Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
D'Artagnan zog den Ring abermals von seinem Finger und gab ihn Athos.
Athos bebte:»Seht, «sprach er;»seht! ist das nicht seltsam!«
Und er zeigte d'Artagnan die Ritze, deren er sich erinnerte.
«Aber von wem hattet Ihr diesen Saphir, Athos?«
«Von meiner Mutter, die ihn von der ihrigen erbte. Wie ich Euch sage, es ist ein alter Juwel, der nie aus der Familie kommen sollte.«
«Und Ihr habt ihn verkauft?«fragte d'Artagnan zögernd.
«Nein, «antwortete Athos mit seltsamem Lächeln.»Ich habe ihn während einer Liebesstunde verschenkt, wie er an Euch verschenkt worden ist.«
D'Artagnan wurde ebenfalls nachdenkend. Es kam ihm vor, als erblicke er in Myladys Leben Abgründe mit düsteren, furchtbaren Tiefen.
Er steckte den Ring nicht an seinen Finger, sondern in seine Tasche.
«Hört, «sprach Athos und faßte ihn bei der Hand,»Ihr wißt, daß ich Euch liebe, d'Artagnan; hätte ich einen Sohn, ich könnte ihn nicht mehr lieben als Euch; nun, glaubt mir, verzichtet auf diese Frau. Ich kenne sie nicht, aber eine unbestimmte Ahnung sagt mir, daß sie ein verdorbenes Geschöpf ist und daß etwas Unseliges in ihr sein muß.«
«Und Ihr habt Recht, «sprach d'Artagnan,»glaubt mir, ich trenne mich von ihr. Ich gestehe Euch, auch mich erfüllt diese Frau mit Schrecken.«
«Werdet Ihr den Muth haben?«sagte Athos.
«Ich werde ihn haben, «antwortete d'Artagnan,»und zwar in diesem Augenblick.«
«Wohl, mein Junge, Ihr habt Recht, «sprach der Edelmann und drückte dem Gascogner mit wahrhaft väterlicher Zuneigung die Hand.»Gott wolle, daß diese Frau, die kaum in Eure Existenz eingetreten ist, keine traurige Spur darin zurücklasse.«
Und Athos grüßte d'Artagnan mit dem Kopf, wie ein Mensch, der zu verstehen geben will, daß es ihm nicht unangenehm wäre, mit seinen Gedanken allein bleiben zu können.
Als d'Artagnan nach seiner Wohnung zurückkehrte, fand er Ketty, die auf ihn wartete. Ein Monat Fieber hätte das arme Kind nicht mehr verändert, als dies durch eine Stunde der Eifersucht und des Schmerzes geschehen war.
Sie wurde von ihrer Gebieterin zum Grafen von Wardes geschickt. Ihre Gebieterin war toll vor Liebe, trunken vor Freude. Sie wollte wissen, wann der Graf ihr eine zweite Zusammenkunft geben würde.
Bleich und zitternd sah die arme Ketty der Antwort d'Artagnan entgegen.
Athos übte einen großen Einfluß über diesen jungen Mann aus. Der Rath seines Freundes hatte ihn in Verbindung mit den Gefühlen seines eigenen Herzens und der Erinnerung an Madame Bonacieux, welche ihn nur selten verließ, in dem Entschlüsse befestigt, jetzt, da sein Stolz gerettet war, Mylady nicht wieder zu sehen. Statt jeder Antwort nahm er eine Feder und schrieb folgenden Brief, den er eben so wenig unterzeichnete, als den vorhergehenden:
«Rechnet nicht auf mich, Madame; seit meiner Wiederherstellung habe ich so viele Unterhaltungen dieser Art zu bewilligen, daß ich eine gewisse Ordnung in die Sache bringen mußte. Kommt die Reihe an Euch, so werde ich die Ehre haben, Euch davon in Kenntniß zu setzen.«
Von dem Saphir kein Wort; der Gascogner wollte ihn bis auf neuen Befehl als eine Waffe gegen Mylady behalten.
Man hätte übrigens Unrecht, die Handlungen einer Epoche aus dem Gesichtspunkte einer andern zu betrachten. Was man heute als eine Schmach für einen Mann von Welt halten würde, war in jener Zeit etwas ganz Einfaches und Natürliches.
D'Artagnan gab den Brief Ketty offen; diese las ihn anfangs, ohne ihn zu verstehen, und wäre beinahe wahnsinnig geworden, als sie ihn zum zweiten Male las.
