Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 125 126 127 128 129 130 131 132 133 ... 298
Перейти на страницу:

Der Wind blies mit voller Kraft, und die Confiance legte sich ins Zeug wie noch nie. So flink, wie sie segelte, hätte man meinen können, sie wüsste um die Gefahr, aus der sie uns rettete.

Voller Stolz auf unser Schiff betrachteten wir dankbar und staunend, wie sie das schäumende Wasser durchpflügte.

Kaum hatte die Besatzung der Sibylle unsere Finte erraten, feuerte sie ihre Geschütze auf uns ab, nahm ihre Boote an Bord und nahm Kurs auf uns, doch wir waren bereits außer Reichweite ihrer Kanonenkugeln.

Die Verfolgungsjagd dauerte bis zum Abend. Als es Nacht geworden war, steuerten wir einen falschen Kurs, und angeschmiert war der Engländer von der Bramstenge bis zum Kiel!«

Und da im späteren Verlauf dieses Berichts, auf dessen pittoreske Sprache wir weitgehend verzichtet haben, um dem Leser das Verständnis zu erleichtern, René nicht versäumt hatte, seinem Gast fleißig nachzuschenken, sei es Rum, sei es Zuckerrohrschnaps, sei es Cognac, ließ Saint-Jean nach seinen letzten Worten den Kopf auf den Tisch sinken, und sein lautes Schnarchen verriet, dass er die Wirklichkeit des Wachseins mit dem launischen Reich des Schlafs vertauscht hatte.

52

Surcouf

René hatte erfahren, dass Surcouf vormittags von acht bis zehn Uhr seine Seeleute rekrutierte.

Folglich legte René um halb acht Uhr seine Kleidung vom Vortag, die über Nacht getrocknet war, wieder an; der Kleidung sah man den langen Weg an, den René gekommen war, und sie eignete sich besser für ein Vorsprechen bei Surcouf als ein ungetragenes Gewand frisch aus der Schneiderwerkstatt.

Um acht Uhr erreichte er die Rue Porcon de la Barbinais, gelangte dann über die Rue de la Boucherie zur Rue de Dinan, an deren Ende unterhalb der Befestigungen und gegenüber dem Stadttor Surcoufs Haus lag, ein großes Gebäude mit Hof und Garten.

Ein Dutzend Seeleute, die sich zeitiger eingefunden hatten als René, wartete im Vorraum; sie wurden einer nach dem anderen in den Nebenraum vorgelassen, und damit es keine Rangeleien gab, hatte ein Matrose neben der Tür des Vorraums Nummern ausgegeben, mit denen die Reihenfolge geregelt wurde.

René bekam eine Nummer und wartete zusammen mit sechs verbliebenen Seemännern; um sich die Zeit zu vertreiben, betrachtete er die Trophäen und Waffen aus aller Herren Länder an den Wänden.

In einem schwarzen Pantherfell aus Java steckten vergiftete malaiische Dolche, Kris geheißen, Pfeile, die in die tödlichsten Gifte getaucht worden waren, und Säbel, mit denen die Haut des Opfers nur geritzt werden muss, um eine tödliche Wunde zu erzielen.

Das Fell eines Löwen aus dem Atlasgebirge trug eine Reihe von Candjiar-Dolchen aus Tunis, von Flissah-Säbeln aus Algier, von Pistolen mit verzierten silbernen Griffen und von halbmondförmig gebogenen Damasszenerklingen.

Das Fell eines Präriebisons zeigte eine Sammlung von Bogen, von Tomahawks, von Skalpiermessern und Gewehren mit gezogenem Lauf.

Das Fell eines bengalischen Tigers präsentierte Dolche mit vergoldeten Klingen und Jadegriffen, damaszierte Dolche mit Elfenbein- und Karneolgriffen, Silberringe und silberne Armreifen.

Die vier Erdteile fanden sich solchermaßen an den vier Wänden dieses Wartezimmers durch ihre Waffen dargestellt.

Während René diese Trophäen mit Interesse musterte und den Blick zur Zimmerdecke hob, wo sich neben einem zwanzig Fuß langen Kaiman eine mindestens doppelt so lange Boa schlängelte, waren weitere Wartende vorgelassen worden, und zehn neue Kandidaten hatten den Vorraum betreten und ihre Nummer erhalten.

