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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Da stand sie, auf dem Bahnsteig in Oxford. ›Liebt ich wohl je? Nein, schwör es ab, Gesicht! Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht!‹«[80]

»Der Bahnsteig«, sagte ich nachdenklich. »Du hast sie auf dem Bahnsteig in Oxford getroffen. Das ist doch wunderbar!«

»Wunderbar!« fragte er erbittert. »›Zu spät begann ich dich zu lieben, o Schönheit, ewig alt und immer jung!‹[81] Ich bin mit Miss Mering verlobt.«

»Aber kannst du die Verlobung nicht lösen? Miss Mering wird dich bestimmt nicht heiraten wollen, wenn sie weiß, daß du Maud Peddick liebst.«

»Ich bin nicht frei, irgend jemanden anderen zu lieben. Ich habe meine Liebe an Miss Mering gebunden, als ich ihr mein Wort gab, und Miss Peddick wird eine Liebe ohne Ehre nicht wollen, eine Liebe, die ich bereits einer anderen versprochen habe. Oh, wenn ich doch bloß Miss Peddick an jenem Tag in Oxford getroffen hätte, wie anders wäre…«

»Mr. Henry, Sorrr!« Jane kam auf uns zugeeilt, das Häubchen verrutscht, daß sich ihre roten Haare lösten. »Haben Sie Colonel Mering gesehen?«

O nein, dachte ich. Verity ist auf ihrem Weg die Treppe hoch Mrs. Mering in die Arme gelaufen. »Was ist passiert?« fragte ich.

»Ich muß zuerst Colonel Mering finden«, sagte Jane. »Er hat gesagt, ich soll es dem Colonel zuerst geben, beim Frühstück, aber er war nicht dort, und die Post ist da und alles…«

»Ich sah den Colonel zum Fischteich gehen«, sagte ich. »Ihm was geben? Was ist geschehen?«

»O Sorrr, Mr. Henry. Sie beide gehen am besten ins Haus«, erwiderte Jane gequält. »Sie sind im Wohnzimmer.«

»Wer? Ist Verity da? Was ist geschehen?« fragte ich wieder, aber sie hatte bereits mit wehenden Röcken zu einem Spurt zum Fischteich angesetzt.

»Terence!« sagte ich eindringlich. »Welcher Tag ist heute?«

»Ist das noch wichtig?« fragte Terence. »›Morgen und morgen und dann wieder morgen, kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag, und alle unsre Gestern führten Narr’n den Pfad des stäub’gen Todes!‹[82] Narren!«

»Es ist wichtig!« Ich zerrte ihn auf die Füße hoch. »Das Datum, Menschenskind!«

»Montag«, antwortete er. »Der achtzehnte Juni.«

O Gott, wir waren drei Tage fort gewesen! Ich rannte zum Haus, Cyril mir dicht hinterdrein.

»›Der Fluch hat uns ereilt‹«, zitierte Terence, »›rief das Fräulein von Shalott.‹«

Ich hörte Mrs. Merings Stimme schon, bevor wir an der Eingangstür waren. »Dein Verhalten ist wirklich unentschuldbar, Verity. Ich hätte nie gedacht, daß die Tochter meiner Cousine so selbstsüchtig und gedankenlos handeln würde.«

Sie wußte, daß wir drei Tage fort gewesen waren und die arme Verity nicht! Ich schlitterte den Korridor entlang auf das Wohnzimmer zu, Cyril mir direkt auf den Fersen. Ich mußte Verity informieren, ehe sie den Mund aufmachte.

»Die ganze Krankenpflege mußte ich allein übernehmen!« sagte Mrs. Mering. »Ich bin vollkommen erschöpft. Drei Tage und Nächte in diesem Krankenzimmer und nicht eine einzige Minute zum Ausruhen.«

Meine Hand lag auf dem Türknauf, doch ich hielt inne. Drei Tage und drei Nächte in einem Krankenzimmer? Dann wußte sie vielleicht gar nichts, sondern schimpfte nur mit Verity, weil sie ihr nicht geholfen hatte? Doch wer war krank? Tossie? In jener Nacht, als wir von Coventry heimkamen, hatte sie bleich und fahl ausgesehen.

Ich preßte das Ohr an die Tür und horchte in der Hoffnung, daß das Lauschen diesmal ergebnisreicher sein würde als üblich.

»Du hättest wenigstens anbieten können, für ein paar Minuten bei dem Patienten zu bleiben«, sagte Mrs. Mering.

»Es tut mir so leid, Tante«, erwiderte Verity. »Ich dachte, Sie hätten Angst vor Infektionen.«

Warum bloß konnten die Leute nie sagen, über wen oder was sie sprachen und damit dem Lauscher eine Chance geben? Patient? Infektionen? Nicht sehr aufschlußreich.

