Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Und dieser Druck machte d'Artagnan schaudern, als ob ihn das Fieber, welches Mylady verzehrte, durch die Berührung ebenfalls ergriffen hätte.
«Werdet Ihr mich eines Tages lieben?«rief er.»O, wenn dies der Fall wäre, ich könnte den Verstand darüber verlieren!«
D'Artagnan war in der That trunken vor Freude, und in seinem Wahnsinn glaubte er beinahe an die Zärtlichkeit Myladys, er glaubte beinahe an das Verbrechen von Wardes. Wenn Wardes in diesem Augenblicke unter seiner Hand gewesen wäre, er hätte ihn getödtet.
Mylady ergriff die Gelegenheit.
«Er heißt…«sprach sie. — »Von Wardes, ich weiß es, «unterbrach d'Artagnan. — »Und woher wißt Ihr dies?«fragte Mylady, indem sie seine beiden Hände nahm und in seinen Augen bis auf den Grund seiner Seele zu lesen suchte.
D'Artagnan fühlte, daß er sich hatte hinreißen lassen und daß er einen Fehler gemacht hatte.
«Sprecht, sprecht, sprecht doch!«wiederholte Mylady.»Woher wißt Ihr es?«—»Woher ich es weiß?«sprach d'Artagnan, — »Ja.«—»Ich weiß es, weil gestern von Wardes in einem Salon, wo ich mich befand, einen Ring zeigte, von dem er behauptete, er habe ihn von Euch bekommen.«—»Der Elende!«rief Mylady.
Dieser Beiname trug seinen Klang, wie man leicht begreift, bis tief in d'Artagnans Herz.
«Nun wohl…«fuhr sie fort. — »Wohl! ich werde Euch rächen an diesem Elenden!«versetzte d'Artagnan, und gab sich dabei das Ansehen des Don Japhet von Armenien.
«Ich danke Euch, mein muthiger Freund!«rief Mylady» und wann werde ich gerächt sein?«
«Morgen, sogleich, wenn Ihr wollt.«
Mylady wollte ausrufen: Sogleich! Aber sie bedachte, daß eine solche Eile nicht sehr erfreulich für d'Artagnan wäre.
Ueberdies hatte sie tausenderlei Vorsichtsmaßregeln zu nehmen, ihrem Vertheidiger tausenderlei Rathschläge zu geben, damit er Erklärungen vor Zeugen mit dem Marquis vermeiden möchte.
«Morgen, «sprach d'Artagnan,»seid Ihr gerächt, oder ich bin todt.«—»Nein, «sagte sie,»Ihr werdet mich rächen, aber Ihr werdet nicht sterben. Ich weiß etwas.«—»Was wißt Ihr?«—»Es scheint mir, Ihr hattet Euch bei Eurem Streit mit ihm nicht über das Glück zu beklagen.«—»Das Glück ist eine Buhlerin; heute günstig, kann es mich morgen verrathen.«—»Das heißt: Ihr zögert jetzt.«—»Nein, ich zögere nicht, Gott soll mich bewahren, aber…«—»Stille!«unterbrach sie ihn,»ich höre meinen Schwager. Er braucht Euch nicht hier zu finden.«
Sie schellte. Ketty erschien.
«Geht durch diese Thüre, «sagte sie zu d'Artagnan, und stieß dabei eine kleine verborgene Thüre auf.»Kommt um elf Uhr wieder, und wir werden unsere Unterredung zu Ende bringen. Ketty führt Euch bei mir ein.«
Das arme Kind glaubte umzusinken, als sie diese Worte hörte.
«Nun, was macht Ihr denn, Mademoiselle, Ihr bleibt hier unbeweglich, wie eine Statue? Hört Ihr, führt diesen Herrn zurück, und um elf Uhr, vergeßt es nicht.«
«Es scheint, alle ihre Rendezvous finden um elf Uhr statt, «dachte d'Artagnan.»Das ist eine feste Gewohnheit.«
Mylady reichte ihm die Hand, die er zärtlich küßte.
«Sachte, «dachte er sich entfernend und kaum auf die Vorwürfe Kettys antwortend;»sachte, wir wollen kein Thor sein. Offenbar ist diese Frau eine große Missethäterin. Sei auf Deiner Hut, d'Artagnan!«
IX. Das Geheimniß Myladys
D'Artagnan hatte das Hotel verlassen, statt sogleich zu Ketty hinaufzugehen, um hier die Stunde seiner Unterredung mit Mylady abzuwarten, und dies aus zwei Gründen: einmal vermied er auf diese Art die Vorwürfe, den Tadel und die Bitten des jungen Mädchens, und dann war es ihm nicht unangenehm, Zeit zu kalter Ueberlegung zu haben, um wo möglich in die Gedanken dieser Frau einzudringen.
