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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Die Wirtschaft stand im Hause der Pschenizin nicht nur deshalb auf einem so hohen Niveau, weil Agafja Matwejewna eine mustergültige Hausfrau war, und weil das ihr Beruf war, sondern auch weil Iwan Matwejewitsch Muchojarow in gastronomischer Beziehung ein großer Sybarit war. Er war, was seine Kleider und Wäsche betraf, mehr als nachlässig; er trug seine Anzüge viele Jahre und gab für die Anschaffung von neuen Kleidungsstücken nur mit Ärger und Widerwillen Geld aus, behandelte seine Sachen dabei nicht behutsam, sondern warf sie in einem Haufen in die Ecke. Er wechselte die Wäsche wie ein Arbeiter nur am Samstag; aber er ließ sich, was das Essen anbelangte, nichts abgehen. Er hielt sich in dieser Beziehung teilweise an die von ihm selbst während seiner Amtstätigkeit geschaffene Theorie, die lautete: »Man sieht nicht, was im Magen drin ist, und wird keinen Unsinn schwatzen, während eine schwere Uhrkette, ein neuer Frack, helle Stiefel unnötiges Aufsehen hervorrufen.« Infolgedessen erschien auf seinem Tisch der beste Kalbsbraten, bernsteinfarbenes Störfleisch und weiße Haselhühner. Der Bruder ging manchmal selbst auf den Markt und in die Läden und beschnüffelte alles wie ein Jagdhund, brachte unter seinem Rockschoß das beste Poulard, das aufzutreiben war, mit und gab vier Rubel für einen Kapaun aus. Er kaufte auch Wein, schloß ihn ein und holte ihn selbst heraus; aber bei Tische wurde außer einer Flasche Johannisbeerschnaps nichts gesehen; der Wein wurde im Giebelzimmer getrunken. Wenn er mit Tarantjew fischen ging, hielt er immer eine gute Sorte Madeira in seiner Tasche versteckt, und wenn sie in der Kneipe Tee tranken, brachte er seinen eigenen Rum mit.

Das allmähliche Ansammeln von Schlamm, das Hervortreten des Meergrundes und das Verschwinden von Bergen machte sich in allem und unter anderem auch in Anissjas Leben bemerkbar. Die gegenseitige Sympathie Anissjas und der Hausfrau verwandelte sich in ein unzertrennliches Band, in eine einzige Existenz. Als Oblomow das Interesse sah, das die Hausfrau an seinen Angelegenheiten nahm, schlug er ihr einmal im Scherz vor, alle Sorgen um seine Verpflegung auf sich zu nehmen und ihn von allen Scherereien zu erlösen. Ihr Gesicht erstrahlte vor Freude, und sie lächelte sogar ausdrucksvoll. Wie das Feld ihrer Tätigkeit sich vergrößerte! Jetzt sollte sie statt eines Haushaltes zwei oder einen ungeheuer großen haben! Außerdem gewann sie Anissja ganz für sich. Sie sprach diesbezüglich mit dem Bruder, und am nächsten Tag wurde alles aus Oblomows Küche in die Küche der Pschenizin geschleppt, sein Silberzeug und sein Geschirr ging in ihre Kredenz über und Akulina wurde zur Hühnermagd und Gemüsegärtnerin degradiert. Alles wurde jetzt en gros eingekauft; der Zucker, der Tee, die Konserven, die Gurken zum Salzen, die Äpfel zum Einlegen, die Kirschen zum Sieden - alles nahm große Dimensionen an. Agafja Matwejewna wuchs, Anissja regte ihre Hände wie ein Adlerweibchen die Flügel, und das Leben begann wie ein Fluß zu wogen und zu rauschen. Oblomow speiste mit der Familie um drei Uhr, nur der Bruder aß allein, später, meistens in der Küche, weil er sehr spät aus der Kanzlei kam. Den Tee und Kaffee brachte Oblomow nicht mehr Sachar, sondern die Hausfrau selbst. Er konnte abstauben, wenn er Lust hatte; wenn das aber nicht der Fall war, flog Anissja wie der Wind herein, wischte und blies, zum Teil mit der Schürze, zum Teil mit der bloßen Hand und fast mit der Nase alles fort, räumte auf, brachte das Zimmer in Ordnung und verschwand; oder die Hausfrau blickte selbst in Oblomows Zimmer herein, während er im Garten war, schüttelte den Kopf, wenn sie etwas in Unordnung fand, brummte vor sich hin, schüttelte die Kissen wie einen Berg auf, sah sich die Überzüge an, flüsterte sich selbst zu, daß man sie wechseln müßte, tat es, wischte die Fenster ab, schaute hinter die Sofalehne und ging.

