Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 97 98 99 100 101 102 103 104 105 ... 298
Перейти на страницу:

Chateaubriand langweilte sich schier zu Tode. Die Tätigkeit, der man seine Verdienste und seine Intelligenz nicht gewachsen gewähnt hatte, bestand darin, Federn zuzuschneiden und Briefe zu versenden. In den Auseinandersetzungen, die sich anbahnten, hätte man ihn sinnvoll beschäftigen können, doch man weihte ihn in keines der diplomatischen Mysterien ein. Er begnügte sich klaglos mit den Streitfällen der Kanzlei, doch es muss gesagt werden, dass man den größten Denker seiner Zeit für Arbeiten einsetzte, die der erstbeste Schreiber ebenso gut verrichtet hätte.

Eine der wichtigsten Aufgaben, mit denen man ihn betraute, bestand darin, der Fürstin Borghese eine Kiste mit Schuhen aus Paris zu überbringen. Die Fürstin probierte mit vollendeter Anmut fünf oder sechs Paar in seiner Anwesenheit als Zeichen des Danks; diese eleganten Schuhe sollten an ihren Füßen den alten Erdboden der Söhne der Wölfin nur kurze Zeit berühren.

Chateaubriand hatte bereits beschlossen, den diplomatischen Dienst an den Nagel zu hängen, eine Laufbahn, bei der sich zu der Geistlosigkeit der Beschäftigung persönliche politische Händel gesellten, als ein persönliches Unglück ihm zu der Langeweile des Geistes den Kummer des Herzens brachte. Bei seiner Rückkehr aus dem Exil hatte ihn eine Madame de Beaumont aufgenommen, die Tochter des Grafen von Montmorin, des seinerzeitigen französischen Gesandten in Madrid, Kommandant der Bretagne und Minister für Auswärtige Angelegenheiten unter Ludwig XVI., der den Grafen sehr schätzte und dem dieser samt eines Teils seiner Familie auf das Schafott folgte.

Die Porträts, die Chateaubriand zeichnet, sind so poetisch, dass man, wenn man über ihn spricht, immer wieder versucht ist, seine Worte dem Leser zu zitieren, in der Überzeugung, dass auch er bewundern wird, was man selbst bewundert hat. Sehen Sie nun das Porträt der Freundin, die Sie nicht kennen, nicht einmal dem Namen nach, und die vor Ihnen erscheinen wird, als höbe der Zauberstab der Wahrsagerin von Endor den Schleier von ihrem Gesicht.

»Madame de Beaumont, deren Antlitz eher hässlich als schön war, ähnelte sehr dem Porträt, das Madame Lebrun von ihr malte. Ihr Gesicht war abgezehrt und bleich. Die mandelförmig geschnittenen Augen wären vielleicht zu glänzend gewesen, hätte nicht eine außerordentliche Liebenswürdigkeit den Blick halb gesänftigt, indem sie ihn schmachtend machte, so wie ein Lichtstrahl sich sänftigt, wenn er durch kristallklares Wasser hindurchgeht. Ihr Charakter war von Strenge und Unnachgiebigkeit gekennzeichnet, was der Heftigkeit ihrer Gefühle und ihrem Leiden geschuldet war. Sie war eine edle Seele und ein großer Geist und für die Welt bestimmt, aus der sie sich willentlich und aus Not zurückgezogen hatte; doch wenn eine Freundesstimme die einsame Intelligenz aus ihrem Versteck rief, kam sie und sagte Worte, die vom Himmel hätten kommen können.«

Die Ärzte empfahlen Madame de Beaumont die Luft des Südens, und Chateaubriands Anwesenheit in Rom bewegte sie dazu, sich dorthin zu begeben. In den ersten Tagen nach ihrer Ankunft besserte ihr Zustand sich merklich. Monsieur de Chateaubriand fuhr im Wagen mit ihr aus und zeigte ihr die ganze prachtvolle Ewige Stadt; doch um zu sehen, zu lieben und zu bewundern, muss man leben. Die Kranke fand an nichts mehr Gefallen. Eines Tages besuchte er mit ihr das Kolosseum. Es war einer jener Oktobertage, wie man sie nur in Rom erlebt. Die Leidende setzte sich auf einen Stein vor einem der Altäre an der Innenmauer des Gebäudes; sie hob den Blick und ließ ihn langsam über das Gemäuer schweifen, das selbst seit so vielen Jahren tot war und so viele Menschen und Dinge hatten sterben sehen. Brombeerranken und herbstlich gelbe Akelei schmückten die von der Herbstsonne vergoldeten Ruinen; dann wandte die Sterbende ihren Blick vom Sonnenlicht ab, richtete ihn an den Sitzreihen entlang hinunter bis zur Arena, wo er auf dem Kreuz des Altars verharrte, und sagte: »Gehen wir, mir ist kalt!«

Monsieur de Chateaubriand brachte sie in ihre Wohnung; sie legte sich zu Bett und zur letzten Ruhe.

