Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
— Also gut. Aber ich werde niemanden töten, solange ich mir nicht sicher bin, dass dieser Mann das ist, was du von ihm behauptest.
Sie schlugen gemeinsam zu und richteten ihre Zauber auf den Schild des Ichani. Der Ichani hielt inne, dann drehte er sich halb um. Als sein Blick auf Dorrien fiel, verzogen sich seine Lippen zu einem verächtlichen Grinsen. Dann wanderte sein Blick zu Sonea hinüber. Sein Grinsen verwandelte sich in ein bösartiges Lächeln. Schließlich kehrte er Akkarin den Rücken zu und näherte sich Sonea.
Sonea wich zurück. Sie griff mit Zauber um Zauber an, aber ihre Angriffe hinderten Parika nicht, näher zu kommen. Von Dorrien kamen Blitze, aber seine Bemühungen schienen ebenfalls keine Wirkung zu haben. Akkarin bombardierte weiter Parikas Schild, aber der Ichani ignorierte ihn.
Dorrien bewegte sich langsam weg von Sonea, und sie begriff, dass er hoffte, Parikas Aufmerksamkeit auf sich lenken zu können. Der Ichani schenkte ihm keine Beachtung. Als seine Angriffe machtvoller wurden, ließ Sonea sich von ihm die Straße hinuntertreiben.
Denk nach, sagte sie sich. Es muss einen Ausweg geben. Erinnere dich an Lord Yikmos Lektionen.
Sie attackierte Parikas Schild aus allen Richtungen und stellte fest, dass er immer noch unversehrt und undurchdringlich war. Sie erwog alle möglichen falschen Zauber und Tricks, die sie im Unterricht benutzt hatte, aber die meisten dieser Kunstgriffe basierten darauf, dass der Gegner versuchen würde, Energie zu sparen, indem er seinen Schild schwächte. Sie konnte ihn nur mit einer List dazu bringen, seine Stärke zu erschöpfen.
Dann trat Dorrien zwischen Sonea und den Ichani. Parikas Miene verdüsterte sich. Er blieb stehen und schleuderte mehrere Kraftzauber gegen den Heiler. Dorrien taumelte rückwärts, und sein Schild geriet ins Wanken. Sonea eilte zu ihm und legte ihren Schild über seinen. Als sie das tat, spürte sie, dass ihre eigenen Kräfte langsam schwanden. Dorrien hielt sie am Arm fest.
— Er ist so stark!
— Ja, und ich werde das nicht mehr sehr lange durchhalten.
— Wir müssen weg von hier. Er packte sie am Arm und zog sie die Straße hinunter.
— Aber Akkarin…
— Schlägt sich recht ordentlich. Wir können nichts mehr tun.
— Er ist nicht stark genug.
— Dann sind wir alle verloren.
Ein weiterer Zauber traf sie mit voller Wucht. Dorrien griff nach ihrer Hand, und sie rannte hinter ihm her. Der nächste Angriff trieb sie weiter. Sonea griff nach zusätzlicher Energie und wusste, dass dies ihre letzte Kraftreserve war.
Als der folgende Zauber ihren Schild zerschmetterte, keuchte sie. Sie blickte über die Schulter und sah, dass Parika mit langen Schritten auf sie zukam. Akkarin eilte ihnen nach. Sonea rannte, so schnell sie konnte.
Dann traf sie etwas von der Seite. Alle Luft wich aus ihrer Lunge, und sie prallte mit der Schulter auf den Boden. Einen Moment lang konnte sie nur still daliegen, betäubt von zwei gleichzeitig erfolgenden Angriffen. Dann zwang sie sich, sich auf den Ellbogen aufzurichten.
Dorrien lag einige Schritte von ihr entfernt, bewegungslos und bleich. Erschrocken versuchte sie aufzustehen, doch sie wurde abermals angegriffen und fiel zurück auf den Boden. Das Brennen eines fremden Schildes glitt über sie hinweg, und sie erstarrte vor Entsetzen. Jemand griff nach ihrem Arm und zerrte sie auf die Knie. Parika starrte auf sie hinab, den Mund zu einem grausamen Lächeln verzogen. In panischem Schrecken erwiderte sie seinen Blick.
Es kann nicht so enden!, dachte sie ungläubig.
Dann begann der Schild des Ichani zu vibrieren, als er wieder und wieder getroffen wurde. Akkarin stand nur wenige Schritte entfernt, und sein Gesichtsausdruck war furchtbar. Ohne sie loszulassen, griff der Ichani in seinen Mantel.
