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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Wenn nun der Zufall wollte, dass Sie nach Rom zurückkehrten, wagte ich zu sagen: ›Monsieur de Chateaubriand, von Ihrem Standpunkt aus haben genug Dichter, genug Träumer und genug Philosophen Rom betrachtet; es ist an der Zeit, dass ein praktisch veranlagter Mensch die Weite des Horizonts erwägt, statt in Träumereien über die Stadt zu versinken. Die Stadt, die zweimal die Hauptstadt der Welt war, hat uns nichts mehr zu sagen, aber die große Ebene, die sich ganz allein bestellt und die wir das Meer nennen, hat uns alles zu sagen.‹ Wäre ich eines Tages Herr über Spanien, wie ich es über Italien bin, würde ich England die Meerenge von Gibralter versperren, selbst wenn ich dafür eine Zitadelle in den Tiefen des Ozeans verankern müsste. Und dann, Monsieur de Chateaubriand, wäre das Mittelmeer nicht länger ein Meer, sondern es wäre ein französischer See.

Sollte, was durchaus möglich ist, ein Mann Ihrer Fähigkeiten jemals nach Rom zurückkehren, während ich an der Macht wäre, dann würde ich Sie nicht mehr als Botschaftssekretär zurückschicken, sondern als Botschafter. Ich würde zu Ihnen sagen: ›Beschweren Sie sich nicht mit einer Bibliothek; lassen Sie Ovid, Tacitus und Sueton in Paris; nehmen Sie nur eine Karte mit, die Karte des Mittelmeergebiets, und verlieren Sie diese Karte keine Sekunde lang aus den Augen. Wo auch immer ich mich auf der Welt befände, ich würde sie jeden Tag ansehen, das kann ich Ihnen versprechen. ‹

Adieu, Monsieur de Chateaubriand.«

Monsieur de Chateaubriand verließ den Ersten Konsul gesenkten Kopfes; er hatte an seiner Stirn den Druck einer der mächtigen Hände gespürt, die den Willen brechen und den Hochmut in die Knie zwingen.

41

Der schmerzensreiche Weg

Als Bonaparte und Chateaubriand sich trennten, nachdem sie sich eher gemessen hatten wie zwei Athleten, die ihren nächsten Kampf vorbereiten, als wie ein Untergeordneter, der von seinem Vorgesetzten Befehle entgegennimmt, reiste General Ordener mit der Eilpost nach Straßburg ab.

Sobald er dort ankam, begab er sich zu dem Divisionskommandanten, der Ordre hatte, sämtliche Forderungen zu erfüllen, die ihm gestellt werden würden, auch ohne dass er wusste, worum es ging.

Der Kommandant stellte General Ordener auf der Stelle General Fririon und dreihundert Mann der sechsundzwanzigsten Dragoner sowie Pontoniere und alle Ausrüstung zur Verfügung, die General Ordener wünschte.

Und während General Ordener nach Schlettstadt aufbrach, entsandte er einen verkleideten Kavallerieunteroffizier nach Ettenheim, der sich vergewissern sollte, dass der Herzog und General Dumouriez sich dort befanden.

Der Unteroffizier kehrte zurück und berichtete, beide seien in Ettenheim.

General Ordener begab sich daraufhin nach Rheinau, wo er um acht Uhr abends eintraf; mithilfe der Fähre und fünf großer aneinandergebundener Schiffe konnten seine Truppen den Rhein auf einmal überqueren.

Gegen fünf Uhr morgens war das Schloss des Prinzen vollständig umzingelt. Von den Geräuschen der Pferde und der Aufforderung zu öffnen geweckt, sprang der Herzog aus dem Bett, ergriff ein zweiläufiges Gewehr, riss das Fenster auf und legte auf den Citoyen Charlot an, der die achtunddreißigste Schwadron der Nationalgendarmerie befehligte und den Bediensteten, die er hinter den Fenstern des Schlosses sah, zurief: »Im Namen der Republik, öffnen Sie!«

Der Herzog war im Begriff abzudrücken, und um Citoyen Charlot wäre es geschehen gewesen, wenn nicht Oberst von Grünstein, der in dem Zimmer neben dem des Herzogs schlief, zu dem Fenster geeilt wäre, an dem der Herzog stand. Grünstein legte die Hand auf das Gewehr und fragte den Herzog: »Gnädiger Herr, haben Sie sich kompromittiert?«

»Nicht im Geringsten, lieber Grünstein«, erwiderte der Fürst.