Das allmähliche Heben des Meergrundes, das Verschwinden der Berge, das Ansammeln des Schlammes mit der Hinzufügung von leichten vulkanischen Ausbrüchen - das alles machte sich am meisten in Agafja Matwejewnas Schicksal bemerkbar, und niemand, am wenigsten sie selbst, wurde sich dessen bewußt. Das alles äußerte sich nur in den reichhaltigen, unerwarteten und endlosen Folgen.

Warum war sie seit einiger Zeit so aufgeregt? Wenn früher der Braten angebrannt wurde, der Fisch in der Fischsuppe zu lange kochte und man kein Grünzeug in die Suppe gelegt hatte, gab sie Akulina strenge, aber ruhig und würdevoll einen Verweis und vergaß es wieder; wenn aber jetzt etwas Ähnliches vorkam, sprang sie während des Essens auf, lief in die Küche, ließ eine ganze Flut von bitteren Vorwürfen auf Akulina herabsausen und schmollte selbst mit Anissja; am nächsten Tage paßte sie aber selbst auf, ob man das Grünzeug nicht vergessen hatte und ob der Fisch nicht zu lange kochte. Man könnte vielleicht glauben, daß sie in den Augen eines Fremden auf dem Gebiet der Wirtschaft, auf das ihre ganze Eitelkeit und Tätigkeit gerichtet war, als unzuverlässig zu erscheinen fürchtete. Gut. Warum fielen ihr aber früher um acht Uhr abends die Augen zu, und warum legte sie sich um neun schon hin, nachdem sie die Kinder zu Bett gebracht und nachgesehen hatte, ob das Licht in der Küche ausgelöscht war, ob man die Rauchfänge geschlossen hatte und ob alles in Ordnung war - und dann hätte sie bis sechs Uhr früh keine Kanone aufgeweckt? Aber wenn Oblomow jetzt ins Theater fuhr oder sich bei Iwan Gerassimowitsch verspätete und lange nicht zurückkam, konnte sie nicht schlafen, wälzte sich von einer Seite auf die andere, bekreuzte sich, seufzte, schloß die Augen, aber der Schlaf kam nicht über sie! Sowie sie auf der Straße ein Geräusch hörte, hob sie den Kopf, sprang manchmal vom Bett auf, öffnete das Fenster und lauschte, ob das nicht er sei. Wenn ans Tor geklopft wurde, warf sie einen Rock über, lief in die Küche, weckte Sachar und Anissja auf und schickte sie hinaus. Man könnte vielleicht sagen, daß sich darin eine gewissenhafte Hausfrau äußerte, die es nicht haben wollte, daß in ihrem Hause Unordnung herrschte, daß der Zimmerherr in der Nacht draußen warten mußte, bis der betrunkene Hausbesorger ihn hörte und ihm öffnete, und daß sie endlich fürchtete, das anhaltende Klopfen könnte die Kinder aufwecken ... Gut. Aber warum ließ sie niemand in Oblomows Zimmer herein, als er erkrankte, warum bedeckte sie es mit Teppichen und Filz, verhängte die Fenster und geriet trotz ihrer Güte und Sanftheit in Wut, wenn Wanja und Mascha aufschrien oder laut auflachten? Warum saß sie des Nachts, ohne sich auf Sachar und Anissja zu verlassen, an seinem Bett und wandte bis zur Frühmesse kein Auge von ihm, warf dann ihren Mantel um, schrieb mit großen Buchstaben Ilja auf ein Stück Papier, lief in die Kirche hin, wo sie für seine Gesundheit beten ließ, ging dort in eine Ecke, warf sich auf die Knie und blieb lange mit auf den Fußboden geschmiegtem Kopf liegen, dann eilte sie auf den Markt, kehrte angsterfüllt nach Hause zurück, schaute zur Tür herein und fragte Anissja flüsternd: »Nun, wie ist's?« Man wird sagen, daß es nichts als Mitleid und Nächstenliebe, die Hauptelemente des weiblichen Wesens, waren. Gut. Warum magerte sie aber ab und verhielt sich allem gegenüber so gleichgültig? Sie war imstande, Kaffee zu mahlen, ohne zu wissen, was sie tat, oder legte eine solche Menge Zichorie hinein, daß man den Kaffee gar nicht trinken konnte, und schmeckte das gar nicht, als ob sie keine Zunge hätte, als Oblomow während seiner Genesung den ganzen Winter düster blieb, mit ihr kaum sprach, nicht zu ihr hereinschaute, sich nicht dafür interessierte, was sie tat, und mit ihr nicht scherzte und lachte. Wenn Akulina den Fisch zu wenig kochen ließ, wenn der Bruder brummte und vom Tisch fortging, saß sie wie steinern da, als hörte sie nicht. Früher hatte niemand sie nachdenklich