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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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»So ist es richtig, Baby«, stöhnt er mit rauer Stimme und versenkt sich wieder und wieder in mir. Und mit einem Mal ist es, als würde ich fliegen, ganz hoch oben.

O Gott. Ich komme, laut und stöhnend. Mit aller Kraft klammere ich mich am Waschbecken fest, als der Orgasmus über mich hinwegspült und sich alles um mich herum zu drehen beginnt. Er folgt mir, hält mich fest umfasst, seine Brust gegen meinen Rücken gepresst, als er zum Höhepunkt gelangt und meinen Namen ruft, immer wieder, wie ein Gebet oder eine Litanei.

»Oh, Ana!« Ich höre seine schweren Atemzüge im Gleichklang mit meinen eigenen. »Oh, Baby, kriege ich jemals genug von dir?«

Langsam sinken wir zu Boden. Er schlingt die Arme um mich und hält mich fest. Wird es immer so sein? So überwältigend, so alles umschlingend, so verwirrend und betörend zugleich? Eigentlich bin ich hergekommen, um mit ihm zu reden, aber jetzt bin ich viel zu erschöpft und benommen von seinen Künsten als Liebhaber. Werde ich jemals genug von diesem Mann bekommen?

Ich liege zusammengerollt auf seinem Schoß. Mein Kopf ruht an seiner Brust, während wir allmählich wieder zu Atem kommen. Verstohlen sauge ich seinen herrlichen Duft in meine Lunge. Ich darf ihn nicht streicheln, ich darf ihn nicht streicheln. Ich wiederhole das Mantra im Geiste ein ums andere Mal, obwohl die Versuchung groß ist. Wie gern würde ich die Hand ausstrecken und mit den Fingerspitzen Muster in sein Brusthaar zeichnen … Aber ich reiße mich zusammen, weil ich genau weiß, wie sehr er es hasst. Eine Weile liegen wir schweigend da, jeder verloren in seinen eigenen Gedanken. Ich habe mich verloren … in ihm.

In diesem Moment fällt mir wieder ein, dass ich ja meine Periode habe.

»Ich blute«, murmle ich.

»Das macht mir nichts aus«, sagt er.

»Das habe ich gemerkt.« Mir entgeht nicht, dass meine Stimme spröde klingt.

Er versteift sich. »Macht es dir etwas aus?«, fragt er.

Ob es mir etwas ausmacht? Vielleicht sollte es mir ja etwas ausmachen … oder? Nein, eigentlich ist es mir egal. Ich lehne mich gegen ihn und sehe in seine grauen Augen, in denen ein weicher Ausdruck liegt.

»Nein, überhaupt nicht.«

Er grinst. »Los, lass uns in die Wanne steigen.«

Er löst sich von mir und steht auf. Dabei fällt mein Blick erneut auf die kleinen runden Narben auf seiner Brust. Sie stammen nicht von den Masern. Grace hat selbst erzählt, die Symptome seien bei ihm nur schwach ausgeprägt gewesen. O Gott … dann müssen es Verbrennungen sein. Aber wovon? Ich werde blass, als der Groschen fällt. Ekel und blankes Entsetzen packen mich. Stammen sie etwa von Zigaretten? Und wer hat ihm das angetan? Mrs. Robinson oder seine leibliche Mutter? Aber vielleicht gibt es ja eine plausible Erklärung dafür, und ich bin nur hysterisch. Ein Hoffnungsschimmer keimt in mir auf. Hoffnung, dass ich mich irre.

»Was ist?« Christian sieht mich erschrocken an.

»Deine Narben«, flüstere ich. »Sie stammen nicht von den Masern.«

Innerhalb von Sekundenbruchteilen ist er verschlossen wie eine Auster. Seine entspannte Gelassenheit schlägt in Trotz um … oder sogar Wut. Seine Miene verfinstert sich.

»Nein«, herrscht er mich an, macht jedoch keine Anstalten fortzufahren. Stattdessen nimmt er meine Hand und zieht mich hoch.

»Sieh mich nicht so an.« Seine Stimme ist eisig. Er lässt meine Hand los.

Ich werde rot und blicke verlegen auf meine Hände. Jemand hat Zigaretten auf Christians Haut ausgedrückt. Ich weiß es. Mir ist speiübel.

»Hat sie das getan?« Die Worte kommen über meine Lippen, bevor ich es verhindern kann.

Er schweigt, deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn anzusehen. Er mustert mich mit finsterem Blick.

