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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
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Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]

Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:

Seit längerer Zeit wird vom besiedelten Teil der Galaxis aus ein rätselhafter Stern beobachtet: Nicht nur, dass er auf einer engen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße läuft und hoch in den galaktischen Halo aufsteigt, nach jeweils 215 Jahren Dunkelperiode strahlt er auch plötzlich für 35 Jahre hell auf, um sich dann wieder zu verdunkeln. Als man feststellt, dass der einzige Planet, der ihn umkreist, von intelligenten Wesen bewohnt ist, rüsten die Dschöng Ho, eine friedliche Händlerzivilisation, ein Raumschiff aus, um Kontakt zu der fremden Spezies aufzunehmen. Zugleich jedoch startet das Schiff einer skrupellosen Aufsteiger-Zivilisation — Menschenabkömmlinge, die während der Isolation in die Barbarei abgesunken waren und inzwischen wieder zu Hochtechnologie und Raumfahrt fähig sind. Doch sie sind Barbaren geblieben: Sie überrumpeln die Händler, töten etliche von ihnen und versklaven den Rest. Und genau so gedenken sie mit der Bevölkerung des Planeten zu verfahren, um ihr wissenschaftliches Know-how zu erbeuten. Sie gehen in eine orbitale Lauerstellung und warten ab, bis die Sonne erneut in die Lichtphase tritt und die Bewohner in ihren ›Tiefen‹ aus dem Kälteschlaf erwachen. Aber sie ahnen nicht, dass auf dem Planeten auch jemand lebt, der von ihrer Anwesenheit weiß…
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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In vier Tagen beendete Qiwi die Ausgrabungsarbeiten an der Höhle und installierte die Wellen-Servos. Ihr Vater braute weiter oben bereits Boden zusammen. Das Wasser würde zuletzt kommen, doch kommen würde es.

Im Nachhinein wunderte sich Nau, wie sie die ganze Zeit ohne die Orter ausgekommen waren. Ritser Brughel hatte absolut Recht gehabt. Vorher war ihr Sicherheitsdienst in Hammerfest beinahe blind gewesen. Vorher war das Dschöng-Ho-Temp eigentlich für Sicherheitsoperationen der günstigere Ort gewesen. Nau beaufsichtigte Brughel und seine Schnüffler bei einem gründlichen, mehrtägigen Durchkämmen sämtlicher Teile von Hammerfest und dann der Sternenschiffe und der Lagerhaus-Wolke. Er brach sogar mit der Tradition und ließ die Orter hundert Kilosekunden lang im Arsenalbunker bei L1-A laufen. Es war, als leuchte man mit einem Scheinwerfer in dunkle Ecken. Sie fanden und bereinigten Dutzende von Sicherheitsmängeln — und stießen auf keine einzige Spur von Subversion. Alles in allem stärkte die Erfahrung auf wunderbare Weise das Selbstvertrauen, wie wenn man im Haus nach Ungeziefer sucht, keins findet, aber auch sieht, wo man Gift und Barrieren gegen künftigen Befall anbringen muss.

Und jetzt besaß Tomas Nau mehr Wissen über seine eigene Domäne als je ein Hülsenmeister in der Geschichte der Aufsteiger.

Ritsers Schnüffler konnten mit Hilfe der Orter Nau den Aufenthaltsort und Gefühlszustand — sogar den kognitiven Zustand — von jedem in Hammerfest liefern. Nach einer Weile wurde ihm klar, dass es Experimente gab, die er schon längst hätte durchführen sollen.

Ezr Vinh. Vielleicht war mit ihm etwas mehr zu machen. Nau studierte abermals den Lebenslauf des Burschen. Bei der nächsten Besprechung war er bereit. Das war Vinhs Standard-Versammlungszeit. Es waren nur sie beide, doch inzwischen hatte sich der Krämer sehr an den Austausch gewöhnt. Vinh erschien in Naus Büro, um seine Zusammenfassungen für die letzten zehn Tage durchzusprechen, die Fortschritte, die er bei den Blitzkopf-Gruppen in ihrem Verständnis der Spinnenwelt sah.

Tomas ließ den Krämer sein Zeug herunterrasseln. Er hörte zu, nickte, fragte die plausiblen Fragen… und beobachtete die Analyse in seiner Datenbrille. Herrgott. Die Orter in der Luft, auf Vinhs Sessel, sogar auf seiner Haut sendeten Meldungen an die Unsichtbare Hand, wo Programme die Analysen durchführten und die Ergebnisse zurück an Naus Datenbrille schickten, Vinhs Haut färbten und galvanische Reaktion, Hauttemperatur, Schweißabsonderung zeigten. Standardgraphiken rund um das Gesicht zeigten den Puls und andere innere Vorgänge. Ein eingefügtes Fenster gab wieder, was Vinh von seinem Platz auf der anderen Seite des Schreibtisches sah, und stellte jede seiner Augenbewegungen mit roten Spuren dar. Zwei von Brughels Schnüfflern waren für dieses Gespräch eingesetzt, und ihre Analyse war ein rollender Text am oberen Rand von Naus Gesichtsfeld. Subjekt ist auf zehn Prozent des normalen Gesprächsniveaus entspannt. Subjekt ist selbstsicher, aber wachsam, ohne Sympathie für den Hülsenmeister. Subjekt versucht gegenwärtig nicht, explizite Gedankengänge zu unterdrücken.

Es war mehr oder weniger das, was Nau vermutet hätte, doch mit einem Reichtum an beigefügten Einzelheiten, besser als ein gewaltfreies Verhör mit noch so guter Technik, da es für das Subjekt unsichtbar war.

