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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Am Freitag, dem 16. März, teilte man ihm mit, dass er verlegt werden würde; General Leval, der zuständige Kommandant von Straßburg, und General Fririon, der ihn ausgehoben hatte, suchten ihn auf. Man unterhielt sich gezwungen und mehr als kühl. Der Herzog wurde in den Pavillon gebracht, der zur Rechten liegt, wenn man sich von der Stadt her nähert; durch Nebentüren konnte er von seinem Zimmer aus in die Zimmer der Herren de Thuméry, Schmidt und Jacques gelangen. Doch weder er noch seine Begleiter durften das Haus verlassen.

Man stellte jedoch in Aussicht, er könne in einem kleinen Garten an der Rückseite seines Pavillons spazieren gehen. Zwölf Soldaten und ein Offizier bewachten seine Tür.

Man trennte ihn von Baron von Grünstein, der auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes untergebracht wurde. Diese Trennung erfüllte den Herzog mit großem Schmerz.

Er schrieb an seine Ehefrau. Den Brief übergab er General Leval mit der Bitte, ihn weiterzuleiten.

Er erhielt keine Antwort, und sein Schmerz wurde zu Niedergeschlagenheit. Jede Kommunikation war ihm verboten. Um halb fünf Uhr wurden in seiner Anwesenheit seine Papiere durchsucht, die Oberst Charlot in Begleitung eines Kommissars der Geheimpolizei eröffnete. Man überflog sie flüchtig, teilte sie auf und schickte sie nach Paris.

Um elf Uhr abends ging der Prinz zu Bett, konnte aber nicht schlafen, obwohl er völlig erschöpft war. Der Kommandant der Zitadelle, Major Machin, besuchte ihn, als er schon im Bett lag, und versuchte ihn mit unverbindlichen Höflichkeiten zu trösten.

Am Samstag, dem 17. März, hatte der Herzog von Enghien keine Antwort auf den Brief erhalten, den er der Fürstin von Rohan geschrieben hatte; mittlerweile grenzte sein Zustand an Verzweiflung. Er musste das Protokoll über die Eröffnung seiner Papiere unterzeichnen, und abends erfuhr er, dass er in Begleitung des wachhabenden Offiziers und seiner Mitgefangenen im Garten spazierengehen dürfe.

Er speiste zu Abend und legte sich ruhig schlafen.

Am Sonntag, dem 18. März, wurde der Prinz um halb zwei Uhr morgens geweckt; man ließ ihm kaum Zeit, sich anzukleiden und seine Freunde zum Abschied zu umarmen. Er fuhr allein ab, begleitet von zwei Gendarmerieoffizieren und zwei Gendarmen. Auf der Place de l’Église wartete ein Wagen mit sechs Postpferden, in den man den Herzog schob, worauf Gendarmerieleutnant Petermann und ein Gendarm sich neben ihn setzten, während Wachtmeister Blittersdorf und der zweite Gendarm neben dem Kutscher Platz nahmen.

Die Kutsche mit dem Herzog erreichte am 20. März gegen elf Uhr vormittags die Stadtgrenze von Paris. Dort wartete der Wagen fünf Stunden lang, und in dieser Zeit wurden zweifellos alle Einzelheiten der schrecklichen Tragödie, die bevorstand, festgelegt. Um vier Uhr nachmittags nahm der Wagen über die Außenboulevards den Weg nach Vincennes, wo er erst nach Einbruch der Nacht eintraf.

Die Zwischenzeit benötigten die Konsuln der Republik, um folgenden Erlass aufzusetzen:

Paris, 29. Ventôse des Jahres XII der einen und unteilbaren Republik

Die Regierung der Republik hat Folgendes beschlossen:

Der vormalige Herzog von Enghien, angeklagt, gegen die Republik Waffen erhoben zu haben, im Sold Englands gestanden zu haben und noch zu stehen, an den Verschwörungen beteiligt zu sein, die diese Macht gegen die innere und äußere Sicherheit der Republik schmiedet, wird vor ein Militärtribunal gestellt werden, das aus sieben Mitgliedern besteht, die der Stadtkommandant von Paris bestimmen wird und die sich in Vincennes versammeln werden.

Der Oberrichter, der Kriegsminister und der Stadtkommandant von Paris tragen die Verantwortung für diesen Erlass.

BONAPARTE

HUGUES MARET

MURAT, STADTKOMMANDANT VON PARIS

Den Militärgesetzen zufolge war der Divisionskommandant dafür zuständig, das Militärtribunal zusammenzustellen, einzuberufen und die Exekution des Urteils anzuordnen.

