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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Oljga schwieg, indem sie ihre Augen auf die Arbeit senkte. Andrej vertiefte sich in seine Gedanken.

»Ist denn das noch nicht alles? Was denn noch? Ach! ...« fügte er dann, sich aufrüttelnd lustig hinzu, »ich habe ganz die ›taubenhafte Zärtlichkeit‹ vergessen ...«

Oljga lachte, warf ihre Arbeit fort, lief an Andrej heran, umschlang seinen Hals mit den Armen, blickte ihm ein paar Minuten lang mit ihren strahlenden Augen ins Gesicht, wurde dann nachdenklich und legte den Kopf auf die Schulter ihres Mannes. In ihrer Erinnerung erstand Oblomows sanftes, sinnendes Gesicht, sein zärtlicher Blick, seine Demut und dann sein klägliches, schamerfülltes Lächeln, mit dem er beim Abschied ihren Vorwurf beantwortete ... es wurde ihr so wehmütig ums Herz, und er tat ihr so leid ...

»Du wirst ihn nicht verlassen und vergessen?« sagte sie, ohne ihre Arme vom Halse ihres Mannes loszulösen.

»Niemals! Da müßte sich zwischen uns unerwartet ein Abgrund auftun oder eine Mauer erheben ...«

Sie küßte ihren Mann.

»Wirst du mich zu ihm mitnehmen, wenn wir in Petersburg sind?«

Er schwieg unschlüssig.

»Ja? Ja?« verlangte sie ihm beharrlich eine Antwort ab.

»Höre, Oljga«, sagte er und bestrebte sich, seinen Hals von ihren ihn fesselnden Armen zu befreien, »zuerst muß man ...«

»Nein, sage ja, versprich es mir, ich werde nicht ablassen!«

»Gut«, antwortete er, »aber nicht beim ersten, sondern erst beim zweiten Male; ich weiß, was mit dir sein wird, wenn er ...«

»Sprich nicht davon, sprich nicht!« unterbrach sie ihn.

»Wir beide werden alles zustande bringen; du allein wirst es nicht können und nicht wollen!«

»Gut; du wirst aber vielleicht für lange Zeit verstimmt sein!« sagte er, nicht ganz zufrieden, daß Oljga ihm seine Zustimmung abgenötigt hatte.

»Also, denke daran«, schloß sie, sich auf ihren Platz setzend, »daß du ihn nur dann verlassen wirst, wenn sich zwischen dir und ihm ›ein Abgrund auftut oder eine Mauer erhebt‹. Ich werde diese Worte nicht vergessen.«

Neuntes Kapitel

Friede und Stille ruhen über der ungepflasterten Wiborgskajastraße, über ihren hölzernen Trottoirs, den spärlichen Gärten und den mit Brennesseln überwucherten Rinnsteinen, wo unter dem Zaun irgendeine Ziege mit einem abgerissenen Strick um den Hals fleißig Gras zupft oder stumpf hindämmert, wo um die Mittagsstunde die geckenhaften hohen Absätze eines über das Trottoir gehenden Schreibers vorüberstampfen, sich an dem Fenster ein Tüllvorhang bewegt und zwischen den Geranien eine Beamtenfrau hervorschaut, oder es erscheint plötzlich über dem Gartenzaun für einen Augenblick ein lustiges, frisches Mädchengesicht, um sofort wieder zu verschwinden; gleich darauf taucht ein zweites, ebensolches Gesicht auf und verschwindet auf dieselbe Weise, dann erscheint wieder das erste und wird vom zweiten abgelöst, und es ertönt das Kichern und Lachen der sich schaukelnden Mädchen.

Auch im Hause der Pschenizina ist alles still. Wenn man auf den Hof tritt, stößt man auf eine lebende Idylle: die Hühner und Hähne laufen geschäftig hin und her und verstecken sich in die Winkel; der Hund beginnt an der Kette zu zerren und wütend zu bellen: Akulina hört die Kuh zu melken auf, der Hausmeister hält beim Holzhacken inne, und beide blicken neugierig den Besucher an. »Wen wünschen Sie?« fragt der Hausbesorger und zeigt, wenn er den Namen Ilja Iljitsch oder der Hausfrau vernimmt, schweigend auf den Hauseingang hin und fängt wieder Holz zu hacken an, während der Besucher über den reinen, mit Sand bestreuten Weg zur Stiege geht, deren Stufen mit einem einfachen, reinen Teppich bedeckt sind, und an dem blank geputzten Messinggriff der Klingel zieht, wonach ihm Anissja, die Kinder, manchmal die Hausfrau selbst oder Sachar, dieser aber zu allerletzt, öffnet.

