Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«Wenn dies Euer fester Entschluß ist, so führt ihn aus, «sprach Athos.
«Aber die Bastille?«sagte Aramis.
«Bah! Ihr werdet mich herausziehen, «erwiderte d'Artagnan.
«Allerdings, «versetzten Aramis und Porthos mit bewundernswürdiger Bestimmtheit, und als ob dies eine ganz einfache Sache wäre.»Allerdings werden wir Dich herausziehen, aber mittlerweile würdet Ihr, da wir übermorgen abreisen, besser daran thun, Euch der Gefahr der Bastille nicht auszusetzen.«
«Thun wir, was in unsern Kräften liegt, «sprach Athos,»verlassen wir ihn diesen Abend nicht. Erwarten wir ihn jeder an einer Thüre des Palastes, je mit drei Musketieren hinter uns. Bemerken wir, daß ein Wagen mit geschlossenem Schlag und von verdächtigem Aussehen herauskommt, so fallen wir darüber her. Es ist schon sehr lange, daß wir keinen Strauß mehr mit den Leibwachen des Herrn Kardinals ausgefochten haben, und Herr von Treville muß uns für todt halten.«
«Ihr seid offenbar zum Heerführer geboren, Athos, «sprach Aramis.»Was sagt Ihr zu diesem Plane, meine Herren?«
«Vortrefflich!«wiederholten die jungen Leute im Chor.
«Gut!«sprach Porthos,»ich laufe nach dem Hotel und benachrichtige unsere Kameraden, damit sie sich auf dem Platze des Palais-Kardinal bereit halten; Ihr laßt mittlerweile die Pferde durch die Bedienten satteln.«
«Ich, was mich betrifft, habe kein Pferd, «entgegnete d'Artagnan, aber ich will eines von Herrn von Treville nehmen.«—»Das ist unnöthig, «versetzte Aramis.»Ihr nehmt eines von den meinigen.«—»Wie viel habt Ihr denn?«fragte d'Artagnan. — »Drei, «antwortete Aramis lächelnd. — »Mein Lieber, «sagte Athos,»Ihr seid sicherlich der bestbezahlte Dichter von Frankreich und Navarra.«
«Hört, mein lieber Aramis, Ihr werdet nicht wissen, was Ihr mit drei Pferden thun sollt? nicht wahr? Ich begreife sogar nicht, warum Ihr drei Pferde gekauft habt.«
«Ich habe auch nur zwei gekauft, «erwiderte Aramis.
«Das dritte ist Euch also vom Himmel zugefallen?«
«Nein, das dritte ist mir diesen Morgen von einem Bedienten ohne Livree zugeführt worden, der mir nicht sagen wollte, wem er gehörte, und mir die Versicherung gab, er habe den Befehl von seinem Gebieter erhalten…«
«Oder von seiner Gebieterin, «unterbrach ihn d'Artagnan.
«Das macht nichts zur Sache, «fuhr Aramis erröthend fort,»und der mir die Versicherung gab, sage ich, er habe Befehl von seinem Gebieter oder seiner Gebieterin erhalten, dieses Pferd in meinen Stall zu bringen, ohne zu sagen, woher es käme.«
«Dergleichen begegnet nur einem Dichter, «sprach Athos ernst.
«Nun, wir wollen dieß benützen, «sagte d'Artagnan.»Welches von den zwei Pferden werdet Ihr reiten? Das, welches Ihr gekauft habt oder das, welches man Euch geschenkt hat?«
«Offenbar das, welches man mir geschenkt hat. Ihr begreift, daß ich eine solche Beleidigung…«
«Dem unbekannten Geber nicht anthun kann, «versetzte d'Artagnan.
«Oder der geheimnißvollen Geberin, «sprach Athos.
«Das gekaufte ist Euch also unnütz.«
«Beinahe.«
«Ihr habt es selbst ausgewählt?«
«Ja, und zwar mit der größten Sorgfalt. Die Sicherheit des Reiters hängt, wie Ihr wißt, beinahe immer von seinem Pferde ab.«
«Nun wohl, überlaßt es mir um den Preis, den es Euch kostet.«
«Ich wollte es Euch anbieten, mein lieber d'Artagnan, und dabei Euch jede Zeit gönnen, die Ihr nöthig haben könntet, um mir diese Bagatelle zurückzubezahlen.«
«Und wie viel kostet Euch das Pferd?«
«Achthundert Livres.«
«Hier sind vierzig Doppelpistolen, mein Freund, «sprach d'Artagnan und zog diese Summe aus seiner Tasche.»Ich weiß, daß dies die Münze ist, in der man Euch Eure Gedichte bezahlt.«
«Ihr seid also bei Kasse?«
«Reich, sehr reich, mein Lieber!«
Und d'Artagnan ließ in seiner Tasche den Rest seiner Pistolen klingen.