»Die strategische Politik ist also jetzt viel klarer«, schloss Vinh ohne jede Ahnung von der dualen Natur des Gesprächs. »Pedure und die Sinnesgleichen haben einen gewissen Vorsprung bei Raketen und Kernwaffen, aber sie sind bei Datenverarbeitung und Netzwerken merklich hinter dem Einklang zurückgeblieben.«

Nau zuckte die Achseln. »Die Sinnesgleichen sind eine strikte Diktatur. Haben Sie mir nicht erzählt, dass die Tyranneien im Zeitalter der Morgenröte nicht mit Computernetzen zurechtkamen?«

»Ja.« Subjekt unterdrückt wahrscheinliche Empfindung von Ironie. »Das gehört dazu. Wir wissen, dass sie einen Erstschlag einige Zeit nach dem Erlöschen der Sonne planen, das erklärt also ihre überhöhten Militärausgaben. Und auf Seiten des Einklangs ist Scherkaner Unterberg so begeistert von Automatik, dass Pedure nicht Schritt halten kann. Offen gesagt, ich glaube, dass wir auf einen kritischen Punkt zusteuern, Hülsenmeister.« Subjekt meint diese Aussage aufrichtig. »Die Spinnenzivilisation hat das Gesetz der reziprok quadratischen Abhängigkeit erst vor ein paar Generationen entdeckt; entsprechend war ihre Mathematik hinter unserem Zeitalter der Morgenröte im Rückstand. Aber die Sinnesgleichen haben solide Fortschritte bei der Raketentechnik gemacht. Wenn sie auch nur ein Zehntel von Scherkaner Unterbergs Neugier entwickeln, werden sie uns in weniger als zehn Jahren entdecken.«

»Bevor wir ihre Netze vollständig kontrollieren können?«

»Ja, Herr Hülsenmeister.«

Dasselbe hatte Jau Xin wiederholt gesagt, ausgehend von seinen Piloten-Blitzköpfen. Schade. Aber zumindest wurde allmählich klar, wie sich das Ende des Exils gestalten würde… Und vorerst:

Subjekt ist nicht mehr auf der Hut. Nau lächelte im Stillen. Diese Gelegenheit war so gut wie nur irgendeine, um Verwalter Vinh aufzustören. Wer weiß, vielleicht kann ich ihn tatsächlich manipulieren. So oder so würde Vinhs Reaktion interessant sein. Nau lehnte sich in seinem Sessel zurück, tat so, als betrachte er müßig den Bonsai, der über seinem Schreibtisch schwebte. »Ich hatte jahrelang Gelegenheit, die Dschöng Ho zu studieren, Herr Vinh. Ich gebe mich keinen Illusionen hin. Ihresgleichen versteht die verschiedenen Wege der Zivilisation besser als jede sesshafte Gruppe.«

»Ja, Herr Hülsenmeister.« Subjekt noch ruhig, Bemerkung bewirkt aber aufrichtiges Einverständnis.

Nau reckte den Kopf vor. »Sie gehören zur Vinh-Linie; wenn jemand von der Dschöng Ho wirklich die Dinge versteht, sollten Sie es sein. Sehen Sie, einer meiner persönlichen Helden war schon immer Pham Nuwen.«

»Sie… haben das schon früher erwähnt.« Die Worte waren hölzern. In Naus Datenbrille wechselte Vinhs Gesicht die Farbe, Puls und Schweißabsonderung schossen hoch. Irgendwo drüben in der Hand analysierten die Schnüffler und meldeten: Subjekt empfindet erheblichen Zorn auf den Hülsenmeister. »Ehrlich, Herr Vinh, ich versuche nicht, Ihre Traditionen herabzuwürdigen. Sie wissen, dass die Aufsteiger gegen vieles an der Dschöng-Ho-Kultur Vorbehalte haben, aber Pham Nuwen ist etwas anderes. Sehen Sie… ich kenne die Wahrheit über Pham Nuwen.«

Die Diagnostikfarben änderten ihre Schattierung zur Normalität hin, ebenso Vinhs Herzschlag. Seine Pupillengröße und Blickrichtung entsprachen unterdrücktem Zorn. Nau empfand eine vage Unstimmigkeit; er hätte einen Anflug von Furcht aus Vinhs Reaktion gelesen. Vielleicht muss ich von all dieser Automatik etwas lernen. Und jetzt war er unverhohlen verwundert: »Was ist los, Herr Vinh? Lassen Sie uns doch einmal offen sein.« Er lächelte. »Ich werde Ritser nichts erzählen, und Sie werden nicht mit Xin oder Liao klatschen… oder mit meiner Qiwi.«

Da kam der Zornimpuls sehr heftig, auch die Analyse stimmte damit überein. Der Krämer hatte in Bezug auf Qiwi Lisolet einen Knacks weg, auch wenn er es sich selbst nicht eingestehen konnte.

Die Anzeichen des Zorns gingen zurück. Vinh leckte sich die Lippen, eine Geste, die Nervosität sein mochte. Aber die Zeichen am Oberrand von Naus Datenbrille besagten: Subjekt ist neugierig. Vinh sagte: »Es ist nur, dass ich keine Ähnlichkeiten zwischen Pham Nuwens Leben und den Werten der Aufsteiger sehen kann. Gewiss, Pham Nuwen war kein geborener Krämer, aber mehr als jeder andere hat er uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Sehen Sie sich die Dschöng-Ho-Archive an, sein Leben…«

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