»Sie? Du meinst Mrs. Robinson? Die Frau ist kein Tier, Anastasia. Natürlich war sie es nicht. Ich verstehe nicht, weshalb du sie unbedingt dämonisieren musst.«

Er steht vor mir, splitternackt in seiner vollen männlichen Pracht und meinem Blut, das an ihm klebt … und endlich führen wir das Gespräch, weswegen ich eigentlich hier bin. Auch ich bin nackt – keiner von uns kann sich verstecken, es sei denn, in der Badewanne. Ich hole tief Luft, trete an ihm vorbei und steige in die Wanne. Das Wasser ist herrlich warm und beruhigend. Ich lasse mich in den duftenden Schaum sinken und sehe aus dem Meer von Blasen zu ihm hoch.

»Ich frage mich nur, wie du wohl wärst, wenn du sie nicht kennen gelernt hättest. Wenn sie dich nicht in ihren … Lebensstil eingeführt hätte.«

Seufzend tritt er über die Stufen in die Wanne. Sein Kiefer ist angespannt, sein Blick eisig, als er sich mit einer eleganten Bewegung gegenüber von mir ins Wasser sinken lässt, sorgsam darauf bedacht, mich nicht zu berühren. Meine Güte – habe ich ihn schon wieder so sehr verärgert?

Er mustert mich mit ausdrucksloser Miene. Wieder hängt die Stille wie eine düstere Wolke über uns, aber diesmal gebe ich nicht nach. Jetzt bist du dran, Grey. Mein Unterbewusstsein kaut nervös an den Nägeln. Alles könnte passieren. Wir starren einander an, aber ich bin fest entschlossen, mich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Nach einer Weile, die mir wie eine Ewigkeit vorkommt, schüttelt er den Kopf und grinst.

»Ohne Mrs. Robinson hätte mir wahrscheinlich dasselbe Schicksal geblüht wie meiner leiblichen Mutter.«

Ich sehe ihn verblüfft an. Was meint er damit? Cracksucht oder Strich? Oder beides?

»Sie hat mich auf eine Art und Weise geliebt, die für mich … annehmbar war«, fügt er achselzuckend hinzu.

Was zum Teufel soll das denn bedeuten?

»Annehmbar?«, frage ich leise.

»Ja.« Er betrachtet mich angespannt. »Sie hat mich von dem destruktiven Weg abgebracht, den ich eingeschlagen hatte. Es ist sehr schwer, in einer perfekten Familie aufzuwachsen, wenn man selbst nicht perfekt ist.«

Mein Mund ist staubtrocken. Ich sehe ihn an, doch ich kann den Ausdruck auf seinem Gesicht nicht deuten. Es liegt auf der Hand, dass er nicht mehr preisgeben wird. Wie frustrierend. Ich weiß nicht, was ich von all dem halten soll. Er scheint so voller Selbsthass zu sein, und Mrs. Robinson hat ihn geliebt. O Gott … tut sie es vielleicht sogar heute noch? Es ist, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube verpasst.

»Liebt sie dich immer noch?«

»Ich glaube nicht. Zumindest nicht auf diese Weise.« Er runzelt die Stirn, als wäre ihm dieser Gedanke noch nie vorher gekommen. »Ich sage doch die ganze Zeit, dass es lange her ist. Vergangenheit. Ich könnte es nicht ändern, selbst wenn ich es wollte, was ich aber nicht tue. Sie hat mich vor mir selbst gerettet. « Aufgewühlt fährt er sich mit der Hand durch sein feuchtes Haar. »Ich habe noch nie mit jemandem darüber geredet.« Er hält inne. »Außer mit Dr. Flynn natürlich. Und es gibt nur einen Grund, weshalb ich mit dir darüber rede – weil ich will, dass du mir vertraust.«

»Ich vertraue dir auch, aber ich will dich besser kennen lernen, und wann immer ich versuche, über etwas mit dir zu reden, weichst du mir aus. Es gibt aber so vieles, was ich gern wissen möchte.«

»Herrgott nochmal, Anastasia. Was brauchst du denn noch? Was muss ich tun?« Seine Augen funkeln, und obwohl er die Stimme nicht erhoben hat, sehe ich ihm an, dass er um seine Beherrschung ringt.

Ich starre auf den Schaum, der bereits in sich zusammenfällt.

Vielleicht liegt es an den vier Cosmos, dass ich auf einmal so mutig bin, aber mit einem Mal ertrage ich die Distanz zwischen uns keine Sekunde länger. Ich gleite durchs Wasser und schmiege mich an ihn. Im ersten Moment spannt er sich an und beäugt mich misstrauisch, als hätte er Angst, dass ich ihn beiße. Das ist ja mal etwas ganz Neues. Meine innere Göttin betrachtet ihn mit stillem Staunen.

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