Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Du wirst mich wohl kaum davon überzeugen können, dass sie keine Kinderschänderin ist.«
»Das ist sie für mich nicht. War sie nie. Und jetzt reicht’s!«, schnauzt er mich an.
»Hast du sie geliebt?«
»Und? Wie läuft’s bei euch beiden?« Meine Mutter ist zurückgekehrt, ohne dass wir es bemerkt haben.
Schuldbewusst fahren Christian und ich auseinander, während ich mir ein falsches Lächeln abringe. Sie mustert mich angespannt.
»Prima, Mom.«
Christian nippt an seinem Drink und sieht mich an. Wieder liegt dieser reservierte Ausdruck auf seinen Zügen. Was geht in seinem Kopf vor? Hat er sie geliebt? Wenn ja, flippe ich aus, und zwar so richtig.
»Tja, Ladys, dann werde ich euch beide jetzt allein lassen.«
Nein … nein … er kann jetzt nicht einfach verschwinden.
»Bitte schreiben Sie die Drinks auf Zimmer 612. Ich rufe dich morgen früh an, Anastasia. Bis morgen, Carla.«
»Oh, es ist so schön zu hören, wie dich jemand mit deinem vollen Namen anspricht.«
»Ein schöner Name für ein schönes Mädchen«, murmelt Christian und schüttelt ihr die Hand.
Ein verzücktes Wimmern entfährt ihr.
Mom! Auch du, Brutus? Ich stehe auf und sehe ihn an, flehe stumm, meine Frage zu beantworten, doch er gibt mir nur einen züchtigen Kuss auf die Wange.
»Ciao, ciao, Baby«, flüstert er mir ins Ohr, dann ist er verschwunden.
Dieser elende Kontrollf reak. Wieder kocht die Wut mit unverminderter Stärke in mir hoch. Ich lasse mich auf meinen Stuhl fallen und starre meine Mutter finster an.
»Ana, ich bin völlig sprachlos. Der Mann ist unglaublich. Ich weiß ja nicht, was da zwischen euch läuft, aber ich habe den Eindruck, als müsstet ihr dringend miteinander reden. Und dieses Knistern … Wahnsinn! Puh!« Theatralisch fächelt sie sich Luft zu.
»MOM!«
»Los, geh und rede mit ihm.«
»Ich kann nicht. Ich bin hier, weil ich dich besuchen wollte.«
»Ana, du bist hergekommen, weil du wegen dieses Jungen komplett durcheinander bist. Jeder Blinde sieht, dass ihr völlig verrückt nacheinander seid. Du musst mit ihm reden. Er ist gerade dreieinhalbtausend Meilen geflogen, nur um dich zu sehen. Und du weißt ja selbst, wie unerträglich diese Fliegerei ist.«
Ich werde rot. Bisher habe ich ihr noch nichts von seinem Privatflugzeug erzählt.
»Was ist denn nun schon wieder?«, herrscht sie mich an.
»Er hat ein eigenes Flugzeug«, gestehe ich verlegen. »Außerdem sind es nicht mal dreitausend Meilen.«
Wieso ist mir das Ganze bloß so peinlich?
Sie reißt die Augen auf. »Wow«, stößt sie hervor. »Ana, zwischen euch ist doch irgendetwas. Ich versuche schon die ganze Zeit, aus dir herauszukitzeln, was es ist. Aber es gibt nur eine Möglichkeit, das Problem zu lösen, was auch immer es sein mag. Du musst mit ihm reden. Du kannst noch so lange darüber nachgrübeln, solange du nicht mit ihm redest, kommst du der Lösung keinen Schritt näher.«
Ich sehe sie stirnrunzelnd an.
»Ana, Schatz, du neigst dazu, alles zu Tode zu analysieren. Das war schon immer so. Hör auf dein Bauchgefühl. Was sagt dir dein Bauch, Schatz?«
Ich starre auf meine Hände. »Ich glaube, ich liebe ihn«, gestehe ich leise.
»Ich weiß, Schatz. Und er liebt dich.«
»Nein!«
»Doch, Ana. Lieber Himmel, was brauchst du denn noch? Eine Leuchtanzeige auf seiner Stirn?«
In meinen Augenwinkeln sammeln sich Tränen.
»Ana, Schatz, wein doch nicht.«
»Ich glaube nicht, dass er mich liebt.«
»Niemand lässt einfach alles stehen und liegen und fliegt mit seiner Privatmaschine quer durchs halbe Land, um ein Tässchen Tee zu trinken, selbst wenn man noch so reich ist. Los, geh zu ihm! Das Hotel ist wunderschön, sehr romantisch. Außerdem seid ihr hier auf neutralem Terrain.«
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Zu ihm gehen oder nicht?
