Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Bitte sei nicht mehr böse auf mich«, flüstere ich.
»Ich bin nicht böse auf dich, Anastasia. Ich bin nur nicht daran gewöhnt, solche Gespräche zu führen, diese bohrenden Fragen. Normalerweise führe ich diese Art von Unterhaltung nur mit Dr. Flynn und mit …« Er hält abrupt inne.
»Mit ihr. Mrs. Robinson. Du redest mit ihr.« Nun bin ich diejenige, die um ihre Beherrschung ringt.
»Ja.«
»Worüber redet ihr genau?«
Er dreht sich so um, dass er mir direkt ins Gesicht sehen kann, wobei das Wasser über den Wannenrand schwappt. Er legt den Arm um meine Schulter.
»Du gibst nicht so schnell auf, was?«, fragt er mit einem Anflug von Verärgerung in der Stimme. »Wir reden über das Leben, über Gott und die Welt – übers Geschäft. Sie und ich kennen uns eine halbe Ewigkeit, Anastasia. Wir können über alles reden.«
»Auch über mich?«
»Ja.« Noch immer sieht er mich aufmerksam an.
Ich beiße mir auf die Lippe und kämpfe gegen den Anflug von Verärgerung an.
»Wieso redest du mit ihr über mich?« Eigentlich will ich nicht weinerlich und bockig klingen, aber es gelingt mir nicht. Mir ist völlig klar, dass ich es gut sein lassen sollte. Wieder einmal hat mein Unterbewusstsein das Gesicht zu einer Munch-Fratze verzogen.
»Ich habe noch nie jemanden wie dich kennen gelernt, Anastasia.«
»Was heißt das? Jemanden, der gleich alles unterschreibt, was du ihm vorlegst, ohne auch nur einmal nachzufragen?«
Er schüttelt den Kopf. »Ich brauchte einen Rat.«
»Und was Mrs. Pädo dir rät, befolgst du?«, blaffe ich ihn an. Offenbar habe ich mein Temperament weniger gut im Griff, als ich dachte.
»Das reicht jetzt, Anastasia«, herrscht er mich an. Seine Augen sind zu Schlitzen verengt.
Ich bewege mich auf dünnem Eis und riskiere, jederzeit einzubrechen.
»Sonst lege ich dich übers Knie. Ich habe keinerlei sexuelles oder romantisches Interesse an ihr. Sie ist eine enge Freundin und Geschäftspartnerin, mehr nicht. Zwischen uns war früher einmal etwas, wovon ich mehr profitiert habe, als ich sagen kann, dafür hat es sie ihre Ehe gekostet – aber diese Phase liegt längst hinter uns.«
Das ist ein weiterer Punkt, der mir beim besten Willen nicht in den Kopf will. Sie war auch noch verheiratet. Wie konnten sie so lange zusammen sein, ohne dass jemand dahinterkam?
»Und deine Eltern haben es nie herausgefunden?«
»Nein, das habe ich dir doch gesagt.«
Mir ist klar, dass ich so nicht weiterkomme. Ich kann ihn nicht mit weiteren Fragen löchern, ohne Gefahr zu laufen, dass er vollends ausflippt.
»War’s das jetzt?«, fährt er mich an.
»Fürs Erste.«
Er holt tief Luft und entspannt sich sichtlich, als wäre ihm eine zentnerschwere Last von den Schultern genommen worden.
»Gut, jetzt bin ich an der Reihe.« Ein stählerner Ausdruck tritt in seine Augen. »Du hast nicht auf meine Mail geantwortet.«
Ich hasse es, im Mittelpunkt zu stehen. Und wann immer wir unterschiedlicher Meinung sind, scheint er wütend zu werden. Er ist eben nicht daran gewöhnt, dass ihm jemand Paroli bietet – eine Erkenntnis, die mir ganz und gar nicht gefällt.
»Ich wollte antworten, aber jetzt bist du ja hier.«
»Wäre es dir lieber, wenn ich nicht hergeflogen wäre?« Wieder ist seine Miene ausdruckslos.
»Nein, ich freue mich sogar darüber«, antworte ich leise.
»Gut.« Sichtlich erleichtert, lächelt er mich an. »Ich freue mich auch, hier zu sein, trotz deines Verhörs. Du glaubst also, es ist völlig in Ordnung, mich in die Mangel zu nehmen, während du eine Art diplomatische Immunität genießt, nur weil ich durchs halbe Land geflogen bin, um dich zu sehen? Vergiss es. Ich will wissen, wie du empfindest.«
O nein …
»Das habe ich doch gerade gesagt. Ich freue mich, dass du hergekommen bist. Danke, dass du den langen Weg auf dich genommen hast«, antworte ich lahm.