Murat war sowohl Stadtkommandant von Paris als auch Divisionkommandant.

Als Murat obigen Erlass der Konsuln öffnete, den er selbst abgezeichnet hatte, weil ihm keine andere Wahl geblieben war, glitt ihm die Urkunde aus den Händen, so groß war sein Schmerz. Er war tapfer, ungestüm, aber gutherzig. Der Beschluss der Konsuln, den Herzog von Enghien festnehmen zu lassen, war ihm mitgeteilt worden, und in seinem Unwillen, das Leben seines Schwagers unablässig durch neue Verschwörungen gefährdet zu sehen, hatte er diesen Beschluss begrüßt; doch als der Herzog von Enghien festgenommen war und Murat sich damit konfrontiert fand, die entsetzlichen Konsequenzen dieser Verhaftung ins Werk zu setzen, konnte er sich dazu nicht überwinden.

»Ach«, rief er verzweifelt und warf seinen Hut auf den Boden. »Ach, der Erste Konsul will meine Uniform wohl mit Blut tränken!«

Dann lief er zum Fenster, öffnete es und rief hinaus: »Die Pferde anspannen!«

Kaum waren die Pferde vor den Wagen gespannt, sprang er hinein und sagte: »Nach Saint-Cloud!«

Er wollte nicht einen Befehl unwidersprochen ausführen, der in seinen Augen Bonaparte und ihn mit Unehre befleckte.

Es gelang ihm, bis zu seinem Schwager vorzudringen, und mit der Besorgnis, die sein Entsetzen ihm einflößte, legte er ihm die schmerzvollen Gefühle dar, die ihn quälten. Bonaparte jedoch verbarg hinter einer unbewegten Miene die Erregung, die ihn selbst ergriffen hatte; hinter dieser Maske der Unerschütterlichkeit beurteilte er seine Schwäche als Feigheit und beendete das Gespräch mit den Worten: »Nun, wenn Sie sich fürchten, werde ich die Befehle geben und abzeichnen, die im Verlauf dieses Tages gegeben werden.«

Wir erinnern uns, dass der Erste Konsul Savary von der Klippe von Biville zurückbeordert hatte, wo dieser die Prinzen bei ihrer Landung überraschen und verhaften sollte. Savary war einer jener seltenen Menschen, die alles, was sie tun, ganz tun, mit Leib und Seele; er hatte keine eigene Meinung, sondern liebte Bonaparte; er hatte keine politischen Ansichten, sondern verehrte den Ersten Konsul.

Bonaparte diktierte sämtliche Ordres, unterschrieb sie eigenhändig und befahl Savary, sie Murat zu überbringen, damit dieser ihre Ausführung überwachte.

Diese Ordres waren umfassend und unmissverständlich. Und Murat, den der Erste Konsul so grob abgewiesen und geschurigelt hatte, erließ folgenden Befehl, wobei er sich voller Gram seine schönen Haare raufte:

An die Regierung von Paris,

den 29. Ventôse des Jahres XII der Republik

Der kommandierende General und Stadtkommandant von Paris verkündet:

In Befolgung des Regierungserlasses mit Datum des heutigen Tages, dem zufolge der vormalige Herzog von Enghien vor ein Militärtribunal gestellt werden wird, das aus sieben Mitgliedern besteht, zu bestimmen von dem General und Gouverneur von Paris, hat dieser zu Mitgliedern besagten Tribunals folgende Personen ernannt:

General Hulin, Befehlshaber der Grenadiere der konsularischen Garde, als Vorsitzenden,

Oberst Guiton, Kommandant des ersten Kürassierregiments,

Oberst Bazancourt, Kommandant des vierten Infanterieregiments,

Oberst Ravier, Kommandant des achzehnten Infanterieregiments,

Oberst Barrois, Kommandant des sechsundneunzigsten Infanterieregiments,

Oberst Rabbe, Kommandant des zweiten Regiments des Pariser Gendarmeriekorps,

Citoyen d’Autancourt, Hauptmann der Elitegendarmerie und Rapporteur.

Dieses Tribunal wird sich unverzüglich im Schloss von Vincennes versammeln, um auf der Stelle über den oben Erwähnten aufgrund der im Erlass der Regierung vorgebrachten Beschuldigungen, die in Abschrift dem Vorsitzenden überreicht werden, sein Urteil zu fällen.

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