Am klarsten war ihm dabei, daß er sich der Gefahr aussetzte, wahnsinnig in Mylady verliebt zu werden, und daß sie ihn im Gegentheil ganz und gar nicht liebte und nie lieben würde. Einen Augenblick sah er ein, daß es das Gescheiteste wäre, wenn er nach Hause kehrte, einen langen Brief schriebe und gestände, er und der Graf von Wardes seien für sie bis jetzt eine und dieselbe Person; er könne daher, wenn er sich nicht eines Selbstmordes schuldig machen wolle, die Verbindlichkeit nicht übernehmen, den Grafen von Wardes zu tödten, über den sie sich ihrer Behauptung nach zu beklagen habe; aber mit der Ueberzeugung, daß sie ihn haßte, und nur als ein feiles Werkzeug ihrer Rache betrachtete, das sie nach dem Gebrauch zerbrechen würde, kehrte auch das Verlangen, für sich selbst Rache zu üben, in sein Herz zurück. Er wollte diese Frau beherrschen, die mit ihm spielte und ihn als Mitschuldige an der Entführung von Madame Bonacieux in seiner reinen aufrichtigen Liebe verletzt hatte.
Er ging, durch entgegengesetzte Gefühle in Bewegung erhalten, fünf bis sechsmal auf der Place Royale umher, und wandte sich von zehn zu zehn Schritten zurück, um das Licht in Myladys Zimmer zu betrachten, das man durch die Jalousien erblickte; offenbar hatte die junge Frau diesmal weniger Eile, in ihr Zimmer zurückzukehren, als das erste Mal.
Endlich schlug es elf Uhr.
Bei diesem Getöne entwich alle Unentschlossenheit aus dem Herzen d'Artagnans. Er erinnerte sich der Einzelheiten der Unterredung, die so eben zwischen Mylady und ihm stattgefunden hatte, und in einer, unter solchen Umständen so häufig vorkommenden raschen Wendung des Entschlusses trat er mit klopfendem Herzen und entzündetem Kopfe in das Hotel und stürzte in Kettys Zimmer.
Das junge Mädchen wollte, bleich wie der Tod, an allen Gliedern zitternd, d'Artagnan zurückhalten, aber Mylady mit ihren lauernden Ohren hatte das durch seinen Eintritt verursachte Geräusch vernommen, öffnete die Thüre und hieß ihn hereinkommen.
D'Artagnan hatte seine Vernunft verloren, er glaubte von einer jener phantastischen Itriguen fortgezogen zu werden, wie sie uns im Traume vorkommen. Der Anziehungskraft weichend, welche der Magnet auf das Eisen ausübt, ging er auf Mylady zu.
Die Thüre schloß sich hinter ihm.
Ketty stürzte ebenfalls nach der Thüre.
Die Eifersucht, die Wuth, der beleidigte Stolz, alle Leidenschaften, welche sich in dem Herzen eines verliebten weiblichen Wesens streiten, trieben sie zu einer Offenbarung; aber sie war verloren, wenn sie zugestand, daß sie die Hände bei einer solchen Machination im Spiele gehabt hatte, und was mehr als Alles in Betracht kam, — d'Artagnan war für sie verloren; dieser letzte Liebesgedanke rieth ihr, noch ein Opfer zu bringen.
D'Artagnan überließ sich seiner Seite ganz der Eingebungen seiner Eitelkeit. Es war nicht mehr ein Nebenbuhler, den man in ihm liebte, sondern es hatte das Ansehen, als liebte man ihn selbst. Eine geheime Stimme sagte ihm wohl im Hintergrund seines Herzens, er sei nur die Waffe, die man liebkose, bis sie den Tod gegeben habe; aber der Stolz, die Eigenliebe, die Tollheit brachten diese Stimme zum Schweigen, erstickten dieses Gemurmel. Dann verglich sich der Gascogner vermöge seiner bekannten Dosis von Selbstvertrauen mit dem Grafen von Wardes und fragte sich, warum man nicht am Ende ihn selbst um seiner selbst willen lieben könnte.
Durch das Blendwerk dieser Gedanken war Mylady für ihn nicht mehr das Weib mit den unseligen Absichten, die ihn einen Augenblick vorher erschreckt hatten; sie war eine reizende Frau, welche die Liebe selbst zu fühlen versprach, die sie einflößte.
Aber Mylady, welche nicht dieselben Gründe zum Vergessen hatte, wie d'Artagnan, entzog ihn bald seinen Betrachtungen und rief ihn zu der Wirklichkeit dieser Zusammenkunft zurück; sie fragte ihn, ob die Maßregeln, welche am andern Tage einen Streit zwischen ihm und dem Grafen von Wardes herbeiführen sollten, bereits in seinem Kopfe festgestellt seien.
D'Artagnan jedoch, dessen Gedanken einen ganz andern Gang genommen hatten, vergaß sich wie ein Thor und antwortete schmeichelnd: in ihrer Nähe, wo er sich ganz nur dem Glück hingebe, sie zu hören und zu sehen, könne er sich unmöglich mit Duellen und Degenstößen beschäftigen.