»Du brauchst nicht mit mir nach Hause zu kommen, Schatz. Ich will nur, dass du glücklich bist, und im Augenblick liegt der Schlüssel zu deinem Glück da oben in Zimmer 612. Und solltest du es dir später anders überlegen – der Schlüssel liegt unter der Yucca-Palme auf der Veranda. Wenn du hierbleibst … tja … du bist erwachsen. Pass nur gut auf dich auf.«
Ich laufe tiefrot an. Meine Güte, Mom.
»Aber zuerst trinken wir aus.«
»Schon besser. Das ist mein Mädchen.« Sie grinst.
Schüchtern klopfe ich an die Tür von Zimmer 612. Christian macht mit dem Handy am Ohr auf. Einen Moment lang sieht er mich verblüfft an, dann hält er die Tür auf und winkt mich herein.
»Die Sozialpläne sind in trockenen Tüchern … und die Kosten?« Er stößt einen Pfiff aus. »Junge, Junge … das war ein teurer Fehler … Und Lucas?«
Ich sehe mich um. Es ist eine Suite, ähnlich wie im Heathman, ultramodern eingerichtet, in gedämpften Violett- und Goldtönen und mit bronzenen Strahlenkränzen an den Wänden. Christian tritt vor eine Anrichte aus dunklem Holz und öffnet eine Tür, hinter der eine Minibar zum Vorschein kommt. Er bedeutet mir, mich zu bedienen, dann verschwindet er ins Schlafzimmer; vermutlich, damit ich der Unterhaltung nicht länger lauschen kann. Ich zucke mit den Schultern. Auch als ich zu ihm ins Arbeitszimmer gekommen bin, hat er weitertelefoniert. Ich höre Wasser rauschen … offenbar lässt er ein Bad ein. Sekunden später kehrt er ins Wohnzimmer zurück.
»Andrea soll mir die Grafiken schicken. Barney meinte, er hätte das Problem geknackt.« Christian lacht. »Nein, am Freitag … Hier gibt es ein Grundstück, das ganz interessant sein könnte … Ja, Bill soll mich anrufen … Nein, morgen … Ich will zuerst hören, was Georgia anbietet, wenn wir einsteigen …«, sagt er, ohne den Blick von mir zu wenden, reicht mir ein Glas und deutet auf den Eiskübel.
»Wenn sie genug Fördergelder bieten … Wir könnten es zumindest ins Auge fassen, auch wenn ich wegen dieser verdammten Hitze hier unten so meine Bedenken habe … Das stimmt. Detroit hat eindeutig seine Vorteile, außerdem ist es kühler dort …« Für einen Moment verdüstern sich seine Züge. Warum? »Bill soll mich anrufen. Morgen … aber nicht zu früh.« Er legt auf und sieht mich mit undurchdringlicher Miene an. Die Stille liegt schwer im Raum.
Okay … ich muss etwas sagen.
»Du hast meine Frage nicht beantwortet.«
»Nein, habe ich nicht.« Ein wachsamer Ausdruck liegt in seinen grauen Augen.
»Nein, du hast meine Frage nicht beantwortet, oder nein, du hast sie nicht geliebt?«
Er verschränkt die Arme vor der Brust und lehnt sich mit dem Anflug eines Lächelns gegen die Wand.
»Weshalb bist du hier, Anastasia?«
»Das habe ich dir doch gerade gesagt.«
Er holt tief Luft. »Nein, ich habe sie nicht geliebt.« Er sieht mich mit einer Mischung aus Amüsement und Verwirrung an.
Fassungslos registriere ich, dass ich den Atem angehalten habe. Ich lasse ihn entweichen und schrumpfe zusammen wie ein schlaffer Luftballon. Dem Himmel sei Dank dafür. Was hätte ich getan, wenn er diese Hexe auch noch geliebt hätte?
»Du bist ja richtig eifersüchtig. Wer hätte das gedacht?«
»Machen Sie sich etwa über mich lustig, Mr. Grey?«
»Das würde ich nie wagen.« Er schüttelt feierlich den Kopf, aber seine Augen glitzern verschmitzt.
»Ich glaube eher, Sie wagen es sehr wohl, und noch dazu ziemlich oft.«
Er grinst, als er seine eigenen Worte wiedererkennt. Seine Augen werden dunkel.
»Bitte hör auf, auf deiner Lippe zu kauen. Du bist in meinem Zimmer, ich habe dich seit fast drei Tagen nicht gesehen und bin quer durchs Land geflogen, nur um mit dir zusammen zu sein.« Ein weicher, sinnlicher Tonfall schwingt in seiner Stimme mit.
Das Summen seines BlackBerrys reißt uns in die Realität zurück. Er stellt ihn aus, ohne nachzusehen, wer angerufen hat. Ich halte die Luft an. Ich weiß genau, was jetzt kommt … aber wir sollten doch reden. Er tritt auf mich zu. In seinen Augen liegt jener sexy Raubtierblick, den ich so gut kenne.