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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Das zerstörte Ideal des Glückes würde sie unter seinen Trümmern begraben haben, oder wenn ihre Kräfte sie nicht verließen, würde sie weitersuchen ... Aber nein, solche Frauen irren sich nicht zweimal. Nach dem Versagen eines solchen Glaubens, einer solchen Liebe ist eine Auferstehung unmöglich.

Stolz war durch sein inhaltreiches, bewegtes Leben hoch beglückt und hütete, schützte und pflegte es eifrig und wachsam. Vom Grunde seiner Seele stieg nur dann Entsetzen auf, wenn er daran dachte, daß Oljga sich am Rande des Abgrundes befunden hatte, daß dieser glücklich erratene Weg, auf dem ihre beiden Existenzen sich vereinigt hatten, hätte verfehlt werden können, daß die Unkenntnis des Lebens den verhängnisvollen Irrtum ungehindert fast erfüllt hätte, daß Oblomow .... Er fuhr zusammen. Wie! ... er sollte sich Oljga in dem ihr von Oblomow zugedachten Leben, von einem Tag zum andern hinvegetierend, als Dorfdame, als Kinderfrau und Hausfrau denken! Alle Fragen, Zweifel, das ganze Fieber des Lebens würde sich auf die wirtschaftlichen Sorgen, auf die Erwartung der Feiertage, der Gäste, der Familienzusammenkünfte, auf Geburten, Taufen, auf die Apathie und den Schlaf des Mannes beschränken! Die Ehe wäre nur eine Form, aber kein Inhalt, ein Mittel, aber kein Ziel; sie würde als breiter, unveränderlicher Rahmen für Besuche, Empfang von Gästen, Diners, Abende und leeres Geschwätz dienen? ... Wie würde sie ein solches Leben ertragen? Zuerst würde sie sich mit dem Suchen und Erraten des Rätsels des Lebens abquälen, weinen und trauern, dann würde sie sich gewöhnen, dick werden, essen, schlafen und abstumpfen ... Nein, es würde anders sein; sie weint, quält sich, welkt dahin und stirbt in den Armen des liebenden, guten, aber kraftlosen Mannes ... Arme Oljga!

Und wenn das Feuer nicht erlosch, das Leben nicht erstarb, wenn die Kräfte standhielten und nach Freiheit verlangten, wenn sie wie ein starkes, in die Ferne blickendes Adlerweibchen, das für einen Augenblick von schwachen Händen gefesselt wurde, die Flügel regt und auf jeden hohen Felsen schwebt, auf dem sie einen noch stärkeren und scharfsichtigeren Adler erblickt hat? ... Armer Ilja!

»Armer Ilja!« sagte Andrej einmal laut, an die Vergangenheit denkend.

Oljga ließ bei diesem Ausruf die Hände mit der Arbeit plötzlich auf die Knie sinken, warf den Kopf zurück und vertiefte sich in ihre Gedanken. Der Name weckte in ihr Erinnerungen.

»Was ist mit ihm?« fragte sie dann. »Könnte man das nicht erfahren?«

Andrej zuckte die Achseln.

»Man könnte meinen«, sagte er, »daß wir zu einer Zeit leben, da es noch keine Post gab und da die Menschen, die nach verschiedenen Gegenden verstreut waren, einander für tot hielten und ohne jedes Lebenszeichen verschwanden.«

»Du solltest wieder einem deiner Freunde schreiben, dann würden wir es wenigstens wissen ...«

»Wir würden nichts anderes erfahren, als wir jetzt wissen. Er lebt, ist gesund und wohnt in derselben Wohnung - das weiß ich auch ohne Freunde. Was aber mit ihm vorgeht, wie er sein Leben erträgt, ob er schon geistig tot ist oder ob in ihm noch ein Funken von Leben glüht - das wird kein Fremder erfahren ...«

»Ach, sprich nicht so, Andrej! Das erschreckt mich und tut mir weh. Ich möchte das gerne wissen, und zugleich fürchte ich mich davor ...«

Sie war nahe daran, zu weinen.

»Wir werden im Frühjahr in Petersburg sein und können uns dann selbst davon überzeugen.«

»Es genügt nicht, das zu erfahren, man muß auch irgend etwas tun ...«

»Habe ich denn nicht alles getan? Habe ich ihn denn nicht zu überreden gesucht, nicht für ihn gearbeitet, nicht seine Angelegenheiten geordnet - und er hat auf all das keinen Ton erwidert! Wenn man ihn sieht, ist er zu allem bereit, sowie man aber fort ist, hat alles ein Ende, und er schläft wieder ein. Man muß mit ihm wie mit einem Säufer umgehen!«

