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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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In allen übrigen Zimmern war es hell, rein und frisch. Die alten verblaßten Vorhänge waren verschwunden, und die Fenster und Türen des Salons und des Arbeitszimmers waren von blauen und grünen Draperien und Tüllvorhängen mit roten Zacken - alles Agafja Matwejewnas Arbeit - umrahmt. Die Kissen waren weiß wie Schnee und erhoben sich wie ein Berg fast bis zum Plafond; die Decken waren aus gesteppter Seide. Das Zimmer der Hausfrau war im Laufe von einigen Wochen mit aneinandergereihten und auseinandergezogenen Lombertischen gefüllt, auf denen diese Decken und Ilja Iljitschs Schlafrock ausgebreitet lagen. Agafja Matwejewna schnitt alles eigenhändig zu, fütterte es mit Watte und steppte es, indem sie ihre feste Brust an die Arbeit preßte, sie mit den Augen verschlang und sogar mit dem Mund tätig war, wenn sie einen Faden abbeißen wollte; sie arbeitete mit Liebe und mit unermüdlichem Fleiße, sich bescheiden mit dem Gedanken belohnend, daß der Schlafrock und die Decken den teuren Ilja Iljitsch bedecken, wärmen und verwöhnen würden und daß er sich darin behaglich fühlen würde. Er bewunderte, tagelang auf dem Sofa liegend, wie ihre nackten Ellbogen sich, der Nadel und dem Faden folgend, hin und her bewegten. Er schlummerte mehr als einmal wie in Oblomowka beim Zischen des eingefädelten und dem Knistern des abgebissenen Fadens ein.

»Hören Sie doch zu arbeiten auf, Sie werden müde werden«, versuchte er ihrem Eifer Einhalt zu gebieten.

»Gott liebt die Arbeit!« antwortete sie, ohne die Augen und die Hände von der Arbeit zu wenden.

Der Kaffee wird ihm ebenso sorgsam, appetitlich und schmackhaft zubereitet wie anfangs gereicht, als er vor ein paar Jahren in die Wohnung eingezogen war. Suppe mit Gekröse, Makronen mit Parmesan, Fischpasteten, Betensuppe und selbstgezüchtete junge Hühner lösten einander in strenger Reihenfolge ab und brachten in die eintönigen Tage des kleinen Hauses eine angenehme Abwechslung. In die Fenster schienen von früh bis spät freudige Sonnenstrahlen, die eine Hälfte des Tages von der einen und die zweite Hälfte von der anderen Seite, dank der Gemüsegärten von beiden Seiten ganz unbehindert.

Die Kanarienvögel sangen lustig, die Geranien und die manchmal von den Kindern aus dem gräflichen Garten mitgebrachten Hyazinthen strömten in das kleine Zimmer ihren starken Duft aus, der sich auf eine angenehme Weise mit dem Rauche einer echten Havannazigarre und dem Geruch des Zimts oder der Vanille vermengte, welche die Hausfrau, energisch die Ellbogen bewegend, stieß.

Ilja Iljitsch schien sein Leben in einem Goldrahmen zu verbringen, in dem die Phasen des Tages, der Nacht und der Jahreszeiten wie in einem Diorama abwechselten; es gab sonst keine anderen Veränderungen und keine besonderen Vorfälle, die vom Grund des Lebens den ganzen, oft bitteren und trüben Satz hätten aufsteigen lassen. Von dem Augenblick an, da Stolz Oblomowka vom diebischen Schuldbrief des Bruders befreit hatte, und dieser mit Tarantjew für immer verschwunden war, hatte sich auch alles Feindliche aus Ilja Iljitschs Leben entfernt. Ihn umgaben jetzt einfache, gute, liebende Gesichter, die es zum Ziel ihres Daseins machten, sein Leben zu stützen und ihm dazu zu verhelfen, dasselbe nicht zu bemerken und zu fühlen. Agafja Matwejewna stand im Zenit ihrer Existenz; sie lebte und fühlte, daß sie sich auslebte, was sie früher nie getan hatte, sie konnte das aber wie bisher niemals in Worte kleiden, aber das fiel ihr, besser gesagt, auch gar nicht ein. Sie flehte nur Gott an, er möchte Ilja Iljitsch ein langes Leben schenken und ihn mit allem Leid, mit seinem Zorn und mit Not verschonen, und sich, die Kinder und das ganze Haus vertraute sie Gottes Gutdünken an. Aber ihr Gesicht äußerte stets ein und dasselbe Glück, das voll, befriedigt, wunschlos und folglich selten und bei einer jeden anderen Natur unmöglich war. Sie hatte zugenommen; die Brust und die Schultern strahlten gleichfalls Zufriedenheit und Fülle aus, in den Augen leuchteten Sanftheit und nur wirtschaftliche Sorgen. Zu ihr war dieselbe Ruhe und Würde zurückgekehrt, mit denen sie früher über das Haus und die gehorsame Anissja, über Akulina und über den Hausbesorger geherrscht hatte.

