Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Meisterin
Die Meisterin - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
1 ... 95 96 97 98 99 100 101 102 103 ... 150
Перейти на страницу:

»Ja«, sagte er. »Ein Glück, dass ich unsere Stiefel versteckt habe. Manchmal zahlt sich übertriebene Vorsicht aus.«

Sonea schauderte. Weniger als zwanzig Schritte entfernt stand ein Ichani. Wenn sie nicht beschlossen hätte zu baden und Akkarin nicht die Nische hinter dem Wasserfall entdeckt hätte …

»Er ist jetzt vor uns«, sagte sie.

Akkarins Griff verstärkte sich ein wenig. »Ja, aber es hört sich so an, als sei Parika der einzige Ichani auf dem Pass. Außerdem hört es sich so an, als habe Kariko die Absicht, Kyralia in den nächsten Tagen zu überfallen.« Er seufzte. »Ich habe versucht, Lorlen zu erreichen, aber er trägt den Ring nicht. Er hat ihn schon seit Tagen nicht mehr übergestreift.«

»Also warten wir, bis Parika nach Kyralia geht, und dann folgen wir ihm?«

»Oder wir versuchen heute Nacht, uns an ihm vorbeizuschleichen, während er schläft.« Er hielt inne, dann schob er sie ein wenig von sich, so dass er sie ansehen konnte. »Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Küste. Und von der Küste ist es nur noch ein Ritt von wenigen Tagen bis nach Imardin. Wenn du in diese Richtung gehen würdest, während ich -«

»Nein.« Sonea war überrascht von der Entschiedenheit ihrer eigenen Stimme. »Ich lasse dich nicht allein.«

Seine Miene wurde streng. »Die Gilde braucht dich, Sonea. Sie haben keine Zeit, schwarze Magie aus meinen Büchern zu lernen. Sie brauchen jemanden, der sie ausbilden und der für sie kämpfen kann. Wenn wir beide über den Pass gehen, werden wir vielleicht beide gefangen und getötet. Wenn du nach Süden gehen würdest, könnte zumindest einer von uns Kyralia erreichen.«

Sonea löste sich von ihm. Es klang vernünftig, aber es gefiel ihr nicht. Er ging an ihr vorbei und begann sich anzuziehen.

»Du brauchst meine Stärke«, sagte sie.

»Die Stärke eines einzigen Tages wird keinen Unterschied für mich machen. Ich hätte während dieser letzten Wochen ohnehin nicht genug Macht sammeln können, um einem Ichani gegenüberzutreten. Dazu hätte ich zehn oder zwanzig von deinesgleichen gebraucht.«

»Es wäre nicht nur ein einziger Tag. Um vom Pass nach Imardin zu gelangen, braucht man noch einmal vier oder fünf Tage.«

»Selbst vier oder fünf Tage werden nur einen geringen Unterschied machen. Wenn die Gilde meine Hilfe annimmt, werde ich Hunderte von Magiern haben, von denen ich Energie beziehen kann. Wenn sie es nicht tut, ist sie ohnehin verloren.«

Sonea schüttelte langsam den Kopf. »Du bist derjenige, auf den es ankommt. Du hast das Wissen und die Fähigkeit und die Macht, die wir gesammelt haben. Du solltest nach Süden gehen.« Sie blickte stirnrunzelnd zu ihm auf. »Wenn es sicherer ist, warum gehen wir dann nicht beide nach Süden?«

Akkarin hob sein Hemd auf und seufzte. »Weil ich dort nicht rechtzeitig ankommen würde.«

Sie starrte ihn an. »Dann werde ich ebenfalls nicht rechtzeitig dort sein.«

»Nein, aber wenn ich scheitern sollte, könntest du dem, was von der Gilde übrig geblieben ist, bei der Rückeroberung Kyralias helfen. Es wird den übrigen Verbündeten Ländern nicht gefallen, sachakanische schwarze Magier als Nachbarn zu haben. Sie würden -«

»Nein!«, rief sie. »Ich werde mich nicht von den Kämpfen fern halten, bis die Schlacht vorbei ist.«

Akkarin streifte sich das Hemd über den Kopf, schlüpfte in die Ärmel und trat dann neben Sonea. Er griff nach ihrer Hand und musterte sie eindringlich.

