Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Ich weiß genau das Richtige für dich«, sagte Cery zu Savara. »Ich denke, es wird dir gefallen. Bist du schon einmal auf einem Boot gewesen?«
»Du hast ein Boot?« Sie lächelte. »Aber natürlich hast du eins.«
Ein Bild von acht kostbar gewandeten Männern und Frauen, die von oben beobachtet wurden, blitzte in Dannyls Gedanken auf. Sie alle griffen eine Stelle irgendwo unterhalb von Lord Makin an, dem Magier, der ihnen das Bild schickte.
Dann veränderte sich die Szenerie, und Dannyl sah eine große Gruppe von Männern und Frauen, die mehrere Schritte hinter den Angreifern standen. Sie waren mit einfachen, abgetragenen Gewändern bekleidet, und einige hielten Leinen in Händen, die am Halsband kleiner, Limek-ähnlicher Tiere befestigt waren.
Sind diese Menschen die Sklaven, von denen Akkarin gesprochen hat?, fragte sich Dannyl.
Das Bild verschwamm, dann kamen die Angreifer wieder in Sicht. Sie hatten aufgehört, die Festung zu attackieren, und gingen nun vorsichtig näher heran.
Der Hauptmann sagt, das erste Tor sei zerstört worden. Die Sachakaner rücken in das Fort ein. Wir gehen jetzt nach unten, um uns ihnen entgegenzustellen.
In der Pause, die auf Makins Ruf folgte, brach der Strom von Bildern ab, und Dannyl wurde sich wieder seiner eigenen Umgebung bewusst. Er sah sich im Raum um. Während der letzten Stunde hatte er mit einiger Erheiterung einer Auseinandersetzung zwischen Lord Peakin, dem Oberhaupt der alchemistischen Studien, und Lord Davin gelauscht, dem Magier, der vorgeschlagen hatte, den Ausguck wieder aufzubauen. Jetzt sahen die beiden einander entsetzt an, und ihr Streit war vergessen.
— Wir haben unsere Positionen eingenommen, meldete Makin. Sie greifen jetzt die innere Tür an.
Das nächste Bild zeigte einen dunklen Flur, der von einer steinernen Mauer blockiert wurde. Der Gang vibrierte unter zwei Treffern. Makin und die Krieger neben ihm hielten einen Schild bereit.
Dann explodierte die Wand nach innen. Trümmer hagelten auf den Schild herab, der kurz darauf von einer Staubwolke eingehüllt wurde. Durch den Nebel kamen Angriffe, dann erschütterte eine weitere Explosion den Gang.
— Wir haben die Sachakaner durch den falschen Boden hindurch von hinten angegriffen, erklärte Makin.
Verwirrende Bilder folgten. Lichtblitze erhellten den Staub jenseits des Schilds, gaben aber nichts von den Vorgängen dort preis. Dann erschien ein Schatten in der Staubwolke, und es folgten weitere Angriffe auf den Schild der Krieger. Zwei Magier taumelten, offenkundig erschöpft, rückwärts.
— Zieht euch zurück. Zur Tür.
Die Krieger liefen durch eine Doppeltür aus Metall. Makin ließ die Türen zufallen und benutzte Magie, um sie durch schwere Bolzen zu schließen.
— Erstattet Bericht, befahl Makin.
Ein Wirrwarr von Bildern und Nachrichten folgte.
— Die meisten von uns sind tot… Ich kann fünf… nein, sechs Leichen sehen und…
— Sie sind im Fort! Das Bild einer Tür, die schief in den Angeln hing, flammte in Dannyls Gedanken auf, dann sah er einen Sachakaner durch einen Gang auf sich zukommen.
— Lauft!
— Kommt zurück! Ich sitze in der Falle!
Hände streckten sich durch den Staub. In einer war eine geschwungene Klinge zu sehen. Ein Gefühl überwältigender Panik folgte… Dann nichts mehr.
Die Namen von Kriegern wurden gerufen, als Freunde und Verwandte in der Gilde das Verbot der Gedankenrede ignorierten. Eine verwirrende Vielzahl an Gedankenstimmen folgte.
— Bitte, seid still!, übertönte Balkan den panischen Aufruhr. Ich kann ihnen nicht helfen, wenn ich sie nicht hören kann. Makin?
Das Bild der Metalltüren überlagerte die Botschaften der anderen Magier. Die Türen glühten rot und verströmten Hitze in den Gang. Langsam begannen sie zu schmelzen.
