Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Bei dem Geräusch, das sie durch das Umwerfen der Gerätschaften verursachten, sie, um zu ihm zu gelangen, er, um sich hinter dem Geräthe vor ihr zu schützen, öffnete Ketty die Thüre. D'Artagnan, der beständig manövriert hatte, um sich der Thüre zu nähern, war nur noch drei Schritte von dieser entfernt. Mit einem einzigen Sprung warf er sich aus dem Zimmer Mylady's in das der Zofe, und verschloß schnell wie der Blitz die Thüre wieder, gegen die er sich mit seiner ganzen Macht stützte, während Ketty die Riegel vorstieß.
Dann suchte Mylady die Thüre zu sprengen und zwar mit Kräften, welche weit über das gewöhnliche Maß einer Frau gingen. Da sie fühlte, daß dies unmöglich war, so versetzte sie der Thüre Dolchstöße, von denen einige das Holz in seiner ganzen Dicke durchdrangen.
Jeder Stoß war von einer furchtbaren Verwünschung begleitet.
«Geschwind, geschwind, Ketty, «sprach d'Artagnan mit leiser Stimme,»mach', daß ich aus diesem Hotel komme; denn wenn wir ihr Zeit gönnen, sich umzudrehen, läßt sie mich durch ihre Bedienten tödten. Eilen wir, verstehst Du wohl, es hängt Leben und Tod davon ab!«
Ketty verstand nur zu gut. Sie führte ihn in der Dunkelheit über die Stufen hinab. Es war die höchste Zeit. Mylady hatte bereits geschellt und weckte das ganze Haus auf; der Portier zog auf die Stimme Ketty's in demselben Augenblicke die Schnur, wo Mylady» Oeffnet nicht!«rief.
Der junge Mann floh, während sie ihn mit einer ohnmächtigen Geberde bedrohte. In der Sekunde, in der sie ihn aus dem Gesicht verlor, stürzte sie ohnmächtig in ihrem Zimmer nieder.
X. Athos, ohne sich die geringste Mühe zu geben, seine Equipirung fand
D'Artagnan war in so gewaltiger Aufregung, daß er, ohne sich im Geringsten darum zu bekümmern, was aus Ketty wurde, in größter Eile die Hälfte von Paris durchlief und nicht eher stille hielt, als bis er sich vor der Thüre von Athos befand. Die Verwirrung seines Geistes, der Schrecken, der ihn spornte. das Geschrei einiger Patrouillen, die ihn verfolgten, bewirkten nur, daß er seinen Lauf noch mehr beschleunigte.
Er flog durch den Hof, stieg die zwei Treppen hinauf, und klopfte an die Thüre, daß sie hätte in Stücke springen sollen.
Grimaud öffnete mit schlaftrunkenen Augen. D'Artagnan stürzte mit solcher Gewalt in das Vorzimmer, daß er ihn beinahe niedergeworfen hätte.
Trotz der gewöhnlichen Stummheit Grimauds kam ihm diesmal das Wort. Beim Anblick des entblößten Degens, den d'Artagnan in der Hand hielt, bildete sich der arme Bursche ein, er habe es mit einem Mörder zu thun, rief:
«Zu Hülfe! zu Hülfe! zu Hülfe!«
«Schweig', Unglücklicher!«sprach der junge Mann,»ich bin d'Artagnan. Erkennst Du mich nicht mehr? wo ist Dein Herr?«
«Ihr Herr d'Artagnan?«rief Grimaud erschrocken,»unmöglich!«
«Grimaud, «sagte Athos, im Schlafrock aus seinem Zimmer tretend,»ich glaube, Du erlaubst Dir zu sprechen!«
«Ach, gnädiger Herr, weil…«
«Stille!«
Grimaud begnügte sich mit dem Finger auf d'Artagnan zu deuten.
Athos brach bei all' seinem Phlegma in ein Gelächter aus, das durch die verstörte Miene seines jungen Freundes gar wohl motivirt war.
«Lacht nicht, mein Freund!«rief d'Artagnan,»um des Himmels willen, lacht nicht, denn bei meiner Seele sage ich Euch, es ist kein Grund zum Lachen vorhanden.«
Und er sprach diese Worte mit einer so feierlichen Betonung und mit einem so unzweideutigen Ausdruck des Schreckens, daß Athos ihn bei der Hand nahm und ausrief:
«Solltet Ihr verwundet sein, mein Freund? Ihr seht sehr bleich aus.«—»Nein, aber es ist mir so eben ein furchtbares Abenteuer begegnet. Seid Ihr allein, Athos?«—»Bei Gott, wer soll denn zu dieser Stunde bei mir sein?«—»Gut, gut!»
D'Artagnan stürzte in das Zimmer von Athos.
«Ei, so sprecht doch, «sagte dieser, die Thüre verschließend und die Riegel vorschiebend, um nicht gestört zu werden.»Ist der König todt? Habt Ihr den Herrn Kardinal umgebracht? Ihr seid ganz verwirrt. Sprecht! laßt hören! denn ich sterbe in der That vor Unruhe.«—»Athos, «antwortete d'Artagnan,»seid bereit, eine unglaubliche, unerhörte Geschichte zu hören!«—»Redet doch, «sagte Athos. — »Nun wohl, «fuhr d'Artagnan, sich nach dem Ohr von Athos beugend und die Stimme dämpfend fort,»Mylady ist mit einer Lilie auf der Schulter bezeichnet.«—»Ha!«rief der Musketier, als ob ihn eine Kugel ins Herz getroffen hätte. — »Sagt, «sprach d'Artagnan,»seid Ihr sicher, daß die Andere todt ist?«—»Die Andere?«versetzte Athos mit so dumpfer Stimme, daß es d'Artagnan kaum hörte. — »Ja, die, von welcher Ihr mir eines Tages in Amiens erzählt habt.«
Athos stieß einen Seufzer aus, und ließ den Kopf in seine Hände fallen.
