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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Paitschadse.,SSSR-KS 3‘.“ „Wer hat das durchgegeben?“ „Toporkow.“ „Von wo?“ „Ich weiß nicht. Der Satz wurde dreimal wiederholt. Auf meine Nachfrage kam keine Antwort.“ „Warten Sie, ich komme.“ Kamow legte den Hörer auf. Eine tiefe Falte furchte seine Stirn; die herabhängenden buschigen Augenbrauen zogen sich zusammen.

Was war geschehen? War der beobachtete Himmelskörper etwa doch Belopolskis Raumschiff? Sollten sich die Mitarbeiter, als sie die Form des „Rätsels“ bestimmten, geirrt haben? Paitschadse kommandierte offenbar das Raumschiff, der Funkspruch war von ihm und nicht von Belopolski oder Melnikow unterzeichnet. Der schreckliche Verdacht, der Expeditionsleiter und sein Stellvertreter seien umgekommen, schien sich zu bestätigen.

Eine Weile stand Kamow regungslos am Schreibtisch, und seine Hand preßte sich unwillkürlich um den Telefonhörer.

Olga! Was sage ich ihr nur, nachdem ich sie gerade überzeugt habe, daß alles in Ordnung ist und Boris zurückkehren wird?

Zwei Gesichter — das eine von tiefen Falten bedeckt, das andere noch jung, mit einer Narbe auf der Stirn und ruhig blickenden graugrünen Augen — standen so deutlich vor ihm, daß es ihn kalt überlief. Sie sind umgekommen!

Alles sprach dafür. Von der Oberfläche der Venus war kein Funkverkehr möglich. Also hatte das Raumschiff den Planeten verlassen. Welchen Grund konnte es dafür geben? Nur einen: eine Tragödie hatte sich abgespielt, die beiden Raumschiffkommandanten waren tot. Was blieb den Expeditionsmitgliedern, von denen kein einziger mit der Steuertechnik vertraut war, zu tun übrig? Nur eines: sofort zur Erde zurückzufliegen. Paitschadse kannte in groben Zügen die Konstruktion des Steuerpults und war mit dem Autopiloten vertraut. Das von den Astronomen festgestellte merkwürdige Verhalten des Raumschiffs ließ sich nur so erklären, daß sein neuer Kommandant steuern lernte.

Alles schien zusammenzupassen und den Verdacht einer Katastrophe zu bestätigen. Alles, außer einem — der Behauptung Subbotins, der unbekannte Körper sei eine Scheibe. Doch das konnte ein Irrtum sein. Die Form eines so kleinen Körpers in einer derartigen Entfernung exakt zu bestimmen war sehr schwierig.

Der Wagen raste über die Leningrader Chaussee. Kamow, der neben dem Fahrer saß, dachte angestrengt nach.

Weshalb war der Funkspruch erst heute abgegangen und nicht schon vor drei Tagen? Die „SSSR-KS 3“ war am Achten gesichtet worden, und heute war bereits der Elfte. Seit drei Tagen flog sie wieder, weshalb hatte die Besatzung bis jetzt geschwiegen?

Jetzt kamen ihm doch Zweifel an Belopolskis und Melnikows Tod, der ihm eben noch sicher erschienen war. Vielleicht waren sie nur schwerverwundet, und Paitschadse führte, ihren Ratschlägen folgend, verschiedene Manöver aus. Nun, das würde sich bald herausstellen. Der für die Funkverbindung zum Raumschiff vereinbarte Zeitpunkt war ein Uhr mittags, und jetzt war es bereits halb zwölf. Es galt, über etwas anderes nachzudenken.

Konnte ein Unerfahrener das Raumschiff mit Hilfe des Autopiloten wohlbehalten zur Erde zurückbringen?

Kamow rief sich die Konstruktion des Steuerpults der „SSSRKS 3“ bis zu den kleinsten Details in die Erinnerung zurück und gelangte zu der Schlußfolgerung, daß Paitschadse es schaffen könne. Man brauchte dem Autopiloten nur die Ausgangsdaten zu geben — und das Raumschiff fand von allein den Weg zur Erde. Was die Landung, ein sehr schwieriges Manöver, betraf, beherrschte Paitschadse ausgezeichnet die Kunst des Steuerns von Düsenflugzeugen. Das Raumschiff brauchte ja nicht über dem Festland niederzugehen, sondern konnte auf einem der Ozeane landen. Das war viel leichter.

Im großen und ganzen bestand Grund zur Annahme, daß die Expedition auch ohne Belopolski und Melnikow wohlbehalten zurückkehren würde.

Wohlbehalten! Drei Opfer auf einem Flug, dachte Kamow bitter.

Bevor er losgefahren war, hatte er den Vorsitzenden der Regierungskommission zur Organisierung interplanetarer Flüge, ‘ Akademiemitglied Woloschin, angerufen. Er war daher nicht erstaunt, als er jetzt dessen Wagen vor dem Gebäude der Funkstation stehen sah.

Die vierzig Minuten, die sie noch warten mußten, kamen allen wie eine Ewigkeit vor.

Endlich war es soweit: ein Uhr!

„Wie lange braucht der Funkspruch bis hierher?“ erkundigte sich Woloschin.

„Vier Minuten“, antwortete Kamow.

