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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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Ich drehte mich um, schob sie von mir und versuchte, mich aus dem Wirrwarr aus Röcken zu befreien, und erhob mich stolpernd.

Seine Hand hing schlaff vom Tisch. Ich packte sein Kinn, zog seinen Kopf zurück und drückte meinen Mund mit aller Kraft auf den seinen. Ich blies alle Luft, die ich hatte, in seinen Mund, holte keuchend Luft und blies erneut. Währenddessen suchte ich panisch nach der Spur eines Pulsschlags in seinem Hals.

Er war warm, die Knochen seines Kiefers, seiner Schulter fühlten sich normal an – doch seine Muskeln waren grauenvoll schlaff, und die Lippen unter den meinen wurden obszön flach, wenn ich zudrückte und blies. Irgendwie fielen sie auseinander, so dass ich gezwungen war, heftig zu saugen, um sie zu versiegeln, und dann fest durch die Mundwinkel einatmete, um genug Luft für die Beatmung zu bekommen.

Ich spürte jemanden hinter mir – Mrs. Bug – und trat nach ihr. Sie versuchte, mich an der Schulter zu packen, doch ich entwand mich ihrem Griff, und ihre Finger rutschten ab. Ich drehte mich blitzschnell um, versetzte ihr, so fest ich konnte, einen Fausthieb in den Magen, und sie fiel mit einem lauten Wuff! zu Boden. Ich hatte keine Zeit für sie; ich fuhr herum und warf mich wieder über Brown.

Die Brust unter meiner Hand hob sich ermutigend, wenn ich blies – sank aber abrupt wieder, sobald ich aufhörte. Ich richtete mich auf und hämmerte mit beiden Fäusten fest auf ihn ein. Ich hieb so kräftig auf seine elastischen Bauchmuskeln ein, dass meine Hände blaue Flecken bekamen – und Browns Haut, wenn er noch blaue Flecken hätte bekommen können.

Er konnte es nicht. Ich blies und hieb, blies und hieb, bis mir der Schweiß in Strömen über den Körper lief und an meinen Oberschenkeln klebte, es mir in den Ohren klingelte und es mir schwarz vor den Augen wurde, weil ich hyperventilierte.

Schließlich hörte ich auf. Ich stand heftig keuchend da, das nasse Haar hing mir ins Gesicht, und meine Hände pochten im Rhythmus meines klopfenden Herzens.

Der verfluchte Kerl war tot.

Ich rieb mir die Hände an meiner Schürze, dann wischte ich mir das Gesicht damit ab. Mein Mund war geschwollen und schmeckte nach Blut. Ich spuckte auf den Boden und fühlte mich völlig ruhig; die Luft war von jener merkwürdigen Stille erfüllt, die oft mit einem leisen Tod einhergeht. Im Wald rief ein Zaunkönig, »Teekessel, Teekessel, Teekessel!«.

Ich hörte es leise rascheln und drehte mich um. Mrs. Bug hatte die Bank wieder hingestellt und sich daraufgesetzt. Sie saß vornübergebeugt; die Hände in ihrem Schoß gefaltet, die Stirn über ihrem faltigen runden Gesicht leicht gerunzelt, starrte sie gebannt auf den Toten auf dem Tisch. Browns Hand hing schlaff herunter, die Finger leicht gekrümmt, als hielte er einen Schatten fest.

Das Laken, das über ihm lag, hatte Flecken; das war die Ursache des Nachttopfgeruchs. Dann war er also längst tot gewesen, als ich mit meinen Wiederbelebungsversuchen begonnen hatte.

Eine neue Hitzewelle stieg in mir auf und überzog meine Haut wie heißes Wachs. Ich konnte meinen Schweiß riechen. Ich schloss kurz die Augen, dann öffnete ich sie wieder und wandte mich wieder an Mrs. Bug.

»Warum in aller Welt«, fragte ich im Plauderton, »habt Ihr das bloß getan?«

»Sie hat was getan?« Jamie richtete den Blick zuerst verständnislos auf mich, dann auf Mrs. Bug, die mit gesenktem Kopf am Küchentisch saß und die Hände verschränkt vor sich liegen hatte.

Ohne darauf zu warten, dass ich wiederholte, was ich gesagt hatte, schritt er durch den Flur zum Sprechzimmer. Ich hörte, wie seine Schritte abrupt anhielten. Es folgte eine kurze Stille, dann ein kräftiger gälischer Fluch. Mrs. Bug zog ihre rundlichen Schultern bis über beide Ohren hoch.

Die Schritte kehrten zurück, diesmal langsamer. Er kam herein und trat an den Tisch, an dem sie saß.

»Frau, wie konntest du Hand an einen Mann legen, der unter meiner Obhut stand?«, fragte er ganz leise auf Gälisch.