»Warum gehst du denn von ihm fort?« entgegnete Oljga ungeduldig. »Man muß mit ihm energisch vorgehen, ihn in den Wagen setzen und fortführen. Wir übersiedeln ja jetzt auf unser Gut; er wird in der Nähe sein ... nehmen wir ihn mit.«

»Was für Sorgen er uns macht!« sagte Andrej, im Zimmer auf und ab gehend. »Das nimmt kein Ende!«

»Wird dir das lästig?« sagte Oljga. »Das ist mir neu! Ich höre dich zum ersten Male darüber murren.«

»Ich murre nicht«, antwortete Andrej, »sondern ich überlege es mir.«

»Woher kommt denn dieses Überlegen? Du hast dir selbst eingestanden, daß das alles langweilig und lästig ist, ja?«

Sie blickte ihn forschend an. Er schüttelte verneinend den Kopf.

»Nein, es ist nicht lästig, sondern unnütz; das fällt mir manchmal ein.«

»Sprich nicht so!« unterbrach sie ihn. »Sonst werde ich wieder wie vorige Woche den ganzen Tag daran denken und traurig sein. Wenn in dir die Freundschaft zu ihm erloschen ist, mußt du diese Sorge aus Liebe zur Menschheit tragen. Wenn du müde wirst, gehe ich selbst hin und komme ohne ihn nicht zurück; meine Bitten werden ihn rühren; ich fühle, daß ich bitterlich weinen werde, wenn ich ihn leblos und tot sehe! Vielleicht werden die Tränen ...«

»Ihn ins Leben zurückrufen, glaubst du?« fragte Andrej.

»Nein, sie werden ihn nicht zu irgendeiner Tätigkeit antreiben, vielleicht werden sie ihn aber wenigstens dazu bringen, um sich zu schauen und sein Leben mit etwas Besserem zu vertauschen. Er wird nicht mehr in einem Sumpf stecken, sondern mit uns, mit seinesgleichen zusammen sein. Ich habe mich damals nur zu zeigen gebraucht, und er ist in einem Augenblick erwacht und hat sich geschämt ...«

»Vielleicht liebst du ihn noch wie einst?« fragte Andrej scherzend.

»Nein!« sagte Oljga ernsthaft und sinnend, als blicke sie in die Vergangenheit zurück. »Ich liebe ihn nicht wie früher, aber es ist etwas in ihm, was ich liebe, dem ich, wie mir scheint, treu geblieben bin und das ich nicht wie manche andere vergessen werde ...«

»Wer sind denn diese anderen? Sag, du giftige Schlange, beiße, stich. Meinst du mich? Du irrst dich. Und wenn du die Wahrheit wissen willst, werde ich dir sagen, daß ich dich gelehrt habe, ihn zu lieben, und beinahe etwas Schönes angerichtet habe. Ohne mich würdest du an ihm vorübergehen, ohne ihn zu beachten. Ich habe dich aber darauf hingewiesen, daß er nicht weniger Verstand als die anderen besitzt, daß dieser nur verborgen, mit allerlei Unrat verschüttet ist und im Müßiggang schlummert. Willst du, daß ich dir sage, warum er dir teuer ist und warum du ihn liebst?«

Sie nickte bejahend mit dem Kopf.

»Weil er etwas besitzt, das wertvoller als jeder Verstand ist, ein ehrliches, treues Herz! Das ist sein natürlicher Schatz, den er unversehrt durchs Leben getragen hat. Er hat sich von Stößen umwerfen lassen, ist erkaltet und ist endlich vernichtet, enttäuscht, ohne Kraft zu leben eingeschlafen, ohne seine Ehrlichkeit und Treue zu verlieren. Sein Herz hat nie einen falschen Ton von sich gegeben und hat keinen Schmutz in sich aufgenommen. Keine noch so glänzende Lüge wird ihn betören und ihn auf einen falschen Weg locken; wenn um ihn herum ein ganzer Ozean von Schmutz und Bösem wogt, wenn die ganze Welt von Gift erfüllt wird und eine verkehrte Richtung einschlägt, wird Oblomow doch nie den Götzen der Lüge anbeten, und in seiner Seele wird er stets rein und licht ausschauen ... Das ist eine kristallähnliche, durchsichtige Seele; es gibt wenig solche Menschen, sie sind selten, es sind die Perlen der Menge! Sein Herz ist unbestechlich; man kann sich auf ihn stets und überall verlassen. Darum bist du ihm treu geblieben, und darum wird die Sorge um ihn mir nie zur Last fallen. Ich habe viele Menschen mit glänzenden Eigenschaften gekannt, ich bin aber niemals einem reineren, lichteren und einfacheren Herzen begegnet; ich habe viele geliebt, aber niemand so unwandelbar und treu wie Oblomow. Wenn man ihn erkannt hat, kann man ihn nicht mehr zu lieben aufhören. Ist es so? Habe ich's erraten?«

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