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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Weißt du was?« sagte sie. »Der Butler war’s.«

Als sie es sagte, überfiel mich ein ganz komisches Gefühl, wie eine von Mrs. Merings Vorahnungen oder als ob der Boden sich unter mir plötzlich bewegte, und ich dachte plötzlich an die Demonstranten vor der Kathedrale und an Mertons Fußgängereingang.

»Der Butler war’s.« Und dann noch etwas, etwas Wichtiges. Wer hatte das gesagt? Verity, als sie über Kriminalromane sprach? »Es ist immer derjenige, den man am wenigsten verdächtigt«, hatte sie in jener ersten Nacht in meinem Schlafzimmer gesagt. In den ersten paar hundert Büchern war es der Butler, und danach war das zu offensichtlich, und man mußte zu anderen Personen übergehen, die ebenfalls unverdächtig erschienen, die harmlose alte Dame zum Beispiel oder die treu ergebene Ehefrau des Vikars, aber die Leser kamen dem auch rasch auf die Schliche, und so mußte schließlich der Detektiv selbst der Mörder sein oder gar der Erzähler oder…

Aber da war noch etwas gewesen. Jemand hatte gesagt: »Der Butler war’s.« Aber wer? Niemand von hier. Der Kriminalroman war noch nicht einmal erfunden, wenn man von Der Mondstein absah. Der Mondstein. Tossie hatte etwas darüber gesagt, etwas wie man sich nicht gewahr sein kann, ein Verbrechen begangen zu haben. Und noch etwas anderes. Etwas über sich in Nichts auflösen.

»Und die Nachbarn!« wehklagte Mrs. Mering. »Was wird Mrs. Chattisbourne dazu sagen? Und Reverend Arbitage?«

Eine lange Pause trat ein, während der man nur Mrs. Merings Schluchzen hörte, dann drehte sich Terence zu mir um und sagte: »Begreifst du, was das bedeutet?«

»Oh, Terence, Sie armer, armer Junge!« schluchzte Mrs. Mering. »Fünftausend Pfund pro Jahr hätten Sie bekommen!« Sie ließ sich weinend von Colonel Mering aus dem Zimmer führen.

Wir beobachteten, wie sie die Stufen erklommen. Auf halbem Weg wankte Mrs. Mering in ihres Gatten Arm. »Und wir müssen einen neuen Butler engagieren!« sagte sie aufgelöst. »Wo sollen wir den herbekommen? Ich gebe dir vollkommen die Schuld an allem, Mesiel! Hättest du mich englisches Personal einstellen lassen, anstatt irisches…« Sie konnte vor Schluchzen nicht weitersprechen.

Colonel Mering gab ihr sein Taschentuch. »Na, na, meine Gute«, sagte er. »Nimm’s dir nicht so zu Herzen.«

»Begreifst du, was das bedeutet?« sagte Terence, sobald sie außer Sicht waren. »Ich bin nicht länger verlobt! Ich bin frei und kann Maud heiraten. ›O gloriglicher Tag! Callu, callei!‹«[83]

Cyril begriff eindeutig, was es hieß. Er setzte sich aufmerksam auf und begann mit dem ganzen Körper zu wackeln.

»Es ist dir klar, alter Junge, was?« sagte Terence. »Kein Stall mehr. Aus und vorbei.«

Und keine Babysprache, dachte ich. Und keine Gefechte mit Prinzessin Arjumand.

»Von nun an bist du auf Rosen gebettet«, fuhr Terence fort. »Darfst im Haus schlafen, im Zug mitfahren, gar nicht zu reden von all den leckeren Knochen! Maud liebt Bulldoggen über alles!«

Cyrils Gesicht verklärte ein breites sabberndes Lächeln vollkommener Glückseligkeit.

»Ich muß sofort nach Oxford. Wann geht der nächste Zug? Schade, daß Baine fort ist. Er hätte es gewußt.« Er sprang die Stufen hoch. Oben lehnte er sich über das Geländer und sagte: »Glaubst du, sie vergibt mir?«

»Daß du mit dem falschen Mädchen verlobt warst?« Ich nickte. »Eine Kleinigkeit. Passiert alle Tage. Denk an Romeo. Der war auch davor in eine Rosaline verliebt. Julia hat das offenbar nie gestört.«

»›Liebt ich wohl je?‹« zitierte er, die Hand mit theatralischer Gebärde zu Verity gestreckt. »›Nein, schwör es ab, Gesicht! Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.‹«

Ich schaute auf Verity. Sie blickte, die Hand auf dem Schlußpfosten der Treppe, traurig hinter Terence her.

