Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Dass ich gut in Schuss bin, abgesehen von meinem Blutdruck, der vielleicht etwas zu hoch ist. Warum?«
»Im Großen und Ganze hat er Recht«, sagte Dr. Russell, »nur dass er offenbar den Hodenkrebs übersehen hat.«
»Wie bitte?«
Dr. Russell zeigte mir ein zweites Mal den Bildschirm des PDA. Jetzt war darauf eine Falschfarbendarstellung meiner Genitalien zu sehen. Es war das erste Mal, dass mir jemand meine eigenen Geschlechtsorgane unter die Nase hielt. »Hier.« Er deutete auf einen dunklen Fleck an meinem linken Hoden. »Das ist die Geschwulst. Ziemlich dicker Brocken. Es ist auf jeden Fall Krebs.
Ich sah ihn mit finsterer Miene an. »Wissen Sie, Dr. Rusell, die meisten Ärzte hätten eine etwas einfühlsamere Methode gewählt, um mich mit dieser Neuigkeit zu konfrontieren.«
»Verzeihen Sie, Mr. Perry«, sagte er. »Ich möchte nicht gefühllos erscheinen. Aber das ist kein ernsthaftes Problem. Selbst auf der Erde ist Hodenkrebs sehr leicht zu behandeln, vor allem im Frühstadium wie in Ihrem Fall. Schlimmstenfall würden Sie einen Hoden verlieren, was allerdings kein großes Problem wäre.«
»Außer man ist der Besitzer des betreffenden Hodens.«
»Das ist eher eine psychologische Angelegenheit. Bitte machen Sie sich deswegen keine Sorgen. In ein paar Tagen werden Sie eine körperliche Generalüberholung erhalten, und dabei werden wir uns auch um Ihren Hoden kümmern. Bis dahin wird die Sache für Sie völlig unproblematisch sein. Der Krebs beschränkt sich auf den Hoden. Er hat sich noch nicht auf die Lungen oder die Lymphknoten ausgebreitet. Sie haben nichts zu befürchten.«
»Werde ich nicht mehr mit den Eiern schaukeln können?«, fragte ich.
Dr. Russell lächelte. »Sie müssen sich wirklich keine Sorgen machen. Abgesehen vom Krebs, der, wie gesagt, nicht weiter problematisch ist, sind Sie so gut in Form, wie man es von einem Mann im Ihrem Alter erwarten kann. Das ist eine gute Nachricht. Im Augenblick müssen wir Sie nicht weiter behandeln.«
»Was hätten Sie getan, wenn Sie etwas wirklich Schlimmes gefunden hätten?. Zum Beispiel, wenn der Krebs unheilbar gewesen wäre?«
»›Unheilbar‹ ist ein ziemlich ungenauer Begriff, Mr. Perry«, sagte der Arzt. »Auf lange Sicht sind wir alle unheilbare Fälle. Bei dieser Untersuchung geht es nur darum, alle Rekruten zu stabilisieren, die in unmittelbarer Lebensgefahr schweben, damit sie die nächsten paar Tage überstehen. Der Fall Ihres bedauernswerten Zimmergenossen Mr. Deak ist gar nicht so ungewöhnlich. Wir haben viele Rekruten, die es nicht bis in mein Untersuchungszimmer schaffen. Das ist für uns alle nicht gut.«
Dr. Russell konsultierte seinen PDA. »Im Fall von Mr. Deak, der an einem Herzinfarkt starb, hätten wir wahrscheinlich versucht, die Arterienverkalkung abzubauen und seine Arterienwände zu stärken, um Risse zu verhindern. Das ist die übliche Behandlungsmethode. Die meisten fünfundsiebzigjährigen Arterien können eine kleine Stärkung vertragen. Wenn Ihr Krebs bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hätte, hätten wir die Tumore so weit herausgeschnitten, dass sie keine unmittelbare Gefahr mehr darstellen und Sie in den nächsten Tagen keine Probleme damit haben.«
»Warum hätten Sie den Krebs nicht behandelt? Das alles klingt, als hätten Sie mich auch vollständig heilen können, wenn Sie wollten.«
»Wir könnten es, aber das wäre nicht notwendig«, sagte Dr. Russell. »In ein paar Tagen werden Sie einer wesentlich gründlicheren Behandlung unterzogen. Wir sorgen nur dafür, dass Sie bis dahin durchhalten.«
»Was meinen Sie überhaupt mit einer ›wesentlich gründlicheren Behandlung‹?«
»Ich meine damit, dass Sie sich anschließend fragen werden, weshalb Sie sich jemals wegen eines kleinen Krebstumors an Ihrem Hoden Sorgen gemacht haben«, erklärte er. »Das können Sie mir glauben. Jetzt müssen wir nur noch eine Kleinigkeit erledigen. Beugen Sie bitte den Kopf vor.«
Ich tat es. Dr. Russell griff nach dem furchterregenden Arm mit der Schale und setzte sie mir genau auf den Schädel. »Es ist wichtig, dass wir in den nächsten Tagen genaue Daten über Ihre Hirnaktivitäten erhalten«, sagte er und trat zurück. »Deshalb werde ich Ihnen ein paar Sensoren in den Kopf implantieren.« Wieder tippte er auf den Bildschirm seines PDA, eine Handlung, die mir immer suspekter wurde. Ich hörte ein saugendes Geräusch, als sich die Schale auf meine Schädeldecke legte.
