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Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen. Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse. Deshalb startet die „SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten. Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden? Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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„Opfer?“ Belopolski war zusammengezuckt. „Ja, Sie haben recht! Sie sind umgekommen. Wo ist das Raumschiff?“ schrie er und streckte beide Arme gegen den Bildschirm aus. „Welche Richtung hat es eingeschlagen? Wenn wir nun genau entgegengesetzt fliegen?“

„Vielleicht entdecken wir es doch. Verzweifeln Sie nicht!“ Belopolski preßte beide Hände gegen den Kopf.

„Nein! Wir werden sie nicht finden. Unmöglich! Es war zwecklos zu starten. Noch ein Fehler, und es ist unser letzter.

Vier Opfer! Vier Opfer auf einem Flug!“ Saizew bemerkte, daß der Autopilot nicht eingeschaltet war.

Aber konnte Konstantin Jewgenjewitsch in diesem Zustand denn überhaupt steuern? Der Ingenieur ging hinaus, um Andrejew zu holen.

„Belopolski sieht aus, als ob er den Verstand verloren hat“, berichtete er dem Arzt.

„Kein Wunder bei der ungeheuren nervlichen Belastung“, erwiderte Andrejew. „Ich gehe zu ihm, kommen Sie eine Weile nicht rein. Schade, daß Arsen Georgijewitsch das Observatorium nicht verlassen darf.“ Drei Stunden lang suchten sie, ohne die Hoffnung aufzugeben, in den Weiten des Kosmos das verschwundene Weltraumschiff.

Vergebens. Es war nicht aufzufinden.

Wohin flog es, steuerlos, ohne den lenkenden Verstand des Menschen? Wo und wann würde sein letzter Flug enden? Wohin würde es die Leichname der beiden von ihm entführten Menschen tragen? Vielleicht geradewegs in die Glutarme der Sonne!

Aber wenn es ihnen nun doch noch gelungen ist, aus dem Raumschiff herauszukommen? dachte unwillkürlich jeder an Bord der „SSSR-KS 3“. Wenn unser überstürzter Start sie dem Verderben ausgeliefert hat, statt sie zu retten?

Doch niemand wagte diesen schrecklichen Gedanken auszusprechen.

Belopolski verließ das Steuerpult kaum. Tage, oft auch Nächte, saß er im Sessel, allem gegenüber teilnahmslos.

„Ich bringe das Schiff noch bis zum Kosmodrom zurück“, sagte er einmal zu Arsen Georgijewitsch.

Alle waren überzeugt, daß hinter diesen einfachen und natürlichen Worten ein unheildrohender Sinn steckte.

Belopolski wußte, daß er all das, was — wie er meinte — durch seine Schuld geschehen war, nicht überleben würde. War nicht er es gewesen, der Balandin zum See mitgeschleppt hatte? Hatte nicht er auch Melnikow und Wtorow in den Tod geschickt? Einzig das Pflichtgefühl gegenüber den sieben Männern, deren Leben allein in seiner Hand lag, hielt ihn noch aufrecht.

„Wir müssen scharf auf ihn aufpassen“, sagte Paitschadse.

„Vor allem bei der Ankunft. Haben wir ihn erst einmal Kamow übergeben, ist alles gut. Sergej Alexandrowitsch staucht ihn schon wieder zurecht.“

In die Arme der Sonne

Das erste, was Melnikow und Wtorow auffiel, als sie die facettierte Kugel des Raumschiffzentrums betraten, war die Dunkelheit. Die blaue Flamme in der steinernen Schale, dem Grabmal des letzten Phaetonen, war erloschen.

„Wahrscheinlich hat die eingedrungene Außenluft die chemische Reaktion zum Stillstand gebracht“, sagte Wtorow. „Die Flamme brannte nur, solange sie sich in einem hermetisch abgeschlossenen Raum befand.“

„Wahrscheinlich“, pflichtete Melnikow ihm bei.

Sie entfernten sich vom Fünfeck des Eingangs, der sich wieder augenblicklich mit Metall überzog und verschwand. Die innere Tür blieb jedoch unsichtbar. Der Vorgang vom erstenmal wiederholte sich nicht.

„Die Automatik arbeitet nicht mehr“, sagte Melnikow. „Sie war sicher nur für einmal eingestellt. Wir müssen die Tür selbst offnen.“ Beide erinnerten sich der im „Film“ gegebenen Hinweise der Phaetonen, und beim Licht der Scheinwerfer an den Helmen war der entsprechende Knopf schnell gefunden.

Obwohl sie das „Zerschmelzen“ des Metalls schon mehrmals erlebt hatten, beobachteten sie den unbegreiflichen Vorgang doch wieder mit angehaltenem Atem. Der Zugang zur radialen Rohre wurde frei.

