Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Athos lächelte.
«Ihr seid ein entzückender Junge, mein lieber d'Artagnan, «sprach er.»Ihr richtet durch Eure ewige Heiterkeit die armen Geister in ihrem Kummer auf. Nun denn, ja, verpfänden wir diesen Ring, der mir gehört, aber unter einer Bedingung.«—»Unter welcher?«—»Daß fünfhundert Thaler für Euch und fünfhundert für mich sind.«—»Was denkt Ihr, Athos? Ich bedarf nicht des vierten Theils dieser Summe, da ich bei den Garden stehe und wenn ich meinen Sattel verkaufe, so verschaffe ich mir den Betrag. Was brauche ich? ein Pferd für Planchet, das ist Alles. Dann vergeßt Ihr, daß ich auch einen Ring besitze.«—»An dem Ihr noch mehr zu hängen scheint, als ich an dem meinigen. Wenigstens glaubte ich dies zu bemerken.«—»Ja, denn in einem äußersten Fall kann er uns nicht nur aus einer großen Verlegenheit, sondern auch aus einer großen Gefahr ziehen. Das ist kein einfacher Diamant, es ist zugleich ein Talisman.«
«Ich verstehe Euch nicht, aber ich glaube, was Ihr sagt. Um wieder auf meinen Ring, oder vielmehr auf den Eurigen zurückzukommen, so müßt Ihr die Hälfte der Summe, die man Euch darauf leihen wird, annehmen, oder ich werfe ihn in die Seine, und ich zweifle, ob, wie bei Polykrates, ein Fisch so gefällig ist, ihn uns wieder zu bringen.«—»Gut, ich nehme es an, «sagte d'Artagnan.
In diesem Augenblick trat Grimaud in Begleitung von Planchet ein. Dieser war unruhig über seinen Herrn und neugierig zu erfahren, was ihm begegnet sein möchte.
Athos kleidete sich an, und als er auszugehen bereit war, machte er Grimaud ein bedeutsames Zeichen, der Diener nahm seine Muskete von der Wand, und schickte sich an, seinen Herrn zu begleiten.
D'Artagnan und Athos gelangten ohne irgend einen Unfall in die Rue des Fossoyeurs. Herr Bonacieux stand an seiner Thüre und schaute d'Artagnan auf eine pöbelhaft spottende Weise an.
«Eh! mein lieber Miethsmann, «sagte er,»beeilt Euch, es wartet ein hübsches Mädchen in Eurem Zimmer, und Ihr wißt, die Frauen lieben es nicht, daß man sie warten läßt.«
«Es ist Ketty «rief d'Artagnan und lief in den Gang.
Auf dem nach seinem Zimmer führenden Boden fand er das arme Kind, das sich ganz zitternd an die Thüre lehnte. Sobald sie ihn erblickte, sagte sie:
«Ihr habt mir Euren Schutz versprochen, Ihr habt mir gelobt, mich vor ihrem Zorne zu retten. Erinnert Euch, daß Ihr es seid, der mich zu Grunde gerichtet hat.«
«Ja, allerdings, «erwiderte d'Artagnan;»sei ruhig, Ketty. Aber was ist denn nach meinem Abgang vorgefallen?«
«Weiß ich es?«sagte Ketty,»Auf ihr Geschrei liefen alle Lakaien herbei; sie war furchtbar aufgebracht und spie alle Verwünschungen der Welt gegen Euch aus. Dann dachte ich, sie würde sich erinnern, daß Ihr durch mein Zimmer in das ihrige eingedrungen wäret, und sie müßte in mir Eure Mitschuldige erkennen. Ich nahm das wenige Geld, das ich besaß, sowie meine kostbarsten Kleidungsstücke, und flüchtete mich.«
«Armes Kind, aber was soll ich mit Dir machen? Ich reise übermorgen ab.«
«Alles was Ihr wollt, Herr Chevalier. Macht, daß ich Paris, daß ich Frankreich verlasse.«
«Ich kann Dich doch nicht mit zur Belagerung von La Rochelle führen, «sprach d'Artagnan.