Der Dichter schildert den Tod Madame de Beaumonts mit den Worten: »Sie bat mich, das Fenster zu öffnen, weil sie sich beklemmt fühlte. Ein Sonnenstrahl fiel auf ihr Bett und schien sie zu erquicken. Sie erinnerte sich nun an die Pläne zu einem gemeinsamen Landaufenthalt, über die wir uns manchmal unterhalten hatten, und sie begann zu weinen.

Zwischen zwei und drei Uhr nachmittags bat Madame de Beaumont ihre alte spanische Kinderfrau, Madame Saint-Germain, die ihr mit größter Anhänglichkeit diente, sie möge sie umbetten; der Arzt widersetzte sich dem, aus Furcht, dass Madame de Beaumont während dieser Umbettung stürbe. Dann sagte sie zu mir, sie spüre das Herannahen der Agonie. Plötzlich warf sie die Bettdecke weg, hielt mir die Hand hin, presste die meine in einem Krampf, ihre Augen verdrehten sich. Mit der freien Hand machte sie irgendjemandem, den sie am Fuß ihres Bettes sah, ein Zeichen, dann sagte sie mit auf ihre Brust gelegter Hand: ›Da ist es!‹

Erschreckt fragte ich sie, ob sie mich erkenne: Inmitten ihrer Verwirrung leuchtete ein leises Lächeln auf, sie bejahte es mir durch ein leichtes Neigen des Kopfes; ihre Sprache war schon nicht mehr in dieser Welt. Die Zuckungen währten nur wenige Minuten. Wir hielten sie in unseren Armen, ich, der Arzt und die Krankenwärterin: Eine meiner Hände lag auf ihrem Herzen, das mit der Geschwindigkeit eines überdrehten Uhrwerks gegen ihre zarten Knochen hämmerte.

Plötzlich spürte ich, wie es stillstand. Wir betteten die zur Ruhe gekommene Frau auf ihr Kissen; ihr Kopf sank zur Seite. Einige ihrer aufgelösten Locken fielen ihr in die Stirn; ihre Augen waren geschlossen, die ewige Nacht hatte sich herabgesenkt. Der Arzt hielt einen Spiegel und eine brennende Kerze an den Mund der Fremden. Der Spiegel wurde vom Atem des Lebens nicht getrübt, und das Licht blieb unbeweglich. Alles war zu Ende.«

Ich werde Dich immer lieben, besagt die griechische Grabinschrift auf dem Grabmal Madame de Beaumonts, doch Du im Totenreich trinke, ich bitte Dich, nicht von den Wassern der Lethe, die Dich die Menschen, die Du geliebt hast, vergessen machen würden.  

Einige Zeit darauf erhielt Monsieur de Chateaubriand die Nachricht, der Erste Konsul habe ihn zum Gesandten in der neu gegründeten Republik Wallis ernannt. Bonaparte hatte begriffen, dass der Verfasser des Geistes des Christentums zu jenen Menschen zählte, die nur in herausragender Position zu etwas nütze sind und die man nicht mit anderen zusammenspannen darf.

Chateaubriand kehrte nach Paris zurück; und dankbar, dass Bonaparte seine Verdienste gewürdigt hatte, widmete er ihm die zweite Auflage des Geistes des Christentums. Diese Widmung habe ich vor mir, und ich schreibe sie ab, denn die Ausgabe, die sie enthält, scheint mittlerweile recht selten geworden zu sein:

An den Ersten Konsul, General Bonaparte.

General,

Sie waren so gnädig, diese zweite Auflage des Geistes des Christentums mit Ihrem Wohlwollen zu bedenken. Es ist dies eine neuerliche Bezeigung der Gunst, die Sie der edlen Sache erweisen, die im Schutz Ihrer Macht triumphiert. In Ihrem Geschick ist das Walten der Vorsehung nicht zu leugnen, der Vorsehung, die Sie von Anfang an zur Erfüllung ihrer großen Ziele ausersehen hatte. Die Völker blicken auf Sie, und das durch Ihre Siege gemehrte Frankreich setzt all seine Hoffnung in Sie, seit Sie die Religion zur Grundlage des Staates und Ihres Gedeihens gemacht haben.

Reichen Sie auch weiterhin den dreißig Millionen Christen die Hand, die an den Altären, die Sie ihnen zurückgaben, für Sie beten.

1 ... 97 98 99 100 101 102 103 104 105 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)