Aber nicht nur die Türen hatten ihr „Verhalten“ geändert.

Als die Männer durch die Röhre gingen, bemerkten sie, daß auch die Wände nicht mehr durchsichtig wurden.

„Zu dumm“, sagte Wtorow. „Ich hätte diesen Trick gern noch mal gesehen.“ Doch kaum hatte er das gesagt, ging sein Wunsch in Erfüllung: Die metallene Röhre wurde durchsichtig.

Melnikow schaute finster drein.

„Mir will das gar nicht gefallen“, sagte er. „Die Verzögerung laßt darauf schließen, daß die Mechanismen des Raumschiffs zu versagen beginnen. Sie haben nur einmal gut funktioniert. Es kann passieren, daß sie plötzlich überhaupt nicht mehr arbeiten.“

„Das könnte schlimme Folgen haben“, meinte Wtorow.

„Wenn die Türen nicht mehr funktionieren, wird es schwerhalten, hier rauszukommen.“

„Ich habe mit Konstantin Jewgenjewitsch vereinbart, daß sie uns zu Hilfe kommen, falls wir zur festgesetzten Zeit nicht zurück sind. Besondere Gefahr besteht also nicht. Aber vergiß nicht zu filmen. Du mußt buchstäblich alles aufnehmen.“

„Natürlich, Boris Nikolajewitsch! Dazu sind wir ja hergekommen.“ Melnikow entschied, zunächst jene Räume zu untersuchen, in denen sie bereits beim erstenmal gewesen waren. Er hoffte, den ungewöhnlichen „Film“ noch einmal zu sehen, den Wtorow dann von Anfang bis Ende mit seiner Kamera aufnehmen sollte.

Sie kamen an die Stelle, an der sich die Tür zum mittleren Ring befinden mußte. Melnikow suchte den Knopf und drückte darauf. Doch es vergingen etwa zwei Minuten, ohne daß das Fünfeck sich zeigte. Die Wand blieb, wie sie war. Gerade streckte er die Hand ein zweites Mal aus, da trat die Automatik in Funktion. Der Zugang wurde frei.

„Diesmal hat es noch länger gedauert“, sagte Melnikow. „Es sieht ganz so aus, als erschöpften sich die Energien, die die Mechanismen speisen, sehr rasch.“

„Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wieviel Jahre sie untätig gewesen sind“, entgegnete Wtorow. „Unsere Akkumulatoren hätten sich schon lange selbst entladen.“ Sie betraten den „gläsernen“ Steg. Das Licht flammte auf.

„Hier ist bis jetzt alles in Ordnung“, sagte Melnikow.

Bis sich die Tür zur nächsten Abteilung öffnete, verstrich noch mehr Zeit. Mehrere Minuten standen sie wartend vor der Wand.

„Es wird immer schlimmer. Ich fürchte, wir werden doch noch auf Hilfe vom Raumschiff angewiesen sein.“

„Ja, die Automatik scheint in den letzten Zügen zu liegen.“ Von hier an wiederholte sich alles, was sie schon beim erstenmal erlebt hatten.

Die Zwischenwand, die den Weg zur nächsten Abteilung versperrte, verschwand. Am Ende des Stegs tauchte vor dunkelblauem Hintergrund inmitten der sich kreuzenden Kristallfäden die Gestalt des Phaetonen auf. Er machte mit den Händen dieselbe Begrüßungsgebärde, sprach dieselben, unverständlichen Worte. Dann verschwand er, und die Tür zum Raum mit dem Schema öffnete sich.

Wieder sahen sie den ganzen „Film“ von Anfang bis Ende.

Wieder lief er zweimal. Wtorow filmte alle beide Vorführungen.

Melnikows Wunsch war in Erfüllung gegangen.

Nachdem sie die letzten Szenen gesehen hatten und an die Stelle der „Leinwand“ wieder die „Plexiglasfläche“ getreten war, blickten Melnikow und Wtorow sich näher um. Beim erstenmal hatten sie auf die Einrichtung der Abteilung, die sich stark von der der anderen Räume unterschied, überhaupt nicht geachtet.

Hier gab es keinen einzigen Zylinder. Auch keinen Steg — die Forscher standen auf einem Fußboden aus unbekanntem blaßrosa Material. Außer dem Schema befanden sich hier noch merkwürdige flache Kästen, die senkrecht an den Wanden befestigt waren. Sie hatten weder Griffe noch Knöpfe, bestanden aus einem goldglänzenden Metall und schienen aus einem Guß zu sein. Ihr Zweck ließ sich nicht erraten.

„Gehen wir weiter“, schlug Melnikow vor.

„Vorwärts oder zurück?“

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