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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Im Jahr 1466 nahm sich Ludwig XI. die Freibriefe und Abgabenfreiheiten Saint-Malos zum Vorbild und wendete sie auf Paris an, um die Bevölkerung der Stadt zu vermehren, die durch die langen Kriege gegen die »Ligue du Bien public« stark dezimiert war.

1492, fast gleichzeitig mit der Eroberung Amerikas durch Christoph Kolumbus, entdeckten die Bewohner Saint-Malos zusammen mit denen der Städte Dieppe und den Biskayern Neufundland und verschiedene Stellen des Südens von Kanada. Die Basken nennen das Land bacalaos, und daher rührt der Name baccalat, der in Italien, Spanien, Portugal und ganz Südfrankreich den Stockfisch bezeichnet.

1505 hatte Anne von Frankreich, die Tochter Franz II., die als Siebenjährige mit ebenjenem Prinzen von Wales verlobt wurde, der seinen Onkel Gloucester erwürgen ließ, und die zwei Könige Frankreichs nacheinander ehelichen sollte – Karl VIII. und Ludwig XII. -, einen kurzen Auftritt in Saint-Malo. Sie ließ das begonnene Schloss weiterbauen, ohne sich um den Widerstand des Kapitels zu scheren; und um zu zeigen, was sie von diesem Widerstand hielt, ließ sie in die Steine eines Turms dieser Festung mit Blick auf die Stadt folgende Herausforderung einmeißeln: »Scheltet nur! Mein Wille geschieht, weil es mir so gefällt.«

Im selben Jahr, in dem den Bewohnern Saint-Malos ein Rathaus zugestanden wurde, anders gesagt die Freiheit, sich selbst zu regieren, kam Jacques Cartier zur Welt, der künftige Kolumbus Kanadas. Er brachte als Erster den kostbaren Kabeljau nach Saint-Malo, der einen ganzen Handel begründete und einem Drittel Europas Reichtum bescherte.

Von da an findet man Seeleute aus Saint-Malo auf jeder Expedition: Sie folgen Kaiser Karl V. nach Afrika, als er dem König von Tunis seinen Thron zurückgeben will, und sie bewaffnen sich, um den Portugiesen nach Indien zu folgen.

Ein Malouin, Archidiakonus Ébrard, war so kühn, Henry VIII. den Brief zu überbringen, in dem Paul III. die Exkommunikation aussprach, die er über ihn verhängt hatte.

Ein neuer Krieg zwischen Frankreich und England brach 1512 aus und wurde erbittert geführt. Unter Monsieur de Bouillé kämpften die Einwohner Saint-Malos gegen die Engländer auf der Insel Cézembre, machten sie nieder, und die Überlebenden mussten auf ihren Schiffen fliehen.

Franz I. kommt an die Regierung, und mit ihm wird es zum Krieg gegen Spanien kommen; an wen wendet er sich wohl, um die Flotte des Admirals Annebaut zu verstärken? An die Seeleute Saint-Malos, deren Kriegsschiffe er mietet. Verschiedene Kapitäne wollen sich dem Admiral nicht anschließen, doch nur, weil sie bis an das Ende der damaligen Welt auf eigene Rechnung gegen Spanien kämpfen wollen. So kam es, dass ein Teil der Flotte Kaiser Karls V. auf der Rückfahrt von Amerika durch bretonische Schiffe und Schiffe aus Saint-Malo aufgebracht wurde, die sich bis in den Golf von Mexiko vorgewagt hatten.

Heinrich II. folgt seinem Vater auf den Thron und entzweit sich mit Edward VI. Er greift zur Feder und schreibt den Einwohnern Saint-Malos, sie möchten sich so schnell wie möglich mit Schiffen ausrüsten, in See stechen, die Engländer überfallen und ihnen alles nur Erdenkliche antun, wobei er verspricht, dass sie weder von den Prisen etwas abzugeben noch sonstige Abgaben oder Steuern zu gewärtigen hätten.

Der Portugiese Cabral hatte eine neue Handelsroute über den Atlantik eröffnet, den Weg nach Brasilien, und schon bald befuhren die Schiffe der Malouins diese Route.

Auch auf Neufundland machten sie weiterhin gute Geschäfte. Im Jahr 1560 erhielten sie einen Brief Franz’ II., der seinem Vater auf den Thron gefolgt war. In diesem Schreiben untersagte er ihnen, Schiffe zum Fischfang auszusenden, weil man befürchtete, die Kalvinisten könnten auf diesem Weg fliehen; stattdessen wurden sie beauftragt, mit ihren Schiffen an den Küsten zu patrouillieren, um den Kalvinisten den Weg zu versperren, die nach Bekanntwerden des Todesurteils gegen den Prinzen von Condé aus dem Anjou in die Bretagne strömten, um nach England zu fliehen.