«Diese, «fuhr d'Artagnan fort,»ist eine Frau von sechsundzwanzig bis achtundzwanzig Jahren.«—»Blond?«fragte Athos. — »Ja.«—»Blaue, helle Augen, von seltener Klarheit, mit schwarzen Wimpern und Brauen?«—»Ja.«—»Groß, gut gewachsen? es fehlt ihr ein Zahn neben dem Augenzahn auf der linken Seite?«—»Ja.«—»Die Lilie ist klein und roth, etwas verwischt durch Pflaster, welche man aufgelegt hat?«—»Ihr sagt jedoch, diese Frau sei eine Engländerin?«—»Ja.«—»Man nennt sie Mylady, aber sie kann dessenungeachtet eine Französin sein. Lord Winter ist nur ihr Schwager.«—»Ich will sie sehen, d'Artagnan!«—»Nehmt Euch in Acht, Athos, nehmt Euch in Acht. Ihr wolltet sie tödten? Sie ist die Frau, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten und Euer nicht zu fehlen.«—»Sie wird es nicht wagen, etwas zu sagen, denn sie würde sich dadurch selbst verrathen.«—»Sie ist zu Allem fähig! Habt Ihr sie je wüthend gesehen?«—»Nein, «sprach Athos. — »Eine Tigerin, ein Pantherthier! ach, mein lieber Athos, ich fürchte sehr, eine gräßliche Rache auf uns herabbeschworen zu haben!«
D'Artagnan erzählte nun Alles, den wahnsinnigen Zorn Mylady's und ihre Todesdrohungen.
«Ihr habt Recht, und ich würde mein Leben für ein Haar geben, «sprach Athos.»Zum Glück verlassen wir Paris übermorgen, wir ziehen höchst wahrscheinlich nach La Rochelle, und wenn wir einmal fort sind…«—»Wird sie Euch verfolgen bis an's Ende der Welt, Athos, wenn sie Euch wieder erkennt. Laßt also ihren Haß sich gegen mich allein wenden.«—»Ei, mein Lieber, was ist daran gelegen, daß sie mich tödtet!«sagte Athos.»Glaubt Ihr etwa, ich hänge am Leben?«—»Unter Allem dem ist ein furchtbares Geheimniß verborgen. Die Frau ist die Spionin des Kardinals. Das bin ich fest überzeugt.«—»In diesem Fall seid auf Eurer Hut. Wenn der Kardinal nicht wegen der Londoner Angelegenheit eine hohe Bewunderung für Euch hegt, so hegt er einen gewaltigen Haß. Aber da er Euch am Ende nichts offen vorwerfen kann und der Haß befriedigt werden muß, besonders wenn es ein Kardinalshaß ist, so hütet Euch wohl! Wenn Ihr ausgeht, geht nicht allein aus, wenn Ihr eßt, nehmet Eure Vorsichtsmaßregeln; mißtraut Allem, selbst Eurem Schatten.«
«Zum Glück handelt es sich nur darum, «sprach d'Artagnan,»bis übermorgen in Bangigkeit umherzugehen. Denn sind wir einmal bei der Armee, so haben wir es hoffentlich nur noch mit Männern zu thun.«—»Indessen, «sagte Athos,»verzichte ich auf meine Einsperrungspläne und gehe überall hin mit Euch. Ihr müßt nach der Rue des Fossoyeurs zurückkehren; ich werde Euch begleiten.«—»Es sei, mein lieber Athos; aber laßt mich Euch zuerst den Ring zustellen, den ich von dieser Frau empfangen habe. Der Saphir gehört Euch. Habt Ihr mir nicht gesagt, es sei ein Familienjuwel?«—»Ja, mein Vater kaufte ihn um zweitausend Thaler, wie er mir einst sagte. Er bildete einen Theil der Hochzeitsgeschenke, die er meiner Mutter machte. Es ist ein prächtiger Stein. Meine Mutter gab ihn mir, und ich in meiner damaligen Narrheit schenkte ihn, statt ihn wie eine heilige Reliquie zu bewahren, meinerseits dieser Elenden.«—»Gut, nehmt den Ring zurück, an dem Ihr begreiflich hängen müßt.«—»Ich den Ring zurücknehmen, nachdem er durch die Hände dieser Schändlichen gegangen ist? Nie, dieser Ring ist beschmutzt, d'Artagnan.«—»Dann verkauft oder verpfändet ihn; man wird Euch wohl tausend Thaler darauf leihen. Mit dieser Summe macht Ihr Eure Angelegenheiten bequem ab. Mit dem ersten Geld, das Ihr einnehmt, löst Ihr ihn sodann wieder und nehmt ihn von seinen alten Flecken gereinigt zurück, denn er ist durch die Hände von Wucherern gegangen.«