Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 126 127 128 129 130 131 132 133 134 ... 421
Перейти на страницу:

Browns Mund begann, sich zu bewegen, doch bevor er etwas sagen konnte, hob Jamie die Hand und gebot ihm zu schweigen.

»Ich bin ihnen mit meinen Männern gefolgt und habe sie getötet«, sagte er im selben ungerührten Ton. »Ich habe Euren Bruder unter ihnen gefunden. Ich habe ihn gefangen genommen, ihm aber nichts angetan.«

Alles holte Luft, und in der Menge hinter uns ertönte beklommenes Gemurmel. Richard Browns Augen fuhren zu dem Bündel auf der Schlepptrage, und sein Gesicht wurde weiß unter dem verkrusteten Bart.

»Ihr–«, krächzte er. »Nelly?«

Das war mein Stichwort. Ich holte tief Luft und trieb Clarence vorwärts.

»Euer Bruder hatte einen Unfall, bevor mein Mann uns gefunden hat«, sagte ich. Meine Stimme war heiser, aber gut verständlich. Ich holte noch tiefer Luft, damit mich jeder hören konnte. »Er hat sich bei einem Sturz schwer verletzt. Wir haben uns seiner Verletzungen angenommen. Doch er ist gestorben.«

Jamie ließ eine Minute fassungslosen Schweigens verstreichen, ehe er fortfuhr.

»Wir haben ihn Euch mitgebracht, damit Ihr ihn begraben könnt.« Er machte eine kleine Handbewegung, und Ian, der vom Pferd gestiegen war, schnitt die Stricke durch, die die Trage hielten. Gemeinsam mit den beiden Cherokee zog er sie vor die Veranda und legte sie auf der zerfurchten Straße ab. Dann kehrten sie wortlos zu ihren Pferden zurück.

Jamie neigte abrupt den Kopf und wendete Gideon. Bird folgte ihm, seelenruhig und tatenlos wie ein Buddha. Ich wusste nicht, ob er genug Englisch verstand, um Jamies Worten zu folgen, doch das spielte keine Rolle. Er verstand seine Rolle und hatte sie perfekt gespielt.

Die Browns mochten ein lohnendes Nebeneinkommen durch Mord, Diebstahl und Sklavenhandel haben, doch ihre Haupteinkünfte verdankten sie den Indianern. Seine Anwesenheit an Jamies Seite bedeutete eine deutliche Warnung, dass den Cherokee der König von England und sein Abgesandter wichtiger waren als der Handel mit den Browns. Falls Jamie oder sein Eigentum erneut durch sie zu Schaden kamen, würde diese profitable Verbindung abreißen.

Ich wusste nicht alles, was Ian zu Bird gesagt hatte, als er ihn bat zu kommen – doch ich hielt es für sehr wahrscheinlich, dass es eine unausgesprochene Übereinkunft gab, dass keine offiziellen Ermittlungen der Krone bezüglich des Schicksals der Gefangenen erfolgen würden, die möglicherweise in Indianerhände gelangt waren.

Dies war schließlich reine Geschäftssache.

Ich trat Clarence fest in die Rippen und nahm meine Position hinter Bird ein. Ich hielt meinen Blick fest auf den Yen gerichtet, der mitten auf seinem Rücken aufglitzerte und an einem scharlachroten Faden in seinem Haar hing. Ich verspürte ein beinahe unkontrollierbares Bedürfnis zurückzublicken und umklammerte die Zügel mit den Händen und bohrte die Fingernägel in meine Handflächen.

War Donner doch tot? Er war nicht unter den Männern in Richard Browns Begleitung; das hatte ich geprüft.

Ich wusste nicht, ob ich mir wünschte, er wäre tot. Das Verlangen, mehr über ihn herauszufinden, war stark – doch das Verlangen, die ganze Sache erledigt zu wissen, jene Nacht auf dem Berg ein für alle Mal hinter mir zu lassen, alle Zeugen der sicheren Stille des Grabes überlassen zu sehen – das war stärker.

Ich hörte, wie sich Ian und die beiden Cherokee hinter uns einreihten, und innerhalb kürzester Zeit war Brownsville nicht mehr zu sehen, obwohl mir der Geruch von Bier und Schornsteinrauch hartnäckig in der Nase hing. Ich trieb Clarence an Jamies Seite; Bird war zurückgefallen, um mit seinen Männern und Ian zusammen zu reiten; sie lachten über irgendetwas.

»Ist es damit vorbei?«, fragte ich. Meine Stimme fühlte sich in der kalten Luft kraftlos an, und ich war mir nicht sicher, ob er mich gehört hatte. Doch das hatte er. Er schüttelte kaum merklich den Kopf.