»Es wäre leichter für mich, den Ichani gegenüberzutreten, wenn ich mich nicht darum sorgen müsste, was sie dir antun könnten, sollte ich scheitern.«

Sie erwiderte seinen Blick. »Glaubst du, es wäre einfacher für mich«, fragte sie leise, »wenn ich wüsste, was sie dir antun werden?«

»Wenn du nach Süden gehst, wäre zumindest einer von uns in Sicherheit.«

»Warum gehst du dann nicht nach Süden?«, entgegnete sie. »Ich bleibe hier und regle das kleine Ichani-Problem der Gilde.«

Die Muskeln in seinem Kiefer spannten sich an, dann verzog sein Mund sich zu einem Lächeln, und er kicherte.

»Das hätte keinen Sinn. Ich müsste dich begleiten, um das mit eigenen Augen zu sehen.«

Sie grinste, dann wurde sie wieder ernst. »Ich werde nicht zulassen, dass du ganz allein kämpfst und alle Risiken auf dich nimmst. Wir werden uns gemeinsam diesen Dingen stellen.« Sie hielt inne. »Hm, wir sollten es wahrscheinlich vermeiden, diesem Ichani auf dem Pass zu begegnen. Aber ich bin davon überzeugt, dass uns mit vereinten Kräften eine andere Möglichkeit einfallen wird.«

Der Stapel von Briefen auf Lorlens Schreibtisch kippte langsam um. Osen fing die Briefe rechtzeitig auf und teilte sie dann in zwei kleinere Stapel.

»Dieses Verbot der Gedankenrede wird einige zusätzliche Aufträge für Kuriere mit sich bringen«, bemerkte der junge Magier.

»Ja«, pflichtete Lorlen ihm bei. »Und für die Federhersteller. Ich werde meine Federn jetzt wahrscheinlich doppelt so schnell verschleißen wie früher. Wie viele Briefe müssen wir noch beantworten?«

»Das ist der letzte«, erwiderte Osen.

Lorlen setzte schwungvoll seine Unterschrift unter das Schreiben, dann machte er sich daran, die Feder zu reinigen.

»Es ist schön, Euch wieder hier zu haben, Osen«, sagte er. »Ich weiß nicht, wie ich ohne Euch zurechtkommen würde.«

Osen lächelte. »Gar nicht. Nicht solange Ihr gleichzeitig die Pflichten des Administrators und des Hohen Lords schultern müsst.« Er hielt inne. »Wann werden wir einen neuen Hohen Lord wählen?«

Lorlen seufzte. Dieses Thema hatte er bisher stets gemieden. Er konnte sich einfach keinen anderen als Akkarin auf diesem Posten vorstellen. Dennoch würde er irgendwann besetzt werden müssen – und zwar je früher, desto besser, falls Akkarins Prophezeiungen sich als wahr erweisen sollten.

»Nachdem die Angelegenheit mit den elynischen Rebellen jetzt geregelt ist, wird man wahrscheinlich bei der nächsten Zusammenkunft Kandidaten aufstellen.«

»In einem Monat?« Osen verzog das Gesicht und betrachtete den Stapel mit Briefen. »Könnt Ihr nicht früher damit beginnen?«

»Möglicherweise. Aber bisher hat keiner der höheren Magier vorgeschlagen, die Angelegenheit schon früher in Angriff zu nehmen.«

Osen nickte. Er war, wie Lorlen bemerkte, an diesem Morgen ungewöhnlich geistesabwesend.