Alles im Hause der Pschenizina wies auf eine Fülle und einen Umfang der Wirtschaft hin, die dort auch zu der Zeit, als Agafja Matwejewna mit ihrem Bruder zusammen wohnte, nicht zu sehen waren. Die Küche, die Vorratskammern und die Kredenz - alles war mit Geschirrbrettern angefüllt, auf denen große und kleine, runde und ovale Platten, Saucieren, Tassen und Berge von Tellern, von gußeisernen, kupfernen und irdenen Töpfen standen. In den Schränken lag das Silber der Hausfrau, das längst eingelöst und nie wieder versetzt wurde, und das von Oblomow. Dann waren dort ganze Reihen von riesengroßen, bauchigen und winzigen Teekannen und ein paar Reihen von einfachen, bemalten, vergoldeten, mit Sprüchen und flammenden Herzen und mit Chinesen verzierten Porzellantassen aufgestellt. Daneben standen Glasbehälter für Kaffee, Zimt, Vanille, Kristallschüsseln, Öl- und Essigflaschen. Außerdem waren ganze Bretter mit Paketen, Flaschen und Schächtelchen mit Hausmitteln, Kräutern, Wasser, Pflastern, Spiritus, Kampfer, mit Pulvern und Räucherkerzen bedeckt; dabei befand sich Seife, Putzmittel für Spitzen und Flecken usw. usw., alles, was man bei jeder sorgsamen Hausfrau in jedem beliebigen Hause in der Provinz vorfindet. Wenn Agafja Matwejewna plötzlich den mit diesen Gegenständen gefüllten Schrank öffnet, kann sie selbst dem Bukett all dieser narkotischen Gerüche nicht widerstehen und wendet im ersten Augenblick das Gesicht zur Seite hin.

In der Vorratskammer hingen an der Decke hin, um vor den Mäusen geschützt zu sein, ganze Schinkenkeulen, Käse, Zuckerhüte, gedörrte Fische, Säcke mit getrockneten Pilzen und mit bei einem Finnen gekauften Nüssen. Auf dem Fußboden standen Kübel mit Butter, große, zugedeckte Töpfe mit Rahm, Körbe mit Eiern und noch tausend andere Sachen! Man müßte über die Feder eines Homer verfügen, um alles, was in den Ecken und auf den Wandbrettern dieser kleinen Arche des häuslichen Lebens versammelt war, genau und voll wiederzugeben. Die Küche war das wahre Palladium der Tätigkeit der großen Hausfrau und ihrer würdigen Stütze Anissja. Alles befand sich im Hause bei der Hand und auf seinem Platz; man könnte sagen, daß überall Ordnung und Reinlichkeit herrschten, wenn es im Hause nicht eine Ecke gegeben hätte, wohin niemals weder ein Lichtstrahl noch ein frischer Lufthauch noch das Auge der Hausfrau noch die flinke, alles reinigende Hand Anissjas drang. Das war Sachars Ecke oder Nest. Seine Kammer besaß kein Fenster, und die ewige Dunkelheit begünstigte das Verwandeln dieser menschlichen Wohnung in eine Höhle. Wenn Sachar dort manchmal die Hausfrau mit irgendwelchen Verbesserungs- und Reinigungsplänen antraf, erklärte er resolut, es sei keine weibliche Beschäftigung, die Bürsten, die Wichse und die Stiefel zu ordnen, es gehe niemand etwas an, weshalb seine Kleider in einem Haufen auf dem Fußboden lagen und sein Bett sich im Staub hinter dem Ofen befand, daß ja er und nicht sie diese Kleider trug und auf diesem Bette schlief. Was aber den Besen, die Bretter, die beiden Ziegelsteine, den Boden eines Fasses und die Holzstücke betraf, die er in seinem Zimmer hatte, könnte er ohne dieselben in der Wirtschaft nicht auskommen; er erklärte aber niemals, wozu er das alles verwendete; außerdem meinte er, daß der Staub und die Spinnen ihn nicht stören, daß er übrigens seine Nase nicht in ihre Küche steckte und folglich auch nicht wünschte, daß sie sich um ihn kümmerten. Als er einmal Anissja bei sich antraf, überschüttete er sie mit solcher Verachtung und bedrohte ihre Brust so ernsthaft mit den Ellbogen, daß sie sich nie mehr zu ihm hineintraute. Als die Angelegenheit der höheren Instanz, Ilja Iljitschs Entscheidung, überlassen wurde, ging dieser hin, um die Sache anzuschauen und diesbezüglich strenge Befehle zu erlassen, nachdem er aber zu Sachar den Kopf hineingesteckt und für einen Augenblick alles, was sich dort befand, in Augenschein genommen hatte, spuckte er nur aus und sagte kein Wort. »Nun, was habt ihr erreicht?« sagte Sachar zu Agafja Matwejewna und zu Anissja, die mit Ilja Iljitsch gekommen waren und durch dessen Verwendung irgendeine Reform zu erreichen hofften. Dann lächelte er auf seine Art, so daß die Brauen und der Backenbart sich seitwärts auseinanderschoben.

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