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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Er rückte also wie an ein wärmendes Feuer an sie heran und kam ihr einmal so nahe, daß fast eine Feuersbrunst, jedenfalls aber ein Aufflammen entstand.

Er ging in seinem Zimmer auf und ab und sah, wenn er der Tür zuschritt, daß die Ellbogen sich mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit bewegten.

»Sie sind ewig beschäftigt!« sagte er, bei der Hausfrau eintretend. »Was machen Sie?«

»Ich stoße Zimt«, antwortete sie, in den Mörser wie in einen Abgrund blickend und unbarmherzig mit der Keule stampfend.

»Und wenn ich Sie dabei störe?« fragte er, sie bei den Ellbogen fassend, so daß sie nicht stoßen konnte.

»Lassen Sie mich los! Ich muß noch Zucker stoßen und Wein für den Pudding herausgeben.«

Er hielt sie noch immer an den Ellbogen fest, und sein Gesicht war an ihrem Nacken.

»Sagen Sie, was wäre, wenn ich Sie ... liebhätte?«

Sie lächelte.

»Würden Sie mich wieder lieben?« fragte er weiter.

»Warum denn nicht? Gott hat befohlen, alle zu lieben.«

»Und wenn ich Sie küsse?« flüsterte er, sich zu ihr herabbeugend, so daß sein Atem ihre Wange sengte.

»Jetzt ist ja nicht die Osterwoche!« sagte sie lächelnd.

»So küssen Sie mich doch!«

»Wenn Gott uns Ostern erleben läßt, dann werden wir uns küssen!« sagte sie, ohne verlegen zu werden, sich zu wundern oder zu fürchten, sondern gerade und reglos dastehend wie ein Pferd, dem man das Kumt anzieht. Er küßte sie leicht auf den Hals.

»Geben Sie acht, ich werde den Zimt ausschütten, dann werde ich für Ihre Mehlspeise nichts haben!« bemerkte sie.

»Das macht nichts!« antwortete er.

»Was haben Sie da auf dem Schlafrock, wieder einen Fleck?« fragte sie besorgt. »Ich glaube, es ist Öl!« Sie roch am Fleck. »Woher haben Sie das? Ist es nicht aus dem Öllämpchen auf Sie heruntergetropft?«

»Ich weiß nicht, woher ich das habe.«

»Sie haben gewiß die Tür gestreift?« fiel es Agafja Matwejewna plötzlich ein. »Man hat gestern die Türangeln geschmiert; sie haben immer geknarrt. Ziehen Sie ihn aus und geben Sie ihn mir geschwind her, ich werde den Fleck herausmachen und die Stelle waschen; dann wird morgen nichts mehr zu sehen sein.«

»Gute Agafja Matwejewna!« sagte Oblomow, den Schlafrock träge von den Schultern abwerfend. »Wissen Sie was? Wollen wir aufs Gut fahren und dort leben; dort ist erst die wahre Wirtschaft! Was es dort alles gibt: Pilze, Beeren zum Einsieden, einen Geflügel- und einen Viehhof ...«

»Nein, wozu?« antwortete sie seufzend. »Wir sind hier auf die Welt gekommen, haben das ganze Leben hier verbracht und müssen auch hier sterben.«

Er blickte sie in leichter Aufregung an, aber seine Augen leuchteten nicht und füllten sich nicht mit Tränen; es trieb ihn nicht in die Höhe, zu irgendwelchen Heldentaten. Er hatte nur Lust, sich auf das Sofa zu setzen und die Augen nicht von ihren Ellbogen zu wenden.

Zweites Kapitel

Der Iwantag wurde feierlich begangen. Iwan Matwejewitsch ging am vorhergehenden Tage nicht in die Kanzlei, fuhr wie besessen in der Stadt herum und kam jedesmal mit einem Paket oder einem Korb zurück.

Agafja Matwejewna lebte drei Tage lang von Kaffee, und nur für Ilja Iljitsch wurden drei Gerichte gekocht, während die übrigen von irgendwas und irgendwie lebten.

Anissja legte sich am Tage vorher sogar überhaupt nicht schlafen! Nur Sachar schlief für sie beide und sah alle diese Vorbereitungen nachlässig und mit halber Verachtung an.

»Bei uns in Oblomowka wurde an jedem Feiertag so gekocht«, sagte er den beiden Köchen, die man aus der gräflichen Küche bestellt hatte. »Es gab manchmal fünf Torten, und die Soßen waren nicht zu zählen! Die Herrschaften haben den ganzen Tag daran gegessen und auch noch am nächsten Tag. Und wir haben fünf Tage lang an den Resten genug gehabt. Sowie wir damit fertig waren, sind wieder Gäste gekommen, und dann hat die Sache von vorn angefangen, und hier ist das einmal im Jahre!«

Bei Tische reichte er zuerst Oblomow und war für nichts auf der Welt zu bewegen, einen Herrn mit einem großen Orden auf der Brust zu bedienen.

