze.
»Bauen Sie daraus bitte ein Haus«, sagte der Koloniale.
»Nur wenn ich danach einen Lutscher bekomme«, sagte ich.
»Ich werde mal sehen, was ich für Sie tun kann«, versprach der Koloniale. Ich stapelte die Bauklötze zu einem Haus auf, dann betrat ich das nächste Zimmer, in dem ein anderer Kolonialer mir ein Blatt Papier und einen Stift reichte.
»Fangen Sie in der Mitte des Labyrinths an und versuchen Sie, einen Weg nach draußen zu finden.«
»Mein Gott!«, sagte ich. »Das schafft selbst eine hirnamputierte Ratte.«
»Wenn Sie meinen«, sagte der Koloniale. »Trotzdem wüssten wir gerne, ob auch Sie es schaffen.«