Ketty konnte nicht an dieses Glück glauben. D'Artagnan war genöthigt, ihr mündlich die Versicherung zu wiederholen, die ihr der Brief schriftlich gab. Wie groß auch die Gefahr war, welche die Arme bei dem heftigen Charakter von Mylady lief, wenn sie dieses Billet ihrer Gebieterin einhändigte, so ging sie doch so geschwind, als sie konnte, nach der Place Royale zurück.
Das Herz der besten Frau ist gefühllos gegen die Schmerzen einer Nebenbuhlerin.
Mylady öffnete den Brief mit derselben Eile, mit der ihn Ketty gebracht hatte, aber bei den ersten Worten, die sie las, wurde sie leichenblaß, dann zerknitterte sie das Papier und wandte sich mit einem Blitze in den Augen gegen Ketty.
«Was soll dieser Brief?«sprach sie.
«Es ist die Antwort auf den der gnädigen Frau, «erwiderte Ketty zitternd.
«Unmöglich!«versetzte Mylady,»unmöglich kann ein Edelmann an eine Frau einen solchen Brief geschrieben haben.«
Dann rief sie plötzlich:
«Mein Gott! sollte er wissen…«
Und sie hielt bebend inne. Sie knirschte mit den Zähnen, ihr Gesicht war leichenfarbig. Sie wollte einen Schritt gegen das Fenster machen, um Luft zu schöpfen; aber sie konnte nur den Arm ausstrecken, die Kraft versagte ihr und sie sank auf einen Stuhl zurück.
Ketty glaubte, sie befinde sich unwohl, und eilte zu ihr, um den Schnürleib zu öffnen. Aber Mylady sprang auf und rief lebhaft:
«Was willst Du? Warum legst Du Hand an mich?«»Ich glaubte, Mylady befinde sich unwohl, und wollte ihr Hülfe leisten, «antwortete die Zofe, ganz erschrocken über den furchtbaren Ausdruck, den das Gesicht ihrer Gebieterin angenommen hatte.
«Ich mich unwohl befinden! hältst Du mich für ein erbärmliches Weib? Soll ich krank werden, wenn man mich beleidigt? Nein, ich räche mich, verstehst Du wohl?«
Und sie gab Ketty ein Zeichen, sich zu entfernen.
VIII. Rachetraum
Am Abend gab Mylady Befehl, Herrn d'Artagnan einzuführen, sobald er seiner Gewohnheit gemäß kommen würde. Aber er kam nicht.
Am andern Tag besuchte Ketty den jungen Mann abermals und erzählte ihm Alles, was am Abend vorgefallen war. D'Artagnan lächelte. Dieser eifersüchtige Zorn war seine Rache.
Am zweiten Abend war Mylady noch ungeduldiger, als Tags zuvor; sie erneuerte den Befehl in Beziehung auf den Gascogner; aber sie wartete vergeblich, wie am Tag vorher. Am nächsten Morgen erschien Ketty wiederum bei d'Artagnan, nicht heiterer, nicht aufgeräumter, als an den zwei vorhergehenden Tagen, sondern im Gegentheil zum Sterben traurig. D'Artagnan fragte das arme Mädchen, was sie habe; aber sie zog statt jeder Antwort einen Brief aus der Tasche und händigte ihm denselben ein.
Dieser Brief war von der Hand Myladys, nur mit dem Unterschied, daß er diesmal wirklich für d'Artagnan und nicht für Herrn von Wardes bestimmt war.
Er öffnete und las Folgendes:
«Lieber Herr d'Artagnan, es ist nicht schön, seine Freunde zu vernachlässigen, besonders in dem Augenblick, wo man sie auf lange Zeit zu verlassen im Begriffe ist. Mein Schwager und ich haben Euch gestern und vorgestern vergebens erwartet. Wird dies heute Abend ebenso sein? Eure dankbare
Lady Winter.«
«Das ist ganz einfach, «sprach d'Artagnan.»Ich erwartete diesen Brief. Mein Kredit steigt durch das Sinken des Grafen von Wardes.«
«Werdet Ihr gehen?«fragte Ketty.
«Höre, mein liebes Kind, «sagte der Gascogner, der sich in seinen eigenen Augen darüber zu entschuldigen suchte, daß er von dem Versprechen, welches er Athos geleistet hatte, abgehen wollte;»Du begreifst, daß es unpolitisch wäre, einer so bestimmten Einladung nicht Folge zu leisten. Würde Mylady mich nicht zurückkommen sehen, so dürfte sie das Abbrechen meiner Besuche nicht begreifen; sie könnte dann irgend etwas vermuthen, und wer weiß, wie weit die Rache einer Frau von diesem Schlage gehen könnte?«