Ab und zu waren Schüsse zu hören, denn Surcouf saß an einem Fenster und hatte Pistolen vor sich liegen; einige seiner Offiziere vertrieben sich die Zeit damit, in dem großen Garten auf metallene Zielscheiben zu schießen, an denen die Kugeln ihre Spur hinterließen.

In einem zweiten Raum, der als Rüstkammer diente, erprobten drei oder vier junge Männer, die an Bord des Kaperschiffs vermutlich als Fähnriche zur See oder als Seekadetten dienten, ihre Gewandtheit mit Degen und Säbel.

Obwohl René als einfacher Matrose gekleidet war, erkannte Surcouf auf den ersten Blick, dass er es mit einem Mann aus einer ganz anderen gesellschaftlichen Sphäre zu tun hatte; der entschiedene Gesichtsausdruck des jungen Mannes beeindruckte ihn; mit Kennerblick registrierte er den wohlgestalten Körper und den gepflegten, sorgfältig gestutzten Bart, und gerne hätte er die Hände gesehen, um sein Urteil abzurunden, doch sie waren in Handschuhen verborgen, die zwar alt waren, aber frisch mit Gummi gereinigt, so dass man ihrem Träger zwar nicht unbedingt Luxus attestieren konnte, aber Streben nach Eleganz.

Und als René zwei Schritte vor Surcouf stehen blieb und salutierte, erwiderte dieser den Gruß, indem er seinen Hut lüpfte, was er einem gewöhnlichen Seemann gegenüber nicht getan hätte.

René wiederum hatte Surcouf mit einem einzigen Blick eingeschätzt: Der berühmte Seefahrer war ein Mann von einunddreißig Jahren, mit kurz geschnittenen blonden Haaren, kurz getrimmtem Kinn- und Backenbart, kräftigem Hals und stämmigen Schultern, eher klein als groß und dennoch von wahrscheinlich herkulischer Körperkraft.

»Was wünschen Sie von mir, Monsieur?«, fragte Surcouf mit einer leichten Kopfbewegung.

»Ich weiß, dass Sie in See stechen wollen, und ich würde gerne bei Ihnen anheuern.«

»Doch nicht etwa als einfacher Matrose?«, fragte Surcouf.

»Als einfacher Matrose«, erwiderte René mit einer Verbeugung.

Surcouf betrachtete ihn erneut und noch verwunderter als zuvor. »Erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen«, fuhr Surcouf fort, »dass Sie mir so wenig zum Matrosen geeignet erscheinen wie ein Chorknabe zum Schuhputzer.«

»Das mag sein, Monsieur, aber jedes Gewerbe lässt sich erlernen, sei es noch so hart, wenn man nur fest dazu entschlossen ist.«

»Körperkraft ist für dieses Gewerbe unerlässlich.«

»In Ermangelung der Kraft, Monsieur, kann man mit Geschicklichkeit manches ausrichten. Mir scheint, dass man nicht allzu viel Kraft benötigt, um das große oder kleine Toppsegel zu reffen oder um vom Mastkorb oder den Wanten aus Granaten auf das Deck eines gegnerischen Schiffs zu werfen.«

»In unserem Gewerbe«, sagte Surcouf, »gibt es Tätigkeiten, die ohne Körperkraft nicht zu bewältigen sind. Angenommen, Sie müssten eine Kanone bedienen, würden Sie sich dann zutrauen, eine achtundvierzigpfündige Kanonenkugel zur Kanone zu tragen?«

Und mit dem Fuß stieß er eine solche Kanonenkugel zu René hin.

»Ich glaube«, sagte dieser, »dass mir das ein Leichtes wäre.«

»Versuchen Sie es!«, sagte Surcouf.

René bückte sich, ergriff die Kugel mit einer Hand, als wäre er beim Kegelspiel, und warf sie über Surcoufs Kopf in den Garten.

Die Kugel rollte fast zwanzig Schritte weit, bevor sie liegen blieb.

Surcouf erhob sich, sah hinaus und setzte sich wieder.

»Vortrefflich Monsieur; an Bord der Revenant gibt es, mich eingeschlossen, höchstens fünf oder sechs Mann, die zu dem, was Sie eben taten, befähigt wären. Darf ich Ihre Hand sehen?«

René lächelte, zog seinen Handschuh aus und reichte Surcouf seine zarte und zierliche Hand, die dieser eingehend besah.

»Parbleu! Meine Herren«, rief Surcouf die Offiziere herbei, die sich am anderen Fenster aufhielten, »das müssen Sie sehen!«

1 ... 125 126 127 128 129 130 131 132 133 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)