»Oh, Sir«, flüsterte sie. Sie fürchtete sich davor aufzublicken; sie kauerte unter ihrer Haube, und ihr Gesicht war so gut wie nicht zu sehen. »Es – es war keine Absicht. Wirklich, Sir!«

Jamie sah mich an.

»Sie hat ihn erstickt«, wiederholte ich. »Mit einem Kissen.«

»Ich glaube nicht, dass man so etwas unbeabsichtigt tut«, sagte er mit einem Unterton, an dem man Messer hätte schleifen können. »Was habt Ihr Euch nur dabei gedacht, a boireannach?«

Ihre runden Schultern begannen vor Furcht zu zittern. »O Sir, o Sir! Ich weiß, dass es falsch war – aber … aber es war seine böse Zunge. Solange ich mich um ihn gekümmert habe – er ist zitternd zusammengezuckt, aye, wenn Ihr oder der junge Mann zu ihm gekommen seid, sogar bei Arch – aber bei mir –« Sie schluckte, und die Haut schien auf einmal lose in ihrem Gesicht zu hängen. »Ich bin doch nur eine Frau, bei mir konnte er sagen, was er wollte, und das hat er getan. Er hat mir gedroht und grässlich geflucht. Er hat gesagt – gesagt, sein Bruder würde kommen, er und seine Männer; sie würden uns alle abschlachten und uns die Häuser über dem Kopf anzünden.« Ihre Zähne klapperten beim Sprechen, doch jetzt fand sie den Mut, aufzublicken und Jamie in die Augen zu sehen.

»Ich wusste, dass Ihr das nie zulassen würdet, Sir, und habe mir alle Mühe gegeben, ihn nicht zu beachten. Und wenn mir seine Worte zu nahegingen, habe ich ihm gesagt, dass er lange tot sein würde, bevor sein Bruder erführe, wo er war. Aber dann ist der gemeine Wicht entflohen – und ich habe wirklich keine Ahnung, wie er das gemacht hat, denn ich hätte schwören können, dass er nicht in der Lage war, auch nur aufzustehen, geschweige denn, so weit zu kommen – aber er hat es getan, und er hat Eure Frau um Gnade angefleht, und sie hat sich seiner erbarmt. Ich hätte den alten Verbrecher persönlich weggeschleift, aber sie hat es nicht zugelassen –« An dieser Stelle warf sie mir einen kurzen, vorwurfsvollen Blick zu, richtete ihre Augen jedoch gleich wieder flehend auf Jamie.

»Und sie hat sich um seine Verletzungen gekümmert, großzügig, wie sie ist, Sir – und ich konnte es ihrem Gesicht ansehen, dass ihr klarwurde, dass sie es nicht zulassen würde, dass er umkäme, nachdem sie ihn behandelt hatte. Und er hat es auch gesehen, der Mistkerl, und als sie ins Freie gegangen ist, hat er mich verhöhnt und gesagt, jetzt sei er gerettet; er hätte sie dazu gebracht, ihn zu behandeln, und jetzt würde sie nie zulassen, dass er getötet würde, und sobald er frei wäre, würde er dafür sorgen, dass eine ganze Schar von Männern wie die Rache selbst über uns herfiele, und dann …« Sie schloss die Augen, schwankte kurz und drückte eine Hand an ihre Brust.

»Ich konnte nicht dagegen an, Sir«, sagte sie schlicht. »Ich konnte es einfach nicht.«

Jamie hatte ihr aufmerksam zugehört, seine Miene wie Donner. An diesem Punkt sah er mich scharf an – und las an meinen geschundenen Zügen offensichtlich die Bestätigung ihrer Worte ab. Er presste die Lippen fest zusammen.

»Geht heim«, sagte er zu Mrs. Bug. »Sagt Eurem Mann, was Ihr getan habt, und schickt ihn zu mir.«

Dann machte er auf dem Absatz kehrt und steuerte auf sein Studierzimmer zu. Ohne mich anzusehen, erhob sich Mrs. Bug umständlich und tapste wie eine Blinde davon.

»Du hattest recht. Es tut mir leid.« Ich stand steif in der Tür des Studierzimmers und lehnte mich mit der Hand an den Rahmen.

Jamie saß an seinem Schreibtisch, die Ellbogen aufgestützt, den Kopf in den Händen, doch bei diesen Worten sah er blinzelnd auf.

»Habe ich dir das nicht verboten, Sassenach?«, sagte er mit einem schiefen Lächeln. Dann wanderte sein Blick an mir entlang, und ein Ausdruck der Sorge regte sich in seinem Gesicht.

»Himmel, du siehst aus, als würdest du gleich umfallen, Claire«, sagte er und stand hastig auf. »Komm und setz dich.«

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