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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Warum oder wofür liebte sie gerade ihn, warum hatte sie ohne zu lieben geheiratet und ihr dreißigstes Lebensjahr erreicht, und warum war es jetzt plötzlich über sie gekommen? Wenn man die Liebe auch ein launisches, unbewußtes Gefühl nennt, das wie eine Krankheit entsteht, hat sie doch wie alles ihre Gesetze und Ursachen. Und wenn diese Gesetze bis jetzt noch wenig erforscht worden sind, ist dieser Umstand dadurch zu erklären, daß ein von der Liebe betroffener Mensch sich nicht in der Verfassung befindet, um mit den Augen des Gelehrten zu beobachten, wie die Empfindung sich in seine Seele schleicht, wie sie die Sinne wie mit Schlaf umfängt, wie zuerst die Augen erblinden, von welchem Momente an der Puls und dann das Herz heftiger zu schlagen beginnen, wie vom gestrigen Tage an plötzlich eine Ergebenheit bis in den Tod und ein Bestreben sich hinzuopfern entsteht, wie das eigene Ich allmählich verschwindet und in ihn oder in sie übergeht, wie ungewöhnlich der Geist sich abstumpft oder wie ungewöhnlich er sich verfeinert, wie der Wille sich dem Willen eines anderen ergibt, wie der Kopf sich senkt und die Knie zittern, wie Tränen und Fieber kommen ...

Agafja Matwejewna hatte früher solche Menschen wie Oblomow selten gesehen, und wenn sie sie auch gesehen hatte, so geschah es doch nur aus der Ferne; sie gefielen ihr vielleicht auch, doch sie lebten in einer anderen Sphäre, die nicht die ihrige war, und sie fand keine Gelegenheit, in ihre Nähe zu kommen. Ilja Iljitsch hatte einen anderen Gang, als ihn ihr verstorbener Mann, der Kollegiensekretär Pschenizin, gehabt hatte, der stets mit kleinen geschäftigen Schritten einhertrottete, er schrieb nicht unaufhörlich Papiere, zitterte nicht vor Furcht, zu spät ins Amt zu kommen, sah einen jeden nicht so an, als bitte er, ihn zu satteln und auf ihm zu reiten, sondern hatte allen gegenüber einen so mutigen, freien Blick, als forderte er, man möchte sich ihm unterwerfen. Sein Gesicht war nicht grob und rötlich, sondern weiß und zart, die Hände erinnerten nicht an diejenigen des Bruders, sie zitterten nicht und waren nicht rot, sondern weiß und klein. Wenn er sich hinsetzt, die Beine übereinanderschlägt und den Kopf mit der Hand stützt, geschieht das alles so frei, so ruhig und schön; er spricht so, wie weder ihr Bruder noch Tarantjew sprechen, und wie auch ihr Mann nicht gesprochen hat; sie versteht sogar vieles davon nicht, er spricht gar nicht so wie die anderen. Er trägt feine Wäsche, wechselt sie jeden Tag, wäscht sich mit duftender Seife, putzt sich die Nägel - seine ganze Person ist so rein und anziehend, er kann sich erlauben, nichts zu tun, und tut auch nichts, er überläßt es anderen, für ihn zu arbeiten; er hat Sachar und noch dreihundert Sachars ... Er ist ein Edelmann, er strahlt und leuchtet! Außerdem ist er so gut! Er hat so weiche Bewegungen, und wenn er die Hand berührt, ist es wie Samt, wenn es aber ihr Mann tat, war es, als schlage er sie. Er blickt und spricht auch so weich, so gütig ... Sie dachte nicht so und war sich dessen nicht bewußt, wenn aber jemand anders den Einfall hätte, den Eindruck, den Oblomows Erscheinen in ihrer Seele hervorrief, aufzufangen und zu erklären, würde er das so und nicht anders beginnen müssen.

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