Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 147 148 149 150 151 152 153 154 155 ... 424
Перейти на страницу:

William. Sein Sohn, in England gezeugt und – soweit es irgendjemand in England wusste, Lord John Grey ausgenommen – mutmaßlich der neunte Graf von Ellesmere. Jamies Worten nach war er vor dem Gesetz offensichtlich der neunte Graf, ganz gleich, ob der achte Graf sein Vater gewesen war oder nicht. Das Gesetz war ganz schön dumm, dachte ich.

»Ich verstehe«, sagte ich langsam. »Also erbt die kleine Namenlose Beardsleys ganzen Besitz, auch nachdem sie entdeckt haben, dass er nicht ihr Vater gewesen sein kann. Das ist ja … beruhigend.«

Sein Blick traf einen Augenblick den meinen, dann senkte er die Augen.

»Aye«, sagte er leise. »Beruhigend.« Möglich, dass ein Hauch von Bitterkeit in seiner Stimme lag, doch wenn es so war, verschwand er spurlos, als Jamie jetzt hustete und sich räusperte.

»Du siehst also«, fuhr er nüchtern fort, »dass sie nicht in Gefahr ist, vernachlässigt zu werden. Ein Waisengericht würde Beardsleys Besitz – inklusive der Ziegen –«, fügte er schwach grinsend hinzu, »an ihren Vormund übergeben, damit er ihn zu ihrem Wohl verwendet.«

»Und zu seinem eigenen«, sagte ich, und plötzlich fiel mir der Blick wieder ein, den Richard Brown mit seinem Bruder gewechselt hatte, als er seiner Frau gesagt hatte, er werde »dafür sorgen, dass sie in gute Hände kommt«. Ich rieb mir die Nasenspitze, die taub geworden war.

»Dann würden die Browns sie also mit Freuden nehmen.«

»Oh, aye«, stimmte er mir zu. »Sie haben Beardsley gekannt; sie wissen genau, was das Baby wert ist. Es wäre sogar eine ziemlich delikate Angelegenheit, es ihnen abzuluchsen – aber wenn du das Kind willst, Sassenach, dann sollst du es haben. Das verspreche ich dir.«

Diese ganze Unterhaltung löste ein sehr seltsames Gefühl bei mir aus. Etwas, das fast an Panik grenzte, als würde ich von einer unsichtbaren Hand auf den Rand eines Abgrundes zugeschoben. Ob es eine gefährliche Klippe war oder nur ein besserer Aussichtspunkt, musste sich noch herausstellen.

In meiner Erinnerung sah ich das weiche, dunkle Seidenhaar des Babys vor mir und die hauchdünnen Ohren, klein und vollkommen wie Muscheln, deren weiche, rosafarbene Spiralen in einen unirdischen Blauton übergingen.

Um etwas Zeit zum Ordnen meiner Gedanken zu gewinnen, fragte ich: »Was meinst du damit, dass es sogar eine ziemlich delikate Angelegenheit wäre, sie den Browns abzuluchsen? Sie haben doch keinen Anspruch auf sie, oder?«

Er schüttelte den Kopf.

»Nein, aber es hat auch keiner von ihnen ihren Vater erschossen.«

»Was – oh.« Das war eine potentielle Falle, die ich gar nicht gesehen hatte; die Möglichkeit, dass man Jamie anklagen könnte, Beardsley umgebracht zu haben, um die Farm und die Waren des Händlers an sich zu bringen, indem er dann die Waise adoptierte. Ich schluckte, und tief in meiner Kehle schmeckte es schwach nach Galle.

»Aber außer uns weiß doch niemand, wie Aaron Beardsley gestorben ist«, führte ich an. Jamie hatte ihnen nur erzählt, dass der Händler einen Schlaganfall erlitten hatte und gestorben war, ohne seine eigene Rolle als erlösender Engel zu erwähnen.

»Außer uns und Mrs. Beardsley«, sagte er mit einem schwachen Unterton der Ironie in der Stimme. »Und wenn sie nun zurückkommt und mich des Mordes an ihrem Mann beschuldigt? Es wäre schwer zu leugnen, wenn ich das Kind hätte.«

Ich enthielt mich der Frage, warum sie so etwas tun sollte; angesichts dessen, was sie bereits getan hatte, war es deutlich genug, dass Fanny Beardsley zu allem im Stande war.

»Sie kommt nicht zurück«, sagte ich. Ganz gleich, welche Unsicherheit ich auch sonst empfand, ich war mir sicher, dass ich zumindest in dieser Beziehung die Wahrheit sagte. Egal wohin Fanny Beardsley gegangen war – oder warum –, ich war mir sicher, dass es für immer war.