«Schickt Euren Sattel in das Hotel der Musketiere, und man wird Euch Euer Pferd mit den unsrigen hieher führen.«
«Sehr gut, aber es ist bald fünf Uhr, eilen wir!«
Eine Viertelstunde nachher erschien Porthos am Ende der Rue Ferou auf einem prächtigen Rosse. Mousqueton folgte ihm auf einem Auvergner Pferde, das kleiner, aber stark war. Porthos glänzte vor Stolz und Freude.
Zu gleicher Zeit sah man Aramis von dem andern Ende der Straße her auf einem herrlichen englischen Renner; Bazin folgte ihm auf einem Rothschimmel und führte ein kräftiges Mecklenburger Roß am Zügel, das für d'Artagnan bestimmt war.
Die zwei Musketiere begegneten sich vor der Thüre. Athos und d'Artagnan betrachteten dieselben durch das Fenster.
«Teufel!«sagte Aramis,»Ihr habt da ein herrliches Pferd, mein Lieber.«
«Ja, «antwortete Porthos,»es ist das, welches man mir gleich am Anfang schicken sollte. Ein schlechter Spaß des Gemahls hatte es durch ein anderes ersetzt; aber er ist schön dafür bestraft worden, und ich habe vollständige Genugthuung erhalten.«
Grimaud zeigte sich ebenfalls, das Pferd seines Herrn an der Hand haltend; d'Artagnan und Athos kamen herab, schwangen sich neben ihren Gefährten in den Sattel, und nun ritten alle vier nach dem Quai, Athos auf dem Pferde, das er seiner Gattin, Porthos auf dem Pferd, das er der Procuratorin, Aramis auf dem Pferd, das er seiner Geliebten, und d'Artagnan auf dem Pferd, das er seinem guten Glück, der schönsten Geliebten der Welt, zu verdanken hatte. Die Bedienten folgten ihnen. Die Kavalcade brachte, wie dies Porthos vorher gedacht hatte, eine gute Wirkung hervor, und wenn sich Madame Coquenard auf dem Wege von Porthos eingefunden und gesehen hätte, wie vornehm er auf seinem spanischen Rosse aussah, so würde sie den Aderlaß nicht bedauert haben, den sie an der Geldkasse ihres Mannes vorgenommen hatte.
In der Nähe des Louvre begegneten die vier Freunde Herrn von Treville, der von Saint-Germain zurückkam. Er hieß sie stille halten, um ihnen sein Kompliment über ihre Equipirung zu machen, was im Augenblick einige hundert Müßiggänger um sie versammelte.
D'Artagnan benützte diesen Umstand, um mit Herrn von Treville von dem Brief mit dem großen rothen Siegel und dem herzoglichen Wappen zu sprechen. Es versteht sich, daß er von dem andern keine Silbe verlauten ließ.
Herr von Treville billigte seinen Entschluß und versicherte ihn, daß, wenn er am andern Morgen nicht wieder erschienen wäre, er ihn zu finden wissen würde, wo er auch sein möchte.
In diesem Augenblick schlug die Glocke der Samaritaine sechs Uhr. Die vier Freunde entschuldigten sich mit einer Zusammenkunft und nahmen von Herrn von Treville Abschied.
Ein kurzer Galop brachte sie auf die Straße von Chaillot. Der Tag fing an sich zu neigen. Wagen fuhren hin und her. In einiger Entfernung von seinen Freunden bewacht, senkte d'Artagnan seine Blicke in die Tiefe jedes Wagens. Er gewahrte jedoch kein ihm bekanntes Gesicht.
Endlich, nachdem er eine Viertelstunde gewartet hatte und die Abenddämmerung völlig eingebrochen war, fuhr ein Wagen in starkem Galop auf der Straße von Sevres herbei. Eine Ahnung sagte d'Artagnan zum Voraus, dieser Wagen müsse die Person enthalten, welche ihn bisher beschieden hatte. Der junge Mann war selbst ganz erstaunt, als er fühlte, wie heftig sein Herz pochte. Beinahe in derselben Sekunde schlüpfte ein Frauenkopf aus dem Kutschenschlage hervor, zwei Finger auf dem Mund, als wollte man Stillschweigen empfehlen oder einen Kuß zusenden. D'Artagnan stieß einen leichten Schrei der Freude aus. Diese Frau oder vielmehr diese Erscheinung — denn der Wagen war mit der Geschwindigkeit einer Vision vorüber gezogen — war Madame Bonacieux.
In unwillkürlichem Drang und trotz der Empfehlung, die an ihn ergangen war, setzte d'Artagnan sein Pferd in Galop und holte den Wagen mit einigen Sprüngen wieder ein, aber die Scheibe des Kutschenschlages war hermetisch verschlossen und die Erscheinung verschwunden.