Morgen wird sie wieder in den 1930ern sein, dachte ich und begriff, was das bedeutete. Zurück, um Detektivromane zu lesen und die Große Depression zu dokumentieren, die wundervollen roten Haare im Pagenschnitt und ihre langen Beine, die ich noch nie gesehen hatte, in Seidenstrümpfen mit Naht. Und ich würde sie nie wiedersehen.

Nein, ich würde sie wahrscheinlich bei der Einweihung sehen. Wenn es mir noch gestattet war, zu kommen. Wenn Lady Schrapnell mich nicht für immer und ewig zu Wohltätigkeitsbasaren verdonnerte, wenn ich ihr sagte, daß des Bischofs Vogeltränke nicht in der Kathedrale gewesen war.

Und falls ich Verity bei der Einweihung sah, was sollte ich zu ihr sagen? Terence brauchte sich nur dafür zu entschuldigen, daß er versehentlich geglaubt hatte, verliebt zu sein. Ich mußte mich dafür entschuldigen, ein derartiger Hemmschuh im Lauf der Dinge gewesen zu sein, daß man mich während des absoluten Höhepunkts in einem Verlies außer Gefecht gesetzt hatte. Nichts, worauf man stolz sein konnte. Genauso gut wie hinter dem Stand mit Galanteriewaren zu stecken.

»Ich werde das alles vermissen«, sagte Verity, den Blick immer noch auf die Treppe gerichtet. »Ich sollte froh sein, daß alles so ein gutes Ende genommen hat und daß das Kontinuum nicht zusammenbricht…« Sie wandte mir ihre wunderbaren Naiadenaugen zu. »Die Inkonsequenz ist doch beseitigt, oder?«

»Es geht ein Zug um neun Uhr dreiundvierzig.« Terence schoß die Treppe hinab, in der einen Hand seinen Hut, in der anderen eine Reisetasche. »Baine hat freundlicherweise einen Fahrplan in meinem Zimmer gelassen. Kommt um elf Uhr zwei in Oxford an. Komm, Cyril, wir werden uns verloben. Wo willst du hin? Cyril!« Er verschwand im Wohnzimmer.

»Ja«, sagte ich zu Verity. »Vollständig beseitigt.«

»Ned, kannst du veranlassen, daß Jabez das Boot zurückbekommt?« Terence erschien wieder mit Cyril. »Und daß mein übriges Gepäck nach Oxford geschickt wird?«

»Natürlich«, sagte ich. »Los, ab mit dir!«

Er schüttelte mir die Hand. »Mach’s gut, Freund, ahoi! Lebwohl, ade! Ich seh dich nächstes Semester.«

»Ich… da bin ich mir nicht sicher«, sagte ich, mir plötzlich bewußt, wie sehr ich ihn vermessen würde. »Mach’s gut, Cyril.« Ich beugte mich hinunter, um seinen Kopf zu tätscheln.

»Unsinn. Du siehst schon viel besser aus, seitdem wir in Muchings End sind. Bis zum Semesterbeginn wirst du vollkommen gesund sein. Wir werden uns prächtig auf dem Fluß amüsieren.« Und fort war er, und der glückliche Cyril ihm hinter drein.

»Ich will, daß sie sofort das Haus verlassen«, tönte Mrs. Merings überreizte Stimme. Wir schauten beide die Treppe hoch. Eine Tür schlug zu. »Kommt gar nicht in Frage!« sagte Mrs. Mering, dann hörte man Gemurmel. »… und sag ihnen…«

Weiteres Gemurmel. »Ich will, daß du sofort nach unten gehst und es ihnen sagst! Sie sind an allem schuld!«

Noch mehr Gemurmel. Dann: »Wenn sie eine ordentliche Anstandsdame gewesen wäre, wäre es niemals…«

Das Schlagen einer Tür schnitt den Rest des Satzes ab, und eine Minute später kam Colonel Mering die Treppe herunter, das Gesicht grämlich. Er schien peinlich berührt.

»Ist für meine arme Frau alles ein bißchen viel gewesen«, sagte er und betrachtete den Teppich. »Die Nerven. Äußerst empfindsam. Ruhe und absolute Erholung ist’s, was sie jetzt braucht. Denke, du fährst am besten zu deiner Tante nach London, Verity, und Sie nach…« Er suchte nach Worten.

»Nach Oxford, Sir«, half ich nach.

»Ah, ja, zu Ihren Studien. Tut mir leid«, sagte er zum Teppich gewandt. »Besorge gern eine Kutsche.«

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Aus: Lewis Carroll, The Jabberwocky. — Anm. d. Ü.

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