»Dann«, sagte Grünstein, »ist Widerstand zwecklos; wir sind umstellt, wie Sie sehen, und ich sehe die Bajonette blitzen. Derjenige, auf den Sie angelegt haben, ist der Kommandant; bedenken Sie, dass Sie Ihr Schicksal und das unsere besiegeln, wenn Sie ihn erschießen.«

»Sie haben recht«, sagte der Prinz und ließ das Gewehr sinken. »Mögen sie eintreten, aber nur mit Gewalt, denn ich erkenne die Französische Republik nicht an und werde ihnen nicht öffnen.«

Während die Türen eingeschlagen wurden, kleidete der Prinz sich schnell an. Vereinzelte Hilferufe verstummten bald; ein Mann, der zur Kirche laufen wollte, um die Sturmglocke zu läuten, wurde festgehalten, der vermeintliche General Dumouriez (in Wahrheit der Marquis de Thuméry) ließ sich ohne Gegenwehr festnehmen, der Fürst wurde aus seinem Zimmer geführt und zu der Ziegelmühle vor dem Stadttor gebracht, während man sich all seiner Unterlagen bemächtigte. Zudem wäre es nicht einmal nötig gewesen, die Türen einzuschlagen, denn der Kavallerieunteroffizier Pferdsdorf, der am Vorabend nach Ettenheim entsandt worden war und dem Kommandanten Charlot gezeigt hatte, wo die verschiedenen Gäste des Herzogs logierten, war mit einigen Gendarmen und einem Dutzend Dragonern des zweiundzwanzigsten Regiments über die Hofmauer geklettert und durch die Wirtschaftsgebäude in das Haus eingedrungen.

Nachdem die Verhafteten vollzählig waren, suchte man unter ihnen vergebens nach Dumouriez. Der Herzog wurde befragt und erklärte, dass Dumouriez nie einen Fuß nach Ettenheim gesetzt und er ihn noch nie im Leben gesehen habe.

Die Festgenommenen waren: der Herzog von Enghien, der Marquis de Thuméry, der Baron von Grünstein, Leutnant Schmidt, Abbé Weinborn, vormaliger Generalvikar des Bistums Straßburg, Abbé Michel, Sekretär Abbé Weinborns, Jacques, Sekretär des Herzogs von Enghien, Simon Féron, sein Kammerdiener, und zwei weitere Bedienstete namens Pierre Poulain und Joseph Canone.

Der Herzog von Enghien zeigte zu Anfang große Furcht davor, nach Paris gebracht zu werden. »Jetzt, da er mich hat«, sagte er, »wird der Erste Konsul mich einsperren lassen. Es verdrießt mich sehr«, fügte er hinzu, »nicht auf Sie geschossen zu haben, Kommandant; ich hätte Sie getötet, Ihre Männer hätten auf mich geschossen, und jetzt wäre für mich alles erledigt.«

Ein mit Stroh gefüllter Karren stand bereit; man hieß die Gefangenen einsteigen und führte sie zwischen zwei Reihen von Füsilieren bis zum Rhein. Dort wurde der Fürst nach Rheinau übergesetzt; zu Fuß ging er weiter nach Plobsheim, und da es inzwischen seit langem Tag war, machte man dort halt, um zu frühstücken. Nach dem Frühstück stieg der Fürst mit Kommandant Charlot und dem Kavallerieunteroffizier in den Wagen. Ein Gendarm und Oberst von Grünstein bestiegen den Fahrersitz.

Gegen fünf Uhr abends wurde Straßburg erreicht, wo man bei Oberst Charlot abstieg. Eine halbe Stunde später wurde der Herzog in einem Fiaker zur Zitadelle gebracht, wo er auf seine Gefährten traf, die in dem Karren und auf Bauernpferden hergekommen waren.

Der Festungskommandant hatte sie alle in seinem Salon versammelt, in dem Matratzen ausgelegt worden waren; drei Wachen wurden für die ganze Nacht postiert, zwei im Zimmer und eine an der Tür.

Der Fürst schlief schlecht; die Entwicklung der Dinge beunruhigte ihn. Die Ratschläge, die man ihm erteilt hatte, kamen ihm in Erinnerung, und er machte sich Vorwürfe, nicht darauf gehört zu haben.

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