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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Aus der Nähe erkannten sie, daß die Darstellung außer den Planetenbahnen, wenn auch viel schwächer, noch die Bahnen von drei Asteroiden zeigte. Das Schema bestand nicht aus Papier, sondern aus einer Art von farbigem Plexiglas. Und es hing nicht an der Wand, sondern davor, als sei es überhaupt nicht befestigt.

Was sie jetzt erlebten, übertraf alles Bisherige an Bedeutung und Erstaunlichkeit. Aus dem Dunkel ferner Zeiten „berichteten“ die Herren des Raumschiffes von allem, was ihnen auf der Venus und zuvor widerfahren war. Das konnte als ein erneuter Beweis dafür gelten, daß sie die Vorbereitungen für die Ankunft von Bewohnern anderer Planeten bewußt getroffen hatten und daß sie bestrebt gewesen waren, ihnen soviel Wissen wie möglich zu hinterlassen. Im voraus eingestellte, programmgesteuerte Automatik hatte die Gäste bis hierher, in diesen Raum „geführt“. Nirgendwo sonsthin hätten sie gelangen können, weil die Türen verschlossen geblieben wären. Das erkannten sie, nachdem alles vorüber war. Hier aber sollten sie sich einen knappen, doch aufschlußreichen Bericht anhören, um vieles, was bis dahin unter dem Schleier des Geheimnisses verborgen gewesen war, besser zu verstehen. Was dennoch unverständlich blieb, würde sich in der Folge aufklären, denn man gab ihnen deutliche Hinweise, wo der Schlüssel zu den Geheimnissen zu rinden sei. Die Herren des Raumschiffes hatten alles vorausgesehen!

In das Schema kam „Leben“. Langsam bewegten sich die Planeten mit ihren Trabanten von der Stelle und kreisten auf ihren Bahnen. Die Sonne in der Mitte blitzte auf wie ein kleiner Brillant. Zugleich mit allen anderen setzte sich auch der Planet Phaeton in Bewegung. Ihn umkreiste ein winziger Trabant.

Plötzlich löste sich ein leuchtender kleiner Punkt vom fünften Planeten. Für einen Augenblick vergrößerten sich seine Proportionen, und die Raumfahrer erkannten drei Ringe, die miteinander verbunden waren. Das war eine Darstellung des Raumschiffes, in dem sie sich befanden. Nachdem es wieder zum Punkt geworden war, flog es auf den Mars zu, verschmolz für eine Sekunde mit ihm und bewegte sich dann weiter zur Erde.

So wurde ihnen der in sagenhafter Vorzeit unternommene Flug des Weltraumschiffes demonstriert.

Gerade als der Punkt mit der Erde verschmolz, was auf die Darstellung einer Landung schließen ließ, flammte an der Stelle, wo sich der Planet Phaeton befand, ein greller Blitz auf, als habe sich Magnesium entzündet. Der blendende Feuerschein erlosch sofort wieder, doch der Phaeton war aus dem Schema verschwunden. Auch sein Trabant war nicht mehr da. Über die Bahn des Planeten huschten winzige Funken. Dann erloschen auch sie, und gleich darauf zeichneten sich die Bahnen der Asteroiden ab.

Melnikow und Wtorow stockte buchstäblich der Atem. Soeben hatte sich vor ihren Augen noch einmal jene Katastrophe abgespielt, die den fünften Planeten vernichtete, war das Geheimnis der Asteroiden im Sonnensystem gelüftet worden. Sie waren „Zeugen“ des tragischen Schicksals der Raumschiffbesatzung geworden, die den Untergang ihres Heimatplaneten zweifellos mit angesehen hatte. Was war weiter mit ihr geschehen?

Was war die Ursache der schrecklichen Katastrophe des Phaeton?

Die Vorführung ging weiter. Der Punkt — das Raumschiff vom Phaeton — löste sich wieder von der Erde und steuerte auf eines der Bruchstücke des einstigen Planeten zu. Er umkreiste es, wandte sich dann dem zweiten und schließlich dem dritten zu. Ein stummes und doch so beredtes Bild! Die beiden Menschen glaubten die Gesichter der Raumschiffbesatzung deutlich vor sich zu sehen, wie sie mit Tränen in den Augen auf die Überreste ihres Heimatplaneten und die Trümmer all dessen starrten, was sie beim Abflug zurückgelassen hatten.

Das Raumschiff der Phaetonen schoß auf die Venus zu und verschmolz mit ihr. Das Schema erlosch, und die beiden Menschen hatten nur noch eine leere glatte „Plexiglasfläche“ vor sich.

Dann rollte das Ganze erneut in derselben Reihenfolge vor ihnen ab.

Diesmal vergaß Wtorow nicht, zu fotografieren. Er knipste Bild auf Bild und legte dann in fieberhafter Eile einen neuen Film ein. Jeden Augenblick konnte sich wieder irgend etwas ereignen.

