Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Um Gottes willen, ja!«
»Dann geht es jetzt los«, sagte Dr. Russell und drückte auf die Taste auf seinem PDA.
Durch den Sarkophag ging ein leichter Stoß, als sich darin etwas einschaltete. Ich blickte zu Dr. Russell. »Der Verstärker«, sagte er. »Dieser Teil wird etwa eine Minute dauern.«
Ich brummte als Zeichen, dass ich seine Erklärung zur Kenntnis genommen hatte, und richtete die Augen auf mein neues Ich. Es lag reglos im Sarkophag wie eine Wachsfigur, die beim Herstellungsprozess versehentlich mit grüner Farbe getränkt worden war. Ansonsten sah er genauso aus wie ich vor sehr langer Zeit◦– sogar noch besser. Damals war ich nicht gerade der sportlichsten einer gewesen. Diese Version von mir sah jedoch aus, als hätte er Muskeln wie ein Profischwimmer. Und er hatte tolles, volles Haar!
Ich konnte mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, in diesem Körper zu stecken.
»Wir haben jetzt die volle Auflösung errreicht«, sagte Dr. Russell. »Ich öffne die Verbindung.« Er machte etwas mit seinem PDA.
Ich spürte einen kleinen Ruck, dann fühlte es sich plötzlich an, als wäre mein Kopf eine riesige hallende Kammer. »Boh!«, sagte ich.
»Der Echoeffekt?«, fragte Dr. Russell, und ich nickte. »Das ist der Computer. Ihr Bewusstsein nimmt die leichte Zeitverzögerung zwischen hier und dort wahr. Kein Grund zur Sorge. Gut, ich stelle jetzt die Verbindung zwischen dem Computer und dem neuen Körper her.« Wieder tippte er auf den PDA.
Auf der anderen Seite des Raums öffnete mein neues Ich die Augen.
»Das habe ich gemacht«, sagte Dr. Russell.
»Er hat Augen wie eine Katze«, sagte ich.
»Sie haben Augen wie eine Katze«, sagte Dr. Russell. »Beide Verbindungen sind klar und ungestört. Ich beginne jetzt mit dem Transfer. Sie werden nun eine gewisse Desorientierung verspüren.« Wieder kam der PDA zum Einsatz …
…und ich fiel
tiiiiiiieeeeeeef hinunter
(dabei kam ich mir vor, als würde ich durch ein feines Maschengeflecht gedrückt werden)
und Erinnerungen an mein ganzes Leben stürzten wie eine zusammenbrechende Ziegelmauer auf mich ein
ein klares bild, wie ich vor dem altar stehe
wie kathy durch die kirche auf mich zukommt
wie sich ihr Schuh im saum ihres kleides verhakt
wie sie leicht stolpert
und sich geschickt abfängt
wie sie mich lächelnd anschaut
als wollte sie sagen
glaubst du so etwas könnte mich aufhalten?
*ein weiteres bild von kathy wo zum teufel habe ich die vanille hingetan und dann das klappern als die teigschüssel herunterfällt*
(mensch kathy!)
Und dann bin ich wieder ich und starrte benommen in das Behandlungszimmer, und ich schaue genau in Dr. Russels Gesicht und gleichzeitig auf seinen Hinterkopf. Ich denke Mann, toller Trick!, und es kommt mir vor, als hätte ich gerade in Stereo gedacht.
Dann wird mir alles klar. Ich bin an zwei Stellen gleichzeitig.
Ich lächle und sehe, wie mein altes Ich und mein neues Ich simultan lächeln.
»Ich breche gerade die Gesetze der Physik«, sage ich aus zwei Mündern zu Dr. Russell.
Und er sagt: »Sie sind drin.«
Und dann drückt er wieder eine Taste seines verdammten PDA.
Und dann bin ich nur noch in einfacher Ausführung vorhanden.
Der andere. Ich weiß es, weil ich nicht mehr auf mein neues Ich schaue, sondern auf mein altes.
Und er sieht mich an, als wäre ihm soeben klar geworden, dass etwas sehr Seltsames geschehen ist.
Und dann scheint der Blick zu sagen: Ich werde nicht mehr gebraucht.
Und dann schließt er die Augen.
»Mr. Perry«, sagte Dr. Russell. Dann wiederholte er es, und schließlich schlug er mir leicht auf die Wange.