»Außerdem dachte ich, er würde darauf bestehen, daß Sie, Tante Malvinia, und Tossie ihn pflegen«, sagte Verity.

Ihn? War Mr. C aufgetaucht und schlagartig erkrankt? Und hatte er sich sofort in seine Pflegerin Tossie verliebt?

»Ich würde Tossie nie im Traum erlauben, das Krankenzimmer zu betreten«, sagte Mrs. Mering. »Sie ist ein so zartes Mädchen.«

Ich sah, wie Terence am Ende des Korridors die Eingangstür öffnete. Es blieb mir nichts anderes übrig — ich mußte ins Wohnzimmer, ob mit oder ohne Informationen. Ich schaute auf Cyril hinunter. Mrs. Mering würde zweifelsohne wissen wollen, was er im Haus suchte. Unter den gegebenen Umständen gab das eine ganz willkommene Abwechslung.

»Tocelyn ist viel zu zart gebaut. Sie eignet sich nicht zur Krankenpflege«, sagte Mrs. Mering gerade. »Und der Anblick ihres armen kranken Vaters würde sie viel zu sehr aufregen.«

Ihres armen kranken Vaters! Also war Colonel Mering der Kranke. Wieso aber ging er dann zum Fischteich? Ich öffnete die Tür.

»Ich dachte, du würdest mehr Anteilnahme für deinen armen Onkel an den Tag legen«, sagte Mrs. Mering. »Ich bin fürchterlich enttäuscht von…«

»Guten Morgen«, sagte ich. Verity schaute mich dankbar an.

»Und wie geht’s Colonel Mering heute morgen?« fragte ich. »Besser, glaube ich. Ich sah ihn gerade draußen.«

»Draußen?« Mrs. Mering preßte die Hände an den Busen. »Er sollte doch auf keinen Fall aufstehen. Er wird sich den Tod holen. Mr. St. Trewes«, sagte sie zu Terence, der gerade hereingekommen war und wie ein armer Sünder neben der Tür stand. »Stimmt das? Ist mein Mann wirklich draußen? Sie müssen ihn sofort holen.«

Pflichtbewußt wandte sich Terence zum Gehen.

»Wo ist Tossie?« fragte Mrs. Mering verdrießlich. »Warum ist sie noch nicht heruntergekommen? Verity, sag Jane, sie soll Tossie holen.«

Terence erschien wieder, gefolgt von Jane und dem Colonel.

»Mesiel!« rief Mrs. Mering. »Was hat das zu bedeuten? Was wolltest du draußen? Du bist todkrank.«

»Mußte zum Fischteich«, sagte der Colonel und räusperte sich. »Nach dem Rechten sehen. Kann doch meine Goldfische nicht einfach unbeaufsichtigt dort draußen lassen, wo diese Katze überall herumlungert. Bin auf dem Rückweg von diesem närrischen Mädchen — kann mir den Namen nicht merken — das Stubenmädchen…«

»Colleen«, erwiderte Verity ohne nachzudenken.

»Jane.« Mrs. Mering warf ihr einen scharfen Blick zu.

»Sagte mir, ich solle auf der Stelle ins Haus kommen«, fuhr Colonel Mering fort. »Stellte sich fürchterlich an. Was soll das alles?«

Er wandte sich Jane zu, die schluckte, einen tiefen, schluchzenden Atemzug von sich gab und dann auf einem Silbertablett ein Briefkuvert präsentierte.

»Die Post, Sorrr«, sagte sie.

»Warum bringt Baine sie nicht?« wollte Mrs. Mering wissen. Sie nahm den Brief vom Präsentierteller. »Sicher von Madame Iritosky«, sagte sie und öffnete das Kuvert. »Die Erklärung, warum sie so plötzlich abreisen mußte.« Sie wandte sich an Jane. »Sagen Sie Baine, er soll zu uns kommen. Und Tossie, daß sie aufstehen soll. Sie wird diesen Brief hören wollen.«

»Ja, Ma’am.« Jane floh aus dem Zimmer.

»Ich hoffe nur, daß sie ihre Adresse beigelegt hat«, meinte Mrs. Mering und entfaltete mehrere dicht beschriebene Blätter, »damit ich ihr schreiben und unsere Erfahrung mit den Geistern in Coventry mitteilen kann.« Sie runzelte die Stirn. »Aber — das ist ja gar nicht von Madame…« Sie brach ab und las schweigend weiter.

»Von wem ist der Brief, meine Liebe?« fragte der Colonel.

»Oh«, sagte Mrs. Mering und wurde ohnmächtig.

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80

Aus: William Shakespeare, Romeo und Julia. Akt I, 5. Szene. — Anm. d. Ü.

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81

Aus Augustinus von Hippo, Bekenntnisse. — Anm. d. Ü.

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82

Aus: William Shakespeare, Macbeth. Akt V, 5. Szene. — Anm. d. Ü.

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