Sie geht nicht, sondern schwebt wie früher vom Schrank in die Küche und von der Küche in die Vorratskammer und erteilt langsam und gleichmäßig Befehle mit dem vollen Bewußtsein dessen, was sie tut.

Anissja ist noch flinker als bisher, weil es mehr Arbeit gibt; sie bewegt sich, läuft, arbeitet und sorgt sich um alles auf den Wink der Hausfrau. Ihre Augen sind sogar leuchtender geworden, und die Nase, diese sprechende Nase, eilt immer ihrer ganzen Person voraus, glüht vor Sorgen, vor Gedanken und Absichten und spricht, wenn die Zunge auch schweigt. Beide sind der Würde ihrer Stellung und ihres Amtes angemessen gekleidet. Die Hausfrau hatte sich einen großen Schrank mit einer Reihe von Seidenkleidern, Mänteln und Mantillen angeschafft; sie bestellte ihre Hauben in der Stadt, fast auf der Litejnajastraße, ihre Schuhe stammten nicht mehr von dem Markt, sondern aus einem guten Geschäfte und ihr Hut sogar aus der Morskajastraße! Und Anissja zog, wenn sie mit dem Kochen fertig war, und besonders am Sonntag, ein wollenes Kleid an. Nur Akulina ging noch immer mit dem in den Gürtel gesteckten Kleidersaum herum, und der Hausbesorger konnte sich selbst während der Sommerferien nicht von seinem Schafpelz trennen. Von Sachar ganz zu schweigen. Dieser hatte sich aus dem grauen Frack eine Joppe gemacht, und man konnte nicht bestimmen, welche Farbe seine Beinkleider hatten und woraus seine Krawatte gemacht war. Er putzte die Schuhe, schlief dann, saß am Haustor, die wenigen Passanten stumpf betrachtend, oder begab sich in den Krämerladen und tat alles ebenso, wie er es früher, zuerst in Oblomowka und dann auf der Gorochowajastraße, getan hatte.

Und Oblomow selbst? Oblomow war das vollkommene und natürliche Spiegelbild und die Äußerung des ihn umgebenden Wohlstandes, der Ruhe und ungetrübten Stille. Er entschied, sein Leben betrachtend, darüber sinnend und sich immer mehr hineinversenkend, daß er nirgends mehr hinzugehen und nichts zu suchen hatte, daß sein Ideal vom Leben sich verwirklicht hatte, wenn es auch ohne Poesie und ohne jene Strahlen geschehen war, mit denen seine Phantasie ihm einst das sorglose, herrschaftliche Leben, auf großem Fuße auf dem eigenen Gute, inmitten von Bauern und von Dienstboten, geschmückt hatte. Er sah seine jetzige Existenz für die Fortsetzung des Lebens in Oblomowka an, die nur ein anderes Kolorit des Ortes und teilweise auch der Zeit aufzuweisen hatte. Es war ihm hier, wie früher in Oblomowka, gelungen, im Leben billig fortzukommen und sich bei demselben ungetrübte Ruhe zu erhandeln und zu sichern. Er triumphierte innerlich, weil er den qualvollen, störenden Forderungen und Stürmen entgangen war und sich von dem Horizonte entfernt hatte, unter dem die Blitze großer Freuden flammen und die Schläge großer Schmerzen herabsausen, wo trügerische Hoffnungen und majestätische Glücksphantome schweben, wo an dem Menschen die eigenen Gedanken nagen und wo ihn die Leidenschaft tötet, wo der Geist fällt oder triumphiert, wo der Mensch einen steten Kampf führt und gemartert, aber doch unbefriedigt und ungesättigt den Kampfplatz verläßt. Er hatte den Freuden, die der Kampf bietet, im Geiste entsagt, bevor er sie genossen hatte, und fühlte in seiner Seele nur in dem entlegenen Winkel, der aller Bewegung, allem Kampf und Leben fremd war, Ruhe. Und wenn seine Phantasie zu arbeiten begann, vergessene Erinnerungen und unerfüllte Träume auferstanden, wenn sich in seinem Gewissen Vorwürfe regten, warum er das Leben so und nicht anders verbrachte, schlief er unruhig, erwachte, sprang vom Bett auf und beweinte manchmal mit kalten Tränen der Hoffnungslosigkeit das lichte, für ewig erloschene Lebensideal, wie man einen teuren Toten beweint, mit dem Bewußtsein, für ihn, als er lebte, nicht genug getan zu haben.

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