»So etwas ist nie vorbei«, sagte er leise. »Aber wir leben noch. Und das ist gut.«

Fünfter Teil

Unverhofft kommt oft

Kapitel 35

Laminaria

Nachdem wir heil aus Brownsville zurückgekehrt waren, machte ich mich mit gezielten Schritten daran, wieder zum normalen Alltag überzugehen. Einer dieser Schritte war ein Besuch bei Marsali, die ihre Zuflucht bei den McGillivrays aufgegeben hatte und zurückgekehrt war. Fergus hatte ich ja schon gesehen, und er hatte mir versichert, dass sie sich von ihren Verletzungen erholt hatte und sich gut fühlte – aber ich musste mich selbst davon überzeugen.

Ich sah, dass ihr Hof zwar aufgeräumt war, aber gewisse Zeichen des Verfalls an den Tag legte; ein paar Schindeln waren vom Dach geweht; die Eingangstreppe hing an einer Stelle durch, und das Ölpapier vor dem einzigen Fenster hatte einen Riss, den jemand hastig mit einem Stück Stoff verstopft hatte. Kleinigkeiten, aber Dinge, um die sich jemand kümmern sollte, bevor der Schnee kam – und er würde bald kommen; ich konnte ihn in der Luft spüren, als der leuchtend blaue Himmel des Spätherbstes allmählich in das diesige Grau des nahenden Winters überging.

Niemand eilte mir entgegen, um mich zu begrüßen, doch ich wusste, dass sie zu Hause waren; aus dem Schornstein kamen Rauch und Funken – immerhin schien Fergus in der Lage zu sein, sie mit genug Kaminholz zu versorgen, dachte ich bissig. Ich rief fröhlich »Halloo!« und drückte die Tür auf.

Ich spürte es sofort. Ich traute meinen Gefühlen im Moment nicht sehr weit über den Weg, aber dieses ging mir durch Mark und Bein. Es ist das Gefühl, das man als Arzt hat, wenn man ein Untersuchungszimmer betritt und weiß, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Noch bevor man die erste Frage stellt, bevor man die erste Untersuchung durchführt. Es kommt nicht oft vor, und man wünscht sich, es geschähe nie – doch dann passiert es doch. Man weiß es, und es gibt kein Entrinnen.

Es waren die Kinder, die es mir mehr als alles andere verrieten. Marsali saß am Fenster und nähte, und die beiden Mädchen spielten leise zu ihren Füßen. Germain – untypischerweise nicht im Freien – saß mit schaukelnden Beinen am Tisch und beugte sich stirnrunzelnd über ein zerfleddertes, aber heißgeliebtes Bilderbuch, das Jamie ihm aus Cross Creek mitgebracht hatte. Sie wussten es auch.

Marsali blickte auf, als ich ins Zimmer kam, und ich sah, wie sich ihr Gesicht beim Anblick des meinen erschrocken anspannte.

»Es ist nichts«, sagte ich hastig und schnitt ihren Ausruf ab. »Nur blaue Flecken. Aber wie geht es dir?«

Ich stellte meine Tasche hin und nahm ihr Gesicht in meine Hände, um es sanft zum Licht zu drehen. Sie hatte heftige Prellungen auf der einen Wange und dem Ohr, und auf ihrer Stirn verblasste eine Beule – aber sie hatte keine offenen Wunden, und ihre Augen sahen mich klar und gesund an. Ihre Hautfarbe war gut, keine Gelbsucht, kein schwacher Geruch, der auf Nierenversagen hindeutete.

Ihr geht es gut. Es ist das Baby, dachte ich, und ich ließ meine Hände auf ihren Bauch sinken, ohne zu fragen. Mir war kalt ums Herz, als ich ihren Bauch umfasste und sanft anhob. Ich biss mir vor Überraschung fast auf die Zunge, als mir der Tritt eines winzigen Knies antwortete.

Das gab mir neuen Mut; ich hatte gedacht, das Kind wäre tot. Ein rascher Blick in Marsalis Gesicht dämpfte meine Erleichterung. Sie war hin- und hergerissen zwischen Angst und der Hoffnung, ich würde ihr sagen, dass das, was sie genau wusste, nicht wahr war.

»Hat sich das Baby in den letzten paar Tagen sehr viel bewegt?«, fragte ich um einen ruhigen Tonfall bemüht, während ich mein Stethoskop hervorholte. Ich hatte es mir von einem Zinngießer in Wilmington machen lassen – eine kleine Glocke mit einem flachen Endstück –, primitiv, aber wirksam.

1 ... 126 127 128 129 130 131 132 133 134 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)