Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
Verdammt. Ist er wirklich sauer auf mich? Vielleicht liegt es ja an meinen spitzen Bemerkungen über Mrs. Robinson. Oder daran, dass ich inzwischen beim dritten, bald schon beim vierten Cosmopolitan bin. Meine Mutter sieht beklommen von einem zum anderen.
»Möchten Sie sich vielleicht zu uns setzen, Christian?« Sie winkt dem Kellner, der augenblicklich neben ihr steht.
»Ich nehme einen Gin Tonic«, sagt er. »Hendricks, wenn Sie haben, oder Bombay Sapphire. Den Hendricks mit Gurke, den Bombay lieber mit Zitrone.«
Meine Güte … nur Christian schafft es, aus einer einfachen Getränkebestellung eine ganze Abendmahlzeit zu machen.
»Und noch zwei Cosmos, bitte«, füge ich mit einem verstohlenen Seitenblick auf Christian hinzu. Ich bin mit meiner Mutter etwas trinken gegangen – deswegen kann er doch nicht sauer auf mich sein.
»Bitte, nehmen Sie sich doch einen Stuhl, Christian.«
»Danke, Mrs. Adams.«
Christian zieht einen Stuhl heran und nimmt mit einer eleganten Bewegung Platz.
»Also bist du zufällig in dem Hotel abgestiegen, in dem wir etwas trinken gegangen sind?«, frage ich, um einen unbeschwerten Tonfall bemüht.
»Oder ihr beide seid zufällig in dem Hotel etwas trinken gegangen, in dem ich abgestiegen bin«, erwidert Christian. »Ich war essen, bin hier vorbeigekommen und habe dich gesehen. Ich war mit den Gedanken bei deiner letzten E-Mail, und dann sitzt du auf einmal hier. Was für ein Zufall, nicht?« Er legt den Kopf schief, und ich entdecke den Anflug eines Lächelns auf seinem Gesicht. Gott sei Dank – vielleicht lässt sich der Abend ja doch noch retten.
»Meine Mutter und ich waren den ganzen Vormittag shoppen und danach am Strand. Wir haben beschlossen, uns heute Abend ein paar Cocktails zu genehmigen.« Keine Ahnung, wieso, aber ich habe das Gefühl, ihm eine Erklärung zu schulden.
»Ist dieses Top neu?«, fragt er mit einem Nicken auf mein grünes Seidenoberteil. »Es steht dir gut. Und du hast ein bisschen Farbe bekommen. Du siehst sehr hübsch aus.«
Ich werde rot.
»Eigentlich wollte ich dich erst morgen besuchen kommen, aber jetzt bist du ja hier.«
Er nimmt meine Hand und streicht mit dem Daumen über meine Fingerknöchel, hin und her … prompt spüre ich das vertraute Ziehen, die elektrische Spannung, die sich unter meiner Haut ausbreitet, durch meine Venen pumpt, meinen ganzen Körper zum Pulsieren bringt. Wir haben uns seit mehr als zwei Tagen nicht mehr gesehen. Verdammt, ich will ihn. Mein Atem stockt. Ich lächle ihn schüchtern an und registriere erleichtert das Lächeln, das um seine Mundwinkel spielt.
»Ich wollte dich überraschen, Anastasia. Aber wie immer bist du diejenige, die mich überrascht.«
Ich sehe flüchtig zu Mom hinüber, deren Blick wie gebannt an Christian hängt. Lass das, Mom. Als wäre er irgendein seltenes Geschöpf, das sie noch nie vorher gesehen hat. Okay, ich weiß ja, dass ich noch nie einen festen Freund hatte und Christian der perfekte Kandidat ist – aber ist es so schwer vorstellbar, dass mich ein Mann anziehend findet? Dieser Mann? Ja, ehrlich gesagt schon – sieh ihn dir doch bloß mal an!, blafft mein Unterbewusstsein mich an. Halt die Klappe! Wer hat dich überhaupt nach deiner Meinung gefragt? Ich werfe meiner Mutter einen finsteren Blick zu, doch sie scheint es nicht mitzubekommen.
»Ich wollte dich bei deinem Plausch mit deiner Mutter nicht stören. Ich trinke nur kurz etwas mit euch, dann verschwinde ich auch schon. Ich habe noch zu arbeiten«, erklärt er mit ernster Miene.
»Christian, ich freue mich so, Sie endlich kennen zu lernen«, sagt Mom, die offenbar endlich ihre Stimme wiedergefunden hat. »Ana hat so von Ihnen geschwärmt.«
Er lächelt sie an. »Tatsächlich?« Er hebt eine Braue und sieht mich amüsiert an, woraufhin ich erneut rot anlaufe.
Der Kellner kommt mit unseren Getränken.
