Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Was ist mit der Stadtwache? Kann man die einsetzen?«
Balkan schüttelte den Kopf. »Ich fürchte, man könnte die Wache nur allzu leicht gegen uns wenden.«
Der König runzelte die Stirn. »Wie das?«
»Jeder Nichtmagier mit einem verborgenen magischen Talent ist eine potenzielle Kraftquelle. Deshalb empfehle ich, alle Nichtmagier aus den Kämpfen herauszuhalten.«
»Vielleicht sollte ich die Wache aus Imardin abziehen.«
Balkan dachte kurz nach, dann nickte er. »Falls das möglich ist.«
Der König lachte auf. »Sobald sich die Neuigkeit verbreitet hat, dass sachakanische schwarze Magier einen Angriff auf Imardin planen, wird sich die Stadt von selbst leeren, auch ohne mein Zutun. Ich werde die Wache verpflichten, für Ordnung zu sorgen und sicherzustellen, dass auf jedem Schiff, das den Hafen verlässt, eine vernünftige Anzahl von Flüchtlingen untergebracht wird, und dann werde ich sie wegschicken. Habt Ihr noch weitere Empfehlungen?«
Balkan schüttelte den Kopf.
»Bleibt noch. Ich möchte, dass Ihr mit der Wache über die Befestigungsmaßnahmen sprecht.« Der König wandte sich zu Lorlen um. »Administrator. Kehrt in die Gilde zurück und veranlasst alles Notwendige für die Wahl eines schwarzen Magiers. Je früher er oder sie anfängt, desto besser werden wir vorbereitet sein.«
»Ja, Euer Majestät.«
Lorlen erhob sich und kniete nieder, dann verließ er den Raum.
»Was werdet Ihr jetzt tun?«
Rothen sah Raven an. Der Gesichtsausdruck des Spions war grimmig.
»Ich weiß es nicht«, gestand Rothen. »Fest steht, dass ich jetzt nicht mehr nach Sachaka zu reisen brauche.«
»Aber die Frage, ob es die Ichani wirklich gibt, war nicht der einzige Grund für Eure Reise. Ihr könntet immer noch nach Sonea suchen.«
»Ja.« Rothen blickte nach Nordosten. »Aber die Gilde… Kyralia… Sie werden jeden Magier brauchen, um gegen diese Sachakaner zu kämpfen. Sonea… Sonea könnte meine Hilfe benötigen, aber wenn ich ihr helfe, wird das Kyralia nicht retten.«
Raven betrachtete Rothen mit erwartungsvollem Schweigen. Rothen verspürte einen Schmerz in der Brust, als würde sein Herz in zwei verschiedene Richtungen gezogen.
Die Ichani existieren, dachte er. Akkarin hat nicht gelogen. Sonea ist nicht getäuscht worden. Dann überflutete ihn eine Welle der Erleichterung, als ihm bewusst wurde, dass Sonea gute Gründe für ihre Entscheidungen gehabt hatte.
Sonea ist in Sachaka. Die Ichani sind hier. Für den Augenblick wird sie vielleicht in Sicherheit sein. Wenn ich der Gilde helfe, wird sie möglicherweise noch ein Zuhause haben, in das sie zurückkehren kann.
»Ich bleibe«, sagte er laut. »Ich werde nach Imardin zurückkehren.«
Raven nickte. »In Calia können wir den Karren und unsere Handelswaren gegen zwei frische Pferde eintauschen – falls die Verstärkungstruppen nicht alle Pferde beschlagnahmen.«
Die Verstärkungstruppen. Lord Yikmo und die anderen konnten das Fort noch nicht erreicht haben. Wahrscheinlich würden sie jetzt nach Imardin zurückkehren, um sich dem Rest der Gilde anzuschließen.
»Wir können ebenso gut warten und dann mit Lord Yikmos Leuten zurückreiten«, sagte Rothen.
Der Spion nickte. »In dem Fall werden wir uns hier trennen. Es war mir eine Ehre, mit Euch zusammenzuarbeiten, Lord Rothen.«
Rothen brachte ein schwaches Lächeln zustande. »Und mir haben Eure Gesellschaft und Eure Lektionen großes Vergnügen bereitet, Raven.«
Der Spion schnaubte zur Antwort auf Rothens Bemerkung. »Ihr seid ein guter Lügner, Lord Rothen.« Dann zuckte er die Achseln. »Aber andererseits habe ich Euch ausgebildet. Ein Jammer, dass diese Lektionen keine praktische Anwendung finden werden. Jetzt müsst Ihr jedoch tun, wozu man Euch in der Gilde ausgebildet hat.« Er sah Rothen an. »Ihr müsst Kyralia verteidigen.«
Als die winzige Hütte zwischen den Bäumen auftauchte, vermutete Sonea, dass es sich um einen weiteren Bauernkotten handelte, aber dann wichen sie vom Weg ab und Dorrien zeigte voller Stolz auf das kleine Gebäude.