Als sie das geschwungene Messer sah, das er herauszog, überwältigte sie eine Angst, die jeden anderen Gedanken vertrieb. Sie wehrte sich gegen den Ichani, doch ihr Kampf war vollkommen nutzlos. Dann weckte der Schmerz der Klinge, die ihre Haut aufschlitzte, die Erinnerung an eine andere Schnittwunde, die sie sich selbst zugefügt hatte.
Sie hatte keine Kraft mehr, aber solange sie lebte, war immer noch ein klein wenig Energie übrig. Und die Heilung einer so kleinen Wunde kostete nur… geschafft!
Parika erstarrte und blickte fassungslos auf ihren Arm. Langsam senkte sich die Klinge erneut und berührte abermals Soneas Haut. Sie konzentrierte sich und spürte, wie der Schmerz verebbte. Die Augen des Ichani weiteten sich. Das nächste Mal drückte er ihr die Klinge tiefer ins Fleisch und schnalzte ungläubig mit der Zunge, als die Wunde sich abermals vor seinen Augen versiegelte.
Sie kennen keine heilende Magie. Einen Moment lang triumphierte sie, aber das Gefühl war nur von kurzer Dauer. Sie konnte sich nicht bis in alle Ewigkeit heilen. Irgendwann würde sie selbst dafür zu wenig Kraft haben.
Aber vielleicht gab es eine andere Möglichkeit, diese Fähigkeit zu ihrem Vorteil einzusetzen?
Natürlich gab es die.
Der Ichani hielt ihr Handgelenk umklammert. Haut auf Haut. Damit war er ihren Heilkräften beinahe so schutzlos ausgeliefert wie sie seiner schwarzen Magie. Sonea schloss die Augen und sandte ihren Geist aus, in den Arm des Sachakaners. Als sie das Brennen einer weiteren Schnittwunde spürte, geriet ihre Konzentration für einen Moment ins Wanken. Sie hielt nur inne, um sich zu heilen, dann drang sie tiefer in seinen Körper vor. In seine Schulter. In seine Brust. Am Rande ihres Bewusstseins nahm sie abermals den Schmerz einer flachen Schnittwunde wahr…
Da, dachte sie triumphierend. Sein Herz. Mit letzter Kraft griff sie danach und presste es zusammen.
Der Ichani stieß einen Laut aus, der halb Schrei, halb Keuchen war, und ließ sie los. Sie fiel zu Boden und rollte sich zur Seite, als der Mann auf die Knie stürzte und seine Brust umklammerte.
Reglos hockte er da, am Rande des Todes. Fasziniert beobachtete Sonea, wie sein Gesicht langsam blau anlief.
»Geh weg von ihm!«
Akkarins Schrei ließ Sonea zusammenzucken. Er rannte auf den Ichani zu und hob im Laufen das Messer auf, das ihr Angreifer fallen gelassen hatte. Mit einer fließenden Bewegung seines Arms schlitzte Akkarin die Haut am Nacken des Mannes auf, dann presste er die Hand auf die Wunde.
Als Sonea klar wurde, was er tat, entspannte sie sich. Er würde Parikas restliche Kraft nehmen. Der Ichani würde ohnehin sterben, und es war durchaus möglich, dass er noch über einige Energie verfügte …
Dann wurde ihr plötzlich die Bedeutung von Akkarins Worten bewusst. Wenn Parika starb, solange noch Magie in ihm war, würde diese Kraft seinen Körper verzehren und alles in seiner unmittelbaren Umgebung zerstören. Sonea erhob sich mühsam und zog sich zurück.
Akkarin richtete sich auf. Er warf das Messer weg und ließ Parika zu Boden fallen. Einen Moment später war er bei ihr und zog sie so fest an sich, dass ihr keine Luft mehr zum Atmen blieb.
»Ich dachte, ich hätte dich verloren«, flüsterte er rau. Er rang bebend nach Luft. »Du hättest weglaufen sollen, sobald er auftauchte.«
Sie fühlte sich zerschunden und erschöpft, aber als Akkarin heilende Magie in ihren Körper sandte, kehrte ihre Kraft langsam zurück. »Ich habe es dir doch gesagt. Ich werde dich nicht verlassen. Wenn wir sterben, sterben wir zusammen.«
Er trat einen Schritt zurück und blickte erheitert auf sie hinab. »Das ist sehr schmeichelhaft, aber was ist mit Dorrien?«
»Dorrien!«
Er murmelte einen Fluch und drehte sich zu Dorrien um, der einige Schritte entfernt lag. Gemeinsam eilten sie zu dem Heiler hinüber. Dorriens Augen waren geöffnet, aber trüb vor Schmerz.