»Hendricks, Sir«, verkündet er triumphierend.
»Danke«, murmelt Christian.
Nervös nippe ich an meinem frischen Cosmo.
»Wie lange werden Sie in Georgia bleiben, Christian?«, fragt Mom.
»Bis Freitag, Mrs. Adams.«
»Oh, hätten Sie Lust, morgen mit uns zu Abend zu essen? Und nennen Sie mich doch bitte Carla.«
»Das wäre mir ein großes Vergnügen, Carla.«
»Hervorragend. Wenn ihr beide mich für einen Moment entschuldigen würdet.«
Mom, du warst doch gerade erst auf der Toilette. Ich werfe ihr einen flehenden Blick zu, als sie aufsteht und uns verlässt.
»Du bist also sauer auf mich, weil ich mit einer alten Freundin essen war.« Christian hebt meine Hand an seine Lippen und küsst zärtlich jeden einzelnen Fingerknöchel, ohne seinen durchdringenden Blick von mir zu lösen.
Meine Güte, will er ausgerechnet jetzt darüber reden?
»Ja«, antworte ich leise und spüre, wie die Hitze durch meinen Körper schießt.
»Unsere körperliche Beziehung ist schon lange beendet, Anastasia. Ich will keine andere, nur dich. Hast du das immer noch nicht begriffen?«
»Für mich ist sie eine Frau, die kleine Kinder missbraucht, Christian.« Ich warte mit angehaltenem Atem auf seine Reaktion.
Er wird blass. »Du bist voreingenommen. So war es nicht«, flüstert er, sichtlich schockiert, und lässt meine Hand los.
Voreingenommen?
»Ach ja? Wie war es denn dann?« Die Cosmos verleihen mir offenbar Mut.
Er sieht mich bestürzt an. »Sie hat einen verletzlichen fünfzehnjährigen Jungen benutzt«, fahre ich fort. »Wärst du ein fünfzehnjähriges Mädchen und Mrs. Robinson ein Mr. Robinson gewesen, der versucht hätte, dich zu seiner Partnerin einer BDSM-Beziehung zu machen, wäre das für dich in Ordnung gewesen? Wenn es, sagen wir, Mia gewesen wäre?«
Er schnappt nach Luft. »Ana, so war es nicht.«
Ich erwidere seinen finsteren Blick.
»Ich habe es jedenfalls nicht so empfunden«, räumt er leise ein. »Sie hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Und genau das habe ich damals gebraucht.«
»Das verstehe ich nicht.«
»Anastasia, deine Mutter kommt gleich zurück. Ich will jetzt nicht darüber reden. Später, vielleicht. Wenn es dir nicht recht ist, dass ich hier bin, kann ich jederzeit wieder gehen. Am Flughafen Hilton Head steht eine Maschine auf Stand-by. Ich kann jederzeit verschwinden.«
Er ist sauer auf mich … nein.
»Nein, geh nicht. Bitte. Ich freue mich so, dass du hier bist. Ich will doch nur, dass du mich verstehst. Ich bin wütend, weil du mit ihr essen gegangen bist, kaum dass ich weg war. Überleg doch nur, wie wütend du bist, wenn ich auch nur in Josés Nähe komme. Und José ist nur ein guter Freund von mir. Ich habe nie mit ihm geschlafen. Wohingegen du und sie …« Ich lasse meine Stimme verklingen.
»Du bist eifersüchtig?«, fragt er völlig verblüfft, während der Ausdruck in seinen Augen weich wird.
»Ja, und wütend auf das, was sie dir angetan hat.«
»Anastasia, sie hat mir geholfen. Mehr sage ich nicht dazu. Und was deine Eifersucht angeht – versetz dich bitte einmal in meine Lage. In den letzten sieben Jahren musste ich niemandem Rechenschaft ablegen. Niemandem. Ich tue, was mir gerade in den Sinn kommt, Anastasia. Ich liebe meine Unabhängigkeit. Ich habe mich nicht mit Mrs. Robinson getroffen, um dich eifersüchtig zu machen. Sondern weil wir uns ab und zu mal sehen. Sie ist eine alte Freundin und Geschäftspartnerin.«
Geschäftspartnerin? Das ist ja etwas ganz Neues, verdammt.
Er sieht mich abschätzend an. »Ja, wir sind Geschäftspartner. Sexuell läuft nichts mehr zwischen uns. Schon seit Jahren nicht mehr.«
»Und wieso ging es zu Ende?«
Er presst die Lippen aufeinander, und seine Augen funkeln. »Ihr Mann hat es herausgefunden.«
Scheiße!
»Könnten wir vielleicht ein anderes Mal darüber reden? Irgendwo, wo es ruhiger ist?«, knurrt er.