»War mir ein Vergnügen.« Seine Augen leuchten, als er sich vorbeugt und mich zärtlich küsst.
Ich ertappe mich dabei, wie ich seinen Kuss reflexartig erwidere. Das Wasser ist immer noch warm, der Dampf wabert über unseren Köpfen. Er löst sich von mir und sieht mich an.
»Nein. Ich will zuerst ein paar Antworten, bevor mehr passiert.«
Mehr? Schon wieder dieses Wort. Und er will Antworten … aber worauf? Ich habe keine geheimnisvolle Vergangenheit, keine schreckliche Kindheit, die ich in den Ring werfen könnte. Was könnte er über mich erfahren wollen, das er nicht schon längst weiß?
Ich seufze resigniert. »Also gut. Was willst du wissen?«
»Wie stehst du zum Beispiel zu unserem möglichen Arrangement?«
Ich starre ihn verblüfft an. Wahrheit oder Pflicht. Mein Unterbewusstsein und meine innere Göttin sehen einander nervös an. Pfeif drauf, nehmen wir die Wahrheit.
»Ich glaube nicht, dass ich es über einen längeren Zeitraum schaffen werde, beispielsweise ein ganzes Wochenende über jemand zu sein, der ich nicht bin«, gestehe ich und blicke auf meine Hände.
Er umfasst mein Kinn und zwingt mich, ihn anzusehen. Zu meiner Verblüffung spielt ein belustigtes Lächeln um seine Mundwinkel.
»Nein, das glaube ich auch nicht.«
Seine Bemerkung kränkt mich beinahe ein bisschen. »Lachst du mich etwa aus?«, frage ich trotzig.
»Ja, aber ich meine es nicht böse«, antwortet er, immer noch lächelnd.
Er beugt sich vor und küsst mich flüchtig.
»Deine Talente als Sub sind nun mal nicht besonders groß«, sagt er, ohne mein Kinn loszulassen. Immer noch funkeln seine Augen vor Belustigung.
Überrascht blicke ich ihn einen Moment lang an, dann breche ich in schallendes Gelächter aus – und er stimmt ein.
»Vielleicht liegt es ja an meinem Lehrer.«
Er schnaubt. »Kann sein. Vielleicht sollte ich strenger mit dir sein.« Er legt den Kopf schief und grinst verschlagen.
Ich schlucke. Oje. Doch gleichzeitig spüre ich wieder dieses köstliche Ziehen im Unterleib. Das ist seine Art, mir zu zeigen, dass ich ihm etwas bedeute; vielleicht die einzige Art und Weise, wie er es zeigen kann, das ist mir mittlerweile klar geworden. Er sieht mich abwartend an.
»War es so schlimm, als ich dich das erste Mal übers Knie gelegt habe?«
Ratlos erwidere ich seinen Blick. War es so schlimm? Ich weiß noch, dass mich meine Reaktion völlig durcheinandergebracht hat. Es hat wehgetan, aber nicht so sehr, wie man hätte annehmen können. Er hat mir wieder und wieder gesagt, dass mein Kopf das Problem sei. Und beim zweiten Mal … war es gut … heiß.
»Eigentlich nicht«, flüstere ich.
»Es geht also mehr ums Prinzip?«, hakt er nach.
»Vermutlich. Darum, Lust zu empfinden, obwohl man es eigentlich nicht dürfte.«
»Mir ging es am Anfang ebenfalls so. Es dauert eine Weile, bis man sich an den Gedanken gewöhnt hat.«
Damals war er noch ein Teenager, verdammt nochmal!
»Du hast immer noch die Möglichkeit, das Safeword zu sagen, Anastasia. Vergiss das nicht. Und solange du dich an die Regeln hältst, die mein tiefes Bedürfnis nach Kontrolle befriedigen und deiner eigenen Sicherheit dienen, finden wir vielleicht einen Weg.«
»Wieso hast du das Bedürfnis, mich zu kontrollieren?«
»Weil genau dieses Bedürfnis während der Prägephase in meinem Leben nicht befriedigt wurde.«
»Also ist das Ganze eine Art Therapie für dich?«
»So habe ich es bisher noch nie betrachtet, aber, ja, vermutlich ist es das.«
Das kann ich nachvollziehen. Ein sehr hilfreicher Ansatz.
»Aber das Problem ist, dass du in der einen Sekunde sagst, ich soll mich dir nicht widersetzen, in der nächsten aber willst, dass ich dir Paroli biete. Dich zufrieden zu stellen ist eine echte Gratwanderung.«
Er sieht mich einen Moment lang an, dann runzelt er die Stirn. »Das sehe ich ein. Aber bislang machst du deine Sache sehr gut.«