Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«Und an welchem Ort und zu welcher Zeit wir uns wieder sehen werden, «sprach Ketty,»so werde ich Euch so innig lieben, wie ich Euch heute liebe.«
Einen Augenblick nachher trennten sich die drei jungen Männer und ließen nur Planchet zurück, um das Haus zu bewachen.
Aramis kehrte in seine Wohnung zurück, während Athos und d'Artagnan für Unterbringung des Saphirs sorgten.
Man fand, wie unser Gascogner vorhergesehen hatte, leicht dreihundert Pistolen auf den Ring. Ueberdies bemerkte der Jude, wenn man denselben an ihn verkaufen wollte, so würde er sogar fünfhundert Pistolen dafür geben, da er ein prachtvolles Ohrgehänge daraus machen lassen könnte.
Mit der Thätigkeit zweier Soldaten und der Wissenschaft zweier Kenner brauchten Athos und d'Artagnan kaum drei Stunden, um die ganze Equipirung des Musketiers einzukaufen. Athos war vornehmer Herr bis an die Nagelspitzen. Sobald ihm etwas anstand, bezahlte er den verlangten Preis, ohne daß er nur den geringsten Versuch machte, etwas herunterzumarkten. D'Artagnan wollte ihm hierüber Bemerkungen machen, aber Athos legte ihm lächelnd die Hand auf die Schulter, und d'Artagnan begriff, daß für ihn, den kleinen gascognischen Edelmann, das Handeln gut war, aber nicht für einen Mann von fürstlichem Aussehen.
Der Musketier fand ein herrliches andalusisches Roß, schwarz wie Gagath, mit Feuer schnaubenden Nüstern, eleganten, zarten Beinen und sechs Jahre alt. Er untersuchte das Pferd und erkannte es als tadellos. Man bot es für tausend Franken. Vielleicht hätte er es für weniger bekommen, aber während sich d'Artagnan mit dem Pferdehändler über den Preis besprach, zählte Athos die hundert Pistolen auf den Tisch.
Grimaud erhielt ein picardisches Pferd, untersetzt und stark, das dreihundert Livres kostete.
Nachdem der Sattel für letzteres Pferd und die Waffen für Grimaud gekauft waren, blieb kein Sou mehr von den hundert und fünfzig Pistolen von Athos übrig. D'Artagnan bot seinem Freunde etwas von dem ihm zukommenden Theil an. Aber Athos beschränkte sich statt jeder Antwort darauf, die Achseln zu zucken.
«Wie viel würde der Jude für den Ring geben, wenn man ihm denselben als volles Eigenthum überließe?«fragte er. — »Fünfhundert Pistolen.«—»Das heißt zweihundert Pistolen mehr: hundert Pistolen für Euch, hundert Pistolen für mich. Das ist ein wahres Glück, mein lieber Freund, kehrt zu dem Juden zurück.«—»Wie? Ihr wollt…«—»Dieser Ring würde offenbar zu traurige Erinnerungen in mir zurückrufen; dann haben wir ihm auch die dreihundert Pistolen nicht heimzubezahlen, so daß wir bei diesem Handel zweitausend Livres gewinnen. Sagt ihm, der Ring gehöre ihm, d'Artagnan, und kommt mit zweihundert Pistolen zurück. — »Ueberlegt, Athos.«
«Das baare Geld ist in diesen Zeitläuften theuer, und man muß Opfer zu bringen wissen. Geht, d'Artagnan, geht. Grimaud wird Euch mit seinem Mousqueton begleiten.«
Nach einer halben Stunde kam d'Artagnan mit den zweihundert Pistolen und ohne daß ihm ein Unfall zugestoßen war, zurück.
So fand Athos in seiner Wirtschaft Mittel, auf die er nicht gerechnet hatte.
XI. Eine holdselige Erscheinung
Zur bestimmten Stunde waren die vier Freunde bei Athos versammelt. Ihre Unruhe, ihre Bangigkeit in Betreff der Equipirung war völlig verschwunden, und jedes Gesicht behielt nur noch den Ausdruck seiner eigenen und geheimen Unruhe, denn hinter jedem gegenwärtigen Glück ist eine Furcht vor der Zukunft verborgen.
Plötzlich trat Planchet ein und brachte zwei Briefe mit der Adresse d'Artagnan's.
Der eine war ein zierlich zusammengefaltetes Billet von länglicher Form, mit einem hübschen Siegel von grünem Wachs, auf dem sich eine Taube mit einem grünen Zweig im Schnabel eingedrückt fand.
Der andere war ein großer viereckiger Brief, auf dem das furchtbare Wappen von Seiner Eminenz, dem Kardinal Herzog glänzte.
Bei dem Anblick des kleinen Briefes hüpfte d'Artagnan's Herz vor Freude, denn er glaubte die Handschrift zu erkennen, und obgleich er dieselbe nur einmal gesehen, so hatte sich doch die Erinnerung tief in seinem Innern eingegraben.