Dieses Irgendetwas ließ nicht lange auf sich warten. Sie wußten schon, was kommen würde, als die „Plexiglasfläche“ plötzlich verschwand und in dem entstandenen leeren Raum das Gesicht eines Phaetonen auftauchte.

Es folgte ein Bericht über den Raumflug der letzten Überlebenden des untergegangenen Planeten.

Nicht nur Melnikow, auch Wtorow, Fachmann auf dem Gebiet der Fototechnik, vermochte hinterher nicht zu erklären, was technisch vor sich gegangen und wie dieser erstaunliche „Film“ aufgenommen und vorgeführt worden war.

Der „Film“ lief bei dem hellblauen Licht, das die Abteilung füllte, doch das beeinträchtigte die Erkennbarkeit des Bildes nicht. Er war plastisch und farbig. Es gab keine Leinwand. Eine Szene nach der anderen rollte, verblüffend real und wie echtes Leben wirkend, an jener Stelle ab, wo die „Plexiglasfläche“ geschwebt hatte.

Die Vorführung dauerte eine halbe Stunde. Wtorow machte so viele Aufnahmen, daß er fünfmal den Film wechseln mußte.

Der „Bericht“ war unzusammenhängend und auch nicht abgeschlossen. Am ehesten waren das ohne besonderen Plan gedrehte Filmfragmente, eine Art Reiseskizzen.

Hinterher äußerte Melnikow die Vermutung, die Phaetonen hätten wohl nicht von Anfang an beabsichtigt, diesen Film den Bewohnern anderer Planeten zu zeigen, sondern ihn zunächst für sich selbst aufgenommen. Erst später hätten sie sich entschlossen, ihn den Menschen der Zukunft als Vermächtnis zu hinterlassen.

Viele Dinge auf der Venus, aber auch auf der Arsena und dem Mars, die den Menschen rätselhaft und unbegreiflich erschienen waren, erhielten jetzt endlich eine glaubwürdige Erklärung.

Doch seltsam! In den Szenen des „Films“ tauchte kein einziges Mal die Erde auf, obschon das Raumschiff sie doch, wie im Schema gezeigt worden war, besucht hatte. Keine einzige Aufnahme von irdischer Landschaft. Und, was noch schlimmer war, keine einzige Aufnahme vom fünften Planeten selbst.

Nichts, was einen Eindruck von der Oberfläche des Phaeton und vom Leben seiner Bewohner hätte vermitteln können.

Das bewies, daß der „Film“ während des Raumflugs gedreht worden war, um nach der Rückkehr auf dem Phaeton gezeigt zu werden. Die Raumschiffbesatzung hatte also zurückzukehren beabsichtigt und nichts von der drohenden Katastrophe geahnt.

Zuerst war in Großaufnahme der Kopf eines Phaetonen zu sehen. Es war aber nicht jener, der sie am Eingang zu dieser Abteilung begrüßt hatte. Langes weißes Haar umrahmte sein eigentümlich schönes Gesicht mit blaßblauen Augen, die fast fünfmal so groß waren wie die der Erdenmenschen, mit einer kleinen Nase und schmalen Lippen. Tiefe Runzeln durchfurchten Stirn und Wangen. Er war offensichtlich hochbetagt.

Melnikow erinnerte sich, daß auch der erste Phaetone keineswegs mehr jung gewesen war. Man konnte jedoch kaum annehmen, daß die Mannschaft des Raumschiffes nur aus Greisen bestanden hatte. Am nächsten lag noch die Vermutung, daß diese Menschen, der Heimat beraubt, lange Jahre auf der Venus gelebt hatten und hier alt geworden waren. Die folgenden Szenen bestätigten die Richtigkeit dieser Vermutung.

Der Phaetone sprach einige Worte. Wieder vernahmen die beiden Männer die melodischen Laute der unbekannten Sprache.

Dann verschwand der Kopf, und zum drittenmal tauchte das Schema des Sonnensystems auf. Es schien nach der Methode der Zeichentrickfilme hergestellt. Das gelbgraue Raumschiff flog vom Phaeton zum Mars.

Und nun erblickte Melnikow wie durch ein offenes Fenster das ihm wohlbekannte Bild der Marswüste. Im Laufe der Jahrtausende hatte sie sich nicht im geringsten verändert. Die gleichen Pflanzen, die gleichen Seen, der gleiche blauviolette Himmel mit Sonne und Sternen. Am Ufer eines Sees lag das ringförmige Raumschiff. Davor bewegten sich Phaetonen, standen seltsame Apparate — halb Auto, halb Flugzeug. Ein Mitglied der Besatzung kam unmittelbar auf das „Fenster“ zu; das junge energische Gesicht des dem Aussehen nach zierlichen und kleinen Phaetonen war gut zu erkennen. Er trug einen Anzug mit durchsichtigem Helm, der den Raumanzügen der Erdenmenschen sehr ähnelte.

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