Er saß neben dem diensthabenden Funker, bereit, dem Raumschiff zu antworten, dessen Nachricht bereits auf dem Weg zur Erde war. Dicht vor Kamow schwebte die dunkle kleine Öffnung des Mikrofons. Das feine Metallnetz zitterte kaum merklich. Unter dem Fußboden des Funkraums arbeiteten die mächtigen Generatoren, deren Energie in wenigen Minuten Kamows Stimme erfassen und in unermeßliche Fernen tragen würde. Die Richtantenne der Station war auf die Venus eingestellt, in deren Nähe sich die „SSSR-KS 3“ befinden mußte.

Die vier Minuten waren vorüber.

Kaum hatte der große Zeiger den Strich auf dem Zifferblatt erreicht, als im Lautsprecher deutlich die Stimme Toporkows ertönte: „Hier Raumschiff! Hier Raumschiff ‚SSSR-KS 3‘! Antworten Sie! Gehe auf Empfang!“ „Wir hören Sie! Sind empfangsbereit!“ antwortete der Funker.

Jetzt hieß es acht Minuten warten.

„Die Antenne ist genau eingestellt“, sagte der Funker, während er den Sender abschaltete. „Nach der Lautstärke zu urteilen, haben wir das Raumschiff richtig erwischt.“ „Und wo befindet sich jetzt das ‚Rätsel‘?“ fragte unvermittelt Woloschin.

„Wie es scheint, in derselben Richtung“, antwortete Kamow.

Ebenso wie Woloschin dachte er daran, daß sich gleich erweisen mußte, ob sich hinter dem „Rätsel“ das Raumschiff „SSSR-KS 3“ verbarg. „Ich werde Kasarin anrufen und die Frage klären. Aber nicht jetzt. Erst nach der Sendung.“ Woloschin nickte. Er wußte, daß Kamow wegen seiner Tochter besondere Ursache hatte, besorgt zu sein.

„Achtung!“ sagte der Funker.

Die Uhr zeigte vierzehn Minuten nach eins.

„Hier Raumschiff ‚SSSR-KS 3‘. Sende eine Mitteilung des Leiters der wissenschaftlichen Gruppe der Expedition, Paitschadse…“ Kamow und Woloschin wechselten einen Blick. Was hatte das zu bedeuten? Weshalb nannte Toporkow Paitschadse Leiter der wissenschaftlichen Gruppe, nicht aber Kommandant des Raumschiffes? Wer war dann Kommandant? Wo war Professor Balandin geblieben?

„Neben einem Bergsee, zu dem die,SSSR-KS 3‘, Hinweisen der Venusianer folgend, geflogen ist, wurde ein Raumschiff entdeckt. Allen Anhaltspunkten nach ist es vor vielen tausend Jahren von einem untergegangenen Planeten unseres Sonnensystems, dem Phaeton, gekommen …“ Die drei lauschten mit angehaltenem Atem.

Der letzte Start

„Für mich steht außer Zweifel, daß die Phaetonen mittels eines besonderen Apparates mit den Venusianern gesprochen haben“, schloß Melnikow seinen Bericht. „Leider gibt es keinerlei Hinweise, was das für ein Apparat war.“ „Da kann ich Ihnen Auskunft geben“, sagte Toporkow, „Genauso einen oder zumindest einen ähnlichen haben Konstantin Wassiljewitsch und ich nämlich konstruiert. Die Venusianer geben zweifellos Laute von sich, allerdings im Bereich der Ultraschallwellen, deshalb können wir sie nicht hören. Um mit ihnen sprechen zu können, brauchen wir einen Schalltransformator.

Wie gesagt, es ist schon einer fertig. Er transformiert den Ultraschall auf eine für unser Ohr wahrnehmbare Frequenz. Sobald die Venusbewohner in der Nacht zum Vorschein kommen, werden wir sie sprechen hören.“ „Wie sind Sie denn darauf gekommen?“ fragte Belopolski.

„Ohne Biologe zu sein?“ fragte Toporkow verschmitzt. „Ich bin eben drauf gekommen, wie Sie sehen. Ein Zufall ist mir zu Hilfe gekommen. Als Sie vom Grund des Sees zu uns zurückkehrten, beobachtete ich auf dem Bildschirm die Venusianer; dabei bemerkte ich plötzlich auf der Mattscheibe des Schalllokators ganz bestimmte Linien. Sie entstanden jedesmal, wenn die Venusianer etwas durch Gesten zu erklären versuchten. Der Lokator,hörte‘ etwas. Sie wissen, er arbeitet mit Ultraschall. Da kam mir die Idee. An den Stromschnellen habe ich dann, während die Venusianer arbeiteten, die Probe aufs Exempel gemacht. Es gelang mir sogar festzustellen, daß die Frequenz der von ihnen ausgehenden Schallwellen an der Schwelle unseres Hörbereichs liegt. Konstantin Wassiljewitsch hat mir geholfen, und nun steht der Apparat zu Ihrer Verfügung.“ „Damit haben Sie uns einen großen Dienst erwiesen“, sagte Belopolski. „Sobald wir die Venusbewohner hören können, ist das Erlernen ihrer Sprache nur noch eine Zeitfrage. Was die Phaetonen konnten, können wir auch.“ „Wenn doch bloß bald Nacht wäre!“ rief Korzewski aus.

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