»Wie werden Sie das machen?«, fragte ich.
»Sie spüren in diesem Moment vermutlich ein leichtes Kribbeln auf Ihrer Kopfhaut und im Nacken«, sagte Dr. Russell, und so war es. »Das sind die Injektoren, die sich in Stellung bringen. Die Sensoren werden durch kleine Nadeln eingeführt. Die Sensoren selbst sind winzig, aber es sind eine ganze Menge. Etwa zwanzigtausend. Keine Sorge, sie sind völlig steril.«
»Wird es wehtun?«, fragte ich.
»Nicht sehr«, sagte er und tippte auf den PDA. Zwanzigtausend Mikrosensoren schossen schlagartig in meinen Schädel. Es fühlte sich an, als würde man mit mehreren Axtstielen gleichzeitig gegen meinen Kopf hämmern.
»Verdammte Scheiße!« Ich wollte nach meinem Kopf greifen, doch meine Hände schlugen nur gegen die Tür des Sarkophags. »Sie Mistkerl!«, brüllte ich Dr. Russell an. »Sie haben gesagt, dass es nicht wehtun würde.«
»Ich sagte ›nicht sehr‹.«
»Nicht so sehr, als würde mir ein Elefant auf dem Kopf herumtrampeln?«
»Nicht so sehr wie das, was Sie spüren werden, wenn sich die Sensoren miteinander verbinden«, sagte Dr. Russell. »Das Gute daran ist, dass der Schmerz aufhört, sobald die Verbindungen hergestellt sind. Jetzt bleiben Sie bitte ganz ruhig. Es wird nur eine Minute dauern.«
Wieder tippte er auf den PDA. Achtzigtausend Nadeln schossen kreuz und quer durch meinen Schädel.
Ich hatte nie zuvor ein so intensives Verlangen verspürt, einem Arzt den Hals umzudrehen.
»Ich weiß nicht«, sagte Harry. »Ich finde, es ist ein interessanter Look.« Er rieb sich den Schädel, der wie bei uns allen mit einem gesprenkelten Grau überzogen war, während zwanzigtausend subkutane Sensoren seine Hirnaktivitäten registrierten.
Die Frühstückstruppe hatte sich zum Mittagessen wieder versammelt. Diesmal wurde sie durch Jesse und ihre Zimmergenossin Maggie vervollständigt. Harry hatte erklärt, dass wir nun offiziell eine Clique bildeten, die er auf den Namen »Alte Scheißer« taufte. Außerdem forderte er, dass wir uns eine Essensschlacht mit dem Nachbartisch lieferten, doch sein Antrag wurde abgelehnt, hauptsächlich aufgrund des Vetos von Thomas, der darauf hinwies, das alle Lebensmittel, die wir durch die Gegend warfen, nicht mehr von uns verspeist werden konnten. Zudem war das Mittagsbüffet noch besser als das Frühstück, auch wenn eine Steigerung kaum vorstellbar war.
»Und es hat noch einen positiven Effekt«, sagte Thomas. »Nach dieser Gehirnoperation heute Vormittag war ich so sauer, dass ich fast den Appetit verloren hätte.«
»Das kann ich mir nicht vorstellen«, sagte Susan.
»Dir scheint entgangen zu sein, dass ich ›fast‹ gesagt habe«, entgegnete Thomas. »Ich hätte wirklich gerne einen von diesen Särgen in meiner Praxis gehabt. Damit hätte ich meine Arbeitszeit um achtzig Prozent reduzieren und viel häufiger Golf spielen können.«
»Ich bin beeindruckt, wie viel dir am Wohl deiner Patienten liegt«, sagte Jesse.
»Ich habe mit den meisten Golf gespielt«, sagte Thomas. »Sie wären genauso begeistert gewesen wie ich. So sehr es mich schmerzt, es zugeben zu müssen, aber dieses Ding hat meinem Arzt zu einer viel genaueren Diagnose verholfen, als sie mir jemals möglich gewesen wäre. Es ist der Traum eines jeden Mediziners. Es hat einen mikroskopisch kleinen Tumor in meiner Bauchspeicheldrüse festgestellt. Zu Hause hätte ich ihn erst diagnostizieren können, wenn er wesentlich größer geworden wäre oder ein Patient mit eindeutigen Symptomen zu mir gekommen wäre. Wurden bei jemandem von euch unerwartete Zipperlein gefunden?«