Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Okay«, sage ich verschämt.
»Okay?«
»Ja. Ich gehe mit dir in die Kammer der Qualen.«
»Und du sprichst mich mit meinem Namen an.«
»Das schockiert dich etwa auch?«
»Eher die Tatsache, dass es mir gefällt.«
»Christian.«
Wieder grinst er. »Ich habe für morgen etwas vor.« Seine Augen funkeln vor Aufregung.
»Was denn?«
»Eine Überraschung. Für dich.« Seine Stimme ist butterweich.
Interessiert hebe ich eine Braue und muss ein Gähnen unterdrücken.
»Langweile ich Sie etwa, Miss Steele?«, fragt er süffisant.
»Niemals.«
Er beugt sich vor und küsst mich zärtlich auf den Mund.
»Schlaf jetzt«, befiehlt er und macht das Licht aus.
Ich liege in der dunklen Stille, völlig erschöpft und befriedigt, und schließe die Augen. Für einen Moment ist es, als befände ich mich mitten im Auge eines Hurrikans. Trotz allem, was er gesagt und nicht gesagt hat, bin ich so glücklich wie noch nie zuvor in meinem Leben.
VIERUNDZWANZIG
Christian steht vor einem Stahlkäfig. Er trägt seine zerschlissenen Jeans, sein Oberkörper und seine Füße sind nackt, und er starrt mich an. Bewundernd lasse ich den Blick über seinen Körper wandern. Dieses typisch amüsierte Grinsen spielt um seinen wunderschönen Mund, seine Augen schimmern wie flüssiger Stahl. In der Hand hält er eine Schale Erdbeeren. Anmutig schlendert er vor den Käfig und sieht mich eindringlich an, dann nimmt er eine dicke, reife Erdbeere und streckt die Hand durch die Gitterstäbe.
»Iss«, sagt er. Das Wort fließt mit sinnlicher Langsamkeit über seine Zunge, seine Lippen.
Ich versuche, die Erdbeere zu erreichen, doch ich kann mich nicht bewegen. Meine Hände sind mit irgendetwas gefesselt, das mich daran hindert, zu Christian zu gelangen. Loslassen!
»Komm, iss«, lockt er. Dieses verführerische Lächeln spielt um seine Mundwinkel.
Ich ziehe und zerre … loslassen! Am liebsten würde ich schreien, doch kein Laut dringt aus meiner Kehle. Ich bin stumm. Er beugt sich etwas weiter vor, so dass die Erdbeere meine Lippen berührt.
»Iss, Anastasia.« Seine Lippen liebkosen genüsslich jede einzelne Silbe meines Namens.
Ich öffne den Mund und beiße zu. Mit einem Mal ist der Käfig verschwunden, meine Hände sind frei. Ich strecke sie aus, will durch sein Brusthaar streichen.
»Anastasia.«
Nein. Ich stöhne.
»Komm schon, Baby.«
Nein. Ich will dich anfassen.
»Wach auf.«
Nein. Bitte. Für den Bruchteil einer Sekunde heben sich meine Lider, ohne dass ich es will. Ich liege im Bett. Jemand knabbert an meinem Ohrläppchen.
»Wach auf, Baby«, flüstert er. Seine Stimme durchströmt mich wie warmer, geschmolzener Karamell.
Es ist Christian. Draußen ist es noch dunkel, und die Bilder aus meinem Traum, erotisch und verwirrend zugleich, lassen mich nicht los.
»Nein«, stöhne ich. Ich will wieder zurück, zu seiner Brust, zu meinem Traum. Wieso weckt er mich? Es ist mitten in der Nacht. Zumindest fühlt es sich so an. Mist. Will er etwa Sex – jetzt?
»Zeit aufzustehen, Baby. Ich mache jetzt das Licht auf dem Nachttisch an.«
»Nein«, stöhne ich erneut.
»Ich will die Dämmerung mit dir verjagen«, sagt er und bedeckt mein Gesicht mit Küssen, meine Lider, meine Nasenspitze, meine Lippen. Ich schlage die Augen auf. Die Nachttischlampe brennt. »Guten Morgen, meine Schöne«, sagt er.
Abermals entfährt mir ein Stöhnen.
Er grinst. »Du bist nicht gerade ein Morgenmensch, was?«
Ich blinzle gegen das Licht an. Christians Gesicht schwebt über mir. Belustigt. Er amüsiert sich über mich. Und er ist angezogen. Ganz in Schwarz.
»Ich dachte schon, du willst Sex«, knurre ich.
»Ich will immer Sex mit dir, Anastasia. Und es wärmt mir das Herz, dass es dir offenbar ebenfalls so geht«, gibt er trocken zurück.