»Und selbst wenn sie es täte«, fuhr ich fort und verdrängte das Bild vor meinem inneren Auge – Schnee, der durch einen leeren Wald wehte, und ein eingewickeltes Bündel, das neben dem heruntergebrannten Feuer lag. »Ich bin doch dabei gewesen. Ich könnte sagen, was sich zugetragen hat.«

»Wenn sie dich ließen«, pflichtete Jamie mir bei. »Was sie aber nicht tun würden. Du bist eine verheiratete Frau, Sassenach – du könntest nicht vor Gericht aussagen, nicht einmal dann, wenn du nicht meine Frau wärst.«

Das verschlug mir die Sprache. Da wir in der Wildnis lebten, kam ich selten persönlich in Kontakt mit den empörenden gesetzlichen Ungerechtigkeiten dieser Zeit, doch einige von ihnen waren mir bewusst. Er hatte Recht. Eigentlich hatte ich als verheiratete Frau überhaupt keine Rechte. Fanny Beardsley dagegen ironischerweise schon, da sie jetzt Witwe war. Sie konnte vor Gericht aussagen – wenn sie wollte.

»Ach, verdammt!«, sagte ich herzhaft. Jamie lachte, wenn auch gedämpft, dann hustete er.

Ich prustete und produzierte eine schöne, weiße Dampfexplosion. Einen Augenblick lang wünschte ich, ich wäre ein Drache; es wäre mir ein extremer Genuss gewesen, eine ganze Reihe von Leuten mit Feuer und Schwefel zu bespeien, angefangen mit Fanny Beardsley.

Stattdessen seufzte ich, und mein harmloser, weißer Atem verschwand in der Dunkelheit des Schuppens.

»Dann verstehe ich, was du mit ›delikat‹ meinst«, sagte ich.

»Aye – aber nicht unmöglich.« Er legte seine große, kalte Hand an meine Wange und drehte mein Gesicht zu sich empor. Seine Augen blickten suchend in die meinen, dunkel und konzentriert.

»Wenn du das Kind haben willst, Claire, dann nehme ich es und regele die Folgen.«

Wenn ich es haben wollte. Ich konnte das weiche Gewicht des Kindes spüren, das an meiner Brust schlief. Ich hatte seit Jahren vergessen, wie berauschend die Mutterschaft war, hatte die Erinnerung an die Hochgefühle, die Erschöpfung, die Panik, das Glück verdrängt. Doch die ständige Nähe von Germain, Joan und Jemmy hatte mich wieder lebhaft daran erinnert.

»Eine letzte Frage«, sagte ich. Ich ergriff seine Hand und zog sie an mich, die Finger mit den meinen verschränkt. »Der Vater des Babys war kein Weißer. Was kann das für sie bedeuten?«

Ich wusste, was es in den 1960ern in Boston bedeutet hätte, aber dies war ein ganz anderer Ort, und während die Gesellschaft hier zwar in mancher Hinsicht rigider und weniger aufgeklärt war als in der Zeit, aus der ich gekommen war, war sie seltsamerweise in manch anderem Punkt viel toleranter.

Jamie überlegte sich seine Antwort sorgfältig, und die steifen Finger seiner rechten Hand klopften in einem geräuschlosen Rhythmus sinnierend auf die Oberseite eines Salzfasses.

»Ich glaube, es wird nichts ausmachen«, sagte er schließlich. »Es ist nicht möglich, dass sie versklavt wird. Selbst wenn es sich beweisen ließe, dass ihr Vater ein Sklave war – und dafür gibt es keinerlei Beweise –, nimmt ein Kind den Status seiner Mutter an. Wenn eine freie Frau ein Kind bekommt, ist es frei; wenn eine Sklavin ein Kind bekommt, ist es ein Sklave. Und was diese schreckliche Frau auch immer sein mag, eine Sklavin war sie nicht.«

»Zumindest nicht vor dem Gesetz«, sagte ich und dachte an die Kerben auf dem Türpfosten. »Und abgesehen von der Frage der Sklaverei?«

Er seufzte und richtete sich auf.

»Ich glaube nicht«, sagte er. »Nicht hier. In Charleston, aye, da würde es wahrscheinlich eine Rolle spielen, zumindest in der feineren Gesellschaft. Aber im Hinterland?«

Er zuckte mit den Achseln. Es stimmte; hier in unmittelbarer Nähe der Vertragsgrenze gab es viele Mischlingskinder. Es war alles andere als ungewöhnlich, dass ein Siedler sich eine Cherokeefrau nahm. Kinder, die aus einer Liaison zwischen Schwarzen und Weißen entstanden, sah man im Hinterland seltener, aber im Küstengebiet gab es sie zuhauf. Die meisten von ihnen Sklaven – aber dennoch.

Und die kleine Miss Beardsley würde sich nicht in der ›feinen Gesellschaft‹ bewegen – zumindest nicht, wenn wir sie bei den Browns ließen. Hier würde ihr potentieller Reichtum sehr viel mehr zählen als ihre Hautfarbe. Bei uns konnte es eines Tages anders werden, denn unabhängig von seinem Einkommen – oder dem Mangel an einem solchen – war Jamie ein Mann von Welt – und würde es immer sein.

1 ... 147 148 149 150 151 152 153 154 155 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)