«Nein, aber Ihr könnt mich in der Provinz unterbringen, bei irgend einer Dame von Eurer Bekanntschaft; in Eurer Heimath zum Beispiel.«
«Oh, meine liebe Freundin, in meiner Heimath haben die Damen keine Kammerfrauen. Doch halt! ich weiß, was zu thun ist. Planchet, hole mir Aramis. Er möge sogleich kommen. Wir haben etwas sehr Wichtiges mit ihm zu sprechen.«
«Ich begreife, «sagte Athos;»aber warum nicht Porthos? Es scheint mir, seine Marquise…«
«Die Marquise von Porthos ließe sich eher von den Schreibern ihres Mannes ankleiden, als daß sie eine Kammerfrau hielte, «sprach d'Artagnan lachend.»Ueberdies dürfte Ketty nicht gerne in der Rue aux Ours wohnen, nicht wahr, Ketty?«
«Ich werde wohnen, wo man will, «sagte Ketty,»vorausgesetzt, daß ich gut verborgen bin und man nicht weiß, wo ich mich aufhalte.«
«Jetzt, Ketty, da wir uns zu trennen im Begriffe sind, und Du folglich nicht mehr auf mich eifersüchtig bist…«
«Herr Chevalier, «sprach Ketty,»nah oder fern, ich werde Euch beständig lieben.«
«Wo Teufels nistet sich die Beständigkeit ein!«murmelte Athos.
«Auch ich, «sagte d'Artagnan,»auch ich werde Dich stets lieben, glaube mir. Aber höre, antworte mir. Ich lege ein großes Gewicht auf die Frage, die ich an dich richte. Solltest Du nie von einer jungen Frau gehört haben, die man in einer Nacht wegführte?«—»Halt… Oh! mein Gott, Herr Chevalier, liebt Ihr diese Frau noch?«—»Nein, einer meiner Freunde liebt sie — Athos, den Du hier siehst.«—»Ich!«rief Athos mit dem Ausdruck eines Menschen, der gewahr wird, daß er auf eine Natter getreten. — »Allerdings Ihr, «erwiderte d'Artagnan, Athos die Hand drückend.»Ihr wißt wohl, wie sehr wir an dem Schicksal der guten Frau Bonacieux Theil nehmen. Ueberdies wird Ketty nicht plaudern. Nicht wahr, Ketty? Du begreifst, mein Kind, «fuhr d'Artagnan fort,»es ist die Frau des abscheulichen Affen, den Du bei Deinem Eintritt unten an der Thüre gesehen hast.«—»Oh! mein Gott!«rief Ketty,»Ihr erinnert mich an meine Angst; wenn er mich nur nicht erkannt hat!..«—»Wie, erkannt? Du hast also diesen Menschen schon gesehen?«—»Er ist zweimal zu Mylady gekommen.«—»Um welche Zeit?«—»Vor etwa vierzehn oder achtzehn Tagen.«—»Ganz richtig.«—»Und gestern Abend ist er wieder erschienen.«—»Gestern Abend?«—»Ja, einen Augenblick, ehe Ihr selbst eingetroffen seid.«—»Mein lieber Athos, wir sind von einem Netz von Spionen umgeben! Und Du glaubst, er habe Dich erkannt, Ketty?«—»Ich senkte meine Haube, als ich ihn erblickte, aber vielleicht war es zu spät.«—»Geht hinab, Athos, man mißtraut Euch weniger, als mir, und seht, ob er immer noch vor der Thüre steht.«
Athos ging hinab und kam sogleich wieder zurück.
«Der Krämer ist fort, «sprach er,»und das Haus ist geschlossen.«—»Er wird sich ohne Zweifel entfernt haben, um zu melden, daß alle Tauben im Schlage sind.«—»Gut! aber wir wollen ausfliegen, «sagte Athos,»und nur Planchet hier lassen, um uns Nachricht zu bringen.«—»Noch eine Minute! Aramis, nach dem wir geschickt haben?«—»Das ist richtig, erwarten wir Aramis.«
In demselben Augenblicke trat Aramis ein.
Man setzte ihm die ganze Angelegenheit auseinander und sagte ihm, daß er nothwendig unter allen seinen hohen Bekannten einen Platz für Ketty suchen müsse.
Aramis dachte einen Augenblick nach und erwiderte dann erröthend:
«Wird Euch wirklich ein großer Dienst dadurch erwiesen?«
«Ich werde Euch mein ganzes Leben dafür dankbar sein.«
«Nun wohl. Frau von Bois-Tracy hat mich für eine ihrer Freundinnen, welche, glaube ich, in der Provinz wohnt, um eine sichere Kammerfrau gebeten, und wenn Ihr mir für dieses Mädchen stehen könnt, d'Artagnan…«
«Oh! gnädiger Herr, «rief Ketty,»ich werde gewiß der Person, die mich in den Stand setzt, Paris zu verlassen, mit Leib und Seele ergeben sein.«
«Dann geht die Sache vortrefflich, «sprach Aramis.
Er setzte sich an einen Tisch, schrieb ein paar Worte, versiegelte sie mit einem Ringe und händigte das Billet Ketty ein.
«Du weißt nun, mein Kind, «sagte d'Artagnan,»daß es hier nicht besser für uns ist, als für Dich. Wir müssen uns jetzt trennen, werden uns aber in schöneren Tagen wiederfinden.«