— Zurück, befahl Makin. Hinter die Mauer. Lasst sie ihre Kraft vergeuden.
Die Krieger eilten an einer Mauer vorbei, die den Gang zur Hälfte versperrte, um sich dahinter zu versammeln. Die Mauer setzte sich langsam in Bewegung, schob sich in eine Fuge in der gegenüberliegenden Wand des Korridors und schloss den Durchgang hermetisch ab. Dann hörte man ein dumpfes Geräusch, als der Mechanismus innerhalb der Seitenwände zuschnappte.
Die Magier warteten.
— Wenn sie hier durchkommen, sandte Makin, greifen wir sie mit allem an, was wir noch haben.
Gedankenrufe von anderen Magiern durchbrachen die angespannte Stille des Flurs. Dannyl zuckte zusammen, als die drei letzten zurückgebliebenen Magier einer nach dem anderen getötet wurden.
Dann explodierte ohne Vorwarnung die steinerne Mauer. Die Krieger hatten ihre Schilde sinken lassen, um ihre Kraft zu schonen. Makins Botschaften verebbten, als ihn etwas an der Schläfe traf. Nachdem er jedoch ein wenig Energie benutzt hatte, um sich zu heilen, wurden seine Nachrichten wieder klarer. Er schloss sich den Männern an, die einen Schild hochgerissen hatten, dann sah er, dass zwei der Krieger am Boden lagen.
Der Angriff auf ihren Schild war nicht schwächer als zuvor. Die Krieger taumelten rückwärts, während sie einer nach dem anderen der Erschöpfung erlagen. Ein grauenvolles Gefühl der Ungläubigkeit durchströmte Makin, als seine eigene Kraft sich ihrem Ende näherte. Der Schild zersprang, und zwei weitere Magier fielen unter den feindlichen Zaubern.
— Flieht, rief Balkan. Ihr habt alles getan, was Ihr könnt.
Schemenhafte Gestalten lösten sich aus der Staubwolke. Makin trat beiseite, als der erste Angreifer ihn erreichte. Der Mann bedachte Makin mit einem abschätzigen Blick und ging vorbei.
— Wenn die Wache ihre Befehle ausgeführt hat, sollte die letzte Tür gesichert worden sein, nachdem die erste gefallen ist, sandte Makin.
Der Anführer der Sachakaner blieb vor der Tür stehen. Sechs weitere schritten an Makin vorbei und gesellten sich zu dem ersten. Es bedurfte nur eines einzigen Zaubers, um die Türen aus den Angeln zu reißen. Die Sachakaner traten ins Sonnenlicht hinaus.
»Willkommen in Kyralia«, sagte der Anführer und sah seine Gefährten an. Dann drehte er sich um und betrachtete den Korridor. Sein Blick fiel auf Makin. »Du da. Du sendest also diese Botschaften.«
Eine unsichtbare Macht trieb Makin vorwärts. Dannyl spürte Makins Furcht, dann brachen die Nachrichten des Magiers abrupt ab.
Dannyl blinzelte, als er mit einem Mal wieder seine eigene Umgebung sah. Peakin taumelte zu einem Sessel hinüber und brach darin zusammen.
»Es ist wahr«, keuchte er. »Akkarin hatte Recht.«
Das Knistern von Papier war zu hören. Dannyl wandte sich zu Davin um. Der Magier betrachtete einen zusammengerollten Plan. In der Mitte, wo er ihn in der Hand gehalten hatte, war er vollkommen zerdrückt. Langsam rollte er den Plan auf und strich ihn glatt, bevor er die Rolle wieder zusammenspringen ließ.
Als Dannyl das Glänzen von Tränen in den Augen des Alchemisten sah, wandte er sich ab. Der Mann hatte jahrelang gearbeitet, bis seine Methoden zur Wettervorhersage akzeptiert worden waren. Welchen Sinn hatte es jetzt noch, den Ausguck zu bauen?
Dannyl starrte aus dem Fenster. Novizen und Magier standen allein oder in Gruppen in den Gärten, zu Statuen erstarrt. Nur einige Diener gingen noch umher, offenkundig verwirrt von dem seltsamen Verhalten der Magier.
Dann erreichte ein neues Bild des Forts jene, die die Gabe besaßen, es sehen zu können.
Als Makins Botschaften endeten, stellte Lorlen fest, dass er die ganze Zeit über das Geländer des Balkons umklammert gehalten hatte. Mit hämmerndem Herzen hatte er die letzten Augenblicke des Grauens miterlebt, die der Krieger durchgemacht hatte.