»Unser Herr ist ein Edelmann«, sprach er stolz, »und wer sind denn diese Gäste!«

Tarantjew, der am Ende des Tisches saß, bekam von ihm entweder gar nichts, oder er legte ihm selbst so viel auf den Teller, als er es für gut hielt. Alle Kollegen Iwan Matwejewitschs, etwa dreißig Personen, waren erschienen. Eine riesengroße Forelle, gefüllte junge Hühner, Wachteln, Gefrorenes und ausgezeichneter Wein, das alles trug in würdiger Weise zur Feierlichkeit des Tages bei. Zum Schlusse umarmten die Gäste einander, lobten den Geschmack des Hausherrn über alles und setzten sich dann an die Kartentische. Muchojarow verneigte sich und dankte, indem er sagte, daß er für das große Glück, die teuren Gäste bewirten zu können, den dritten Teil seines Gehaltes geopfert hätte.

Gegen Morgen fuhren und gingen die Gäste, so gut es ging, fort, und im Hause beruhigte sich alles wieder bis zum Iljatage.

An diesem Tage waren von Fremden nur Iwan Gerassimowitsch und Alexejew, der stumme und bescheidene Gast, der Oblomow einst am Ersten Mai zum Spaziergang eingeladen hatte, zu Besuch. Oblomow wollte Iwan Matwejewitsch noch übertreffen und bestrebte sich, mit der Feinheit und Eleganz der Servierung, die in diesem Winkel unbekannt waren, zu glänzen.

Statt der fetten Fischpiroge erschienen mit Luft gefüllte Pastetchen; vor der Suppe wurden Austern gereicht; dann kamen Hühner in Papillotten, mit Trüffeln, süßes Fleisch, feines Gemüse und englische Suppe. In der Mitte des Tisches prangte eine ungeheure Ananas, von Pfirsichen, Kirschen und Aprikosen umringt. In den Vasen standen frische Blumen. Als man die Suppe in Angriff nahm und Tarantjew über die Pastetchen und den Koch für den dummen Einfall, nichts hineinzugeben, schimpfte, ertönte das verzweifelte Zerren an der Kette und das Bellen des Hundes. Ein Wagen fuhr in den Hof hinein, indem er mit der Deichsel gegen den Zaun stieß, und jemand fragte nach Oblomow. Alle rissen den Mund auf.

»Jemand von den vorjährigen Bekannten hat sich an meinen Namenstag erinnert«, sagte Oblomow. »Ich bin nicht zu Hause, sag, daß ich nicht zu Hause bin!« rief er Sachar flüsternd zu.

Man speiste im Garten in der Laube, Sachar wollte fortstürzen und stieß auf dem Gartenwege mit Stolz zusammen.

»Andrej Iwanowitsch!« krächzte er freudig.

»Andrej!« schrie Oblomow laut auf, stürzte auf ihn zu und umarmte ihn.

»Ich komme gerade zur rechten Zeit, zum Mittagessen!« sagte Stolz. »Gib mir zu essen, ich habe Hunger. Ich habe dich mit Mühe und Not gefunden!«

»Komm, komm, setze dich!« sagte Oblomow eilig, ihm neben sich Platz machend.

Bei Stolz' Erscheinen erhob sich zuerst Tarantjew, stieg rasch über den Zaun und verschwand im Gemüsegarten; ihm folgte Iwan Matwejewitsch, der sich hinter die Laube versteckte und sich dann in sein Giebelzimmer zurückzog. Auch die Hausfrau erhob sich von ihrem Platze.

»Ich störe ...« sagte Stolz aufspringend.

»Wohin denn, warum? Iwan Matwejewitsch! Michej Andreitsch!« rief Oblomow.

Er überredete die Hausfrau, sitzen zu bleiben, aber Iwan Matwejewitsch und Tarantjew ließen sich nicht mehr blicken.

»Woher, wieso, auf lange?« fragte Oblomow.

Stolz war geschäftlich auf zwei Wochen gekommen, begab sich dann aufs Gut, nach Kiew und Gott weiß wohin noch. Stolz sprach bei Tische wenig, aß aber viel; man sah, daß er tatsächlich hungrig war. Die anderen schwiegen erst recht. Nach dem Essen, als alles abgeräumt war, ließ Oblomow Champagner und Selters in die Laube stellen und blieb mit Stolz allein.

Sie schwiegen einige Zeit. Stolz blickte ihn lange und forschend an.

»Nun, Ilja!?« sagte er endlich so streng und fragend, daß Oblomow zu Boden blickte und schwieg.

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