»Ja«, antwortete ich. »Entschuldigung. Jetzt bin ich da.«
»Wie lautet Ihr vollständiger Name?«
Ich dachte etwa eine Sekunde darüber nach. »John Nicholas Perry.«
»Wann haben Sie Geburtstag?«
»Am zehnten Juni.«
»Wie lautet der Name Ihrer Klassenlehrerin in der zweiten Klasse?«
Ich sah Dr. Russell an. »Mein Gott, daran konnte ich mich nicht einmal erinnern, als ich noch meinen alten Körper hatte.«
Dr. Russell lächelte. »Willkommen in Ihrem neuen Leben, Mr. Perry. Sie haben die Prozedur mit Bravur überstanden.« Er entriegelte die Tür des Sarkophags und ließ sie weit aufschwingen. »Kommen Sie bitte heraus.«
Ich legte meine Hände◦– meine grünen Hände◦– an die Seiten des Sarkophags und hievte mich heraus. Ich stellte den rechten Fuß auf den Boden und wankte leicht. Dr. Russell trat neben mich, um mich zu stützen. »Vorsichtig«, sagte er. »Sie waren in letzter Zeit ein wesentlich älterer Mann. Es wird eine Weile dauern, bis Sie sich daran erinnert haben, wie sich ein jüngerer Körper anfühlt.«
»Wie meinen Sie das?«
»Zum Beispiel können Sie jetzt wieder gerade stehen.«
Er hatte Recht. Ich stand leicht nach vorn gebeugt (Kinder, trinkt eure Milch!), doch dann richtete ich mich auf und ging einen weiteren Schritt. Und noch einen. Sehr gut, ich wusste noch, wie man lief. Ich strahlte wie ein Schuljunge, als ich quer durch den Raum stapfte.
»Wie fühlen Sie sich?«, wollte Dr. Russell wissen.
»Vor allem fühle ich mich jung«, sagte ich, aber nur mit wenig Überschwänglichkeit.
»Mit Recht«, sagte Dr. Russell. »Dieser Körper hat ein biologisches Alter von zwanzig Jahren. In Wirklichkeit ist er noch wesentlich jünger, da wir sie heutzutage sehr schnell heranwachsen lassen können.«
Ich machte versuchsweise einen Sprung und kam mir wie ein Gummiball vor. »Ich bin nicht einmal alt genug, um wieder Alkohol trinken zu dürfen.«
»Drinnen sind Sie immer noch fünfundsiebzig.«
Ich hörte mit dem Springen auf und ging zu meinem alten Körper, der immer noch im Sarkophag lag. Er sah traurig und eingefallen aus, wie ein alter Koffer. Ich legte eine Hand an mein altes Gesicht. Es war immer noch warm, ich spürte einen Atemhauch. Ich zuckte zusammen.
»Er lebt noch!«, sagte ich und wich zurück.
»Er ist hirntot«, sagte Dr. Russell schnell. »Alle Ihre kognitiven Funktionen wurden transferiert. Unmittelbar danach habe ich das Gehirn abgeschaltet. Der Körper arbeitet nur noch vegetativ◦– die Lungen atmen, und das Herz schlägt, aber viel mehr passiert nicht. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wenn man sich nicht um ihn kümmern würde, wäre er in ein paar Tagen tot.«
Ich wagte mich wieder näher an meinen alten Körper heran. »Was wird mit ihm passieren?«
»Wir werden ihn eine Weile einlagern«, sagte Dr. Russell. »Mr. Perry, ich hetze nur ungern, aber es wird Zeit, dass Sie in Ihr Quartier zurückkehren, damit ich meine Arbeit mit dem nächsten Rekruten fortsetzen kann. Bis Mittag habe ich noch etliche auf der Warteliste.«
»Ich hätte sehr viele Fragen zu meinem neuen Körper.«
»Wir haben eine Broschüre vorbereitet«, sagte Dr. Russell. »Ich habe sie auf Ihren PDA überspielen lassen.«
»Oh. Danke.«
»Keine Ursache.« Dr. Russell zeigte auf die Kolonialen. »Diese Männer werden Sie in Ihr Quartier zurückbringen. Noch einmal herzlichen Glückwunsch.«
Ich ging zu den Kolonialen, und wir wandten uns der Tür zu. Dann blieb ich noch einmal stehen. »Einen Moment. Ich habe etwas vergessen.« Ich kehrte zu meinem alten Körper zurück, der immer noch im Sarkophag lag, dann drehte ich mich zu Dr. Russell um. »Ich würde gerne die Tür öffnen.« Der Arzt nickte. Ich entriegelte die Tür und machte sie auf. Ich hob die linke Hand meines alten Ichs. Am Ringfinger steckte ein einfacher Goldring. Ich zog ihn ab und steckte ihn auf meinen Ringfinger. Dann legte ich die Hände um mein altes Gesicht.