»Was bedrückt Euch?«

Der junge Mann sah Lorlen an, dann runzelte er die Stirn. »Wenn sich Akkarins Geschichte als wahr erweist, wird die Gilde ihn dann wieder in sein früheres Amt einsetzen?«

Lorlen atmete tief durch. »Das bezweifle ich. Niemand wird einen schwarzen Magier als Hohen Lord haben wollen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Gilde Akkarin wieder aufnehmen würde.«

»Was ist mit Sonea?«

»Sie hat sich gegen den König aufgelehnt. Wenn der König einen schwarzen Magier in der Gilde duldet, dann nur jemanden, von dem er weiß, dass er oder die Gilde ihn beherrschen kann.«

Osen zog die Brauen zusammen und wandte den Blick ab. »Dann wird Sonea ihre Ausbildung also niemals beenden.«

»Nein.« Als Lorlen das sagte, wurde ihm bewusst, dass es tatsächlich der Wahrheit entsprach, und ein Gefühl der Trauer stieg in ihm auf.

»Dieser Bastard«, zischte Osen und erhob sich von seinem Stuhl. Er hielt inne. »Tut mir leid. Ich weiß, dass er Euer Freund war und Ihr immer noch eine gewisse Achtung vor ihm habt. Aber Sonea hätte etwas… etwas ganz Besonderes sein können. Ich wusste, dass sie unglücklich war. Es war so offenkundig, dass Akkarin einer der Gründe dafür war, aber ich habe nichts dagegen unternommen.«

»Ihr hättet auch nichts tun können«, sagte Lorlen.

Osen schüttelte den Kopf. »Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich sie fortgebracht. Was hätte er ohne sie als Geisel schon ausrichten können?«

Lorlen blickte auf seine Hand hinab, auf den Finger, an dem der Ring gesteckt hatte. »Die Gilde übernehmen? Euch und Rothen töten? Quält Euch nicht, Osen. Ihr wusstet es nicht, und selbst wenn Ihr es gewusst hättet, hättet Ihr ihr nicht helfen können.«

Der junge Magier schwieg einige Zeit. »Ihr tragt diesen Ring nicht mehr«, bemerkte er plötzlich.

Lorlen blickte auf. »Nein. Ich bin seiner müde geworden.« Ein Stich der Furcht durchzuckte ihn. Hatte Osen genug über Blutsteine gehört, um zu ahnen, was es mit dem Ring auf sich hatte? Wenn ja, und wenn er sich daran erinnerte, dass Lorlen den Ring anderthalb Jahre lang getragen hatte, dann würde Osen begreifen, dass Lorlen viel länger von Akkarins Geheimnis wusste, als er zugegeben hatte.

Osen griff nach den zwei Briefstapeln und lächelte schief. »Ihr habt schon genug Sorgen, auch ohne dass ich über die Vergangenheit lamentiere. Ich sollte mich wohl am besten ein wenig nützlich machen und Kuriere für diese Briefe suchen.«

»Ja. Vielen Dank.«

»Ich komme zurück, sobald ich damit fertig bin.«

Lorlen sah seinem Assistenten nach, und als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, betrachtete er noch einmal seine ringlose Hand. Wie lange er sich gewünscht hatte, diesen Ring loswerden zu können! Jetzt wünschte er verzweifelt, er könnte ihn zurückbekommen. Der Ring lag sicher verschlossen in der Magierbibliothek. Er konnte ihn jederzeit von dort holen …

Aber konnte er das wirklich? Er wusste, was Balkan dazu sagen würde. Es war zu gefährlich. Und die anderen höheren Magier würden ihm Recht geben.

Mussten Balkan oder die anderen überhaupt davon erfahren?

Natürlich müssen sie es wissen. Und sie haben Recht: Es ist zu gefährlich. Ich wünschte nur, ich wüsste, was da vorgeht.

Seufzend richtete Lorlen seine Aufmerksamkeit wieder auf die Bittgesuche und Briefe auf seinem Schreibtisch.

1 ... 95 96 97 98 99 100 101 102 103 ... 150
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)