gesehen, das kleidete sie auch gar nicht gut; sie war sonst immer in steter Bewegung und Tätigkeit, sie schaute überall hin und sah alles, und jetzt konnte sie mit dem Mörser auf den Knien wie im Schlaf reglos dasitzen und begann dann mit der Mörserkeule so zu klopfen, daß sogar der Hund anschlug und jemanden am Tor vermutete. Sowie Oblomow aber zu sich kam, sowie auf seinem Gesicht wieder ein freundliches Lächeln erschien, sowie er sie wieder freundlich anzublicken begann, zu ihr kam und mit ihr scherzte, nahm sie wieder zu und führte froh und voll Lust ihre Wirtschaft, die jetzt einen leisen individuellen Anstrich gewann. Früher bewegte sie sich den ganzen Tag wie eine gut konstruierte Maschine, genau und gleichmäßig, sie ging mäßig schnell, sprach weder leise noch laut, mahlte Kaffee, hackte Zucker, siebte irgend etwas durch, setzte sich dann an ihre Näharbeit und handhabte die Nadel in genauen Zwischenräumen wie einen Uhrzeiger; dann erhob sie sich langsam, blieb auf halbem Wege in die Küche stehen, öffnete den Schrank, nahm etwas heraus und trug es wie eine Maschine irgendwohin. Aber jetzt, da Ilja Iljitsch zum Mitglied ihrer Familie geworden ist, stößt und siebt sie ganz anders. Sie hat ihre Spitzen fast vergessen. Sie setzt sich ruhig hin und beginnt zu nähen; plötzlich ruft Oblomow Sachar zu, er möchte ihm den Kaffee reichen. Sie ist in einem Satz in der Küche und sieht alles so genau an, als zielte sie irgendwohin, ergreift einen Löffel, sieht sich den Kaffee bei Licht an, um zu erfahren, ob er genug gekocht ist und sich gesetzt hat, gibt acht, daß kein Satz hineinkommt, und überzeugt sich, ob auf dem Rahm keine Haut ist. Wenn sein Lieblingsgericht gekocht wurde, sah sie in die Pfanne hinein, hob den Deckel auf, roch, kostete, ergriff dann selbst die Pfanne und hielt sie über dem Feuer. Wenn sie für ihn Mandeln rieb oder etwas stieß, tat sie es mit solchem Eifer und solcher Anstrengung, daß ihr der Schweiß kam. Ihre ganze Wirtschaft, das Stoßen, das Bügeln, Sieben und Ähnliches gewann für sie einen neuen, lebendigen Sinn: die Ruhe und Bequemlichkeit von Ilja Iljitsch. Früher hatte sie das für ihre Pflicht angesehen, und jetzt war es für sie zum Genuß geworden. Sie begann auf ihre Weise voll und ganz zu leben. Sie wußte aber nicht, was mit ihr vorging, befragte sich niemals darüber, sondern ergab sich bedingungslos, ohne Widerstand oder Begeisterung, ohne Beben, ohne Leidenschaft, ohne vage Ahnungen und Traurigkeit, und ohne daß die Saiten der Nerven berührt wurden, diesem süßen Joch. Es war, als hätte sie plötzlich ihren Glauben gewechselt, und als erfülle sie alle seine Ritualien, ohne darüber zu grübeln, was das für ein Glaube sei, und welche Dogmen er habe, vielmehr, als gehorche sie blind seinen Gesetzen. Das alles hatte sich wie von selbst auf sie herabgesenkt, als wäre sie, ohne zurückzuwanken oder vorauszueilen, unter eine Wolke geraten; die Liebe zu Oblomow war so einfach über sie gekommen, als hätte sie sich erkältet und wäre an einem unheilbaren Fieber erkrankt. Sie selbst ahnte nichts; wenn man es ihr gesagt hätte, wäre es für sie etwas ganz Neues gewesen, sie hätte gelächelt und wäre verlegen geworden. Sie hatte die Pflichten in bezug auf Oblomow schweigend übernommen, vertiefte sich in die Physiognomie jedes Hemdes, zählte die durchgewetzten Fersen seiner Strümpfe, wußte, mit welchem Fuß er vom Bett aufstand, bemerkte, wenn sich auf seinem Auge ein Gerstenkorn bilden wollte, wieviel er von jedem Gericht aß, ob er fröhlich oder traurig war, ob er viel oder wenig schlief, als hätte sie sich ihr ganzes Leben damit abgegeben, und stellte sich nicht die Frage, warum sie es tat, was Oblomow ihr war, warum sie sich so abmühte. Wenn man sie gefragt hätte, ob sie ihn liebte, würde sie wieder lächeln und bejahend antworten, doch sie würde schon damals, als Oblomow erst seit einer Woche bei ihr war, dasselbe geantwortet haben.

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