»Mein Zuhause.«
Vor dem Haus zügelte er sein Pferd. Die anderen Reiter sahen nervös zu, während Akkarin und Sonea absaßen. Sonea führte ihr Pferd zu einem der Männer.
»Danke für die Leihgabe«, sagte sie.
Bevor er die Zügel entgegennahm, warf er ihr noch einen argwöhnischen Blick zu. Während sie zu Akkarin zurückkehrte, bedankte Dorrien sich bei den Männern und schickte sie fort.
»Sie sind beunruhigt«, sagte Dorrien, als er sich wieder zu ihnen gesellte. »Im einen Moment eskortiere ich Euch aus dem Land, im nächsten liegt ein toter Sachakaner auf der Straße und ich habe meine Meinung über euch beide geändert.«
»Was habt Ihr ihnen erzählt?«, fragte Akkarin.
»Dass wir angegriffen wurden und Ihr uns gerettet habt. Dass ich zu dem Schluss gekommen sei, Ihr hättet als Gegenleistung ein Bett für die Nacht und eine warme Mahlzeit verdient, und dass ich ihnen dankbar wäre, wenn sie das für sich behielten.«
»Werden sie das tun?«
»Sie sind keine Narren. Sie wissen, dass etwas Wichtiges im Schwange ist, selbst wenn sie die Einzelheiten nicht kennen. Aber sie werden tun, worum ich sie gebeten habe.«
Akkarin nickte. »Wir stehen in ihrer Schuld. Wenn sie die Pferde nicht eingefangen hätten und zu uns zurückgekehrt wären, wären wir noch immer unterwegs. Das hat einigen Mut gekostet.«
Dorrien nickte. »Geht schon einmal hinein. Die Tür ist nicht verschlossen. Wenn Ihr Hunger habt, findet Ihr im Haus etwas frisches Brot und einen Topf mit Suppe von gestern. Ich komme nach, sobald ich mein Pferd versorgt habe.«
Sonea folgte Akkarin durch die Tür des Kottens. Sie kamen in einen Raum, der genauso breit war wie das Gebäude selbst. An einer Seite standen eine Bank und mehrere Regale. Die Körbe mit Obst und Gemüse und die Kochtöpfe, die Sonea dort sah, legten die Vermutung nahe, dass Dorrien dort seine Mahlzeiten zubereitete. Davon abgesehen standen ein großer, niedriger Tisch und mehrere Holzstühle in dem Raum. Entlang der Wände zogen sich Regale, die bis zum letzten Platz angefüllt waren mit Krügen, Flaschen, Schachteln und Büchern.
Zwei Türen führten zu den anderen Räumen. Eine stand offen und gab den Blick auf ein ungemachtes Bett frei.
Als Akkarin in den Küchenbereich trat, setzte Sonea sich auf einen der Stühle und sah sich um. Es ist so unordentlich hier, dachte sie. Ganz anders als in Rothens Quartier.
Eine seltsame Ruhe überkam sie. Die Bilder, die Makin aus dem Fort gesandt hatte, hatten sie mit Grauen erfüllt, aber jetzt, einige Stunden später, fühlte sie sich nur noch benommen und müde. Außerdem empfand sie eine eigenartige Erleichterung.
Sie wissen Bescheid, ging es ihr durch den Kopf. Die Gilde – Rothen – alle – wissen nun, dass wir die Wahrheit gesagt haben.
Nur dass es jetzt nichts mehr nützt.
»Hast du Hunger?«
Sie blickte zu Akkarin auf. »Was für eine dumme Frage.«
Er kramte zwei Schalen hervor, goss Suppe aus einem Topf hinein und brach dann von einem großen Brotlaib, der auf der Bank gelegen hatte, zwei dicke Brocken ab. Als er die Schalen zum Tisch brachte, begannen sie zu dampfen.
»Richtiges Essen«, murmelte Sonea, als Akkarin ihr eine Schale hinschob. »Nicht dass ich etwas an deinen Kochkünsten auszusetzen hätte«, fügte sie hinzu. »Du hattest allerdings nur eine begrenzte Auswahl, was die Zutaten betraf.«
»Ja, und mir fehlt Takans Begabung.«
»Nicht einmal Takan hätte es besser machen können.«
»Du wärst überrascht. Was glaubst du, warum Dakova ihn so lange behalten hat?«
Sie aßen schweigend und kosteten das schlichte Mahl mit allen Sinnen aus. Als Sonea ihre leere Schale beiseite stellte, kam Dorrien herein. Er warf einen Blick auf die Schale und lächelte.
»War es gut?«
Sie nickte.
Dorrien ließ sich auf einen Stuhl fallen.