Allmählich gewöhnen sich meine Augen an die Helligkeit. Er scheint immer noch belustigt zu sein – Gott sei Dank.
»Natürlich geht es mir genauso. Aber nicht so spät.«
»Es ist nicht spät, sondern früh. Los, komm schon, steh auf. Wir müssen los. Den Sex vertagen wir auf später.«
»Ich habe gerade so schön geträumt«, jammere ich.
»Wovon denn?«, fragt er geduldig.
»Von dir.« Ich werde rot.
»Und was habe ich diesmal getan?«
»Du hast versucht, mich mit Erdbeeren zu füttern.«
Der Anflug eines Lächelns erscheint auf seinem Gesicht. »Dr. Flynn wäre außer sich vor Begeisterung, wenn er das hören würde. Los jetzt, zieh dich an. Die Dusche kannst du dir schenken, das können wir später nachholen.«
Wir!
Ich setze mich auf. Das Laken rutscht herunter und entblößt meine Brüste. Er steht auf. Seine Augen sind dunkel vor Begierde.
»Wie spät ist es?«
»Halb sechs.«
»Für mich fühlt es sich wie drei Uhr morgens an.«
»Die Zeit drängt. Ich habe dich so lange wie möglich schlafen lassen. Komm.«
»Kann ich nicht zuerst duschen?«
Er seufzt. »Wenn du jetzt duschen gehst, will ich mitkommen, und wir wissen beide, wie das endet – damit, dass wir den Tag vergessen können. Komm jetzt.«
Er ist völlig außer Rand und Band, wie ein kleiner Junge, der vor Aufregung und Vorfreude beinahe platzt. Ich muss lächeln.
»Was machen wir überhaupt?«
»Ich habe dir doch gesagt, dass ich eine Überraschung für dich habe.«
»Okay.« Ich stehe auf und mache mich auf die Suche nach meinen Sachen. Natürlich liegen sie ordentlich zusammengefaltet auf einem Stuhl neben dem Bett. Er hat auch Boxershorts aus Jersey danebengelegt – Ralph Lauren. Ich ziehe sie an, und er grinst. Hm. Noch ein weiteres Stück aus Christians Unterwäscheschrank – eine Trophäe für meine Sammlung, zu der bereits der Audi, der BlackBerry, der Mac, sein schwarzes Jackett und drei Bände einer seltenen Erstausgabe gehören. Beim Gedanken an seine Großzügigkeit kann ich nur den Kopf schütteln. In diesem Moment kommt mir eine Szene aus Tess in den Sinn: die Erdbeer-Szene. Sie hat offenbar meinen Traum ausgelöst. Pfeif auf Dr. Flynn – Freud wäre außer sich vor Begeisterung. Und am Ende würde er sich vermutlich für den Rest seiner Tage an Christian die Zähne ausbeißen.
»Ich lasse dich jetzt eine Weile allein«, sagt er und verzieht sich ins Wohnzimmer, während ich ins Badezimmer gehe, um mir wenigstens das Gesicht zu waschen. Sieben Minuten später stehe ich mit gekämmtem Haar, geputzten Zähnen, in Jeans, meinem neuen Top und Christians Unterhose im Wohnzimmer. Christian sitzt an dem kleinen Esstisch und sieht von seinem Frühstück auf. Frühstück! Um diese Uhrzeit! Großer Gott!
»Iss«, sagt er.
O Gott. Mein Traum. Ich starre ihn an und muss an seine Zunge denken. Seine geschickte Zunge, die nur allzu genau weiß, was sie tut.
»Anastasia«, sagt er streng und reißt mich aus meiner Trance.
Es ist noch viel zu früh für mich. Aber wie soll ich ihm das klarmachen?
»Ich möchte nur ein bisschen Tee. Kann ich mir ein Croissant für später mitnehmen?«
Er beäugt mich misstrauisch. Ich setze mein hinreißendstes Lächeln auf.
»Verdirb mir nicht die Laune, Anastasia«, warnt er leise.
»Ich werde später etwas essen, wenn mein Magen wach ist. Gegen halb acht … okay?«
»Okay.«
Es kostet mich gewaltige Mühe, ihm keine Grimasse zu schneiden.
»Am liebsten würde ich jetzt die Augen verdrehen.«
»Tu’s ruhig. Du würdest mir eine Riesenfreude damit bereiten«, erwidert er streng.
Ich blicke gen Zimmerdecke.
»Eine kleine Runde über dem Knie würde mich bestimmt aufwecken.« Ich schürze die Lippen, als würde ich ernsthaft darüber nachdenken.