Er nahm also den kleinen Brief und entsiegelte ihn eilig.
«Reitet nächsten Mittwoch, «schrieb man ihm,»von sechs bis sieben Uhr auf der Straße von Chaillot spazieren, und schaut sorgfältig in jeden Wagen, der an Euch vorüber kommt. Aber wenn Euch an Eurem eigenen Leben und am Leben der Euch liebenden Personen etwas liegt, so sprecht kein Wort. Macht keine Bewegung, woraus man ersehen könnte, daß Ihr diejenige erkannt habt, welche Alles wagt, um Euch einen Augenblick zu sehen.«
Keine Unterschrift.
«Das ist eine Falle, «sprach Athos,»geht nicht hin, d'Artagnan.«—»Ich glaube aber die Handschrift ganz wohl zu erkennen, «sagte d'Artagnan. — »Sie kann nachgemacht sein, «entgegnete Athos.»Von sechs bis sieben Uhr ist um diese Zeit die Straße von Chaillot ganz verlassen. Ihr könntet eben sowohl im Walde von Bondy spazieren gehen.«—»Doch wenn wir Alle gingen?«sagte d'Artagnan.»Was Teufels, man wird nicht alle vier, nebst vier Lakaien, vier Pferden und den Waffen verschlingen; das müßte eine schöne Unverdaulichkeit zur Folge haben.«—»Dann wäre es auch eine schöne Gelegenheit, unsere Rosse zu zeigen, «sprach Porthos. — »Aber wenn es eine Frau ist, die Euch schreibt, «sagte Aramis,»und wenn diese Frau nicht gesehen zu werden wünscht, so bedenkt, daß Ihr sie compromittirt, d'Artagnan, was einem Edelmann gar übel steht.«—»Wir bleiben etwas zurück, «rief Porthos,»und er allein reitet voraus.«—»Ja, aber eine Pistole ist bald aus einem Wagen abgefeuert, der im Galop dahinfährt.«—»Bah!«erwiderte d'Artagnan,»man wird mich nicht treffen.«—»Wir holen dann den Wagen ein, und bringen Alle um, die darin sitzen. Dadurch haben wir immerhin eben so viele Feinde weniger.«—»Er hat Recht, «sagte Porthos,»eine Schlacht kann nichts schaden, wir müssen ohnehin unsere Waffen versuchen.«—»Meiner Treu! Wir wollen uns dieses Vergnügen gönnen, «versetzte Aramis mit seiner sanften, gleichgültigen Miene. — »Wie Ihr wollt, «sprach Athos. — »Meine Herren, «sagte d'Artagnan,»es ist halb fünf Uhr, und wir haben kaum Zeit, uns auf den Weg nach Chaillot zu machen.«—»Wenn wir zu spät ritten, «sagte Porthos,»so würde man uns nicht mehr sehen, und das wäre sehr schade. Vorwärts also, meine Herren.«—»Aber Ihr vergeßt den zweiten Brief, «rief Athos.»Das Sigel scheint mir anzudeuten, daß er geöffnet zu werden verdient. Ich meines Theils muß Euch erklären, daß ich mich viel mehr um diesen bekümmere, als um den kleinen Wisch, den Ihr ganz zart in Euren Busen gesteckt habt.«
D'Artagnan erröthete.
«Nun wohl, «sprach der junge Mann,»sehen wir, meine Herren, was Seine Eminenz von mir will.«
D'Artagnan entsiegelte und las:
«Herr d'Artagnan, Garde des Königs, Kompagnie des Essarts, wird diesen Abend um acht Uhr im Palais-Kardinal erwartet.
La Houdiniére, Kapitän der Leibwache.«
«Teufel!«rief Athos,»das ist ein Rendezvous, welches viel mehr beunruhigen muß, als das andere.«
«Ich gehe zu dem zweiten, wenn ich von dem ersten zurückkomme, «sprach d'Artagnan.»Das eine soll um sieben, das andere um acht Uhr stattfinden. Ich habe Zeit zu Allem.«
«Hm! ich ginge nicht, «entgegnete Aramis.»Ein galanter Ritter darf bei einem Rendezvous nicht fehlen, das ihm eine Dame gibt. Aber ein kluger Edelmann kann sich entschuldigen und nicht zu seiner Eminenz gehen, besonders wenn er einige Gründe hat, zu glauben, daß man ihn nicht rufe, um ihm Komplimente zu machen.«
«Ich bin der Meinung von Aramis, «fügte Porthos bei.
«Meine Herren, «antwortete d'Artagnan,»ich habe bereits durch Herrn von Cavois eine ähnliche Einladung zu Sr. Eminenz erhalten. Ich vernachläßigte sie, und am andern Tage begegnete mir ein großes Unglück. Constance verschwand. Was auch daraus werden mag, ich gehe in jedem Falle hin.«