Während die katholischen Bewohner Saint-Malos vor der bretonischen Küste kreuzten, um die Hugenotten daran zu hindern, nach England überzusetzen, beteiligten sich die kalvinistischen Bewohner Saint-Malos an der Expedition, die Admiral Coligny unter der Leitung Kapitän Ribauts nach Florida entsandte.

Die Schlacht von Jarnac, die der Herzog von Anjou gewinnt, verschafft Frankreich kurzzeitig Frieden. Karl IX. nutzt diese Ruhepause und besucht die Bretagne. Guillaume de Ruze, Bischof von Saint-Malo, begleitet ihn; es ist das einzige Mal, dass der würdige Prälat den Fuß in seine Bischofsstadt setzt; die Einwohner begrüßen Karl IX. in Festtagskleidung, mit Büchsen bewaffnet und mit einem Spalier aus vierhundert Kindern. Am nächsten Tag, dem Fronleichnamsfest, begibt sich der König in die Kathedrale und nimmt an der Prozession teil. Ab Mittag wird zur Unterhaltung Seiner Majestät ein Seegefecht aufgeführt, woraufhin dieser sich mit all seinen Geschenken über Cancale und Dol auf den Heimweg macht.

Doch das ist noch nicht alles. Im Jahr darauf erfährt Saint-Malo, dass Seine christliche Majestät pekuniär gewaltig in der Klemme steckt. Man lässt sich den Betrag der königlichen Schulden nennen und begleicht sie. Das sind Untertanen, wie es sie heute nicht mehr gibt!

Das Massaker der Bartholomäusnacht nimmt seinen Lauf, doch die Malouins weigern sich, daran teilzunehmen, und in ihrer Stadt wird keinem Hugenotten ein Haar gekrümmt. Als sie aber im Folgejahr Belle-Isle den Engländern und den französischen Hugenotten entreißen wollen, bewaffnen sie sich, rüsten ihre Schiffe auf eigene Kosten aus und verjagen Montgomery um den Preis von sechzig Toten in den eigenen Reihen.

Die Einwohner Saint-Malos wurden zu Ligisten mit der Inbrunst, mit der sie alles taten. Und als sie erfuhren, dass Heinrich III. ermordet worden war und der König Frankreichs Heinrich IV. hieß, nahm die Stadt diese zwei Ereignisse mit finsterem Schweigen auf. Nur Monsieur de Fontaine, der Gouverneur der Festung, war bereit, sich einem ketzerischen König zu unterwerfen. Daraufhin bewaffneten sich die Bewohner der Stadt, verbarrikadierten die Stadttore und gelobten, sich erst zu ergeben, wenn Gott Frankreich einen katholischen König geschenkt haben würde.

Doch sobald Heinrich IV., der erfahren hatte, dass er mangels Geld nicht in die Bretagne kommen und den Herzog von Mercœur bezwingen konnte, von einer Belagerung absah, gelobten die Malouins, den König mit so vielen Kanonen, Pulverfässern, Kanonenkugeln und mit so viel Geld zu unterstützen, wie er verlangen mochte, und sie beteiligten sich mit zwölftausend Talern an den Kosten seines Unternehmens.

Das waren die Männer, die kurz zuvor den Gouverneur der Festung ermordet hatten, weil er gewagt hatte zu sagen, wenn Heinrich IV. die Stadt betreten wolle, werde er ihn im Schloss willkommen heißen, und er werde es schon verstehen, ihm die Tore öffnen zu lassen, was sie als Affront gegen ihre Interessen aufzufassen beliebt hatten.

Doch wie gesagt, kaum hatte Heinrich IV. seine Pläne aufgegeben, wurden sie zu seinen ergebensten Anhängern und entfesselten einen Vernichtungskrieg gegen die Stützpunkte der Ligisten, die sie bis dahin versorgt hatten.

Und Heinrich schrieb ihnen, dass sie die legitimste, ehrlichste und loyalste Schiffahrt betrieben, die man sich nur wünschen könne, und bat Elisabeth I. um Einschreiten gegen die englischen Piraten.

Denn Korsaren darf man nicht mit Piraten verwechseln.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Saint-Malo bereits eine nicht unbedeutende Seemacht.

1601 hatten zwei seiner Schiffe, Le Croissant und Le Corbin, das Kap der Guten Hoffnung umfahren und waren nach Indien gelangt. 1603 stachen drei weitere Schiffe in See, »um Kanada und anliegende Länder zu entdecken und dort Handel zu treiben«. 1607 bemannte der Graf von Choisy, Neffe des Herzogs von Montmorency, beauftragt, eine Expedition einer Flotte aus fünf Schiffen zu leiten, diese Schiffe – L’Archange, Choisy, L’Affection, L’Esprit und L’Ange – in Saint-Malo und rüstete sie dort aus, weil er die Malouins für die besten Seeleute weit und breit hielt.

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